ORTE UND MENSCHEN

ORTE UND MENSCHEN

750 Jahre Landsberg an der Warthe – Gorzów Wielkopolski
Einweihung der Friedensglocke:
Pokój – Pax – Frieden / 1257-2007 / Landsberg an der Warthe – Gorzów Wielkopolski

Ansprache des Stadtpräsidenten von Gorzów
Tadeusz Jędrzejczak

Ansprache der Vorsitzenden der Bundesarbeitsgemeinschaft Landsberg
Ursula Hasse-Dresing

Tag der Erinnerung und Versöhnung.
Gorzów ehrt verstorbene Landsberger.
Dariusz Barański, Gazeta Wyborcza

 

Eberswalde

Aktivitäten zur Stärkung demokratischer Alltagskultur
Kai Jahns, Koordinator „Lokaler Aktionsplan Barnim”

Gedenkbuch für die jüdischen Bürger Eberswaldes.
Ellen Behring

Im „Exil” in Eberswalde.
Ewa Czerwiakowski, Slowo

 

Waldfrieden (Zacisze)

Ein Vermächtnis von Hans Paasche.
Kämpfer für Frieden und Völkerverständigung ... 1920 „auf der Flucht” erschossen.
Werner Lange, Berlin

 

Witnica (Vietz)

Zuerst Mensch dann Pole – Zbigniew Czarnuch.
Dietrich Schröder, MOZ

Ein Stück Heimat – Ferdinand Pfeiffer und Zbigniew Czarnuch.
Thomas Gerlach, Słowo

 

Czelin (Zellin)

Geschichten über ein Paradies an der Oder.
Bogdan Twardochleb, Kurier Szczeciński

Geschichte(n) aus Czelin (Zellin)
Dietrich Schröder, MOZ

 

Mieszkowice (Bärwalde)

Eine Liebe überbrückt 50 Jahre.
Elvira Profé und Fortunat Mackiewicz.
Dietrich Schröder, MOZ

Menschen und Geschichten.
Reportagen von Remigiusz Rzepczak

Ursula, Urszula
Remigiusz Rzepczak

Przybyliśmy tylko na chwilę
Remigiusz Rzepczak

Człowiek wobec historii, czyli…
Remigiusz Rzepczak

Lopatko - Zycie po Oswiecimiu
Remigiusz Rzepczak

 

Myślibórz (Soldin)

Heimat an der Mietzel.
Marek Karolczak


Skwierzyna (Schwerin an der Warthe)

Jüdische Gemeinde und jüdischer Friedhof in Schwerin a.d. Warthe
Andrzej Kirmiel

Schülerprojekte zum Schutz des jüdischen Kulturerbes in Skwierzyna
Tomasz Watros

Skwierzyna: Die Gemeinde kümmert sich um den jüdischen Friedhof
Beata Igielska

 

Angermünde / Chojna (Königsberg Nm.) / Gartz / Bielin / Schwedt / Stolzenhagen ...

Filmvorführungen mit anschließender Diskussion

Spojrzenie przez rzekę, spojrzenie na siebie.
Robert Ryss, Gazeta Chojeńska

Ludzkie losy od dołu (Filme von Ute Badura: Schlesiens Wilder Westen und Wir sind etwas besonderes)
Robert Ryss, Gazeta Chojeńska

Milczały 60 lat (Film von Michael Majerski, Meimer Mutter Land)
Robert Ryss, Gazeta Chojeńska

Ludzie wśród Ludzie (Interview mit Michael Majerski)
Robert Ryss, Gazeta Chojeńska

Schüler und Senioren diesseits und jenseits der Oder
Ewa Czerwiakowski, Słowo

 

Nowe Warpno (Neuwarp am Stettiner Haff)

Von Neuwarp nach Nowe Warpno.
Vier Pfingsttreffen und eine gemeinsame Fotoausstellung der ehemaligen und heutigen Bewohner.
Andrzej Kotula / Jürgen Dittmann

Schandmal der Vertreibung.
Piotr Jasina, Głos Szczeciński


Deutsch-Polnische Studienreisen nach West- und Nordpolen im Rahmen des Projekts Spurensuche

I – Neumark 2004: Bielin/Bellin, Słońsk/Sonnenburg, Kostrzyn/Küstrin, Witnica/Vietz, Dąbroszyn/Tamsel, Chwarszczany/Quarttschen (Programm)
Berichte: Robert Ryss, „Mały ojczyzny“ (Heimaten), Gazeta Chojeńska;
Ewa Czerwiakowski, „Begegnung von Grenzgängern”, Słowo

II – Stettiner Haff, Stettin und Umgebung 2005: Nowe Warpno/Neuwarp, Police/Pölitz, Marianowo/Marienfließ, Stargard (Szczeciński), Stolec/Stolzenburg (Programm)
Bericht: Robert Ryss „Ślady zakryte i odkryte”, Gazeta Chojeńska
Marianowo / Marienfließ: Edward Leszczyński. Bogdan Twardochleb

III – Pommern 2005: Dobra Nowogardzka / Dober, Łobez/Labes, Czaplinek/Tempelburg, Borne Sulinowo, Biały Bór, Drawsko (Programm)
Berichte: Robert Ryss, „Po śladach starej i nowej ojczyzny”, Gazeta Chojeńska
Bogdan Twardochleb , Czaplinek / Tempelburg – die Identität eines Ortes

IV – Chojna/Königsberg und Umgebung 2006: Widuchowa/Fiddichow, Chojna/Königsberg, Cedynia/Zehden, Moryń/Mohrin, Osinów Dolny/Niederwutzen, Siekierki/Zäckerik, Gozdowice/Güstebieser Loose, Mieszkowice/Bärwalde, Witnica/Vietnitz, Chełm Dolny/Wartenberg, Letnin/Lettnin, Pyrzyce (Programm)
Berichte: Robert Ryss, „Współczesność i historia”
Ewa Czerwiakowski, „Eine Reise an die Peripherie von Geschichte und Gegenwart”

750 Jahre Landsberg an der Warthe – Gorzów Wielkopolskie

Kopfbereich: 
Einweihung der Friedensglocke: Pokój – Pax – Frieden / 1257-2007 / Landsberg an der Warthe – Gorzów Wielkopolskie

Die Feierlichkeiten begannen mit einem ökumenischen Gottesdienst in der prall gefüllten Marienkirche im Zentrum der Stadt. Anschließend gingen alle gemeinsam zum Grunwaldzki-Platz, wo die von der Bundesarbeitsgemeinschaft Landsberg gestiftete Friedensglocke (mit der Aufschrift: Pokój – Pax – Frieden / 1257 - 2007 Landsberg an der Warthe - Gorzów Wielkopolski) werden sollte. Den Glockenturm auf dem Grunwaldzkiplatz hatte die Stadtverwaltung errichtet. Die Bundes­arbeits­gemein­schaft Landsberg (BAG) hatte uns eingeladen, an dieser Feierlichkeit teilzunehmen. Wir waren von dem freundschaftlichen und offenen Klima, von den gut überlegten Reden, von der in jeder Einzelheit abgesprochenen Vorgehensweise und Professionalität, von rührenden Augenblicken der gegen­seitigen freundschaftlichen und respektvollen Behandlung der Vorsitzenden der BAG Ursula Hasse-Dresing und des Stadtpräsidenten Tadeusz Jędrzejczak sehr beeindruckt. Schon früher während der Arbeit an unserem Projekt Spurensuche in der deutsch-polnischen Grenzregion alte, neue, fremde Heimat war uns der gute, partnerschaftliche, respektvolle und offene Umgang miteinander in Gorzów (Landsberg) aufgefallen. Wir möchten Ihnen die beiden Ansprachen hiermit bekannt machen, damit Ihnen dieses in unseren Augen große Ereignis in einer Stadt der deutsch-polnischen Grenzregion, die sich der Vergangenheit geöffnet hat, um in der Zukunft besser und friedlicher leben zu können, nicht entgeht.

Ansprache des Stadtpräsidenten von Gorzów

Sehr geehrte Damen und Herren, gleich werden wir Zeugen eines jener Ereignisse, die in der Geschichte unserer Stadt eine Zäsur und den Anfang einer neuen Etappe in ihrer Entwicklung dar­stellen. Der 2. September, den wir für die feierliche Eröffnung des 750. Jubiläums der Stadt gewählt haben, ist im doppelten Sinne ein besonderer Tag. Von heute an begehen wir den 750. Jahrestag der Gründung der Stadt Landsberg, die ursprünglich den Namen Landisberch Nova trug; die Feier­lich­keiten werden das ganze künftige Jahr dauern und zum Anfang Juli 2007 ihren Höhepunkt erreichen. Heute wird auch zum ersten Mal die Friedensglocke läuten, die von der Bundesarbeitsgemeinschaft Landsberg Warthe (Stadt und Land) gestiftet wurde und besonders im Kontext des gestrigen Jahrestages, des Ausbruchs des Zweiten Weltkriegs, zu einem Symbol wird.

Auf diesem Platz stehen Menschen nebeneinander, die von der Geschichte auf verschiedene Weise geprüft wurden. Es sind Polen, darunter auch Pioniere der Stadt, die nach dem Trauma der deutschen Besatzungszeit immer noch genug Kraft finden konnten, um die polnische Geschichte der Stadt von Anfang an zu gestalten; es sind Deutsche – ehemalige Einwohner von Landsberg, die 1945, auf Grund der Grenzverschiebung das Drama der Umsiedlungen erlebten und unwiederbringlich ihre Heimat verloren; es sind auch Aussiedler aus den ehemaligen ostpolnischen Gebieten, die weit von zu Hause vor der Herausforderung standen, den neuen, fremden Raum zu erschließen; am zahl­reichsten sind aber jene Gorzower vertreten, die schon nach dem Krieg geboren wurden und mit den negativen Kriegserfahrungen nicht belastet sind, Menschen, für die vor allem die Zukunft zählt.

Ich bin mir bewusst, dass es für uns alle schwierig ist, eine gemeinsame Sprache zu finden, mit der wir über die Geschichte und ihre gemeinsame Interpretation sprechen könnten, da dies einer radikalen Revision unseres Urteils über die Vergangenheit bedürfen würde. Es wäre notwendig, diese objektiv zu betrachten, indem man in das eigene moralische System Erfahrungen der anderen Seite einschließt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg musste der deutsch-polnische Dialog eigentlich von Grund auf neu aufgenommen und durch nacheinander folgende Abkommen und Verträge gefestigt werden. Die wichtigsten waren das Abkommen von Görlitz vom Jahre 1950 und die Verträge über die Grundlagen der Normalisierung der gegenseitigen Beziehungen von 1970, über die Bestätigung der bestehenden Grenzen von 1990 sowie der ein Jahr später unterzeichnete Vertrag über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit. Die zwei letzten Verträge waren darüber hinaus wichtige Schritte auf dem Weg Polens zur Mitgliedschaft in der NATO und in der Europäischen Union, auf dem uns Deutschland konsequent unterstützte, was zum wichtigsten Element der deutsch-polnischen Zusammenarbeit wurde.

Solche Initiativen, wie die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit, die Stiftung „Polnisch-Deutsche Aussöhnung“ oder die Stiftung Kreisau sind deutliche Zeichen der Annäherung beider Staaten und des Willens, den Dialog aufzunehmen.

Zweifellos hatten dafür auch folgende Ereignisse eine fundamentale Bedeutung: der durch die „Solidarność“ eingeleitete demokratische Durchbruch in Polen im Jahre 1989, der Fall der Berliner Mauer und die Wiedervereinigung Deutschlands – Ereignisse von historischem Ausmaß, die eine neue Etappe in der deutsch-polnischen Versöhnung und Verständigung eröffneten.

Wir erinnern uns auch an Ereignisse und Gesten, die zum Symbol geworden sind – den vor 41 Jahren vom Polnischen Episkopat an die deutschen Bischöfe gerichteten Brief mit den historischen Worten über das gemeinsame Vergeben, die historische Geste des Bundeskanzlers Willy Brandt, der während seines Besuches in Polen im Jahre 1970 vor dem Denkmal der Opfer des Warschauer Ghettos kniete, um den Ermordeten Ehre zu erweisen, den „Versöhnungsgottesdienst“ in Kreisau unter Teilnahme von Tadeusz Mazowiecki und Helmut Kohl im Jahre 1989, der auch einen Kranz vor der Todeswand in Auschwitz niederlegte.

Dank all dieser Tatsachen konnte ein Meilenschritt im Streben nach der vollen deutsch-polnischen Versöhnung getan werden; es bedarf aber weiterer angestrengter Arbeit, damit wir – ohne das eigene Leiden und das Leiden unserer Nächsten, der Opfer von tragischen Verkettungen der Geschichte zu vergessen – einander begegnen können und den Versuch unternehmen, uns von der Last der Kriegs- und Nachkriegserlebnisse, Traumata und Vorurteile zu befreien. Wir sollen den Respekt für die historische Wahrheit fordern, aber gleichzeitig das Recht auf Vergebung und gemeinsame Akzeptanz anerkennen. Die Friedensglocke und unsere Anwesenheit hier, heute, sind ein weiterer Schritt in diese Richtung.

Dank des zuerst informellen, ab 1995 aber offiziellen deutsch-polnischen Dialogs, der auch im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen Gorzów und den ehemaligen Einwohnern von Landsberg geführt wurde, konnte man endlich über die deutsche Vergangenheit der Stadt offen sprechen und den von der Nachkriegspropaganda geprägten Begriff „Wiedergewonnene Gebiete“ Lügen strafen. Durch den neuen Blick auf die Geschichte der Region fühlten sich auch ihre Bewohner dazu ermutigt, die Tatsachen in einem breiteren, objektiven Kontext zu sehen.

Auch wenn die persönlichen Geschichten von Polen und Deutschen der Generation des Zweiten Weltkriegs für immer von der Erinnerung an den 1. und 17. September 1939, an den 30. Januar 1945 belastet werden, können wir doch versuchen, die gemeinsame Zukunft auf der europäischen Ebene im Namen der Verständigung und der gegenseitigen Anerkennung zu gestalten.

Das heutige Ereignis ist auch deswegen so wichtig, weil ihm nicht nur eine selbstverständliche politische Bedeutung zugeschrieben werden kann, sondern weil es auch vom gesellschaftlichen Kontext bestimmt wird. Der Frieden und die Versöhnung werden doch von uns verwirklicht, uns – den Mitgliedern konkreter Gesellschaften, der polnischen und der deutschen, der Gorzower und der Landsberger.

An dieser Stelle möchte ich mich an Sie wenden, unsere sehr verehrten Gäste, ehemalige Einwohner von Landsberg, die an der heutigen Eröffnung der Feierlichkeiten zum 750. Jubiläum der Stadt teil­nehmen. Dass diese Stadtfeier von der Einweihung der von der Bundesarbeitsgemeinschaft gestifteten Friedensglocke begleitet wird, verstehen wir, die Gorzower, als eine wichtige Geste, die zum guten Klima unserer gemeinsamen Projekte beiträgt. So sehen nämlich die „gemeinsamen Angelegenheiten“ aus, die uns allen, den Polen und den Deutschen helfen, das Gefühl der gemeinsamen Zugehörigkeit zum gleichen Ort zu entwickeln.

Eine erfolgreiche Suche nach der lokalen Identität, die von den einzelnen Generationen der Stadt­ein­wohner nach 1945 vorgenommen wurde, scheint unmöglich, ohne dass die kulturellen Wurzeln und die Vergangenheit berücksichtigt werden. Wir dürfen keine Angst vor der Feststellung haben, dass die 60-jährige Geschichte des polnischen Gorzów eine Ergänzung und ein Überbau zur fast sieben­hundert Jahre langen deutschen Vergangenheit bleibt. Erst ein schlüssiger und linearer Blick auf die Geschichte des Ortes, an dem wir leben (wir – die Gorzower), lassen eine volle Integration mit ihm zu, lassen uns die volle Verantwortung dafür übernehmen.

Es ist ja bekannt, dass die Anfänge der Stadt bis in das Jahr 1257 reichen, als am 2. Juli Albert de Luge die Gründungsurkunde von Landisberch Nova erhielt. Schon kurz danach wurde es zum wichtigen Kultur- und dank der Anwesenheit von Kaufleuten und Handwerkern, auch Handelszentrum der Region. Zu dieser Zeit wurde im gotischen Stil u.a. die heute uns allen als Kathedrale bekannte, prachtvolle Marienkirche gebaut, die damals als Pfarrkirche diente.

Die Stadt entwickelte sich und wuchs. Ihr Potential wurde auch dank des Flusses Warthe gefestigt, der bis zum 18. Jahrhundert eine bequeme Wasserstrasse war.

Dank des kulturellen Erbes können sich heute die Gorzower über die Architekturdenkmäler freuen. Die gotische Marienkirche, die von den Einwohnern als die Weiße bezeichnete Eintrachtkirche, der Speicher aus dem 18. Jahrhundert oder die Zinshäuser aus der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts in der Stadtmitte sind nur einige Gebäude, die an die Landsberger Geschichte der Stadt erinnern.

Wenn man über die Vorkriegsgeschichte der Stadt spricht, muss man die Namen ihrer hervor­ragen­den Bürgern nennen, die im Landsberg des 19. Jahrhunderts lebten und arbeiteten, von denen viele prachtvolle Villen hinterließen, in denen heute Gorzower Einrichtungen ihren Sitz haben, u.a. Max Bahr, der den Anstoß zum Bau des Volksbades gab, Gustav Schröder, in dessen Villa heute das Lebuser Jan-Dekert-Museum seinen Sitz hat, Hermann Paucksch, der den Brunnen auf dem Alten Markt stiftete, der Philosoph und Theologe Friedrich Schleiermacher, der hervorragende Sprach­wissen­schaftler Victor Klemperer, und nicht zuletzt Künstler: der Komponist Karl Teike oder der Maler Ernst Henseler.

Der Krieg und die von ihm gebrachten Zerstörungen, die Einverleibung der deutschen Ostgebiete in den polnischen Staat, die Ankunft von Ansiedlern und der Bevölkerungsaustausch, die Gründung der polnischen Verwaltung – das alles führte dazu, dass sich die Stadt – schon als Gorzów – eigentlich unter jedem Aspekt veränderte: sozialpolitisch, architektonisch, kulturell, mental und konfessionell. Aus verständlichen Gründen konnten sich die Polen, die Gorzów nach 1945 aufbauten, ohne zuvor damit verbunden zu sein, mit der Stadt nicht identifizieren. Von einer Fortsetzung der städtischen Kultur des alten Landsberg konnte keine Rede sein.

Auch wenn die 60 Jahre der polnischen Geschichte der Stadt im Vergleich mit den fast siebenhundert Jahren der deutschen Kultur und Zivilisation weniger prachtvoll erscheinen, so wurden in ihrem Verlauf Initiativen aufgenommen und realisiert, die uns als Gorzowern das Gefühl der Zufriedenheit verleihen.

Es änderte sich vor allem das Profil der Stadt, die zu einem Industriezentrum wurde. Das erste wichtige Objekt auf ihrer wirtschaftlichen Landkarte waren die Mechanischen Werke „Gorzow“. Dann entstanden weitere große Produktionsbetriebe: Stilon, Silwana, Zremb, Gomad, Stolbud, Przemyslowka und viele andere. Vor über 30 Jahren wurde Gorzów zur Hauptstadt der Gorzower Wojewodschaft, die mit der Verwaltungsreform in die Lebuser Wojewodschaft umgewandelt wurde.

Das Gorzów der Nachkriegszeit vergrößerte seine Fläche wesentlich, es entstanden neue Siedlungen, die Peripherien wurden erschlossen, was einen großen Einfluss auf die demographische Entwicklung der Stadt hatte. In den 60er Jahren zählte sie 50.000 Einwohner, diese Zahl verdoppelte sich in den zwei darauf folgenden Jahrzehnten. Im Jahre 1979 lebten in Gorzów 100.000 Menschen.

Das industrielle Gorzów der letzten Jahre ist ein Ort, der viele Investoren anzieht und einen hohen Platz in den nationalen Ranglisten der Städte nach Zahl und Attraktivität der Investitionen belegt.

In der Stadt gibt es auch eine Unterzone der Kostrzyń-Słubicer Sonderwirtschaftszone, die seit 1997 die Politik der Wirtschaftsförderung mitgestaltet und erfolgreich inländische und ausländische Investoren bedient, die neue Arbeitsplätze in der Industrie und im Dienstleistungsbereich schaffen. In der Zone arbeiten solche Firmen, wie Faurecia, Ekpols, GOMA, Styropex, Auto Galeria und Silwana.

Eine der größten und spektakulärsten städtischen Investitionen, nicht nur in der letzen Dekade, sondern in der ganzen Geschichte, war der Bau des in Polen modernsten Sport- und Reha­bili­tations­zentrums „Słowianka“, das den Einwohnern und den Gästen viele Attraktionen bietet, darunter zwei Schwimmhallen, eine Kegelbahn, einen Fitnesssalon und im Winter eine Schlittschuhbahn.

Die Entwicklung von Gorzow wurde auch vom Ausbau der Verkehrswege geprägt. Sechs Jahre nach dem Kriegsende wurde die völlig zerstörte Gerloff-Brücke wiederaufgebaut und in Betrieb genommen, seit sieben Jahren nutzen wir auch die neue Lebuser Brücke und wenn der Bau der westlichen Umgehungsstrasse abgeschlossen sein wird, werden die beiden Wartheufer mit einer dritten Brücke verbunden.

Die Architektur der Stadt besteht auch aus sakralen Gebäuden. Neben den alten Gotteshäusern Landsbergs wurden in den vergangenen 60 Jahren neue katholische Kirchen errichtet.

Das Netz der Schuleinrichtungen aller Ebenen wurde erweitert. Zu unseren besonderen Erfolgen gehört der Ausbau des Hochschulwesens, auch des nicht staatlichen – die heutigen Absolventen von Oberschulen nehmen das Angebot solcher lokaler Hochschulen wie der Staatlichen Berufs­hoch­schule, der Hochschule für Betriebswirtschaftslehre oder der Berufshochschule für Informatik in Anspruch. Seit 35 Jahren erfreut sich die Filiale der Posener Akademie für Körperkultur einer großen Popularität, immer öfter werden auch die Filialen anderer Stettiner und Posener Hochschulen gewählt.

Das heute über 130.000 Einwohner zählende Gorzów wird weiter ausgebaut und versucht den Erwartungen seiner Bürger gerecht zu werden. Es begibt sich mutig auf die Suche nach seiner Identität, um für die weiteren Generationen ein wichtiger Standort zu bleiben.

Wenn ich jetzt über unsere Stadt spreche, würde ich es gern vermeiden, ihre deutsche und polnische Geschichte auseinander zu halten. Die Vergangenheit kann aber nicht mehr geändert werden, sie kann nicht mehr vermieden werden, das ist die Eigenschaft der Zeit, die stets nach vorne eilt. Das erste Glockengeläut, das wir gleich hören werden, soll daher die stürmische Vergangenheit abschließen, um ein Symbol des Friedens für die ehemaligen, die heutigen und die künftigen Bewohner der Stadt zu werden. Ich wünsche allen Gorzowern, dass sie der Geist dieses Augenblicks bei allen Veranstaltungen zum Stadtjubiläum begleitet, das wir heute feierlich eröffnen.

Ansprache der Vorsitzenden der Bundesarbeitsgemeinschaft Landsberg

„Freude dieser Stadt bedeute, Friede sei ihr erst Geläute“ – das waren zwei Zeilen, die uns Schülerinnen und Schüler meiner Generation mit Freude und Genugtuung erfüllten. Höchst jugend­lich, denn wir freuten uns einfach, an das Ende dieses sehr langen Gedichts gelangt zu sein, in dem Friedrich von Schiller die Beschreibung eines Glockengusses mit den Entwicklungsstufen eines menschlichen Lebens eng verbindet.

Natürlich denkt man als alt gewordener Mensch weiter. Die Kombination von Freude und Friede am Ende eines langen Gedichts, das viel Nachdenkenswertes enthält, sind als Höhepunkte des Menschenlebens genannt. Und so frage ich mich, hoffentlich nicht allein in diesem Kreis – sind Freude und Frieden Höhepunkte des menschlichen Lebens? Lebst Du im Frieden, einem dauerhaften Frieden? Und empfindest du heute Freude, welche Art von Freude, und ist Freude überhaupt ein erstrebenswertes Lebensziel? Ja, sie ist es! Nicht im Sinne von Spaß, Vergnügen, sondern im Sinne von Befriedigung darüber, auf gutem Wege zu einem erstrebten Ziel zu sein, einem erstrebten Ziel nahe zu sein. Und so ist es eine große Freude, heute hier zu stehen und mit ihnen sprechen zu können an einem wichtigen Punkt gemeinsamer Bemühungen um ein friedliches Miteinander.

Wir – und jetzt muss ich aus dem persönlichen Empfinden herauskommen – wir Deutschen und Polen haben als Teil unserer Völker eine lange gemeinsame Geschichte. Sie war geprägt von Rivalitäten, Besitz- und Machtstreben, Versuchen zu Frieden, fleißiger Arbeit, Missverständnissen, Kriegen, Hass und Not. Versuchen zum Miteinander und ihr Scheitern, Verlust und Neubeginn. Insgesamt war es eine häufig schwierige, unerfreuliche Vergangenheit. Sicher hat es aber auch immer Versuche zu einem friedlichen Mit- und Nebeneinander gegeben.

Wir haben hier in Landsberg/ Gorzów und in den Gemeinden des Kreises versucht, zu einem solchen friedlichen Miteinander zu kommen. Die Ausgangsposition war schwierig, der Zweite Weltkrieg mit all seinem Grauen und all seinen Folgen schien ein nahezu unüberwindliches Hindernis. Wir, die Generation auf polnischer und deutscher Seite, die hier die Monate um das Kriegende erlebte, waren mit unseren eigenen Problemen beschäftigt. Wir Deutschen waren entwurzelt, geflohen, vertrieben, umgesiedelt in ein Gebiet, in dem wir eigentlich nicht leben wollten. Und auch die neuen polnischen Bewohner dieser Gegend kamen aus anderen Teilen dieses Landes, hatten schwere Verluste erlitten und kamen ebenfalls in eine Umgebung, in der sie nie hatten leben wollen, die ihnen zunächst fremd, auf keinen Fall Heimat war.

Heimweh, Neugier, trieb die ersten deutschen Besucher nach einigen Jahren vorsichtig hierher. Es fanden Begegnungen statt, bildeten sich persönliche Freundschaften. Man konnte helfen, es bildeten sich Kristallisationspunkte der Freundschaft. Politisch wurde unsere Beziehung, als es sich nicht mehr ausschließlich um private Freundschaften handelte. Unsere Organisation der ehemaligen Bewohner, die Bundesarbeitsgemeinschaft Landsberg (Warthe) trat zunächst in Person ihres Vorsitzenden Hans Beske hier in Erscheinung, nicht als Fordernder sondern als Verständigung Suchender. Ich denke, dass schon dieser Anfang mit der persönlichen Freundschaft zwischen der Familie Beske und Bischof Pluta etwas Besonderes war. Und was daraus geworden ist an offiziellen Kontakten, an gemeinsamen Projekten und Planungen – ich nenne als größtes gemeinsames Projekt die Wiedererrichtung des Pauckschbrunnens – ist wahrhaft großartig. Hier ist sie, die Freude darüber, dass man miteinander arbeiten kann. Dafür soll hier allen gedankt werden, den Menschen der kleinen Schritte und denjenigen, die große Teile ihres Lebens investieren für das Miteinander, dies auf beiden Seiten.

Dieser sehr kurze Rückblick in unsere schwere, nun aber schon seit Jahren freundschaftliche gemeinsame Vergangenheit zeichnet einen Grund zur Freude. Denn wir stehen hier nicht mehr im Namen der Vergangenheit, sondern im Namen einer friedlichen gemeinsamen Zukunft.

Der Friede in der Welt scheint in den letzten Wochen unsicherer als in den Jahren zuvor. Die Menschen aber wollen Frieden und so scheint es mir ein sinnvoller Versuch, kleine Zellen des Friedens zu bilden, wie wir es hier versuchen, wie ich glaube, mit Erfolg. Von solchen Zellen aus könnte sich der Frieden verbreiten. Ich denke, so ähnlich könnte es auch Schiller gedacht haben, denn das Wort „Freude“ bezieht er ausdrücklich auf „diese Stadt“ , „Friede“ aber ist ohne Ortsangabe gesagt, bezieht sich sicher auf die Menschen in ihrem Miteinander, aber reicht weit über dieses enge Umfeld hinaus.

Ich würde gern Schillers Frieden und Freude noch ein Wort hinzufügen, das Wort „Liebe“ als Quelle von Frieden und Freude. Lassen Sie mich, auf unsere Stadt und den Kreis bezogen, erklären: Wir, die ehemaligen Bewohner lieben diese Stadt, weil in ihr unsere Vergangenheit liegt, eine geliebte, sicher in der Erinnerung verklärte Kindheit und Jugend. Wir suchen ihre Spuren und finden sie noch in der Stadt und ihrem Umfeld. Wir finden aber auch mehr: Neues Leben, Fortschritte, Entwicklungen, Bemühungen um die Gestaltung dieser Stadt. Und diese Tatsache, dass die alte, lebendige, fortschrittliche Stadt Landsberg genau dies geblieben ist, eine von ihren Bewohnern geliebte, lebendige, fortschrittliche Stadt Gorzów, macht es auch uns möglich, sie weiterhin zu lieben. Dass wir dies hier zeigen dürfen, ist ein Grund zur Freude und dafür danken wir Ihnen.

Aus diesen Gründen heraus hat die Bundesarbeitsgemeinschaft Landsberg (Warthe) der Stadt Gorzów und ihren Menschen zum Auftakt der 750-Jahr-Feier unserer gemeinsamen Heimat diese Glocke geschenkt. Sie soll Zeichen einer 750-jährigen Geschichte und unserer Liebe zu dieser Stadt sein und ein Zeichen des Friedens, der hier eine Zelle haben soll, von der aus er sich über diese Welt verbreiten kann. Zu einer solchen Zelle ist jeder Platz auf der Welt geeignet.

Wir demonstrieren hier das Wollen von beiden Seiten, deshalb steht auf der Glocke das Wort „Friede“ in polnischer, lateinischer und deutscher Sprache. Um etwas zu bewegen, braucht es vieler Gedanken, Herzen und Hände. Wir haben hier gemeinsam Großes getan, behaupte ich mit Stolz. Möge diese Stadt sich weiterentwickeln und in Frieden blühen, ihren früheren und heutigen Bewohnern zur Freude. Ich danke Ihnen.

Zum Tag der Erinnerung und Versöhnung

Gorzów ehrt verstorbene Landsberger

Feierlichkeiten zum Tag der Erinnerung und Versöhnung. Im Ossarium auf dem kommunalen Friedhof fanden die verstorbenen ehemaligen Landsberger eine neue Ruhestätte, nachdem ihre Gebeine während der Bauarbeiten an einer neuen Straße durch den Kopernikuspark exhumiert worden waren.

Bereits seit Jahren wird am 30. Januar in Gorzow nicht mehr der „Befreiung” der Stadt gedacht, sondern es geht vor allem um die Erinnerung an die Vergangenheit und um Versöhnung zwischen den ehemaligen und heutigen Stadtbewohnern. In diesem Jahr standen zwei herausragende Persönlichkeiten des alten Landsberg im Zentrum der Feierlichkeiten: der erfolgreiche Industrielle Johann Gottlieb Hermann Paucksch und die in Landsberg geborene Marie Juchacz, die sich für politische Rechte und die Verbesserung der sozialen Lage der Armen, Frauen und Arbeiter eingesetzt hatte. Die Feierlichkeiten begannen im Speicher-Museum mit der Eröffnung einer Ausstellung über Marie Juchacz. Sie war als erste Frau Mitglied des Reichstags sowie Mitbegründerin der Arbeiterwohlfahrt (AWO) – eine Sozialhilfeorganisation, die heute zu den wichtigsten in Deutschland gehört. „Diese Frau war von großer Bedeutung für die Emanzipation der Frauen, für soziale Gerechtigkeit, für Kinder- und Familienhilfe. In letzter Zeit interessiert man sich zunehmend mehr für sie”, sagte der derzeitige AWO-Vorsitzende Wilhelm Schmidt. „Diese Ausstellung wird zum ersten Mal in Polen gezeigt. Um so mehr freue ich mich, dass dies gerade in ihrer Heimatstadt geschieht.“ Das Sozialhilfeheim Nr. 1 in Gorzow wird nun den Namen von Marie Juchacz tragen. Das ist die erste Einrichtung der Stadt, die offiziell nach einer verdienten ehemaligen Landsbergerin benannt wird. Bei einem anderen Landsberger, Johann Gottlieb Hermann Paucksch, ist dies zwar offiziell nicht der Fall, wohl aber in der Alltagssprache. Denn nach ihm benennt man das Wahrzeichen der Stadt, den Brunnen am Altmarkt. Auch an ihn wurde gestern erinnert. In einem von Birken bewachsenen neuen Quartier des Kommunalfriedhofs hatte die Stadtverwaltung ein Ossarium errichtet, eine Ruhestätte für die auf dem alten evangelischen Friedhof (heute Kopernikuspark) bestatteten und exhumierten Verstorbenen. Zwei Gedenksteine erinnern an alle Verstorbenen, die auf dem alten evangelischen Friedhof begraben waren und eben an den Handelsrat Paucksch. Denn nur seine Grabstätte wurde während der Exhumierung vor dem Straßenbau auf dem Parkgelände identifiziert. Für die ehemaligen Landsberger war die Einweihung des Ossariums, in dem jetzt die zweitausendsiebenhundert vor 1945 bestatteten Stadteinwohner ruhen, ein ungemein wichtiges Ereignis. „Wir Lebenden haben versucht, zwischen den früheren und heutigen Einwohnern der Stadt eine enge Verbindung her zu stellen, was meines Erachtens gelungen ist. Durch die Umbettung schaffen wir jetzt eine Verbindung zwischen unseren Toten. Wir haben gemeinsame Wurzeln”, sagte Ursula Hasse-Dresing, Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft Landsberg an der Warthe. Sie erinnerte daran, dass die ehemaligen Landsberger anfangs über die Pläne zum Straßenbau auf dem ehemaligen Friedhof bestürzt gewesen seien. „Bereits der Gedanke schmerzte uns, dass auf den Gebeinen unserer Ahnen Kinder spielen und Leute spazieren gehen. Und nun sollten dort auch noch Autos entlang fahren. Aber wir sind dankbar für das uns entgegengebrachte große Vertrauen, dafür dass wir über die Pläne informiert und auch nach unserer Meinung gefragt wurden. Letztendlich sind wir zu der Auffassung gekommen, dass wir nicht Pläne bekämpfen können, die den Einwohnern und der Entwicklung der Stadt dienen”, so Ursula Hasse-Dresing. Der evangelische Pfarrer Mirosław Wola erinnerte an die Toten: „Hier liegen diejenigen, die Stadtgeschichte geschrieben haben; reiche Menschen wie Paucksch, ein Beispiel für protestantisches Arbeitsethos, und arme Menschen; Erwachsene und Kinder, Einwohner der Stadt, namenlose Opfer beider Kriege, verschiedener Konfessionen und Völker; auch die Nach­kriegs­ein­wohner von Gorzów, die hier bis 1947 und sogar noch später bestattet wurden”. Wolfhart Paucksch, Nachkomme des Ehrenbürgers von Gorzów, konnte endlich einen Kranz auf dem Grab seines Ururgroßvaters niederlegen. Über das Arbeitsethos seines Urahnen sagte er: „Sein Sohn Hermann fragte ihn, worin sein Erfolg begründet liege. Und er antwortete: in meinen zehn gesunden Fingern, im Kapital von drei Mark, in meiner Aufgeschlossenheit und großen Ausdauer.”

(Gazeta Wyborcza, Zielona Gora Nr. 26, 31/01/2007)

Aktivitäten zur Stärkung demokratischer Alltagskultur

Die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus steht im Zentrum unseres Interesses. Im Rahmen verschiedener Projekte befassen wir uns aber auch immer wieder mit dem Gesamtkomplex der Geschichte von Zuwanderung und der Anwesenheit verschiedener kultureller Minderheiten in Vergangenheit und Gegenwart. Wir leisten vor allem Jugendarbeit, beziehen die Schulen ein und versuchen öffentliches Interesse zu wecken.

In der Nacht vom 24. auf den 25. November 1990 wurde der Angolaner Amadeu Antonio von einem rassistischen Mob junger Eberswalder so schwer verletzt, dass er zwei Wochen später am 6. Dezember verstarb. Seit Mitte der 1990er Jahre ist der Ort des Verbrechens an der Hauptstraße zum Stadtteil Finow mit einer Tafel gekennzeichnet. Jährlich versammelt sich dort eine kleine Gruppe zum Gedenken. Am 6. Dezember 2006 wurde mit der „open space“-Veranstaltung Light me Amadeu ein offener Prozess in Gang gebracht, der viele Bürger/innen, jung und alt, aktiviert, über Vorurteile und Ausgrenzungen nachzudenken, miteinander zu reden und gemeinsam zu handeln. Am 21. September 2007 gab es das nächste Treffen und am 22. September setzte das Konzert Rock me Amadeu ein Zeichen für Vielfalt und gegen die sich für den Kommunalwahlkampf formierenden Rechtsextremen, die sich über die Verbreitung rassistischer und antisemitischer Aussagen hinaus verschiedenster subkultureller Codes bedienen. (Siehe auch: www.amadeu-antonio.de)

Wir zeigten die Ausstellung „Das hat´s bei uns nicht gegeben“ – Antisemitismus in der DDR der Amadeu Antonio Stiftung in Eberswalde, an der wir auch mit Schüler_innen einer 10. Klasse beteiligt waren. Vier Schüler_innen recherchierten Artikel der lokalen Presse aus den 1960er, 1970er und 1980er Jahren. Darüber hinaus eigneten sie sich das nötige Wissen an, um diese Artikel hinsichtlich ihrer antisemitischen Bestandteile bewerten zu können. Als Ergebnis erstellten sie eine Facharbeit, die dann Inhalt ihrer Prüfung im Fach Geschichte war.

Wir beschäftigten uns mit den Spuren jüdischer Geschichte in unserer Stadt und führten einen Stadtrundgang durch. Zuerst besuchten wir die Maria Magdalenen Kirche, in der es eine mittelalterliche Abbildung einer „Judensau“* gibt, dann die zwei jüdischen Friedhöfe und die Gedenktafel am Ort der früheren Synagoge. Bei der Erforschung ehemaligen jüdischen Lebens in Eberswalde kam uns ein motivierender Zufall zu Hilfe. Für Ellen Behring, die nun mit viel Energie Eberswalder/innen für die Arbeit an einem Gedenkbuch für die jüdischen Bewohner der Stadt zusammenbringt, war es die Begegnung mit Lilli Kirsch. Einer über 80jährigen jüdischen Eberswalderin, die 1938 mit ihren Eltern nach Australien floh und heute mit ihrem Mann, der aus Polen stammt und seine gesamte Familie im Holocaust verlor, in Kanada lebt. Lilli Kirsch war auf der Suche nach ihrem ehemaligen Wohnhaus, das heute nicht mehr steht und klingelte aus Versehen an Ellen Behrings Tür. Die beiden brachte also ein Irrtum zusammen. Ellen Behring fing an, für Lilli Kirsch einerseits alte Stadtansichten zu sammeln und andererseits das heutige Eberswalde zu fotografieren. Dann ermittelte sie das Schicksal der Familie Löwenthal, Lilli Kirschs Familie und fand in Israel und in Australien zwei jüdische Schulfreundinnen für Frau Kirsch wieder. Auf diese Weise entstand die Arbeit zu einem Gedenkbuch an die jüdischen Bürger Eberswaldes.

Ein Besuch in Eberswalde lohnt sich. Mit dem Neubau des Kreis-Verwaltungszentrums, dem Paul Wunderlich Haus, ist eine große städtebauliche Lücke geschlossen worden und die Innenstadt hat dadurch eine Aufwertung erfahren. Rund um den Gebäudekomplex lassen sich Orte ehemaligen jüdischen Lebens festmachen, die auch nach und nach gekennzeichnet werden. Die bereits erwähnte Maria Magdalenen Kirche ist einen Steinwurf weit entfernt und um die Ecke befindet sich derzeit eine Tafel mit dem Hinweis auf den Ort, an dem die neue und große Synagoge der Juden von Eberswalde stand. Auf Initiative von Joseph Keil ist eine Bürgerinitiative 9. November entstanden, die die vorhandene Bebauung des Grundstücks, auf dem die Synagoge stand, bis zum 9. November 2008 beseitigen will, um die baulichen Reste der Synagoge freilegen zu können. Dann soll der Ort zur Gedenkstätte werden. Das Projekt hat vielleicht keine schlechten Aussichten, denn Joseph Keil ist Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Barnim. Es wird begleitet von Schüler_innenprojekten zum 70. Jahrestag der Reichspogromnacht von 1938, und einer Lehrer_innenfortbildung zum Thema.

Fährt man aus der Innenstadt heraus, kann man das Ensemble der Messingwerksiedlung besuchen. Überragt wird dieses Werk vom Finower Wasserturm, ein frühes Beispiel des Backsteinexpressionismus aus gelbem Ziegelmauerwerk in Deutschland. Die Siedlung ist über drei Jahrhunderte gewachsen. Man findet Wohnbebauung ab dem Jahr 1729. Die Geschichte der Siedlung ist eng mit der jüdischen Familie Hirsch verbunden. Einige Informationen findet man auf der Seite www.wasserturm-finow.de. Dort kann man auch Bilder von einer Sukka (Laubhütte) am alten Hüttenamt sehen. Mit der Geschichte des Messingwerks beschäftigt sich der Lokalhistoriker Arno Kuchenbecker.

Mit Hilfe des Bundesprogramms "Jugend für Vielfalt Toleranz und Demokratie - gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus" soll im Landkreis Barnim durch einen lokalen Aktionsplan umfassend und in Kooperation mit den unterschiedlichsten Akteuren ein tolerantes und demokratisches Zusammenleben gestaltet und der Einfluss rechtsextremer Gruppierungen zurückgedrängt werden. Seit Herbst 2007 versuchen wir mit Einzelprojekten die demokratische Alltagskultur im Landkreis zu stärken und Kräfte, die sich in besonderer Weise um Toleranz und Demokratie bemühen, zu unterstützen. Dabei betrachten wir die Integration von Migrant_innen als Prüfstein für die Fähigkeit, ein friedliches, auf allgemeine Chancengleichheit gegründetes Zusammenleben in einer vielfältigen, offenen Gesellschaft zu schaffen.

 

Aktivitäten 2007 / 2008

21. September 2007: open space-Veranstaltung „Light me Amadeu“

22. September 2007: Konzert „Rock me Amadeu” im Park am Weidendamm

22. September 2007: 5. Internationales Kinder- und Jugendfest im Familiengarten Eberswalde

seit Sommer 2007: Antragsbearbeitung Lokaler Aktionsplan Barnim (LAP), Recherche

ab Herbst 2007: Beratung der Einzelprojekte und Koordinierung: 1. Ausbau und Förderung zivilgesellschaftlichen Engagements zur Stärkung demokratischer Alltagskultur im Landkreis Barnim, 2. Förderung der Integration von MigrantInnen durch Entwicklung von Selbsthilfestrukturen und Vermittlung von Kompetenzen, 3. politische Bildung zur Förderung von Demokratie und zur Auseinandersetzung mit der lokalen Geschichte (interkulturelles Lernen, Menschenrechtserziehung), 4. Analyse des ländlichen Raumes, Beratung und Entwicklung von Gegenstrategien

6. Dezember 2007: 17. Todestag von Antonio Amadeu

2007 / 2008: Schüler_innenprojekte zum 70. Jahrestag der Reichspogromnacht von 1938, Lehrer_innenfortbildung im November 2007

2007 / 2008: Begleitung von Aktivitäten, die sich aus „Light me Amadeu“ entwickeln

2008: Umsetzung und Fortschreibung des Lokalen Aktionsplans Barnim (LAP)

2008: Mitarbeit am Gedenkbuch für die (ehemaligen) jüdischen Bürger Eberswaldes

2008: Jugendliche aus der Uckermark, 1996 und 2008, Fotoprojekt von Angela Fensch, Porträts von Jugendlichen vor dem Hintergrund erlebter gesellschaftlicher Wirklichkeit


* siehe wikipedia „Judensau“ http://de.wikipedia.org/wiki/Judensau

Gedenkbuch für die jüdischen Bürger Eberswaldes

Die jüdische Geschichte Eberswaldes begann im Mittelalter. Bis zur Jahrhundertwende blühte die jüdische Gemeinde auf und trug mit einer vergleichsweise großen Mitgliederanzahl (1930 waren es etwa 80 männliche Personen aus Eberswalde und Finow) zum florierenden Leben der Stadt bei. Die jüdischen Bewohner der Stadt prägten den Handel und das Bild der Innenstadt bis zur Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahre 1933. In nur wenigen Jahren wurde die jüdische Gemeinde der Stadt ausgelöscht, die Synagoge abgetragen, jüdische Grundstücke verkauft und der neue jüdische Friedhof an der Bad Freienwalder Straße eingeebnet. Nach 1945 gab es keine jüdischen Bewohner mehr in der Stadt. Die meisten Menschen waren der Naziherrschaft zum Opfer gefallen oder geflohen. Die Spuren des jüdischen Lebens verblassten in der Zeit der DDR und drohten in Vergessenheit zu geraten. Erst 1988, fünfzig Jahre nach der Reichspogromnacht von 1938, gab es die ersten Versuche, an das jüdische Leben in der Stadt zu erinnern. So leistete u.a. der Lokalforscher Ludwig Arendt mit seinen Recherchen wertvolle Arbeit und legte den Grundstein für weitere Forschungen. Es ist schwer zu sagen, wie viele Personen jüdischen Glaubens oder Herkunft in den dreißiger Jahren in Eberswalde lebten. Einwohnermeldelisten gibt es nicht mehr und die Erfassung der Personen stützt sich auf unterschiedliche Quellen. Es wird wohl nicht mehr möglich sein, genau zu ermitteln, um wie viele Personen es sich handelt. Das geplante Gedenkbuch wird die Namen derer erfassen, die bis zur Machtübernahme in Eberswalde lebten oder in Eberswalde geboren sind. Inhaltlicher Schwerpunkt ist die Rekonstruktion von Namen, Lebensdaten und -geschichten, der Schicksale einzelner Personen und Familien. Das Gedenkbuch soll so umfassend wie es heute noch möglich ist, den Opfern Namen und Identität zurückgeben und eine Auseinandersetzung der heutigen Bürger der Stadt mit ihrer jüdischen Geschichte ermöglichen.

 

Für das Gedenkbuch ist folgende Gliederung vorgesehen:

1.Teil – Namen/ Schicksale
Nennung aller Personen, die ab 1860 in Eberswalde oder Finow geboren sind, in den dreißiger Jahren in der Stadt lebten oder auch nur vorübergehend in dieser Zeit in Eberswalde wohnten. Das Jahr 1860 wurde deshalb gewählt, weil man davon ausgehen kann, dass Personen, die vor 1860 geboren wurden, die Machtübernahme der Nazis nicht mehr erlebt haben. Im Gedenkbuch werden Name, Geburtsjahr, Geburtsort, Wohnort, Beruf, Schicksal (soweit bekannt) erwähnt. Wenn Fotos der jeweiligen Person bzw. aktuelle oder historische Fotos des Grundstücks oder Hauses, in der sie lebte, vorhanden sind, wird man sie auch auf einer CD anschauen können.

2.Teil - Einzelschicksale
Hier werden drei jüdische Familien aus Eberswalde vorgestellt. Die Einzelheiten stammen aus Interviews und Gesprächen mit jüdischen und nichtjüdischen Eberswaldern (z.B. Frau Kirsh, geb. Löwenthal; Herr Arendt; Herr Schuppan; Frau Snyder, geb. Katschinsky; Frau Miron, geb. Steinhardt). Sie basieren auf privaten Recherchen der Autorin. Diese Erinnerungen sind sehr persönlicher Art. Sie beschreiben den jüdischen Alltag dieser Familien vor und während der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten, sowie den Neubeginn im Exil. Die Autorin hat Kontakt zu drei überlebenden Personen aus den Familien Löwenthal, Steinhardt und Katschinsky. Alle drei Personen sind damit einverstanden, dass ihre Familiengeschichte in diesem Gedenkbuch vorgestellt wird.

3. Teil – Jüdische Spuren in und um Eberswalde (personenbezogen)
Synagoge: Hier wird die Geschichte der Synagoge beschrieben und mit Fotos ergänzt. Im Text finden sich auch persönliche Erinnerungen an die Synagoge.
Messingwerk in Finow: Das Messingwerk hat eine eigene jüdische Geschichte. Hier findet sich auch die Lebensgeschichte einer Messingwerkerin.
Friedhöfe: Die jüdischen Friedhöfe der Stadt werden vorgestellt und die Bemühungen verschiedenster Personen beschrieben, diese Friedhöfe freizulegen und wieder zugänglich zu machen.
Polenzwerder
: Die ehemalige Ziegelei Polenzwerder bei Eberswalde war in der Zeit von 1933-1941 Hachscharastätte zur Vorbereitung jüdischer Jugendlicher auf ihre Auswanderung nach Palästina, welche ihnen das Leben rettete. Hier findet sich ein Bericht der ehemaligen Teilnehmerin Betty Steinbock.
Stadtrundgang auf jüdischen Spuren: Mithilfe dieses speziellen Stadtplans soll ein Stadtrundgang / eine Stadtführung auf jüdischen Spuren, z.B. der Friedhöfe, der Gedenktafel für die Synagoge, sowie bekannter Grundstücke und Häuser ermöglicht werden. Dieser Stadtplan liegt dem Gedenkbuch bei.

CD-Rom: Auf der CD-Rom werden sich zusätzliche Materialien befinden, die in das Gedenkbuch keinen Eingang gefunden haben. Dort werden weitere Einzelschicksale dokumentiert und um Fotos von Grundstücken oder Wohnhäusern jüdischer Familien Eberswaldes ergänzt. Weiterhin finden sich auf der CD Texte zur Messingwerksiedlung, zu den Hachscharastätten Polenzwerder und Rüdnitz (die israelische Schriftstellerin Ester Golan berichtet über ihren Hachscharaaufenthalt in Rüdnitz), Lebens- und Familiengeschichten, sowie geschichtliche Hintergrundtexte. Die CD soll Interessierten eine Weiterarbeit am Thema ermöglichen.

Anhang: Nationalsozialistische Judenverfolgung – Gesetzgebung; Glossar; Quellenverzeichnis; Autorenregister

Im „Exil“ in Eberswalde

Eberswalde liegt weniger als einhundert Kilometer nordöstlich von Berlin und weniger als fünfzig Kilometer von der polnischen Grenze entfernt, also schon im deutsch-polnischen Grenzgebiet. Jedoch ist die Lage der Stadt für einen Grenzgänger nicht besonders günstig – keine Oderbrücke in der Nähe, kein städtisches Zentrum auf dem östlichen Ufer des Flusses, nur ein paar Dörfer, Oderwiesen und Überschwemmungsgebiete. Es ist nicht einfach, Kontakte zum nächsten Nachbarn zu knüpfen. Und doch war am 14. Mai d.J. in Eberswalde die polnische Sprache zu hören. Der Jugendverein „Exil“ organisierte zusammen mit Jugendlichen aus dem polnischen Gryfino (ehemals Greifenhagen) ein gemeinsames Theatertreffen. Beide Gruppen spielten in der eigenen Sprache dasselbe Stück. Zu einem anderen Termin kommt die Vorstellung nach Gryfino.

Dieses Projekt wurde Anlass für eine andere Veranstaltung – die Eröffnung einer zweisprachigen Ausstellung, die bereits seit fünf Jahren durch das deutsch-polnische Grenzgebiet wandert. Sie heißt „I wtedy nas wywieźli – Und dann mussten wir raus“ und erzählt von Vertreibungen der Polen und Deutschen in den Jahren 1939 bis 1949. Man kann sie als einen wichtigen Beitrag zu der emotionsbeladenen Debatte um das Zentrum gegen Vertreibungen auffassen, denn sie hebt kein spezifisch nationales Leid hervor, sondern befasst sich mit menschlichen Schicksalen beider Nationen, ohne sie gegenseitig aufzurechnen.

Gerade deswegen holten Kai Jahns und Mario Wenzel vom Jugendverein „Exil“ diese Ausstellung nach Eberswalde. Denn die Geschichte der Vertreibung, Neuansiedlung und einer neuen Heimat in der Fremde ist in dieser Stadt bis heute präsent. Das veranschaulicht die Broschüre „Fremde Heimat Eberswalde. Zuwanderungen in Vergangenheit und Zukunft“, die als Begleitpublikation zu einer gleichnamigen Ausstellung in diesem Jahr erschienen ist. „Exil“ hat dabei mitgewirkt.

In der Stadt, die über 45.000 Einwohner zählt, leben heute rund 600 Ausländer aus mehr als 60 Ländern (im ganzen Landkreis Barnim sind es insgesamt 4.000). Betrachtet man aber die Herkunft vieler alteingesessener Eberswalder, so erfährt man mehr über die lange Zuwanderungsgeschichte dieser Stadt. Sie begann im 16. Jahrhundert mit der Ankunft der Hugenotten, später kamen Einwanderer aus der Schweiz und Juden. Im 18. Jahrhundert, während der Binnenkolonisation des Landes, siedelten sich dort fremde Handwerker u.a. aus Ruhla und der Pfalz an. Nach 1945 war Eberswalde eine Sammelstelle für Flüchtlinge und Vertriebene aus dem Osten. Bis zur Wende lebten hier jeweils für zwei bis drei Jahre ca. 15.000 Sowjetbürger: Armeeangehörige mit ihren Familien. Seit 1992 nahm Kreis Barnim mehr als 2.000 Spätaussiedler auf. Und nicht zuletzt: In den Sechzigerjahren kamen Vertragsarbeiter aus „sozialistischen Brüderländern“, darunter nicht wenige Polen. Heute sind sie in der Stadt kaum zu erkennen und ihre Enkelkinder sprechen kein Polnisch mehr.

Ein anderes Kapitel der Stadtgeschichte bilden die Jahre 1939 bis 1945. In Eberswalde gab es damals unzählige Zwangsarbeiter und einige Hundert KZ-Häftlinge. Mit deren Schicksalen befasst sich „Exil“ in besonderem Maße. Denn der Jugendverein ist in zwei alten Baracken untergekommen, die abseits der Stadt in einem ehemaligen Gewerbegebiet stehen und Überreste eines Außenlagers des KZ Ravensbrück sind. In einer der zwei Baracken haben die Jugendlichen eine Disco eingerichtet, woraufhin der Verein für einen „falschen Umgang mit dem historischen Ort“ gescholten wurde. Dabei versucht dort niemand, die historischen Tatsachen zu verbergen oder sie zu verdrängen. Im Gegenteil: Gleich am Eingang zum Gelände hängt an der Wand eine Gedenktafel, die an das Lager erinnert. Und die zweite Baracke, in der zur Zeit die Ausstellung „Und dann mussten wir raus“ zu sehen ist und in der bereits andere Dokumentationen zur Geschichte des Nationalsozialismus gezeigt worden sind, soll in Zukunft eine Geschichtswerkstatt und eine Dauerausstellung zur Geschichte des Lagers beherbergen. Geplant sind auch Begegnungen mit ehemaligen Häftlingen, von denen viele aus Polen kommen.

Der ganze stadtgeschichtliche Komplex stellt eine Herausforderung dar, zugleich ist es auch eine Chance, sich den Erfahrungen der „Fremden“ zu öffnen, sich auf sie einzulassen, um neue Inhalte für die Gegenwart zu gewinnen. Dessen sind sich die Leute vom Jugendverein „Exil“ völlig bewusst. Sie suchen Zugänge zu den polnischen Nachbarn, die für sie eine Bereicherung sein können. Die geographische Nähe und der historische Kontext sind da.

SŁOWO / DAS WORT 63/2004

Waldfrieden (Zacisze)

Zur Eröffnung einer Gedenkstätte der europäischen Verständigung in der Wojewodschaft Großpolen

Hans Paasche darf stolz und glücklich sein, hier zu ruhen: zwar noch immer einsam im Wald, aber dennoch mitten unter Menschen, die ihn achten und für die Völkerhass nur noch ein Wort aus längst vergangener Zeit ist.

Es ist nicht viel geblieben vom Gut Waldfrieden in der ehemaligen Grenzmark und späteren Provinz Posen-Westpreußen: die Ruine der Wassermühle, die hohe Treppe, die einst zum Gutshaus hinaufführte, Reste der Grundmauern. Überdies ein Grabkreuz, aufgestellt erst in den Achtzigerjahren, auf dem in polnischer Sprache geschrieben steht: „Hans Paasche. Hier ruht ein Kämpfer für Frieden und Völkerverständigung, ermordet im Jahre 1920 als Opfer seiner Gesinnung.” Darunter stehen die deutschen Worte „Ich habe mehr gesät als geschnitten ...”

Wer war dieser Mann, dessen Epitaph verheißt, er habe eine Saat, ein Vermächtnis hinterlassen? Paasche wurde 1881 in Rostock geboren und wuchs in Marburg, Berlin und in Waldfrieden auf. Seine Eltern - der Vater war namhafter Wirtschaftswissenschaftler, Kolonialökonom, Großaktionär und Politiker, die Mutter bezeichnete sich als Schriftstellerin und verfasste sowohl emanzipatorische als auch militaristische und antisemitische Schriften - wünschten, der Sohn solle Wissenschaftler werden. Doch er verfing sich in dem, was er später „das Gestrüpp deutscher Erziehung” nannte, brach den Schulbesuch ab, wurde Seekadett, hernach Offizier und gelangte 1904 in die Kolonie Deutsch-Ostafrika, das heutige Tansania. Als im folgenden Jahr der Maji-Maji-Aufstand den Süden der Kolonie entflammte, wurde Hans Paasche als Militärischer Befehlshaber im Bezirk Rufidschi (Rufiji) eingesetzt, für ein entscheidendes Gefecht hoch dekoriert und dennoch abberufen, weil er eigenmächtige Friedensverhandlungen aufnahm. Zum Missfallen der Vorgesetzten dürfte beigetragen haben, dass er in seinem Hauptquartier nahezu tausend Friedfertige und Flüchtlinge aufnahm und sie verpflegen und medizinisch versorgen ließ.(1)

1909, inzwischen auf seinen Wunsch hin aus dem Militärdienst entlassen und mit der Tochter des Bankiers und ehemaligen Posener Oberbürgermeisters Richard Witting verheiratet, kehrte Paasche mit seiner Frau in die Kolonie zurück. Diesmal als Forschungsreisender mit dem Anliegen, den Afrikanern, insbesondere Opfern des Krieges, Gesichter und Würde zurück zu geben. Eines dieser Gesichter erschien bald in der - von Hans Paasche vorgeblich nur herausgegebenen - Forschungsreise des Afrikaners Lukanga Mukara ins innerste Deutschland, eine kulturkritische Satire auf grenzenlosen Fortschrittsglauben und Überlegenheitsanspruch, die noch heute verlegt wird.(2) Da gehörte Paasche bereits zu den aktiven Mitgliedern der deutschen Friedensbewegung, bekannte sich öffentlich zu pazifistischem Gedankengut. Seine Überzeugung, eine naturferne Lebensweise, die alltägliche Betäubung durch Stress, so genannte Genussgifte und eine lärmende Vergnügungsindustrie würden die Menschen unempfänglich für das Leid anderer machen, trieb ihn dazu, ein führender Vertreter der Lebensreform- und Jugendbewegungen zu werden.

Im Ersten Weltkrieg als Freiwilliger zur Marine zurückgekehrt - wie nahezu alle seiner Landsleute glaubte er damals, Deutschland führe einen Verteidigungskrieg -, erkannte Paasche bald die wahren Ursachen und wurde wegen Befehlsverweigerung entlassen. Er nahm seine Untergrundaktivitäten auf, verbreitete und vervielfältigte mit Hilfe seiner Frau, seines Sekretärs und einigen der auf dem Gut Waldfrieden tätigen französischen Kriegsgefangenen pazifistische Schriften sowie eigene Flugblätter. Das endete 1917 mit einer Anklage wegen Aufforderung zum Hochverrat und versuchtem Landesverrat, die schließlich zur Schutzhafteinweisung in ein Berliner Sanatorium führte: Ein Mann von Paasches Herkunft konnte nur geisteskrank sein, wenn er den Mächtigen derartigen Widerstand leistete. Nach dreizehn Monaten Haft von aufständischen Matrosen befreit, wurde er in die höchste Machtinstanz der Revolution, den Vollzugsrat der Arbeiter- und Soldatenräte, gewählt. Aber seine Vorhaben, zu denen die Bildung eines Volksgerichts über jene gehörte, die den Krieg verschuldet hatten, scheiterten am Widerstand rechter Sozialdemokraten.

Als die Revolution niedergeschlagen war, kehrte Hans Paasche - dazu auch vom frühen Tod seiner Frau und der Sorge um vier Kinder bewogen - nach Waldfrieden zurück, das überdies eine Zufluchtstätte für Verfolgte geworden war. Er wurde einer der bedeutendsten politischen Publizisten Deutschlands, bewundert und geachtet von Carl von Ossietzky und Kurt Tucholsky, geschätzt von Mitstreitern wie Albert Einstein, Hermann Hesse, Käthe Kollwitz and Heinrich Mann. Themen seiner damals bekanntesten Veröffentlichungen waren die Abkehr von Gewalt, Kritik an Militarismus und Nationalismus, die Aufklärung der Kriegsverbrechen und die Idee der Einrichtung eines Völkerbundes, der nicht auf Europa beschränkt sein sollte und selbstverständlich den Verzicht auf Kolonien einschloss.(3) Und er warnte: „Mache dir das ganz klar, Deutscher: Du bist ausgestoßen aus der Gemeinschaft der Völker, wenn du nicht endlich Erbitterung zeigst gegen das System, das dich zum Henker deiner Nachbarn machte und dich schließlich selbst zerschunden hat. Du hast dich anstiften lassen, friedliche, glückliche Länder zu überfallen und in eine hoffnungslose Wüste zu verwandeln. Dein feldgrauer, animalischer Gehorsam hat das Elend, die Trauer und Kraftlosigkeit dieser Zeit herbeigebracht. Und du sprichst nur von deutschen Interessen, bevor du einmal die Tränen der Verzweiflung mitgeweint hast, die die ganze Menschheit weinen muss beim Anblick der Landstriche, in denen wir Siegfried- oder Hindenburgstellung spielten. Die Welt steht dir nicht offen, bevor du Mensch wirst. Es war deine historische Bestimmung, die Begriffe Vaterland, Nation bis zur Verrücktheit zu übertreiben; jetzt erkenne deine Verführer (...)“(4)

Am 21. Mai 1920 umzingelten fünf Dutzend Angehörige des Reichswehr- Schutzregiments 4 aus Deutsch-Krone (Walz) das Gut Waldfrieden. Der Hausherr, so lautete die widersprüchliche Begründung, sei ein bekannter Pazifist und verberge wahrscheinlich Waffen für einen Aufstand. Ein Haftbefehl lag nicht vor. Hans Paasche wurde dennoch aus dem Hinterhalt und ohne Anruf „auf der Flucht“ erschossen.

Man beerdigte ihn unter großer Anteilnahme der Bevölkerung auf seinem Gut, Kurt Tucholsky hielt ihm eine Grabrede, die linksgerichtete Presse forderte, den Mord an dem einsamen Mahner - Paasche hatte niemals einer Partei angehört - zu bestrafen, aber der zuständige Staatsanwalt ersann nur Ausflüchte. Es kam die schwärzeste Zeit deutscher Geschichte, und Paasche wurde nahezu vergessen. Lediglich in dem von seiner Tochter Helga zusammengetragenen Privatarchiv und vereinzelten Publikationen wurde sein Vermächtnis bewahrt, nur an zwei Örtlichkeiten in Deutschland wurde an ihn erinnert: auf einem den Opfern der so genannten Fememorde gewidmeten Gedenkstein in Berlin-Friedrichsfelde und in einer Dauerausstellung im Zentrum der deutschen Jugendbewegung auf der Burg Ludwigstein. Mehrere Versuche, Straßen nach Hans Paasche zu benennen, wurden von den Behörden zurückgewiesen. Vermutlich war sein Name in der Schublade mit der Aufschrift „Amtlich anerkannte deutsche Patrioten“ nicht zu finden.

Weshalb wird hier davon berichtet? Nun, die Geschichte ist zum Glück noch nicht zu Ende. Der Autor bemühte sich viele Jahre, in Polen Partner für eine Patenschaft über das Grab zu finden und scheiterte am Misstrauen, das Deutsche und Polen bisweilen noch trennt, wenn von der Vergangenheit die Rede ist. Bis Dr. Jerzy Giergielewicz (Szczecin) 2003 eine Studie über Hans Paasche veröffentlichte und darin schrieb, Paasche verdiene es, in Polen besonders geehrt zu werden, weil er „sein Leben für die allumfassende Idee des Humanismus und der Völkerfreundschaft geopfert“ habe. Er empfahl, Paasches Grab zur Gedenkstätte der europäischen Verständigung zu erheben und das ehemalige Gutsgelände der Aufsicht des für die Wojewodschaft Wielkopolska zuständigen Konservators zu unterstellen.(5) In Polen vertraut man seinem Urteil: Giergielewicz gehörte als Jugendlicher der Heimatarmee an, wurde 1942 in Warschau von der Gestapo verhaftet und war Häftling in den Konzentrationslagern Majdanek, Flossenbürg, Groß-Rosen und Neuengamme. Eben deshalb, sagt er heute, interessiere er sich besonders für Deutsche, die vor Nationalismus, Militarismus und Krieg warnten.

Im Oktober 2004 fand in Krzyż, der Kreisstadt, in deren Verwaltungsbereich das ehemalige Gut Waldfrieden liegt, eine von Giergielewicz angeregte und vom Bürgermeister Zygmunt Jasiewicz geleitete Zusammenkunft statt. Lokalpolitiker, Vertreter der Forstverwaltung, Lehrer und interessierte Bürger der Stadt diskutierten das Vorhaben und gaben uns Gelegenheit, Dokumente vorzulegen und von Hans Paasche zu erzählen. Als dann auch die bange Frage, ob Paasche ein gläubiger Mensch gewesen sei, zufriedenstellend beantwortet war, wurde beschlossen, sein Grab zur Gedenkstätte zu erklären.

Am 21. Mai 2005, Paasches 85. Todestag, luden die polnischen Gastgeber erneut ein. Waldfrieden (Zacisze) hatte sich verändert: am Mühlbach standen zwei große, überdachte Schautafeln, die Hans Paasches Leben und die Geschichte des Gutes schildern, die Gutshaustreppe war von Mitgliedern des Sportclubs „Dynamo“ und der Vereinigung „Naturschutz“ von Moos und Überwuchs befreit, der Zugang zum Grab ausgelichtet worden. Mehr als dreißig Menschen aus Polen, Deutschland und Kanada gingen nun mit Blumengebinden für den ermordeten Pazifisten gemeinsam die Treppe zur Grabstelle hinauf.

Während der Reden, die dort gehalten wurden, ehrten die Gastgeber Hans Paasche als Fürsprecher der europäischen Idee, als Humanisten und Bewahrer der Natur. Gern nähmen sie, so hieß es, die Geschichte ihrer Heimat an und schätzten sie als kulturelles Erbe. Der aus Toronto angereiste Gottlieb Paasche, ein Enkel Hans Paasches, bekundete seine Dankbarkeit und seine Freude darüber, dass das Vermächtnis seines Großvaters mit dieser großartigen und mutigen Geste entgegengenommen werde und sagte auch, er könne sich nicht vorstellen, dass dergleichen in Deutschland möglich sei. Ein deutscher Teilnehmer sagte: „Von allen Wegen, die uns offen stehen, wählte Hans Paasche den ärgsten, den einsamsten: nicht nur dass er immerfort Veränderung der Welt, der Gesellschaft, der Anderen forderte, sondern vor allem sich selbst veränderte er. Er war dabei oft allein mit seiner Gesinnung, seinen Hoffnungen und Zweifeln und mit seinem Glauben an Christus, den Christus der Bergpredigt. Hans Paasche darf stolz und glücklich sein, hier zu ruhen: zwar noch immer einsam im Wald, aber dennoch mitten unter Menschen, die ihn achten und für die Völkerhass nur noch ein Wort aus längst vergangener Zeit ist.“

 

(1) Vgl. Werner Lange, Hans Paasches Forschungsreise ins innerste Deutschland. Eine Biographie, Bremen 1995 (auch: Hans Paasche. Militant Pacifist in Imperial Germany, Victoria BC 2005).

(2) Hans Paasche, Die Forschungsreise des Afrikaners Lukanga Mukara ins innerste Deutschland. Zuerst erschienen in sechs Briefen 1912-1913 (Jg. 1-2), in: Der Vortrupp, Halbmonatsschrift für das Deutschtum unserer Zeit.

(3) Vgl. z. B. Hans Paasche, Meine Mitschuld am Weltkriege, in: Flugschriften des Bundes Neues Vaterland, Nr. 6, Berlin 1919, sowie Hans Paasche, Das verlorene Afrika, In: Flugschriften des Bundes Neues Vaterland, Nr. 16, Berlin 1919.

(4) Hans Paasche, Das verlorene Afrika, S. 7

(5) Jerzy Giergielewicz, Hans Paasche: fascynująca postać Niemca, w Polsce prawie nie znana, in: Wędrowiec Zachodniopomorski 2(10), Szczecin 2003, S. 18ff.

Siehe auch: http://hanspaaschede.wordpress.com/chronologie-verfasst-durch-werner-lange/


„Zuerst Mensch, dann Pole"

Der 76jährige Heimatforscher Zbigniew Czarnuch wehrt sich gegen unkritischen Patriotismus in seinem Land

Seit dem Regierungswechsel vor einem Jahr hat der Patriotismus in Polen Hochkonjunktur. Kritiker im In- und Ausland warnen jedoch vor dem überzogenen Gebrauch nationaler Gefühle. Zu ihnen gehört der Heimatforscher Zbigniew Czarnuch.

 

Witnica (Vietz) ist eine Kleinstadt auf halber Strecke zwischen Küstrin und Gorzów, dem früheren Landsberg. Kaum jemand kennt sich in dem Ort, der bis 1945 Vietz hieß und an der ehemaligen Reichsstraße 1 und der Ostbahn lag, so gut aus wie der Heimatforscher Zbigniew Czarnuch.

Im Herbst 1945 war er mit seiner Familie in Witnica gelandet. Sein Vater war Bürgermeister des Ortes geworden, dessen deutsche Bewohner damals zum Großteil bereits vertrieben worden waren. Vater und Sohn glaubten an die Ideologie, laut der Polen hier seine uralten Westgebiete „wiedergewonnen" hatte. „Damals bin ich das erste Mal in eine Geschichtsfalle getappt", urteilt der 76-Jährige heute. Sein Vater hatte ihm, dem Anführer der Witnicer Pfadfinderorganisation, den Auftrag gegeben, die Spuren deutscher Geschichte auszumerzen. Mit Farbe und Hammer überpinselte man alte Aufschriften an Häusern oder schlug sie ab. Der junge Zbigniew hatte nicht das Gefühl, Unrecht zu tun. Schließlich hatte seine Familie, die aus der Gegend von Tschenstochau stammte, zuvor sechs Jahre lang vor den deutschen Besatzern Angst haben müssen. Man war Augenzeuge vieler Verbrechen geworden, zum Beispiel des Transports der Juden in die Konzentrationslager.

Ein halbes Jahrhundert später forscht der gleiche Zbigniew Czarnuch intensiv nach den Überresten deutscher Geschichte in Witnica. Auf die Frage nach dem Warum deutet der grauhaarige kleine Mann mit seinen lebendigen Augen zunächst auf die Möbel in seiner Wohnung: „Dieser Tisch hier ist ein deutscher Tisch, auf diesem Stuhl haben Deutsche gesessen, und auch dieses Regal hat einmal einer deutschen Familie gehört." Irgendwann habe er wegen dieser Erkenntnis ein „psychologisches Unbehagen" empfunden, beschreibt er seine Gefühle.

Angeregt wurde sein Nachdenken schon in den 70er Jahren, als frühere Bewohner erstmals an ihren einstigen Wohnungen anklopften – nicht als rachsüchtige Deutsche, wie es in der Propaganda beschrieben wurde, sondern zaghaft und mit der Hoffnung, schmerzhafte Erinnerungen aufarbeiten zu können. Eine Frau bat darum, in den Garten ihres früheren Hauses gehen zu dürfen. Dort hatte sie ihre Mutter notdürftig begraben müssen, die von einem russischen Soldaten erschlagen worden war, dem sie ihre Gänse nicht hatte geben wollen.

Eine andere Frau brachte ihm den Koffer, mit dem sie 1945 über die Oder geflohen war. Dieser Koffer steht heute neben zwei weiteren Gepäckstücken in dem Heimatmuseum, das von Czarnuch betreut wird. Das zweite ist ein reich bemalter Flüchtlingskoffer, mit dem Polen aus dem früheren Osten des Landes zu Beginn des Zweiten Weltkriegs erst nach Sibirien und später nach Witnica gezogen waren, weil ihre Heimat an die Ukraine gefallen war. Der dritte Gegenstand ist ein deutsch-polnischer Märchenkoffer, der mit Kinderbildern und -geschichten gefüllt ist. „Den haben Kindergartenkinder aus Witnica und Müncheberg gestaltet, nachdem ihnen ihre Erzieherinnen von den anderen Koffern erzählt haben", berichtet Czarnuch. Er selbst hat viel dazu beigetragen, dass die Partnerschaft zwischen den Kommunen zustande gekommen ist, die in etwa gleicher Entfernung zur Grenze liegen – Witnica auf polnischer Seite, Müncheberg in Märkisch-Oderland.

Auch ein Glas eingeweckter Pfifferlinge findet man in dem Heimatmuseum. Diese Pilze, die Deutsche im Krieg als Nahrungsreserve vergraben hatten, wurden viele Jahre später unversehrt von Polen entdeckt. In diesem Sommer war das Glas in der vom „Bund der Vertriebenen" organisierten Ausstellung im Berliner Kronprinzenpalais zu sehen, die in Polen auf viel Kritik gestoßen war. Während alle staatlichen polnischen Einrichtungen von der Warschauer Regierung angewiesen worden waren, ihre Exponate zurückzuziehen, beließ Czarnuch die Pilze in Berlin.

Als ihn polnische Journalisten befragten, warum er dies tue, antwortete er: „Weil ich nicht zum zweiten Mal in eine Geschichtsfalle gehen will." Und dass er „zuerst ein Mensch und erst danach ein Pole" sei. Der 76-Jährige, der auch in der Volksrepublik Polen immer wieder aneckte, obwohl er Lehrer und Mitglied der kommunistischen Partei war, macht keinen Hehl daraus, dass ihm die einseitige Sicht auf die Geschichte zuwider ist. „Warum können einige meiner Landsleute nicht akzeptieren, dass viele Deutsche hier ihre Heimat verloren haben?", fragt er. Auch an die Beurteilung historischer Persönlichkeiten wie Friedrich II. oder Bismarck, die Polen erobert oder unterdrückt haben, geht er differenziert heran. So sei unter dem Preußenkönig die Neumark bewirtschaftet worden, in der heute viele Polen leben. Und Bismarck sei der Erfinder der Sozialversicherung gewesen.

Zahlreiche Zeugnisse der lokalen Geschichte hat Czarnuch mit Gleichgesinnten auch in einem „Park der Wegweiser und der Meilensteine der Zivilisation" zusammengetragen. Unter anderem ist die Maschine eines gewissen Otto Dittner zu sehen, mit der 1897 der erste Strom in Vietz erzeugt wurde. Es werden Gaslaternen gezeigt, die von 1906 bis 1986 in Betrieb waren. Einer der eindrucksvollsten Gegenstände ist ein zerschossener Baum, der mit polnischen, deutschen und russischen Ortsschildern an diejenigen Menschen erinnert, die 1945 Vietz verlassen mussten, wie auch an jene, die im Kampf um Witnica starben, beziehungsweise die weit aus dem Osten hierher kamen.

Immer wieder lehnt sich Czarnuch gegen vereinfachende oder verfälschende Darstellungen auf. So regt es ihn auf, dass das Hakenkreuz, welches anlässlich der Verleihung der Stadtrechte in der Nazizeit ins Wappen aufgenommen worden war, in einer neuen Publikation über diese Geschichtsperiode entfernt wurde. Natürlich sind ihm nicht nur polnische, sondern auch deutsche Verfälschungen der Geschichte ein Dorn im Auge. „Deutsche und Polen werden sich nur dann verstehen können, wenn sie akzeptieren, dass es Unterschiede gibt und sie einen echten Dialog führen", ist er überzeugt. Dass einseitige Darstellungen gefährlich sind, hat er in seinem langen Leben gelernt.

MOZ, 22.12.2006, Seite 3

Ein Stück Heimat

Eigentlich wollte Ferdinand Pfeiffer aus Lebus an der Oder schon im November nach Polen fahren und über seine Kindheit in Schlesien reden, die 1945 zu Ende gegangen war, und über das, was danach kam. Doch dann sagte er ab und holt die Fahrt jetzt nach. Jedenfalls im kleinen, nur nach Witnica – „Vietz, wie wir immer noch sagen" (...), jenseits der Oder in der Neumark, dem östlichen Teil von Brandenburg, 30 Kilometer von Lebus entfernt.

Dort wird er Zbigniew Czarnuch treffen. Als der siebenjährige Pfeiffer aus seinem Dorf vertrieben wurde, hat der fünfzehnjährige Czarnuch das polnisch gewordene Witnica von deutschen Inschriften gereinigt, wie man Fassaden von Geschmiere befreit. Jetzt fahndet Czarnuch nach diesem Geschmiere: Zettel, Emailleschilder, Fotos - alles Deutsche, was er findet, trägt er ins Heimatmuseum. (...)

Ferdinand Pfeiffer, Jahrgang 38, ist ein junger Spund unter den Vertriebenen, gerade noch eingeschult in Lindenkranz bei Neusalz an der Oder in Niederschlesien. Dann war Schluss. Im Mai 45 haben sie Kartoffeln gesteckt, geerntet haben schon andere. „Mein Dorf heißt eigentlich Bielawe", korrigiert Pfeiffer sich selbst. Weil Bielawe slawisch klingt, wurde es mit patriotischem Eifer nach 1933 in Lindenkranz umbenannt. Geholfen hat es nicht, im Sommer 45 wurde aus Lindenkranz wieder Bielawy. In Küstrin geht's auf dem Pflaster der alten Reichsstraße 1 über die Oder, vorbei an den Artilleriekasernen auf der Insel im Strom, wo sich die Russen einquartiert hatten, vor zwölf Jahren sind sie fort.

1958 hat Ferdinand Pfeiffer erstmals wieder sein Dorf besucht. Pfeiffer hat damals als junger Reichsbahner auf dem Küstriner Bahnhof gearbeitet und sein polnischer Kollege Wiktor verschaffte die Einladungen, die damals nötig waren. Auf Motorrädern fuhren Vater und Sohn über Frankfurt und Grünberg nach Bielawe. Der Sohn stand vor dem elterlichen Haus, der Vater sagte: „Ich fahr' amal aufs Land" und brauste weiter. Als er einen Polen seinen Acker hat pflügen sehen, stand er da und schwieg. Keiner weiß, was in ihm vor sich ging. Jedenfalls sind sie von da an öfter gefahren, schickten dem Polen, der mit seiner Familie Haus und Feld bestellte, Sachen, Waschpulver und solche Dinge. Gut zu wissen, dass es in ihrem Haus ordentlich zuging, und der Vater träumte vielleicht vom Pflügen, wenn's „amal" andersrum geht. Es ging aber nicht andersrum. Lindenkranz/Bielawe heißt Bielawy und Vietz heißt Witnica. Witnica hat ein Rathaus, ein Amtsgericht und eine Brauerei. Und seitdem Zbigniew Czarnuch wieder hier wohnt, ein Heimatmuseum. (...)

Czarnuch erzählt, wie er als fünfzehn Jahre alter Pfadfinder deutsche Inschriften ausgelöscht hat, wie sie die Blechbuchstaben der Molkerei herausgerissen haben. Weil noch die Schatten an der Wand zu sehen waren, klopften sie den Putz ab, und weil die Umrisse immer noch zu sehen waren, schlugen sie den ganzen Plunder raus: Es blieb ein Loch. Das war Patriotismus.

„Ein deutscher Zaun", sagt Ferdinand Pfeiffer behaglich. Der vom Rost bröselige Eisenzaun schützt das Haus, in dem Czarnuch zwei Zimmerchen bewohnt, seitdem er als Pensionär wieder in Witnica lebt. Der Zaun ist ein Stück Heimat – ermüdet, aber noch vorhanden. (...) Czarnuch hat mitten in der Stadt, wo früher die Wassermühle stand, eine Gedenklandschaft pflanzen lassen. Vor acht Jahren haben sie begonnen. Bitterkalt fegt der Wind die Straßen, zerrt an Hosen, zwackt an Nasen, schnurstracks läuft Czarnuch auf einen bronzenen Baumstumpf zu, Pfeiffer wie ein Bursche hinterher. Am Stumpf sagt Czarnuch: „Das ist der Wegweiserpark. In Grenzländern waren die Bäume oft zerschossene Stämme, an die nagelte man dann die Wegweiser." Drei Wege führen zum Stamm hin oder weg – je nachdem. Auf dem einen stehen Namen im Pflaster wie Alfeld, Erftstadt, Lauenburg, Herford. „Das sind Orte, wohin Vietzer vertrieben wurden." Auf dem anderen Weg stehen Nieswież, Złoczów, Oszmiana, Kozaki – Orte aus Zentralpolen und dem ehemaligen Ostpolen, aus denen die jetzigen Witnicer teils vertrieben wurden, teils hergezogen sind. Auf dem dritten Weg stehen Ländernamen: USA, Kanada – dorthin sind Polen aus Witnica ausgewandert. „Das ist das erste Denkmal gegen Vertreibung", sagt Czarnuch mit leicht singender Stimme. „Ich kenne kein anderes." Czarnuch wirkt zufrieden. Erika Steinbach vom Bund der Vertriebenen dürfte solch ausgleichende Symbolik wohl nicht genügen.

Über der Straße ist der Park mit allerlei Exponaten aus Eisen, Holz und Beton gefüllt. „Das sind Elemente der Kulturen des Weges." Vietz lag an der sogenannten Ostbahn, die Reichsstraße 1 führte hindurch, und die Warthe fließt vorbei – alles Wege. Czarnuch ließ einen Themenpark anlegen: Erinnerungen an die erste Eisenbahn, das erste Dampfschiff, das erste Flugzeug – alles deutsch. Zwei alte Männer laufen mit tief ins Gesicht gezogenen Mützen wie Detektive zwischen Gusseisen und Steinen herum und können nicht genug sehen. Der eine präsentiert die Funde, der andere würdigt sie. Plötzlich legt sich Pfeiffer trotz Schlips, Bügelfalte und lädiertem Rücken auf einen Anker. „Der ist aus Neusalz", strahlt er, „gleich hinter Bielawe." „1847: Der Anker steht für das erste Dampfschiff auf der Warthe", doziert Czarnuch dazu. Czarnuch könnte nicht abstreiten, gleichermaßen Historiker und Pädagoge zu sein. Mädchen kommen vorbei. „Dzień dobry!" Immerhin, die Kinder grüßen. „Ich bin jetzt hier in diesem Gebiet, man kann sagen, ein Radikaler." Manche hier halten ihn schon für einen Deutschen, dabei stammt Czarnuch aus Wieluń, einem Städtchen zwischen Oppeln und Lodz. Görings Luftwaffe hatte Wieluń 1939 gleich am ersten Kriegstag fast völlig ausradiert.

Im Heimatmuseum werden die Exponate kleiner: ein Bierkasten von Stern-Bräu, wo die Polen anfangs Limonade abfüllten, Fotos vom Brauereibesitzer Handke, ein Koffer von Vertriebenen, Kleiderbügel. Mit jenem Brauereibesitzer begann Czarnuchs Wandlung. Der alte Handke gab 1982 einen Bildband über seine Heimat heraus, Titel „Wege zueinander" – auf deutsch und polnisch. „Das Buch war ein Skandal, weil polnische Autoren beteiligt waren. Man warf ihnen Verrat an der Heimat vor", erinnert sich Czarnuch. Das war Kollaboration mit Revanchisten. „Dann habe ich im Buch geblättert – und keine revanchistischen Texte gefunden." Danach bröckelte das eherne Standbild vom Feind, und Czarnuch fing an, Deutsch zu lernen. (...)

Czarnuch sucht in Papieren. „Das Zentrum gegen Vertreibungen ist für die Psyche der Deutschen unbedingt wichtig", sagt er und (...) legt eine Mappe auf den Tisch: „Bewerbung zur Ansiedlung der europäischen Gemeinschaftseinrichtung Europäisches Zentrum gegen Vertreibungen auf der Oderinsel Küstrin", eine Idee des deutschen Amtes Golzow und der polnischen Stadt Kostrzyn/Küstrin. Das Zentrum gegen Vertreibungen in den Artilleriekasernen, wo zuletzt die Russen waren? „Mit der Artillerie fing doch alles an", sagt Czarnuch. (...) Pfeiffer horcht auf, Küstrin gefällt ihm.

Erika Steinbach hat sich auch schon geäußert, bei Czarnuch liegt ein Brief. Das Zentrum könne nur in Berlin entstehen, beschied sie abschlägig zum Vorschlag Küstrin. Sie hat ZENTRUM GEGEN VERTREIBUNGEN in Majuskeln geschrieben, als wären alle schwach auf den Augen. Zbigniew Czarnuch öffnet eine Flasche Boss-Bier aus Witnica, Gründungsjahr der Brauerei 1848. Damals hieß es Stern-Bräu.

Warum nicht Küstrin? Eine neue Idee, nicht abwegiger als Görlitz, Breslau und Berlin. In Czarnuchs Stube schwingt Lokalpatriotismus, im Keller rattert die Pumpe. Solcher Patriotismus hat bisher doch selten geschadet.

 

Dieser Text ist zuerst in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 21. Dezember 2003 erschienen. Mit Genehmigung des Autors drucken wir eine gekürzte Fassung ab. (Die Redaktion)

SŁOWO / DAS WORT, Nr. 63, Frühling 2004

Geschichten über ein Paradies an der Oder

Erstes Treffen in Czelin

Nach den Messdienern kommen der katholische und der protestantische Pfarrer. Der Gottesdienst beginnt. „Das ist ein Tag, den uns der Herr schenkte“, singen die Polen. „Danke für diesen guten Morgen, danke für den neuen Tag …”, singen die Deutschen. Barbara Atroszko, Lehrerin an der Schule in Czelin, liest den Abschnitt aus dem Johannes-Evangelium vor: „Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis ablege.“ Später, nachdem sich alle in der Schule versammelt haben, wird die Schulleiterin Kazimiera Atroszko sagen: „Es ist gut, dass wir uns in einer Schule treffen. Das ist für alle ein Ort der Kindheit.“

Neben ihr steht lächelnd Raimund Koch, Chef der deutschen Gruppe, und erzählt: „Ich wurde nicht in Zellin geboren. Hier wurde meine Mutter geboren. Sie stammte aus der Familie Barsch, die in diesem Dorf seit Jahrhunderten lebte. Die Geschichte der Familie Barsch und anderer deutscher Familien ging 1945 zu Ende. In demselben Jahr nahm im polnischen Czelin die Geschichte der polnischen Familien ihren Anfang.“

Gib uns Kraft …

Czelin liegt in der Gemeinde Mieszkowice. Gerade hier wurde am 27. Februar 1945 der erste polnische Grenzpfahl an der Oder in die Erde gerammt. Gehauen hat ihn Unteroffizier Adolf Wędrzyński, ein Zimmermann aus Wolhynien. Ein ansehnliches Denkmal soll daran erinnern. Es steht unweit des mächtigen Flusses, am Fuße eines hohen Ufers, das zu einem Amphitheater umgestaltet wurde. Von hier, von den nahen Orten Güstebiese, Zäckerick, Altrüdnitz, brachen am 16. April 1945 die Soldaten zur Oderoffensive auf. Der Zweite Weltkrieg ging zu Ende, der Fluss führte förmlich Blut ... Unteroffizier Wędrzyński kam ums Leben.

Auf dem Hügel liegt hinter Akazien, Fliedergebüsch und Klatschmohn ein großer umgestürzter Betonpfeiler. Überbleibsel jener Zeit. Die Akazien duften ...

In der Kirche von Czelin treffen sich Deutsche, ehemalige Einwohner des deutschen Dorfes Zellin (oft samt ihrer Nachfahren), und Polen, heutige Einwohner von Czelin. Ein ökumenischer Gottesdienst wird abgehalten. Pfarrer Friedrich-Wilhelm Ritter aus Hannover sagt: „Ich wuchs in Bärwalde, dem heutigen Mieszkowice, auf. Hören wir uns den Psalm an, um diesen Gottesdienst gemeinsam zu erleben.“

Er liest vor: „Ihr Völker alle, klatscht in die Hände ... denn der Herr ... ist ein König über die ganze Erde ..., er wählt unser Erbland für uns aus ... Gott wurde König über alle Völker ...“

„Der Herrgott führte uns polnische Katholiken und deutsche Protestanten hierher, jeden von uns mit seiner eigenen Geschichte. Zeige uns, Gott, wie wir uns von deinem Wort leiten lassen sollen. Gib uns Kraft ...“, sagt der Czeliner Pfarrer, Ignacy Stawarz.

Der Geist einer guten Zukunft

Die Polen singen das Te Deum, aber die weniger bekannte Fassung, das sogenannte schlesische Te Deum: „Ciebie Boże chwalimy, Ciebie Stwórcę Wszechmocnego …”. Dann ertönt das Te Deum auf Deutsch: „Großer Gott, wir loben Dich …”. Weswegen wird das schlesische Te Deum im westpommerschen Czelin gesungen, das früher das neumärkische Zellin war? Vielleicht ist es ein Zufall, aber während dieses deutsch-polnischen Gottesdienstes klingt das Lied besonders passend. Denn der Text des deutschen Te Deum, das in Deutschland sowohl die Protestanten als auch die Katholiken singen, ist in Schlesien entstanden. Sein Verfasser war Ignaz Franz (1719-1790), ein katholischer Pfarrer, der in einer Stadt namens Frankenstein (heute Ząbkowice Śląskie) geboren wurde.

Während dieser deutsch-polnischen Feier in Czelin verbinden sich die zwei Lieder, das deutsche und das polnische. Ein Symbol? Ein Zufall? Der Alltag besteht aus Zufällen, die man doch so gerne als Symbole deuten möchte ... „Lobet den Herren, den mächtigen König …”, singen dann die Deutschen, „Möge der Herr mit uns bleiben, halleluja“, singen die Polen. „Der Heilige Geist, der Geist der Einheit und des Friedens, möge uns erfreuen, dass wir uns in einer freundlichen Atmosphäre begegnen können“, hört man auf Deutsch und auf Polnisch. „Wir bitten Dich, dass diejenigen das begreifen, die es nicht begreifen können. Wir bitten dich um den Geist einer guten Zukunft.“ Zum Abschluss: „Ojcze nasz – Vater unser” – die Worte fließen ineinander. Die beiden Pfarrer erteilen den Segen, die Besucher gehen hinaus, machen Bilder vor der Kirche, gehen zur Schule ...

Die Czeliner Kirche ist sieben Jahrhunderte alt. Sie wurde von den Templern aufgebaut, hier war einst die Kanzlei der Kathedrale von Cammin, das Erzdiakonat von Zellin. Die Geschichte sickerte in die Mauer aus Stein und Backstein. So ist es auch jetzt. Ein solches Ereignis findet in dieser Kirche zum ersten Mal statt.

Die Orte haben ihre Geschichten

Auf dem Weg zur Schule kommen alle an einer mächtigen Eiche vorbei. Sie muss hier auch am 18. Februar 1666 gestanden haben, als die 16-jährige Anna von Mörner aus Zellin und der 33-jährige Joachim von Dewiz aus der Gegend von Labes vermählt wurden. Beide stammten aus großen alten Adelsfamilien. Die Mörners waren vom 15. bis zum 17. Jahrhundert Eigentümer von Zellin und Clossow. Sie schrieben sich „von Mörner zu Zellin und Clossow“, hatten Verbindungen zum Herzogtum Pommern (worüber Theodor Fontane, der größte Chronist des Oderlandes, schrieb). Im Dienste schwedischer Könige kamen sie zu Ehren, als erster Otto von Mörner, geboren am 8. Mai 1569 in Zellin. Angeblich war er es, der König Gustav Adolf nach der Niederlage bei Kirchholm, wo Schweden durch polnische Verbände geschlagen wurde, zu trösten suchte. Sein Enkel, Hans Mörner, nahm an dem schwedischen Angriff auf Polen teil, kämpfte bei Krakau und Warschau. Und sein Urenkel gelangte während des Zweiten Nordischen Krieges (1702) nach Pińczów und Warschau. Damals bemühte sich König Karl XII., den polnischen Thron für Stanisław Leszczyński zu sichern. Schließlich fand Leszczyński, der 1711 aus Polen floh, Schutz im damals schwedischen Stettin.

Menschliche Schicksale durchzogen die Geschichte, berührten die Orte, erschufen und ergänzten deren Geschichten. 1717 besuchte der preußische König Friedrich Wilhelm I. Zellin, denn auf sein Geheiß wurden die Deiche gegen das Oderhochwasser gebaut. Fast 100 Jahre später zogen der 21-jährige Hermann Meissner und der 26-jährige Johann Spreuberg, ein Ehemann und ein Vater von hier in den Krieg gegen Napoleon. Beide fielen am 6. September 1813 in der Schlacht bei Dennewitz, in der 32.000 französische und preußische Soldaten ihr Leben lassen mussten. 1857 wurde in Zellin Paul Wiegand geboren, ein Schriftsteller und Theologe, Prediger der New Yorker Baptistenkirche.

Menschen aus Zellin wanderten nach Übersee aus, zogen in die Kriege, zum Schluss in den schrecklichsten, der am 1. September 1939 von Deutschland ausging und die deutsch-polnischen Beziehungen radikal veränderte, auch das Schicksal des Oderlandes und das von Zellin/Czelin.

Erst 62 Jahre nach Kriegsende kam es in Czelin zu einem deutsch-polnischen ökumenischen Gottesdienst, einem gemeinsamen Mittagessen in der Czeliner Schule und einem Nachmittag der Geschichten.

Die Menschen haben ihre Geschichten

Die Einwohner von Zellin und Czelin, die ehemaligen und die heutigen, trafen sich Mitte Mai, um zu erzählen. Sie folgten der Idee von Ewa Czerwiakowski und Ruth Henning aus Berlin, sowie von Elvira Profé-Mackiewicz und ihrem Mann Fortunat Mackiewicz.

Die Mackiewiczs hatten sich 1946 in Mieszkowice kennen gelernt: sie, eine Deutsche aus Bärwalde, die gerade von der Verschleppung nach Sibirien zurückgekehrt war, er, ein Pole aus Wilna. Sie waren verliebt, die Behörden erteilten aber keine Genehmigung zur Schließung einer deutsch-polnische Ehe. Nach dem Krieg gab es für derartige Ehen keine „gesellschaftliche Zustimmung“. Sie musste über die Oder, er ging nach Ermland.

Aber die Liebe überdauerte. Die beiden fanden sich nach mehr als vierzig Jahren, nach dem Fall des Eisernen Vorhangs wieder. Sie leben zusammen, haben sich in Mieszkowice ein Haus gebaut und wissen sehr wohl, wie einfach die Menschen zueinander finden, wenn es keine trennende Ideologie und Politik gibt, wenn sie die gegenseitigen Schicksale kennen lernen ...

Und die Geschichten beginnen. Zunächst überreicht Helga Zantow Frau Atroszko einen Strauß dunkelroter Pfingstrosen. „Meine Mutter nahm sie 1945 aus ihrem Garten in Zellin mit und pflanzte sie in ihrem neuen Garten in Eberswalde wieder ein. Bis heute bringen sie Blüten hervor. Das sind Pfingstrosen aus Zellin, die ich nach Czelin mitbringe“.

Stanisław Mirkiewicz, 82 Jahre alt, kommt aus Konin. In Czelin wohnt er seit 1947, er war hier Dorfvorsteher. „Als ich nach Czelin kam, war das Dorf zu 80 Prozent zerstört. Die Kirche war ausgebrannt. Dort, wo ich vor dem Krieg lebte, gab es auch Deutsche. Das Zusammenleben mit den Polen war dort gut. Ich verstehe nicht, warum Hitler über Polen hergefallen ist“. Dann erzählt er, dass all diejenigen, die nach dem Krieg in Czelin an der Grenze lebten, weder Tauben noch Hunde halten durften. Nichts durfte über die Grenze: weder eine Taube, noch das Bellen eines Hundes. „Jetzt ist es, wie es eben ist. Jeder hat das Recht, seine Heimat zu besuchen.“

Edeltraud Kreft berichtet, sie habe in Zellin eine schöne Kindheit gehabt, aber sie erzählt auch von den ersten polnischen Kriegsgefangenen, die im Herbst 1939 im Dorf erschienen. Sie erinnert sich an einen Polen, der Bäcker war und Fuhrmann und Henryk hieß. „Mein Haus in Zellin ist zerstört worden. Ich komme gerne hierher, aber mein Zuhause ist jetzt in Berlin.“

Der Dorfvorsteher Zbigniew Kmiecik erzählt vom Schicksal seiner Eltern und Schwiegereltern, die aus der Gegend von Wilna stammen, über den Großvater seiner Ehefrau, der im Krieg umkam, über seinen Vater, der mit der Armee in Güstebiese eintraf, über seine ganze durch den Krieg geschädigte Familie ...

Dann spricht Erika Krupki. Sie ist ebenfalls 82 Jahre alt, genau wie der ehemalige Dorfvorsteher Mirkiewicz. Ihren zwanzigsten Geburtstag konnte sie noch in Zellin feiern. Als am 2. Februar 1945 die Russen das Dorf eingenommen hatten, flüchteten alle Frauen und Mädchen in den Wald. Der Vater wurde gleich abgeholt und nach Sibirien verschleppt. Die 18-jährige Schwester verhungerte in einem Lager in Posen ...

Die Geschichten sind kurz und leise ... Ilse Karstädt sagt, Zellin sei für sie ein Paradies gewesen, aber ihre Heimat habe sie woanders. Zuvor schaute sie sich interessiert zusammen mit den Anderen den Auftritt der Schülergruppen aus Zielin (Sellin) und Czelin an. Sie applaudierte, nachdem die Kinder ihre Tänze vorgeführt und ihre Lieder vorgesungen hatten. Dachte sie vielleicht daran, dass auch diese Kinder heute hier ihr Paradies haben? Ein Lied wurde auf Deutsch gesungen und endete mit den Worten: „Wir können gute Freunde sein …”

Ein Bild zur Erinnerung

Heinz Schermer brachte einen Ortsplan von Zellin mit. Um ihn herum versammeln sich die Polen und die Deutschen, sie diskutieren, fragen nach den Häusern, wer wo gewohnt hat oder wohnt. Heinz Schermer brachte auch ein Bild der Zelliner Kirche mit, eingebrannt in einem Stück Sperrholz. Das schenkte er dem Pfarrer.

Am Ende des Treffens steht der Rentner Stanisław Dolnik auf. Er hatte ein Bild von der Kirche gemalt und wollte es der ältesten anwesenden Person schenken, die in Zellin geboren wurde. Er kommt auf Erika Krupki zu, die sichtbar verwundert und verlegen ist, und händigt ihr das Bild aus, „damit es Sie an das Heimatdorf erinnert“. Sie blickt ihn an, schaut auf das Bild, auf die Menschen, die lächeln und fotografieren ... Mit Mühe hält sie die Tränen zurück.

Und eine völlig andere Geschichte

Mateusz Karolak, geboren in Czelin, heute Student an der Universität Posen, spricht über die Geschichte seines Dorfes, über die archäologischen Ausgrabungen aus der Zeit der Goten, über spätere Funde, über menschliche Spuren, die die Geschichte erhalten hat. Auch in dieser Geschichte fließen die Schicksale der Deutschen und der Polen ineinander, die heute in der Czeliner Kirche und in der Schule zum ersten Mal zusammen kamen. „Das sollte man aufschreiben“, sagt Karolak.

Die Teilnehmer des Treffens haben ihre Geschichten erzählt – deswegen sind sie hierher gekommen. Nun verlassen sie die Schule, laden sich gegenseitig ein.

Ein Bus fährt vor, der eine Schülergruppe von einem Ausflug zurückbringt. Die Kinder laufen zu sich nach Hause an der alten Eiche, an der Kirche vorbei ... Was hätten sie von diesen Geschichten verstanden? Im nahen Gozdowice, wo am 16. April 1945 die Offensive über die Oder begann, wird bald eine Fähre über Fluss und Grenze verkehren. Sie hat schon einen Namen: „Bez Granic – Ohne Grenzen“. Ihre Geschichten sind völlig andere.

Kurier Szczeciński, 8. Juni 2007

Geschichte(n) aus Czelin (Zellin)

Frühere deutsche und heutige polnische Bewohner eines kleinen Ortes an der Oder tauschten ihre Erinnerungen aus

Viele Deutsche mussten 1945 ihre Heimat östlich der Oder verlassen. Polen, die ebenfalls aus dem Osten ihres Landes stammten, kamen dorthin. Nur selten werden die Erinnerungen "von damals" ausgetauscht. In
Czelin war es - 62 Jahre nach dem Krieg - jetzt endlich soweit.

"Meinen 20. Geburtstag haben wir noch im Januar 1945 in Zellin gefeiert. Als am 1. Februar die Russen kamen, haben wir Mädchen uns vor Angst im Wald versteckt. Meinen Vater haben sie gleich einkassiert, der kam nach Sibirien. Meine 18-jährige Schwester, die ich erst ein halbes Jahr später in einem Lager in Posen
wiedertraf, ist dort verhungert. Auch wir sollten nach Sibirien, aber der Güterzug wurde aus Zufall in Polen aufgehalten. Meine Mutter fand ich dann im Herbst 1945 in Berlin wieder. Wir kamen dort bei Bekannten unter. Die gaben mir, weil ich sehr krank war, eine Sirup-Stulle zu essen, denn sie hatten ja selber nichts."

Im Speiseraum der Grundschule von Czelin herrscht angespannte Stille, als Erika Krupki ihre Geschichte erzählt. Die meisten der etwa 70 Anwesenden können den Bericht der Deutschen nachempfinden, denn sie haben in jenem schlimmen Krieg ähnlich Schreckliches erlebt. Stanislaw Mirkiewicz beispielsweise ist genau wie Erika Krupki 82 Jahre alt. "Ich kann mich noch an die Deutschen erinnern, die vor dem Zweiten Weltkrieg bei uns in Konin lebten", sagt der kleine Mann. Man habe damals friedlich zusammen gelebt,
berichtet er, und es klingt, als wolle er sagen: Warum Hitlers Truppen dann später Polen überfielen, habe ich nicht verstanden.

Mirkiewicz kam 1947 aus dem gleichen Grund wie viele andere Polen in die neuen Westgebiete an der Oder: "Man hatte uns gesagt, dass es hier Arbeit gibt. Doch dann sah es hier ganz anders aus." 80 Prozent der Häuser von Zellin, das einmal eine stattliche Gemeinde mit 1.200 Einwohnern, einer Landwirtschafts-Dömane, einer Brauerei und Handwerkern war, seien zerstört gewesen. "Das haben die Russen gemacht", murmeln die Deutschen, während Mirkiewicz weiter erzählt. "Wir sahen am anderen Ufer der Oder die Lichter in den Häusern brennen. Bei uns gab es zunächst keinen Strom. Und später mussten wir den Ort nachts abdunkeln, das hatten die Sicherheitsbehörden wegen der angeblichen Gefahr angeordnet", fährt der Pole fort. "Sogar die Tauben sollten wir töten, damit keine Botschaften zu den Deutschen gelangen", sagt er und verrät schelmisch: "Das haben wir aber nicht gemacht."

Viele frühere Zelliner waren seit den 60er Jahren schon zu Besuch in Czelin. "Ich nehme immer Sachen oder Süßigkeiten für die Familie Calka mit. Die haben sechs Kinder, sind arbeitslos und wohnen neben dem Haus, in dem mein Vater früher eine kleine Lebensmittel-Handlung hatte", berichtet Heinz Lahrsow, der in Weinböhla bei Dresden lebt. Nach 1990 gab es auch regelmäßige Heimattreffen der Zelliner am deutschen Ufer der Oder. Doch so, wie an diesem Freitagnachmittag, an dem sich Deutsche und Polen gegenseitig
ihre Geschichten erzählten, war es noch nie.

Dass es zu dieser eindrucksvollen Begegnung kam, ist dem Projekt "Spurensuche" zu verdanken, welches von der Brandenburger Ausländerbeauftragten und der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Brandenburg
aus EU-Mitteln finanziert wird. Zu den Exkursionen in die „Alte Heimat“ gehören immer auch Begegnungen mit deren neuen Bewohnern. Am Pfingstmontag ist ein ähnliches Treffen in Nowe Warpno (Neuwarp) am Oderhaff geplant. Am 17. Juni wird in Groß Neuendorf (Märkisch-Oderland) über jüdische Spuren beiderseits der Oder diskutiert. Und im Herbst gibt es eine Exkursion an die ehemalige Ostgrenze Brandenburgs, die etwa 80 Kilometer östlich der heutigen Grenze verlief.

MOZ, 21. Mai 2007, Seite 9

Eine Liebe überbrückt 50 Jahre

Elwira Profé aus dem früheren Bärwalde heiratete den Polen Fortunat Mackiewicz, den sie 1947 kennengelernt hat

Mieszkowice ist ein verträumtes Städtchen östlich der Oder. Es liegt etwa auf der gleichen Höhe wie das deutsche Wriezen. Zu den Attraktionen des Ortes, der bis 1945 Bärwalde hieß, gehören der Marktplatz, die Backsteinkirche, das Kopfsteinpflaster und die Stadtmauer. Und Elvira Profé und Fortunat Mackiewicz, ein Ehepaar mit einer besonderen Geschichte. Diese beginnt im Februar 1945. Als die sowjetische Armee die Oder erreichte, um zum letzten Schlag in Richtung Berlin auszuholen, war Elvira Profé 19 Jahre alt. Sie war die Tochter des Inhabers der größten Fabrik im Ort, der „Maßstabfabrik Oskar Schubert". Deren Zollstöcke und Wasserwaagen wurden in ganz Deutschland verkauft.

Wie viele Bärwalder kam die junge Deutsche in ein Arbeitslager. Zunächst in das nur wenig östlicher gelegene Soldin (heute Myślibórz), wo die Russen einen Flugplatz bauten. Doch schon bald wurde sie für einen Zwangsarbeitertransport ausgewählt, der ins nördliche Russland ging. Bereits beim Transport in Viehwaggons kamen Dutzende Menschen ums Leben. „In Sibirien empfingen uns Hunger, Kälte und knochenharte Arbeit", erinnert sie sich. „Scharlach und Sumpffieber forderten weitere Opfer." Abgemagert und krank landete Elvira im Lazarett. „Als ich zu nichts mehr zu gebrauchen war, sagte irgendwann eine Krankenschwester zu mir: Profé, hast Glick, bist auf Liste nach Deutschland."

Nach einer erneuten Irrfahrt landete sie im Frühjahr 1946 in Frankfurt (Oder) und erfuhr, dass ihre Heimat nun zu Polen gehörte. Zufällig hörte sie von einer anderen Bärwalderin, dass ihre Eltern noch in dem Ort lebten. „Mein Vater hatte die Turbinenanlagen der Fabrik instand gesetzt, die zugleich den Ort mit Strom versorgten", berichtet sie. Polnische Fischer brachten sie über die gesperrte Oder. „Das ist die Tochter von der Elektrownia, hatten wir denen zugerufen." Schon bald nach dem glücklichen Wiedersehen mit ihren Eltern, die man längst aus ihrem Haus geworfen hatte, sollte es eine andere schicksalhafte Begegnung geben.

Bärwalde war inzwischen von Familien bewohnt, die zumeist aus den östlichen Landesteilen Polens stammten, welche sich die Sowjetunion angeeignet hatte. 1946 erhielt Walter Profé den Auftrag, die Produktion der Maßstabfabrik wieder in Gang zu setzen. Zu denen, die dabei halfen, gehörte die Familie Mackiewicz, die aus der Gegend von Wilna (Vilnius) gekommen war. Der Sohn, ein hübscher 25-jähriger Mann, war Elvira nicht nur wegen seines ungewöhnlichen Vornamens Fortunat aufgefallen, der Glück bedeutet. Auch der Pole hatte ein Auge auf die junge Deutsche geworfen. Es ist berührend, wie die über 80-Jährigen noch heute ihr erstes Rendezvous beschreiben: „Wir kamen uns menschlich näher", berichtet Elvira mit zartem Lächeln. Und Fortunat fügt fast verlegen hinzu: „Dann habe ich sie auf die Stirn geküsst. Elvira aber küsste nicht wie eine Geliebte, sondern wie ein Freund."

Wie aus heiterem Himmel mussten die letzten Deutschen Mieszkowice im Herbst 1947 verlassen. „Man gab uns eine halbe Stunde, um einige Sachen zu packen", erinnert sich Elvira. Aus einer inneren Ahnung heraus habe sie ihrem Geliebten noch eingeschärft: „Schreibe auf keinen Fall, Fortek." Sein Passfoto aber trug sie ihr ganzes Leben bei sich.

Die Profés gingen zunächst ins Oderbruch, wo drei Geschwister des Vaters lebten. Elvira beendete in Berlin eine pädagogische Ausbildung. „1948 baute ich dann die Land- und hauswirtschaftliche Berufsschule mit auf, die an verschiedene Schulen in Bad Freienwalde, Wriezen und anderen Orten angegliedert war." Ihr Vater machte einen kleinen Betrieb auf, wurde jedoch nach Gründung der DDR enteignet. Die Familie floh darauf in den Westen. Man landete im westfälischen Ort Löhne, wo Walter Profé noch einmal eine Fabrik für Meßwerkzeuge gründete, bevor er 1962 starb.

Elvira las viel über Polen, „das Land, ich dem ich die Hälfte meines Herzens zurückgelassen hatte." Fortunat muss es ähnlich gegangen sein, denn irgendwann schrieb er doch einen Brief – die Adresse hatte er von einem Profé-Zollstock, den er gefunden hatte. Eine Antwort erhielt er jedoch nicht. Die beiden heirateten aber auch keine anderen Partner. 1968 baute Elvira Profé in Westberlin eine Modellwohnstätte für geistig Behinderte auf. Dort war sie 20 Jahre Leiterin.

Nach der Grenzöffnung machte sie sich im Herbst 1991 zum ersten Mal auf den Weg in die alte Heimat. Sie war aufgeregt, doch es gab auch Grund zur Freude, als ihr ein Pförtner die Fabrik zeigte, in der noch immer Zollstöcke gefertigt wurden. Doch ihre Jugendliebe lief ihr nicht über den Weg.

Erst vier Jahre später erhielt sie erneut einen Brief von Fortunat. Man vereinbarte, sich am Bahnhof von Mieszkowice zu treffen, an dem es immer noch so wie früher aussieht. Aufgewühlt hätte sie sich vorzustellen versucht, wie ihr Wiedersehen wohl ablaufen würde, berichtet Elvira. „Als ich Fortek dann sah, wurde ich mit jedem Schritt ruhiger", beschreibt sie. Auch dem Polen erschien es in dem Moment, in dem sich die beiden in den Armen lagen, „als hätte es die 50 Jahre dazwischen nicht gegeben."

1996 bauten die beiden ein Haus. Elvira zog nicht nur nach Mieszkowice, sie gründete eine Frauen-Gymnastik-Gruppe und half bei der Schaffung einer Schule für Behinderte mit. Auch beförderte sie zahlreiche Kontakte über die Grenze, unter anderem zum Gymnasium in Bad Freienwalde. Im vergangenen Jahr entschlossen sich die beiden zu heiraten. „Da mich hier in Polen ziemlich viele Leute kennen, schien es mir besser, endlich ordentliche Verhältnisse zu schaffen", sagt die Deutsche mit ihrem trockenen Humor. Fortunat, der fest davon überzeugt ist, dass er nicht nur vom Namen her ein Glückskind ist, bringt es auf den Punkt: „Wir beide fühlen so, als hätten wir das ganze Leben miteinander verbracht."

MOZ vom 18. Oktober, Seite 3

Niezwykła historia Elwiry i Fortunata

Poznali się zimą 1946 r. Ona, dwudziestoletnia córka fabrykanta, jednego z ostatnich Niemców, którzy w 1947 r. byli jeszcze w Mieszkowicach. On, o pięć lat starszy Polak z Wileńszczyzny, jeden z pierwszych powojennych mieszkańców miasteczka. Zakochali się, postanowili wziąć ślub. Czekali aż 58 lat. W minioną sobotę świętowali pierwszą rocznicę.

Rosjanie nadchodzą!
Był 31 stycznia 1945 r. Po śniadaniu Walter Profé, ojciec Elwiry, właściciel Fabryki Miar Metrycznych w Mieszkowicach, nastawił radio na wiadomości.
- Usłyszał, że front jest gdzieś w okolicach Poznania - opowiada Elwira. - To jednak było kłamstwo, jak wiele innych wiadomości, które wtedy podawano. Pojechałam do pracy w lazarecie w Chojnie. Dyżurny z miejscowego lotniska powiedział: Pakuj się szybko, bo Rosjanie są już między Chojną a Trzcińskiem-Zdrój. Gdy wróciłam do Mieszkowic, ojciec ukrył mnie z mamą i ciocią w fabryce.
Nazajutrz przed zakład na peryferiach miasteczka zajechał rosyjski zwiad.
- Była szósta rano - relacjonuje Elwira. - Nie spaliśmy, bo baliśmy się spotkania z Rosjanami. Z górnych okien fabryki widzieliśmy, jak wybijają okna w naszym domu i zaglądają do środka.
Jej ojciec wyszedł naprzeciw żołnierzom. Dołączyli do niego polscy robotnicy, którzy u niego pracowali po ewakuacji ich zakładu z Łodzi.
- Obserwowałam to spotkanie z ukrycia - wspomina Elwira. - Jego przebieg poznałam później z relacji taty. W pewnym momencie Rosjanie zabrali go nad staw obok fabryki. Wtedy do rozmowy włączyli się Polacy. Opowiadali żołnierzom o nas. O tym, że ojciec był dla nich bardzo dobry, że nie brakowało im u nas jedzenia i opieki nad chorymi. Dzięki nim przeżyliśmy. Za to w miasteczku działy się straszne rzeczy. Żołnierze rozstrzeliwali mężczyzn i gwałcili kobiety. Dziewiątego lutego Rosjanie kazali nam spakować dobytek i wynieść się z miasta.
Przez kilka tygodni wygnańcy błąkali się po nadodrzańskich lasach.
- Nie wiedzieliśmy, co teraz będzie - opowiada Elwira. - Głodni, przemarznięci, niektórzy chorzy, doczekaliśmy marca. Wtedy Rosjanie zabrali nas do budowy lotniska koło Myśliborza.

Ja tu nie umrę
Kilka dni później Elwirę wytypowano do transportu na Syberię.
- Pieszo przez Gorzów dotarliśmy do Świebodzina - wspomina. - Tam czekał na nas pociąg towarowy. Ludzi siłą wpychano do przepełnionych wagonów. Ściśnięci, za zaryglowanymi drzwiami, ruszyliśmy w podróż. Na postoju eskorta podawała nam chleb i wyrzucała z wagonów ciała zmarłych.
Po prawie miesięcznej podróży transport zatrzymał się w Archangielsku.
- Trafiłam do łagru. Na śniadanie dostawaliśmy kromkę czarnego chleba i kawę. Na kolację dochodziła do tego niesłona zupa. Pracowałam przy ścince drzewa, budowałam drogę i kopałam groby. Ludzie umierali z chorób i niedożywienia. Sama byłam bardzo wychudzona. Ale obiecałam sobie: "ja tu nie umrę".
Jesienią z wysoką gorączką i szkarlatyną trafiła jednak do lazaretu.
- Pewnego dnia do mojej pryczy podeszła rosyjska lekarka. Powiedziała: Profe, ty do domu, do Niemiec. Trafiłam do transportu chorych i niezdolnych do pracy, którzy wracali do ojczyzny. Pociąg zatrzymał się we Frankfurcie nad Odrą. Tam kazano nam wysiadać i iść przed siebie. Okazało się, że nie ma powrotu do domu, bo w Mieszkowicach teraz jest Polska. Szczęśliwie w Altreetz odnalazłam rodzeństwo ojca. Dowiedziałam się, że moi rodzice żyją i nadal są w Mieszkowicach.

Nikogo nie było
Był koniec maja 1945 r. Na dworcu w Poćwilach, na północno-wschodnich kresach Rzeczpospolitej, Fortunat Mackiewicz czekał z rodzicami na pociąg do nowej Polski.
- Trwało to prawie miesiąc - opowiada. - Najpierw kolej musiała zwieźć wojsko z frontu. Całymi dniami na wschód szły transporty. Mieliśmy czas, żeby się zastanowić się nad tym wyjazdem. Nie widzieliśmy jednak szans na normalne życie w sowieckiej rzeczywistości. Spróbowaliśmy jej po tym, jak we wrześniu 1939 r. Rosjanie wzięli nas pod swoją okupację. Wywózki na Syberię, kołchozy, kontyngenty. Baliśmy się, że teraz znowu będzie tak samo.
Gdy nadszedł dzień wyjazdu, Mackiewiczowie załadowali dobytek do podstawionego wagonu. Ruszyli na zachód. Po drodze zatrzymali się m.in. w Kostrzynie nad Odrą.

- Tam kazano nam osiedlać się w poniemieckich domach - wspomina Fortunat. - Miasto było jednak kompletnie zrujnowane, same gruzy. Nikt nie chciał tu zostać i pociąg ruszył na północ w kierunku Szczecina. Po drodze zatrzymał się w Mieszkowicach. Ludzie rozeszli się po miasteczku. Wrócili z wiadomością, że ocalało bez większych zniszczeń i prawie nikogo w nim nie ma. Na dworcu zapytałem przypadkowego mężczyznę o jakieś niewielkie gospodarstwo, bo przywieźliśmy ze sobą konia i krowę. Ten mężczyzna, jakiś miejski urzędnik, polecił nam jedno miejsce na ul. Moryńskiej, na peryferiach miasteczka.
Mackiewiczowie wyładowali dobytek z wagonu i ruszyli pod wskazany adres.
- Mijaliśmy po drodze puste ulice i domy - wspomina Fortunat. - Wrażenie było przygnębiające. Na miejscu okazało się, że urzędnik polecił nam dobre miejsce, z małą oborą i stodołą. Wkrótce zabraliśmy się do pracy. Urządziliśmy trochę nasze gospodarstwo i zaczęliśmy sianokosy. Zebrane siano woziliśmy również przez teren fabryki Profé.

Idź do Mackiewiczów
- Z Syberii wróciłam chora i ważyłam niewiele ponad trzydzieści kilogramów - opowiada Elwira. - Do lepszej formy doszłam dzięki pomocy krewnych i lekarza. Potem odwiedziła nas ciocia Toni, siostra mojej mamy, która mieszkała z nami w Mieszkowicach. Kazano jej się stamtąd wynieść. Moi rodzice zostali w miasteczku dzięki fabrycznej turbinie. Zaopatrywała je ona w prąd, a ojciec znał się na obsłudze urządzenia. Bardzo chciałam do nich wrócić. Liczyłam na pomoc cioci..
W styczniu 1946 r. Toni i Elwira stanęły nad Odrą w Goestebieser Loose. Na drugim brzegu zza drzew wyłaniała się wieża kościoła w Gozdowicach. Przed nadejściem frontu przez rzekę pływał prom łączący obie miejscowości. Po wojnie przeprawa przestała istnieć.
Elwira: - Zauważyłyśmy wędkarza, Polaka, który pływał łódką po rzece. Ciocia zawołała do niego: To jest córka mistrza z elektrowni w Mieszkowicach! Wróciła z Syberii i chciałaby dostać się do swojego ojca! Proszę zabrać nas na drugi brzeg! Przeprawił nas do Gozdowic. Trudno opisać tę radość, z którą potem wylądowałam w ramionach rodziców.
Następnego dnia Toni musiała wracać.
- Najpierw wysłała mnie do Mackiewiczów po mleko - pamięta Elwira. - Powiedziała: Chodziłam do nich po kartofle i mąkę. To dobrzy ludzie. Nie pytali o narodowość i nie chcieli pieniędzy. Nie trzeba się ich bać. Mimo to z lękiem poszłam do nich na Moryńską.
- Była przestraszona - potwierdza Fortunat. - Przyszła ze znajomą kanką. Bacznie nam się przyglądała. Gdy mama nalała jej mleka, wycofała się do wyjścia i zamknęła za sobą drzwi.
- Przekonałam się, że ciocia ma rację - dodaje Elwira. - Następnym razem wybrałam się do nich bez strachu.
- Któregoś razu zaproponowałem Elwirze, że ją odprowadzę - wspomina Fortunat. - Zgodziła się. Może dlatego, że już było ciemno. Następnym razem już nie proponowałem, tylko wyszedłem z nią na ulicę. Było mi jej żal, że musi chodzić i prosić o jedzenie. Z tego żalu pocałowałem ją w czoło. Odtąd stawaliśmy się sobie coraz bliżsi.
Elwira najpierw opowiedziała Fortunatowi o swoich rodzicach. Potem im go przedstawiła.
- Wtedy zapytałem jej ojca, czy myśli o ponownym uruchomieniu fabryki - opowiada Fortunat. - Odpowiedział twierdząco. Na drugi dzień poszedłem w tej sprawie do burmistrza. Słuchał mnie z niedowierzaniem. W końcu dał się przekonać i powiedział: No to uruchamiajcie. Państwo przejęło zakład. My uruchomiliśmy maszyny i zorganizowaliśmy załogę. Burmistrz na początek przyprowadził nam 18 ludzi. Nie mieli doświadczenia w zawodzie. Do pracy przyuczał ich Profé. Pracował nawet za dwie osoby, bo miał z nas największe pojęcie o tej robocie. Coś zaczynał, ja kończyłem, a on już był przy następnym stanowisku.

Miłość i rozstanie
- Najpierw pracowaliśmy bez wynagrodzenia - mówi Fortunat. - Po miesiącu wyprodukowaliśmy pierwsze miary metryczne. Potem doszły do nich piórniki i obsadki, na które znaleźliśmy klientów w Szczecinie. Po trzech miesiącach odebraliśmy pierwszą wypłatę.
Elwira: - Rodzicom imponował ten zdolny i ambitny chłopak. Zaprzyjaźniłam się z nim. Spędzaliśmy ze sobą wolny czas, czuliśmy się przy sobie szczęśliwi. Z tego zrodziło się uczucie. Po jakimś czasie zrozumieliśmy, że należymy do siebie.
Przyszło lato 1946 r. Fortunat poszedł na posterunek milicji. Zapytał, gdzie i jak może uzyskać zgodę na ślub z Niemką.
- Wtedy milicjant zapytał: Kim jest ta kobieta? - relacjonuje. - Odpowiedziałem mu, że to córka byłego właściciela fabryki. Powiedział na to: Niemka i w dodatku córka kapitalisty. Na ten ślub zgody nie będzie. Zresztą oni i tak niedługo stąd wyjadą.
- Ta bolesna wiadomość nie zniszczyła naszego uczucia - wspomina Elwira. - Poza tym zapowiadany wyjazd nie nadchodził.

Aż do jesieni 1947 r., gdy rodzina Profé dostała nakaz opuszczenia Mieszkowic i wyjazdu do Niemiec.
Fortunat: - Pożegnaliśmy się dzień wcześniej. Oboje bardzo cierpieliśmy.
Elwira: - Fortek dał mi swoje zdjęcie. Wiedziałam, że to będzie jedyna rzecz, jaka mi po nim zostaje. Nie mieliśmy nadziei na to, że się jeszcze kiedyś spotkamy.
Fortunat: - Poprosiłem, żeby nie pisała do mnie listów. W tych trudnych czasach korespondencja z Niemiec mogła się komuś wydać podejrzana. Listy przywoływałyby wspomnienia, które wzmacniałyby ból.
Kilka miesięcy później Mackiewiczowie również wyjechali z Mieszkowic. Wyprowadzili się do Młynar w Olsztyńskiem.
- Chciałem na nowo ułożyć sobie życie - opowiada Fortunat. -W Młynarach poszedłem do pracy w Spółdzielni Kółek Rolniczych. Otworzyłem niewielki warsztat ślusarski. Poznałem dziewczynę. Ożeniłem się z nią.

Trudne nowe początki
W NRD Elwira osiadła z rodzicami u krewnych w Altreetz.
- Nie mieliśmy łatwego startu - wspomina. - Po wojnie ludzie borykali się z różnymi problemami. Brak pracy, brak pieniędzy, brak perspektyw. Dzięki rodzeństwu taty było nam jednak trochę łatwiej zacząć nowe życie.
Pół roku później jej ojciec otworzył prywatny warsztat stolarski. Elwira poszła na studia pedagogiczne w Berlinie.
- Potem rozpoczęłam pracę w okolicznych szkołach - opowiada. - Uczyłam przedmiotów związanych z prowadzeniem gospodarstwa domowego i czułam, że osiągnęliśmy względną stabilizację. Nie na długo, jak się potem okazało.
W 1950 r. państwo odebrało jej ojcu warsztat w ramach wywłaszczenia.
- Wtedy zdecydowaliśmy się na emigrację do zachodnich Niemiec - mówi Elwira. - O legalnym wyjeździe nie było mowy. Uciekliśmy przez zieloną granicę i zamieszkaliśmy w Hesji. Tam ojciec wziął kredyt i powoli otworzył nową fabrykę. Byłam jednym z jej pierwszych pracowników.
Pięć lat później Profé przeniósł zakład do Westfalii. Zmarł w czerwcu 1962 r.
- Odtąd prowadziłam firmę wspólnie z mamą - opowiada Elwira. - Sześć lat później sprzedałyśmy ją i osiadłyśmy w zachodnim Berlinie. Potem przedstawiono mnie żonie ówczesnego prezydenta RFN Gustawa Heinemanna. Wkrótce pani prezydentowa zaprosiła mnie do projektu założenia w Berlinie modelowego miasteczka dla osób umysłowo upośledzonych. Mocno zaangażowałam się w to zadanie. Całkowicie mnie pochłonęło. Potem przez dwadzieścia lat byłam kierownikiem placówki. Czułam się szczęśliwa, bo robiłam coś, co dawało mi wielką satysfakcję.

Bałam się tej wizyty
Jesienią 1991 r. Elwira postanowiła odwiedzić Mieszkowice: - Otwarto granice i mimo wahań zdecydowałam, że teraz muszę tam pojechać. Miałam cichą nadzieję, że odnajdę Fortka. Najpierw z mocno bijącym sercem podjechałam pod bramę naszej dawnej fabryki. Pierwszą osobą, którą tam spotkałam, był Adam Cieślak. Jego posesja sąsiaduje z zakładem. Powiedziałam mu, kim jestem. Potem zaprowadził mnie do fabryki.
- To była niedziela - pamięta Janusz Sokołowski, wtedy dozorca w zakładzie. - Pani Profé podeszła do bramy i zapytała, czy mogłaby wejść na teren zakładu. Potem pokazała mi stare zdjęcia fabryki i domu, który dawniej obok niej stał. Czułem, że jest spięta.
- Bałam się, jak zostanę odebrana - potwierdza Elwira. - Nie spodziewałam się, że będę mogła zobaczyć miejsce, w którym się wychowałam. Stało się jednak inaczej. Pan Sokołowski był bardzo uprzejmy. Ta pierwsza wizyta po latach dodała mi odwagi. Zapytałam Cieślaka, czy wie cokolwiek o Fortku i jego rodzinie. Obiecał, że spróbuje się czegoś dowiedzieć. Sama również szukałam o nim informacji. Wtedy dowiedziałam się, że on nie żyje. To był szok. Potem znowu wybrałam się do Mieszkowic. Spotkałam się z Cieślakiem. Powiedział mi, że Fortek żyje, ale od lat nie mieszka w Mieszkowicach. Jeszcze raz zwiedziłam fabrykę. Spotkałam się z jej pracownikami.
Jedna z pracownic fabryki znała się z kuzynką Fortunata. Opowiedziała jej o niecodziennej wizycie w zakładzie.

- Kuzynka zdała mi relację przez telefon - opowiada Fortunat. - Wiedziała już od Cieślaka, kiedy Elwira znowu przyjedzie do Mieszkowic. Wtedy się jednak nie spotkaliśmy. Kuzyn Elwiry miał wypadek i została w Niemczech. Spotkałem się za to z Cieślakiem. Opowiedział mi o tym, jak wygląda, jak się trzyma. Na koniec dał mi miarę metryczną, którą dostał od Elwiry. Był na niej adres firmy, którą kiedyś prowadziła z mamą, oraz imię i nazwisko jakiegoś mężczyzny. Myślałem, że to pewnie mąż Elwiry, który kieruje fabryką po śmierci jej ojca. Z tego powodu podszedłem do sprawy z rezerwą. Napisałem list na ten adres z dopiskiem "dla Elwiry". Byłem przekonany, że trafi do jej męża. Nie chciałem komplikować sytuacji. Dlatego ogólnie napisałem jej, jak żyję.

Lata, których nie było
Był rok 1995. Nim Elwira dostała list od Fortunata, dowiedziała się, że ożenił się kilka lat po wyjeździe z miasteczka.
- Zwątpiłam w to, czy mam prawo dalej go szukać - opowiada. - Wiosną przyszedł list, pojechałam do Mieszkowic i wszystkiego się tam dowiedziałam. Okazało się, że Fortek jest sam, a małżeństwo istnieje tylko w dokumentach. Jego żona szesnaście lat wcześniej wyjechała do Ameryki. Uznałam, że powinniśmy się spotkać. Postanowiłam, że odwiedzę znajomą w Kwidzynie a stamtąd było już blisko do Fortka.
Fortunat: - Umówiliśmy się na spotkanie w sierpniu przed dworcem w Kwidzynie. Wiedziałem już, że też jest sama. W drodze pomyślałem jednak, że chyba zwariowałem. Minęło przecież tyle lat. Od naszego rozstania nie zamieniliśmy ani słowa. Żyliśmy, nic osobie nie wiedząc. Pytałem się sam siebie, czy w tej starszej kobiecie zobaczę moją dawną Elwirę, czy to ma sens.
W umówionym miejscu był trochę przed wyznaczoną godziną. - Za jakiś czas na parking, na którym czekałem, wjechał samochód z niemiecką rejestracją. Zatrzymał się blisko mojego auta. Wysiadły z niego dwie kobiety. Jedna zaczęła iść w moją stronę.
- W sylwetce tego mężczyzny dostrzegłam coś znajomego - relacjonuje Elwira. - Zrobił krok w moim kierunku.
- Zatrzymaliśmy się przed sobą - opowiada Fortunat. - Potem zapytaliśmy się wzajemnie: Elwira? Fortek? Rozpoznałem jej głos. Padliśmy sobie w ramiona.
Elwira: - Poczuliśmy, że prawie pół wieku, przez które się nie widzieliśmy, stało się nagle jak krótka chwila nieobecności. To nam pomogło podjąć decyzję. Postanowiliśmy razem wrócić do Mieszkowic i tam na stałe zamieszkać. Kupiliśmy kawałek ziemi i w 1997 r. postawiliśmy na niej dom. Wprowadziliśmy się do niego razem z moją mamą. Mieszkała z nami jeszcze cztery lata. Gdy zmarła, pochowaliśmy ją na miejscowym cmentarzu, obok jej ojca.

Wiele im zawdzięczamy
- Szybko poczułam się dobrze w Mieszkowicach - przyznaje Elwira. - Chciałam zrobić coś dobrego, w czym od początku Fortek dzielnie mnie wspomagał.
Najpierw założyła grupę gimnastyczną kobiet. W każdy poniedziałek wspólnie ćwiczą na hali przy liceum. - Poza tym łączy nas mocna przyjaźń - opowiada. - Spotykamy się również towarzysko i wspólnie świętujemy różne okazje.
W 1999 r. we współpracy z parafią i pastorem Friedrichem Wilhelmem Ritterem zorganizowała spotkanie dawnych i obecnych mieszkowiczan. Odtąd spotykają się co roku. Potem pomogła miejscowemu gimnazjum w nawiązaniu współpracy z podobną szkołą w Niemczech. 10 grudnia 2004 r. uroczyście otwierała Warsztaty Terapii Zajęciowej przy Stowarzyszeniu na rzecz Osób Niepełnosprawnych "Promyk" w Mieszkowicach.
- Wiele zawdzięczamy jej i panu Fortunatowi - opowiada Alina Leończyk, kierownik placówki. - Byli z nami od samego początku. Najpierw zabierali mnie ze sobą do Niemiec, żebym mogła zobaczyć, jak tam funkcjonują podobne placówki. Potem Elwira zaangażowała się w pozyskanie sporych funduszy na remont budynku po byłej podstawówce w Goszkowie. Dzięki jej staraniom Fundacja Diakonii z Berlina przekazała nam 30 tys. euro.
Dzisiaj z zajęć w warsztatach przez pięć dni w tygodniu korzysta dwudziestu uczestników. Wyszywają, gotują, pieką, zdobią ceramikę, malują obrazy, uczą się tańców towarzyskich i stolarki. W ramach wspólnych polsko-niemieckich warsztatów w Eberswalde wydali książkę o kulinarnych tradycjach obu narodów.
- Duża w tym zasługa Elwiry, która pomogła nam nawiązać kontakty za Odrą - przyznaje kierowniczka warsztatów. - Żeby pan widział, co się tu dzieje, gdy odwiedza nas z Fortunatem. Wszyscy ją znają, każdy chce ją dotknąć, przytulić.

4.11.2005 - Szczęśliwe zakończenie
Dzisiaj w Mieszkowicach Elwira i Fortek znają wielu ludzi. Zaprosili ich na swój ślub i wesele.
- Było to możliwe po załatwieniu wielu formalności - opowiada Elwira. - Za to, gdy czwartego listopada ubiegłego roku wchodziliśmy po schodach do Urzędu Stanu Cywilnego w ratuszu, pomyślałam: czy to nie jest ukoronowanie długiego i nie zawsze lekkiego życia? Jesteśmy pewni, że tak się właśnie stało.

Gazeta Wyborcza, 10 listopada 2006

Ursula, Urszula

Płynie we mnie polska i niemiecka krew. Po wojnie ludzie krzyczeli: O! To ta Niemka! Staram się zrozumieć cierpienie jednych i drugich. Po obydwu stronach byli dobrzy i źli ludzie – mówi Urszula Berlioz, która urodziła się w Kłosowie, a po wojnie mieszkała w Klossow.

Ktoś powiedział mi, że to zwykła kobieta, która przeżyła niezwykłe życie. Zadzwoniłem do niej. – Tak, może rzeczywiście to pana zainteresuje – powiedziała. Spotkaliśmy się w jej starannie utrzymanym domu w Mieszkowicach, 5 km od Kłosowa, wsi, która przed wojną nazywała się Klossow. Zaparzyła herbatę. Zaczęła swą opowieść. Najpierw o ojcu…

Czas Maxa

Był koniec czerwca 1914 roku. Dzisiejszy Kłosów koło Mieszkowic liczył wówczas trzystu mieszkańców. Dopiero co serbski zamachowiec śmiertelnie ranił w Sarajewie arcyksięcia Franciszka Ferdynanda. Już tylko tygodnie dzieliły ludzkość od pierwszej wojny światowej. Chłopi w Klossow mieli jednak inne zmartwienie. W ciepłe wieczory spacerowali wzdłuż pól, badając czy kłosy twardnieją na słońcu. Nadchodziły żniwa. Do kuźni Berlitzów co rusz przyprowadzano konie. Musiały być podkute na zwózkę zboża z pola i orkę. Max spieszył się z robotą, żeby zdążyć do pierwszego koszenia. Miał wtedy dwadzieścia trzy lata.

- Sama kuźnia nie przynosiła wielkich zysków, dlatego prowadził z dziadkami niewielkie, przydomowe gospodarstwo - opowiada Urszula, córka Maxa, rocznik 1928. – Był jednak dobrym kowalem. Od dziecka pomagał dziadkowi w warsztacie. Gdy ten poczuł, że się starzeje, przekazał tacie wszystkie obowiązki.

Młody Berlitz krótko cieszył się ojcowizną. Jeszcze nie wszystko zboże zjechało do spichlerzy, a Niemcy otworzyły front na wschodzie. Odtąd życie Maxa nabrało tempa. Mobilizacja, przydział do kawalerii, wyjazd na wojnę, pierwsze zwycięstwa i klęski potęgowane przez rosyjską zimę. „Koniec jest bliski – donosił rodzicom w grudniu 1917 roku. – Ludzie umierają z ran i wychłodzenia. Nie mamy co jeść. Z braku innego pożywienia żywimy się ptakami i psami.”

Walki na wschodzie zakończył pokój z Rosją, podpisany trzeciego marca 1918 roku. Dowództwo niemieckie rozpoczęło ewakuację swoich żołnierzy na zachód. Max znalazł się wśród tych, którzy zostali w Rosji.

- Nie mógł gorzej trafić – kontynuuje Urszula. – Bolszewicy zaczęli polowanie na szpiegów i wrogów rewolucji. Obcokrajowcy, a zwłaszcza niedawni wrogowie, byli szczególnie podejrzani.

Terror rozgorzał na dobre. Przez kraj przetaczała się fala aresztowań. Max znalazł schronienie w żydowskiej kuźni na przedmieściach Odessy. Za skromną wypłatę, nocleg i wyżywienie pomagał gospodarzowi w prowadzeniu warsztatu.

- Co jakiś czas spotykał się z kolegami w tajnym punkcie kontaktowym – opowiada Urszula. – Zarobione pieniądze zbierali na kupno statku, którym chcieli wrócić do domu. W wielkiej konspiracji kupili starą łajbę, którą wyremontowali, a potem popłynęli do Hamburga. Po dopłynięciu do celu okazało się, że nie kursują pociągi.


Po powrocie do domu w Klossow na nowo zajął się kuźnią. Kuł podkowy, naprawiał narzędzia a w sobotnie popołudnia śpiewał w Związku Śpiewaków.

Czas Władzi

Władzia Godurkiewicz urodziła się w 1895 roku. Ojcowskie morgi w Szempinie koło Gniezna nie gwarantowały przyszłości ani jej, ani dwóm siostrom i bratu. Dlatego w 1913 roku zdecydowała się na wyjazd do Kurzycka. Pomogła jej w tym koleżanka. Wujek dziewczyny był ordynansem zarządcy miejscowych dóbr. Za jej namową wystarał się o pracę dla Władzi w domu swojego pryncypała. Ten dla wygody dał jej nowe imię. Odtąd Walji, szczupła i niebieskooka blondynka, gotowała, piekła i podawała do stołu w pańskim domu.

- Tęskniła za domem – opowiada Urszula. – We wsi pracowali inni Polacy, zarobkowi emigranci. Pomogli jej znieść rozłąkę. Poza tym zaprzyjaźniła się z Niemcami. Razem pracowali, jedli i bawili się.

Do 1945 roku wieś nazywała się Voigtsdorf. Od Klossow dzieliły ją dwa kilometry brukowanego traktu. W niedzielne popołudnia jej mieszkańcy i przybysze z Polski chodzili do Klossow na zabawy oraz koncerty śpiewaków. Gospoda starego Zemraua stawała się wtedy najludniejszym miejscem we wsi. Gdy nie było wolnych miejsc na Sali, ludzie słuchali występu śpiewaków, stojąc przy oknach. Tam Władzia poznała Maxa Berlitza.

- Był dobrze zbudowanym, postawnym mężczyzną – wspomina Urszula. - Oczarował mamę śpiewem i radosnym usposobieniem. Lubił się śmiać i dowcipkować. Dopiero później nadeszły czasy, gdy zagłębiał się w zadumę i smucił.

Po jednym z koncertów w sierpniu 1920 roku Max i Władzia pierwszy raz poszli na spacer. Dwa lata później w czerwcu pastor udzielił im ślubu w chojeńskim kościele.

- Ich związek nikogo nie dziwił – opowiada Urszula. – Polacy mieli dobrą opinię u gospodarzy. Wywiązywały się z tego przyjaźnie i związki. Moi rodzice nie byli pierwszym niemiecko – polskim małżeństwem w okolicy.

Po ślubie Władzia przeniosła się do Berlitzów. Chodziła na nabożeństwa w ewangelickim kościele i pomagała teściom w przydomowym gospodarstwie. Max unowocześnił kuźnię. Przyjął praktykanta i kupił tokarkę. Oprócz napraw zepsutych narzędzi zaczął wyrabiać kosy.

- Rodzice ciężko pracowali – opowiada Urszula. - Mimo to żyli bardzo skromnie. Tygodniowy zarobek ojca szybko tracił wartość. Rozkładał na stole pieniądze a mama wydzielała sumy na konkretne zakupy. Przez lata wielu rzeczy musieliśmy sobie odmawiać.

Po przegranej I wojnie światowej Niemcy pogrążyły się w kryzysie. Szalała inflacja, przybywało bezrobotnych. Rolnikom z Klossow także nie wiodło się najlepiej. Niektórzy stracili swoje gospodarstwa. Poszli na służbę do bogatszych sąsiadów. Za jedzenie, kąt do spania i niewielkie pieniądze uprawiali cudze grunty.

- Raz w miesiącu świętowali dzień wody – wspomina Urszula. - Gospodarz pozwalał im wtedy korzystać z niej za darmo, bez odliczania kwoty z zarobku. Bieda i brak perspektyw na przyszłość to jedyne określenia, które przychodzą mi na myśl w odniesieniu do tego okresu. Według danych statystycznych z 17 maja 1933 roku w marcowych wyborach do Reichstagu w powiecie chojeńskim na NSDAP głosowało pięćdziesiąt pięć procent uprawnionych. Trzy lata później w Klossow naziści rozparcelowali grunty należące do zadłużonego majątku. W pierwszej kolejności otrzymywali je ci, którzy stracili swoją ziemię podczas kryzysu.

- Poza tym dostali kredyty z wieloletnim terminem spłaty – wspomina Urszula. – Do tego konie, bydło, maszyny do młócenia, węgiel, meble i bony na odzież.

We wsi przybywało nowych gospodarstw. W 1939 roku liczyła już pięciuset czternastu mieszkańców. Niektórzy krytykowali poczynania nowej władzy.

- Stracili tanich robotników – tłumaczy Urszula. - Przestali, gdy wybuchła wojna i do wsi przybyli przymusowi robotnicy. Dodatkowo w gospodarstwach pracowały dziewczęta ze Służby Pracy.

Mieszkały w baraku na skraju wsi. Same córki inteligentów i artystów. Przyjeżdżały nawet z Wiednia. Były po maturze. Nim poszły na studia musiały oddać Rzeszy dwa lata fizycznej pracy. Poza tym armia dobrze i bez opóźnień płaciła za żywność dostarczaną w kontyngencie. To był argument na korzyść władzy. Inni nie przestali jej krytykować.

Max był w tej drugiej grupie. Nie wierzył w Tysiącletnią Rzeszę. Swoimi wątpliwościami dzielił się z klientami warsztatu.

- Mama miała o to do ojca pretensje – wspomina Urszula. – Bała się, że ktoś na niego doniesie i trafi do aresztu. Wreszcie przestał głośno wypowiadać swoje poglądy w towarzystwie obcych ludzi.

Czas Zygfryda

Rok po ślubie Berlitzowie doczekali się syna. Chłopiec otrzymał imię Zygfryd. Dorósł, poszedł do szkoły i terminował przy Maxie w kuźni. Wbrew rodzinnej tradycji nie chciał być kowalem. Skończył praktykę u ojca i zatrudnił się jako ślusarz na wojskowym lotnisku w Chojnie.

Gdy wybuchła wojna, poborowi z Klossow poszli na front. Max jako weteran nie dostał powołania. Zygfryd był jeszcze za młody, żeby służyć w armii.

- Pięknie wyglądali w mundurach - wspomina Urszula. – Uśmiechnięci i przystojni żegnali się z nami, jakby wyjeżdżali na wycieczkę. Prości, wiejscy chłopcy. Dla większości świat kończył się na najbliższej okolicy, żniwach, wykopkach i niedzielnej zabawie. Czy oni wiedzieli, czemu ma służyć ta wojna?

Gazety i plakaty rozwieszane we wsi donosiły o kolejnych zwycięstwach. Z nakazu władz wszędzie wywieszano flagi ze swastyką. Dwa lata później załamała się niemiecka ofensywa w Związku Radzieckim. Zamiast listów z frontu do Klossow coraz częściej docierały telegramy z informacją o śmierci. We wsi zapanował smutek.

– Koło kościoła rodziny poległych ustawiały krzyże – opowiada Urszula. – Tyle mogły zrobić dla swoich ojców, synów i braci. Kobiety stały nad nimi i płakały. Ten przejmujący widok utkwił mi w pamięci.

Rozpoczęła się kolejna mobilizacja. Tym razem nie ominęła Zygfryda. Dzień po otrzymaniu powołania miał się stawić w jednostce pancernej w Neuruppin.

- Przyszłam do domu ze szkoły i zastałam rozpacz – wspomina Urszula. – Ojciec siedział przy stole w kuchni. Milczał. Od początku nie wierzył w zwycięstwo w wojnie przeciw całemu światu. Teraz dotarło do niego, że władza, której nie akceptował, zabiera mu syna na pewną śmierć. Mama płakała.

Troskliwą ręką pakowała do plecaka Zygfryda chleb, kiełbasę, smalec i bieliznę.

Po szkoleniu w Neuruppin młody czołgista pojechał na front. „Nie zdawałem sobie sprawy, że ludzie żyją tu w takiej biedzie – pisał do rodziców na sześć tygodni przed śmiercią. – Pierwszy raz spotkałem nieco bogatszą rodzinę. Zakwaterowano nas w domu urzędnika. Spałem na normalnym łóżku pod kołdrą.”

Zygfryd poległ w walkach w Zagłębiu Donieckim 29 marca 1942 roku.

- To był szok – wspomina Urszula. - Rodzice nie dopuszczali do siebie myśli, że on nie wróci do domu. Płakaliśmy w trójkę. Na placu przy kościele przybył następny krzyż.

Szczegóły śmierci Zygfryda jego bliscy poznali dopiero po wojnie.

- Napisał do nas kolega z jego załogi – wspomina Urszula. – W swoim liście przedstawił przebieg zdarzeń. Najpierw ich czołgiem wstrząsnął wybuch. Po chwili maszyna zaczęła płonąć. Podczas próby wydostania się z czołgu mój brat został trafiony serią z karabinu maszynowego. Jego śmierć zmieniła nasze życie. Pogrążyliśmy się w żałobie.

Czas Uli

Zaczynał się październik 1943 roku. Kierownik szkoły podstawowej w Klossow ogłosił dwutygodniową przerwę w zajęciach. Zaczęły się wykopki. Zamiast na lekcje uczniowie szli na pola.

- Już wcześniej pomagaliśmy rodzinom żołnierzy przy żniwach – opowiada Urszula. - To był normalny, ludzki odruch. Władza rozumiała to nieco inaczej. Przez pracę i naukę mieliśmy stać się godnymi życia w Tysiącletniej Rzeszy.

Bez pytania o zdanie wciągano chłopców do Hitlerjugend a dziewczęta do Związku Dziewcząt Niemieckich. Od marca 1939 roku nabór do tych organizacji był obowiązkowy.

- Nie pamiętam, żeby podczas lekcji w szkole mówiono nam o wyższości Niemców nad innymi narodami – opowiada Urszula. – Za to dwa razy w tygodniu po południu spotykałyśmy się na nauce szycia, gotowania i szydełkowania. Latem pomagałyśmy przy żniwach i w organizacji dożynek. Zimą szyłyśmy kaftany i kapcie ze starych kapeluszy. Odmowa uczestniczenia w tych zajęciach nie wchodziła w rachubę. Nie warto było ryzykować, tym bardziej, że nadchodził koniec reżimu.

W nocy z 29 na 30 stycznia 1945 roku do domu Berlitzów zapukali piechurzy z Wehrmachtu.

- Głodni, brudni i zarośnięci, zupełnie niepodobni do tych, którzy parę lat temu szli na wojnę – relacjonuje Urszula. – Swoją jednostkę zgubili w rejonie Piły. Uciekali z zamiarem przedostania się na zachodni brzeg Odry. Poprosili tylko o coś do jedzenia i picia. Po posiłku pożegnali się i odeszli.

W południe następnego do Klossow weszli rosyjscy zwiadowcy.

- Stałam akurat przed domem i zobaczyłam jak na koniach wizytują okolicę – wspomina Urszula. – Po kilku godzinach nadeszły już całe oddziały. Trzech Rosjan zakwaterowano w naszym domu.

Max ukrył córkę w stodole i czuwał przez całą noc. O dziesiątej rano żołnierze zaczęli zabierać z domów mężczyzn zdolnych do pracy.

- Ojciec był wtedy w kuźni – opowiada Urszula. – Nim go zabrali, zdążył nam jeszcze powiedzieć „do widzenia”.

Max nie wrócił już do domu. Jego los jest nieznany tak, jak los innych mężczyzn, których z nim zabrano. Godzinę po ich odejściu wieś bombardowały niemieckie samoloty.

- Uciekłam z mamą i babcią do piwnicy sąsiadów – kontynuuje Urszula. – Jedna z bomb spadła na nasze podwórko. Wyleciały szyby w oknach. Po wszystkim wyszłyśmy nakarmić krowy. Po południu Rosjanie kazali nam się spakować i w ciągu godziny opuścić wieś.

Mieszkańcy Klossow zebrali się przed kościołem.

- Uformowaliśmy kolumnę ruszyliśmy w stronę lasu – relacjonuje Urszula. – Mieliśmy nadzieję, że niedługo Rosjanie pójdą za Odrę i wrócimy do domu. Kilka dni czekaliśmy na rozwój wydarzeń. Nic się nie działo, a nam brakowało jedzenia. Dlatego poszliśmy do Mieszkowic.

Wyludnione miasteczko robiło przygnębiające wrażenie. W opustoszałych sklepach ktoś powybijał szyby wystaw i rozsypał towar na podłogę.

- Zbieraliśmy mannę z rozdartych worków i gotowaliśmy ją na wodzie – opowiada Urszula. - Tak przetrwaliśmy dwa tygodnie. Potem Rosjanie zabrali nas do podmiejskich gospodarstw. Tam doiliśmy krowy.

Minął kolejny tydzień i mieszkańcy Klossow ruszyli w pieszą podróż do Dębna.

- Pędzono nas w szaleńczym tempie – wspomina Urszula. - Co chwilę trzeba było schodzić z szosy, po której gnały wojskowe samochody. Schorowana babcia opadała z sił. Na postoju w Zielinie zorientowałyśmy się, że odłączyła się od kolumny. Szukałyśmy jej bezskutecznie. Później znajomi przynieśli nam wiadomość, że zmarła i pochowano ją w polu.

Nadeszła noc.

- A wraz z nią koszmar - opowiada Urszula. – We wsi było mnóstwo ludzi. Nocowali w domach, szopach i stodołach. Ukryłyśmy się z mamą i paroma kobietami na strychu domu koło kościoła. Pijani żołnierze siłą porywali dziewczęta. Gwałcili je, strzelali na wiwat, śpiewali.

Rano kolumna znów była na szosie.

- Przez Dębno dotarliśmy do Dolska – kontynuuje Urszula. - Wieś leżała już za linią frontu, dlatego dalej już nie szliśmy. Po zakwaterowaniu w budynkach dawnego majątku paśliśmy krowy. Litewscy folksdojcze podsłuchali rozmowę weterynarzy i ostrzegli nas, że mamy konwojować bydło do Rosji.

Wtedy podjęliśmy decyzję o ucieczce.

W nocy z 23 na 24 kwietnia mieszkańcy Klossow wymknęli się z Dolska. Bez dłuższych postojów przebyli prawie czterdzieści kilometrów. We wsi zastali puste domy. Żołnierze okradali je podczas ich nieobecności. Łupy wynieśli do bunkrów w lesie. Część ukryli w stodołach.

- Poszli na Berlin i można było ruszyć na poszukiwania swoich rzeczy – opowiada Urszula. – Czego w tych bunkrach nie było? Odzież, pościel, naczynia, sztućce, meble a nawet instrumenty muzyczne. Wszystko tak przemieszane, że trudno było znaleźć to, co kiedyś do nas należało. Mimo to udało nam się zdobyć sienniki, łóżka i pościel.

W beczce koło domu Władzia znalazła zapeklowane mięso, a w piwnicy kartofle. Na wieść, że polscy żołnierze szukają kucharki, od razu zaoferowała im swoje usługi. Pod koniec sierpnia do wsi przybył transport Polaków z Kresów Wschodnich. Zaczęli zajmować domy częściowo opuszczone przez ich niedawnych mieszkańców.

- W jednym kwaterowały nawet cztery rodziny – wspomina Urszula. - Kobiety w długich spódnicach suszyły chleb i powtarzały mamie, że długo tu nie zostaną.

W Klossow zamienionym na Kłosów urzędował już polski sołtys. Władzia służyła mu jako tłumacz w rozmowach z miejscowymi. Ci zaprzyjaźnili się z przybyszami. Spotykali się przy kartach i na potańcówkach.

- Ludzie nie wypominali sobie wojny – kontynuuje Urszula. – Dzieli się żywnością. Zimą dzieci przychodziły z kolęda także do niemieckich domów. Mama robiła na drutach swetry, czapki i szaliki. Sprzedawała je Polakom za żywność. Wiosną sadziłyśmy u nich kartofle. Czas mijał i coraz bardziej zdawałyśmy sobie sprawę z tego, że oni tu zostaną.

Czas Urszuli i Bolesława

Do wybuchu wojny niemiecko – radzieckiej Bolesław mieszkał na Wileńszczyźnie. Ledwie odebrał świadectwo ukończenia gimnazjum, Niemcy wysłali go na przymusowe roboty. Tak trafił do pruskiego majątku w obwodzie kaliningradzkim. Zaprzyjaźnił się z jego właścicielem. Pomógł mu w przenosinach do Schwerina, gdy Wehrmacht w pośpiechu wycofywał się na zachód. Tam pryncypał zwolnił go z obowiązków, wyposażył w odzież i zwrócił wolność. Nim zdążył zastanowić się nad najbliższą przyszłością, aresztował go niemiecki patrol. Tym sposobem trafił do Szczecina. Na przedmieściach miasta kopał okopy i rowy przeciwpancerne. Zaplanował ucieczkę. W nocy odpruł z kurtki znaczek z literą P i zbiegł z kwatery pod nieuwagę strażnika. Front przesunął się na zachód. Bolesław zaczął szukać pracy i mieszkania. Szedł na południe, aż trafił do Kłosowa. Tam sołtys zatrudnił go do pilnowania poniemieckiego mienia.

- Poznaliśmy się jesienią 1946 roku – opowiada Urszula. – Wieś opuścili już ostatni Niemcy. Żegnałyśmy się z nimi i nie wiedziałyśmy, co mamy robić. Zostać, czy iść z nimi? Liczyłyśmy jeszcze na powrót ojca.

Bolesław był starszy od Urszuli o rok.

- Dobrze mówił po niemiecku, a ja nie znałam jeszcze polskiego – kontynuuje Urszula. – Często nas odwiedzał i pomagał w różnych pracach domowych. Koniec końców zakochaliśmy się w sobie.

W tym czasie rozpoczęła starania o polskie obywatelstwo. Otrzymała je we wrześniu 1947 roku. Pomogła jej w tym rodzina Władzi, która najpierw potwierdziła jej polskie pochodzenie.

- Ludzie rozmawiali z mamą po polsku, ale nie wierzyli, że jest Polką – opowiada Urszula. – Miała przez to problemy. W marcu milicja aresztowała ją pod zarzutem szpiegostwa. Po kilku dniach zwolniono ją dzięki interwencji człowieka, który kiedyś załatwił jej pracę w Kurzycku, a potem był tłumaczem na posterunku.

Nadeszło Boże Narodzenie. W drugi dzień świąt Urszula i Bolesław pobrali się w mieszkowickim kościele. Zamieszkali w rodzinnym domu panny młodej.

- Wspólnie z mamą prowadziliśmy niewielkie gospodarstwo – opowiada Urszula. – Trzy lata później przyszła na świat Bożenka. Zaczęto mówić o organizacji kołchozu. Wtedy podjęliśmy decyzję o przeprowadzce do Mieszkowic. Tam znaleźliśmy mieszkanie w kamienicy i pracę w mleczarni. W 1955 roku doczekaliśmy się Andrzeja. Żyliśmy szczęśliwie. Mój mąż był bardzo dobrym człowiekiem.

Bożena i Andrzej usamodzielnili się. Założyli rodziny i wyjechali z Mieszkowic. 27 maja 1983 roku Bolesław wybrał się do Szczecina. Chciał odwiedzić lekarza, a potem córkę. Nie zdążył. Zmarł na ulicy niedługo po wyjściu z pociągu. Miał sześćdziesiąt jeden lat.

Tu jest mi dobrze

- Wszyscy mnie opuścili, ale nie narzekam na samotność – mówi podczas naszego ostatniego spotkania. Po chwili do drzwi zapukała sąsiadka i wniosła na talerzu świeżą kaszankę. – Mam wielu znajomych w Polsce i w Niemczech. Ci ostatni chcieli mnie nawet wyswatać w RFN i pomóc w wyjeździe. Nie chciałam jednak więcej zmian w życiu. Tu jest mi dobrze.


Kiedyś zdarzały się incydenty. Ktoś w kolejce do sklepu mówił: „O! To ta Niemka!”

- Było mi przykro – kontynuuje Urszula. - Teraz rozumiem ten akt zawiści, bo wiem, co Niemcy zrobili Polakom podczas wojny. Wszyscy jednak ponieśliśmy tego konsekwencje. Moi rodzice stracili dorobek swojego życia. Ojciec zaginął bez wieści. To bolesne, ale najważniejsza jest zgoda, a nie rozliczenia. Poza tym płynie we mnie polska i niemiecka krew. Staram się zrozumieć cierpienie jednych i drugich, bo po obydwu stronach byli dobrzy i źli ludzie.

Czasem Urszula zagląda do Kłosowa w towarzystwie swoich koleżanek z dzieciństwa.

- Wspominamy dawne czasy, nasze zabawy i przygody – opowiada. – Nie wracamy pamięcią do tych najgorszych chwil z końca wojny. Staramy się przechować w pamięci to, co dobre i żyć teraźniejszością. Młodsze pokolenie rzadziej się tym interesuje. Mają swoje sprawy.

Prosi, żebym nie robił jej zdjęcia.

- Może ktoś mnie źle zrozumie – wyjaśnia swoją decyzję. – Nie chcę nikogo drażnić moim pochodzeniem. Przeszłość trzeba zostawić za sobą.

Gazeta Wyborcza, 3 stycznia 2005

Przybyliśmy tylko na chwilę

– To była niedziela, gdy przyszedł do nas mężczyzna z karteczką, na której było napisane po polsku: „Ja tu kiedyś mieszkałem. Czy mogę zobaczyć dom?” – opowiada pan Bolesław

Jesienią 1947 r. ostatni niemieccy mieszkańcy Mieszkowic zostali wysiedleni za Odrę. Ich miejsce zajęli Polacy, przybysze z centrum kraju, przesiedleńcy z Kresów Wschodnich i więźniowie syberyjskich obozów pracy. W maju 1946 r. w pobliskim Goszkowie osiedlił się Jan Kijana, niegdyś sanitariusz w wojsku marszałka Piłsudskiego, a później ofiara stalinowskich represji wobec Polaków, mieszkańców terenów zajętych przez ZSRR na mocy paktu Ribbentrop – Mołotow.

– Myśleliśmy, że jesteśmy tu tylko na chwilę. Zostaliśmy na całe życie – wspomina Bolesław Kijana, syn Jana.

Wyszliśmy, żeby nie wrócić

10 lutego 1940 r. Związek Radziecki rozpoczął jedną z trzech wielkich deportacji polskiej ludności zamieszkującej tereny zajęte przez Sowietów po 17 września 1939 r. Wśród tysięcy Polaków, których tego dnia wygnano z ich domów, była rodzina pana Bolesława Kijany, jednego z pięciu synów Jana i Emilii. Mieszkali w Skrzyplewie w województwie Nowogródek.

– Dzień wcześniej sąsiad powiedział nam, że szykuje się wywózka – wspomina Bolesław Kijana, wówczas dziewięcioletni chłopiec. – Rano następnego dnia do naszych drzwi zastukało dwóch cywilów i żołnierz uzbrojony w karabin. Dali nam dziesięć minut na spakowanie się. W pośpiechu chowaliśmy do torby ubrania i jedzenie.

Przed domem na wygnańców czekały sanie, na które zapakowali swój bagaż.

– Ostatni raz widzieliśmy nasz dom – opowiada pan Bolesław. – Potem przywieziono nas na stację kolejową Horodzki. Kazano nam wsiadać do wagonów pociągu towarowego. O ucieczce nie było mowy. Wojsko obstawiło cały teren dworca. Po załadowaniu wagonu żołnierze natychmiast zamykali wejście. Dopiero po kilku godzinach ruszyliśmy w drogę, ponieważ do wieczora przywozili na stację ludzi z okolicznych miejscowości.

Na drugi dzień transport dotarł do przedwojennej granicy Polski i Związku Radzieckiego. Tam wysiedleńcy przesiedli się do nowego składu. Po dwóch tygodniach transport przekroczył granicę Europy i Azji. 13 marca pociąg zatrzymał się w miejscowości Kwitok na Syberii.

– Stamtąd trafiliśmy do obozowego baraku w Toporoku – opowiada pan Bolesław. – Z jedenastoma innymi rodzinami zamieszkaliśmy w opłakanych warunkach: wąskie pokoiki, prycze bez sienników, piecyki, do których ciągle brakowało opału, i wszechobecne pluskwy. Jedzenie, czyli pół litra wodnistej zupy na osobę, dostawaliśmy w stołówce. Ci, którzy na drugi dzień po przyjeździe poszli do pracy, otrzymali dodatkowo 400 gramów chleba. Wiosną, mimo zakazu oddalania się od baraków, ruszyliśmy w tajgę na grzyby, jagody i poziomki. Ale i tak brakowało jedzenia. Dzieci rzucały się na resztki chleba. Niedojedzone były agresywne jak zwierzęta.

Kartofle za dniówkę

Jesienią wysiedleńcy pomagali przy wykopkach kołchoźnikom z pobliskiej Nieużydamy. Za dzień pracy każdy otrzymywał wiadro ziemniaków. Wraz z nadejściem zimy rodzinę pana Bolesława przeniesiono do Niżnej Udacznej. Dorośli poszli do pracy przy wyrębie lasu. Latem ojciec pana Bolesława i jego brat Czesław zostali zatrudnieni w zakładzie stolarskim w Kwitoku. Wyrabiali w nim narty dla wojska. Po kilku miesiącach pobytu w Niżnej rodzinę Kijanów przeniesiono do obozu w Górnej Udacznej. Nadeszła zima.

– Kilkudziesięciostopniowy mróz powodował przerwy w dostawach żywności – opowiada pan Bolesław. – Głód uśmiercał wielu ludzi. Chorzy na kurzą ślepotę wieczorem przestawali widzieć. Powszechny był szkorbut, od którego wypadały zęby.

Polska nie zginęła

Pod koniec lipca 1941 r. Polska, reprezentowana przez rząd w Londynie, i Związek Radziecki podpisali układ, w którym Sowieci unieważnili traktaty radziecko-niemieckie z 1939 r. i zgodzili się na tworzenie na terytorium ZSSR polskiej armii.

– Wybuchła euforia – wspomina pan Bolesław. – Ludzie śpiewali „Jeszcze Polska nie zginęła” i płakali ze wzruszenia. Nazajutrz po ogłoszeniu poboru setki ochotników czekały w kolejkach do zapisu.

Po wyjeździe poborowych z Górnej Udacznej w barakach zrobiło się pusto. Do obozu zaczęto przesiedlać Polaków z Niżnej. Tamtejsze baraki zajmowali Niemcy z odblokowanego Leningradu.

– Byli bardzo wycieńczeni i prosili, aby przynosić im jedzenie z Górnej, za co płacili po kilka rubli – opowiada pan Bolesław. – Swoich zmarłych wynosili do pustego baraku. Często nikogo nie informowali o zgonie, żeby nadal otrzymywać przysługującą nieboszczykowi porcję jedzenia. Raz w tygodniu grzebano ciała we wspólnej mogile.

Wiosną 1943 roku wysiedleńcy ze Skrzyplewa osiedlili się w kołchozie „Trud” w Szelichowie. We wsi zamieszkiwanej przez Polaków, Ukraińców, Rosjan, Tatarów, Czuwaszów i Buratów przydzielono im jednopokojowy domek i dwadzieścia arów ogrodu.

– Przeprowadzka była możliwa dzięki układowi Sikorski – Majski – dodaje pan Bolesław. – Po jego zawarciu Polacy mogli wyjechać z obozu nawet do innej republiki.

Bilet do kraju

– Przez kilka lat przyzwyczailiśmy się do naszego nowego życia – opowiada pan Bolesław. – Mimo to nie przestawaliśmy myśleć o powrocie do Polski. Wojna się skończyła, ale nikt nas nie informował, kiedy opuścimy tę niechcianą ziemię.

Wreszcie nadszedł luty 1946 r. W Tajszecie wygnańcy ze Skrzyplewa otrzymali zaświadczenie Polsko-Radzieckiej Komisji Mieszanej do spraw ewakuacji osób narodowości polskiej i żydowskiej.

– Ten dokument uprawniał nas do wyjazdu do Polski – tłumaczy pan Bolesław. – Sprzedaliśmy nadmiar ziemniaków, a zarobione pieniądze miały nam wystarczyć na drogę. W beczce zasoliliśmy wieprzowinę. Z kołchozu dostaliśmy pięćdziesiąt kilogramów pszenicy i dziesięć mąki. Cieszyliśmy się, a znajomi Rosjanie zazdrościli nam wyjazdu. Dziwili się przy tym, że ktoś o nas w ogóle pamiętał.

Pod koniec marca z dworca w Tajszecie wyjechał pociąg towarowy, którym Syberię opuszczali zesłani tam w 1940 r. Polacy.

– Na każdym wagonie wywieszaliśmy biało-czerwone flagi – opowiada pan Bolesław. – Podczas postojów dostawaliśmy jedzenie i opał do wagonów. Po drodze zwiedzaliśmy Moskwę, mijaliśmy opuszczone okopy, umocnienia, leje po bombach, wysadzone w powietrze niemieckie pociągi z bronią, spalone wsie i miasta.

Przed nami tylko Odra

Na jednej z podmoskiewskich stacji pasażerowie pociągu wdali się w rozmowę z niemieckim jeńcem wojennym.

– Zapytał nas, skąd i dokąd jedziemy – wspomina pan Bolesław. – Odpowiedzieliśmy mu, że wracamy na swoje gospodarstwa. Wtedy powiedział, że wiozą nas nad Odrę, na ziemie zabrane Niemcom. O decyzjach na konferencji w Jałcie czytaliśmy w rosyjskiej prasie, którą za darmo dostawaliśmy w kołchozie. Nikt jednak nie przypuszczał, że nie wracamy do domu.

Transport zmierzał ciągle na zachód, aż dojechał do Brześcia Litewskiego. Na nowej zachodniej granicy Związku Radzieckiego na Sybiraków czekał polski pociąg towarowy. W trakcie przesiadki Rosjanie sprawdzili ich dokumenty, po czym transport ruszył w dalszą drogę.

– Podczas pierwszego postoju w Polsce ludzie witali nas chlebem, solą i kwiatami – wspomina pan Bolesław. – Dostaliśmy też dwudaniowy obiad i po 30 zł na dalszą podróż. Gdy dowiedzieliśmy się, że każdy może wysiadać i osiedlać się tam, gdzie chce, z dnia na dzień ubywało pasażerów w wagonach. My jednak jechaliśmy dalej, ponieważ wiedzieliśmy już, że na ziemiach odzyskanych są wolne poniemieckie gospodarstwa.

Przez Warszawę i Poznań pociąg dotarł do Stargardu Szczecińskiego. Tam wagony odstawiono na bocznicę kolejową, a pasażerom kazano szukać wolnych mieszkań.

– Wielu z nas było rolnikami, ale co lepsze gospodarstwa były już zasiedlone – wspomina pan Bolesław. – Dlatego nie chcieliśmy tu zostać.

Ostatecznie po całodziennym postoju w Stargardzie transport ruszył w dalszą drogę. Zatrzymał się dopiero w Godkowie koło Chojny.

– I usłyszeliśmy, że to koniec naszej podróży, ponieważ przed nami jest już tylko granica na Odrze – kontynuuje opowieść pan Bolesław. – W okolicznych wsiach mieszkali już niedawni żołnierze, którzy przeszli do cywila, byli robotnicy przymusowi w Niemczech oraz repatrianci z dawnego województwa tarnopolskiego, lwowskiego, stanisławowskiego i wileńskiego. Było coraz mniej wolnych mieszkań, dlatego należało się gdzieś zatrzymać.

Zaczynaliśmy od nowa

Po krótkich poszukiwaniach Jan Kijana, ojciec pana Bolesława, znalazł dom w pobliskim Goszkowie. We wsi położonej obok szosy z Mieszkowic do Chojny mieszkali już przesiedleńcy z Kresów Wschodnich. Oprócz nich byli też Niemcy, miejscowi oraz ci, którzy rok temu zatrzymali się tutaj w ucieczce przed frontem.

– 3 maja zamieszkaliśmy w budynku należącym niegdyś do miejscowego majątku – opowiada pan Bolesław. – Miał wszystkie okna i drzwi, ale w środku nie było mebli. Obok niego stały budynki gospodarcze. Nasze położenie traktowaliśmy jednak jako tymczasowe. Mieliśmy jeszcze nadzieję, że wrócimy w rodzinne strony.

Mimo to tydzień później ojciec rodziny pojechał pociągiem w Lubelskie do swoich rodziców. Przywiózł od nich dwa prosiaki i 20 kur. Po drodze kupił jeszcze kozę i z takim inwentarzem rozpoczął gospodarowanie w Goszkowie. W oczekiwaniu na zmianę swojego położenia przesiedleńcy posadzili ziemniaki, a latem zebrali kilkaset kilogramów ziarna z samosiewów zbóż.

– Zaczynaliśmy życie od nowa – wspomina pan Bolesław. – Nie było nam łatwo, ponieważ przybyliśmy tu bez żadnego dobytku. Ludzie, którzy nie byli na Syberii, śmiali się z naszej biedy. Wielu nie zdawało sobie sprawy, gdzie byliśmy i co tam przeszliśmy. A nikt ich przecież oficjalnie o tym nie informował.

Wy tu zostaniecie

Napływowi mieszkańcy Goszkowa dotrwali do jesieni. Po kilku miesiącach oczekiwania na zmianę swojego położenia zaczęli urządzać się w nowym miejscu.

– Wydawało nam się, że będziemy tu najdłużej dwa, trzy tygodnie – wspomina pan Bolesław. – Byliśmy już ponad pół roku i nic nie wskazywało na to, żeby coś się miało zmienić. W końcu ludzie zaczęli orać ugory, obsiali je i zaczęli czekać na zbiory.

W efekcie jedni uprawiali już własną ziemię, drudzy zarabiali na życie, pracując u gospodarzy.

– A w ramach zapłaty dostawali jedzenie, ziarno na zasiew lub meble pozostawione przez wysiedlonych Niemców – wspomina pan Bolesław. – Te dostarczali gospodarzom szabrownicy, którzy już po przejściu frontu plądrowali opuszczone zagrody. Podobnie było z pałacem w Goszkowie. Gdy przyjechaliśmy do wsi, zastaliśmy tylko ogołocony budynek. Ci, którzy przybyli tu wcześniej, opowiadali, że Rosjanie zdemolowali jego wnętrze i rozstrzelali zarządcę w pobliskim lesie.

U gospodarzy pracowali również Niemcy, a ich dzieci bawiły się razem z dziećmi Polaków.

– Zjednoczyła nas powojenna bieda – opowiada pan Bolesław. – Siedem niemieckich rodzin zamieszkiwało budynek na pałacowym podwórzu. Byli bardzo pracowici. Nauczyli nas uprawy buraków cukrowych, rośliny w moich rodzinnych stronach prawie nieznanej. Wspólnie bawiliśmy się na potańcówkach. Jeszcze wcześniej, gdy na krótko pociąg zatrzymał się w Chojnie, niemiecki ksiądz z miejscowej parafii ochrzcił dziecko z naszego transportu. Kilka miesięcy później przywiozłem go furmanką do Goszkowa. Pobłogosławił kościół, nadając mu przy tym wezwanie świętego Jana.

15-letni wówczas Bolesław zaprzyjaźnił się z sześcioletnim Helmutem.

– Często do nas przychodził, żeby coś zjeść – wspomina po latach. – Dobrze pływałem, dlatego matka pozwalała chłopcu kąpać się pod moją opieką w jeziorze.

Latem 1947 r. niemieckich mieszkańców Goszkowa wysiedlono za Odrę.

– Opuszczali wieś wyposażeni w małe wózki, na których wieźli swój niewielki dobytek – opowiada pan Bolesław. – Nie wszyscy chcieli wyjeżdżać. Jeszcze kilka miesięcy wcześniej, gdy mieliśmy nadzieję na powrót na Kresy, mówili nam: „To nas wywiozą, a wy tu zostaniecie”. Minęły dwa lata od zakończenia wojny i przyzwyczaili się do nowych okoliczności życia. I nagle znowu wszystko musieli zaczynać od nowa.

Ja tu kiedyś mieszkałem

W 1949 r. rodzice pana Bolesława gospodarzyli na 15 hektarach ziemi. Mieli już krowę i dwa konie.

– Nie było problemów ze zbytem produkcji, chociaż nie zawsze płacono za towar pieniędzmi – wspomina pan Bolesław. – Bywało, że za buraki dostawaliśmy cukier, a za len materiał. Zmiany przyszły jesienią, gdy zaczęto przymuszać ludzi do wstąpienia do spółdzielni produkcyjnej. Na opornych nakładano obowiązkowe dostawy mleka, zboża i mięsa. Nie mieliśmy wyjścia. Wstąpiliśmy do spółdzielni, oddając jej nasz sprzęt rolniczy i konie.

Za namową kierownika szkoły w Mieszkowicach pan Bolesław został słuchaczem kursu dla nauczycieli w Szczecinie. Pół roku później rozpoczął pracę w Rybokartach koło Gryfic. Jesienią 1953 r. poszedł do wojska. Po odbyciu służby pracował w szkole w Bielinie i w Gromadzkiej Radzie Narodowej. W 1959 założył rodzinę. Rok później, po śmierci ojca, zaopiekował się rodzinnym gospodarstwem. Po rozwiązaniu spółdzielni utworzono w jej miejsce Państwowe Gospodarstwo Rolne.

– Mieszkaliśmy w budynku należącym do tego gospodarstwa – opowiada pan Bolesław. – Z tego powodu musieliśmy go opuścić i poszukać sobie nowego mieszkania.

W 1966 r. rodzina przeniosła się do pobliskich Mieszkowic. Tam pan Bolesław przejął gospodarstwo opuszczone przez poprzednich właścicieli, którzy zdali je na skarb państwa i przeszli na rolniczą rentę. Nowy gospodarz wyremontował zaniedbany, ponadstuletni dom i obejście.

– Pewien Polak, który pracował w Mieszkowicach w czasie wojny, opowiadał mi, że kiedyś mieszkała w nim rodzina Brauerów – wspomina pan Bolesław.

Reszty dowiedział się w 1988 r., gdy odwiedził go syn byłego właściciela gospodarstwa.

– To była niedziela, gdy przyszedł do nas mężczyzna z karteczką, na której było napisane po polsku „Ja tu kiedyś mieszkałem. Czy mogę zobaczyć dom?” – opowiada pan Bolesław. – Był tu pierwszy raz od wysiedlenia do Niemiec. Ze względu na podobne przeżycia wojenne dobrze rozumiałem jego wzruszenie. Przed swoją śmiercią był u nas jeszcze kilka razy. Podczas jednego z tych spotkań przekazaliśmy mu Pismo Święte z dedykacją. Okazało się, że to był prezent, który jego rodzice dostali w 1926 r. w dniu ślubu.

I tak tęsknię

57 lat po przyjeździe na tzw. Ziemie Odzyskane Bolesław Kijana pomaga synowi w prowadzeniu gospodarstwa, które przekazał mu po przejściu na emeryturę.

– Przywiązałem się do miejsca, w którym rozpoczęliśmy nowe życie. Tu założyłem rodzinę i tutaj urodziły się nasze dzieci i wnuki. Mimo to tęsknię za rodzinnymi stronami, do których wracam już tylko we wspomnieniach. Nie wiem, czy je jeszcze kiedyś zobaczę.

Gazeta Wyborcza, 30 maja 2003

Człowiek wobec historii, czyli…

Po drugiej wojnie światowej polscy robotnicy przymusowi w Niemczech mogli wracać do domu. Jakub Przewłocki zamiast do rodzinnych Ziabek na Wileńszczyźnie trafił do sowieckiego łagru. Dopiero w 1958 roku w Mieszkowicach skończyła się jego wędrówka.

„Co z was za robotnicy!”

Pan Jakub miał siedemnaście lat, gdy w kwietniu 1942 roku ze starszym bratem Leonem trafił na przymusowe roboty do Niemiec.

- Do fabryki zegarków w Schramberg – precyzuje. – Mieszkaliśmy w barakach przy zakładzie. Oprócz niedzieli codziennie sortowaliśmy w magazynie części do zegarków. Lekka praca, gorzej z jedzeniem. Głównie zupa i ziemniaki w mundurkach. Dożywiali nas Niemcy, którzy z nami pracowali. Majster przynosił mi kanapki z szynką a znajoma Niemka marmoladę.

Doczekali końca wojny. Jakub chciał wracać do domu. Leon stwierdził, że zostaje.

- Zakochał się w Niemce, mojej przyszłej bratowej – wyjaśnia pan Jakub. – Pożegnałem go i ruszyłem w drogę.

Amerykanie podwieźli go ciężarówką wraz z innymi Polakami do sowieckiej strefy.

- Przytyliśmy na ich wikcie, na sobie mieliśmy odświętne ubrania, które nam dali na odchodnym i podręczny bagaż – wspomina. – Przez to Rosjanie patrzyli na nas podejrzliwie. Jeden z nich krzyknął: „Co z was za robotnicy!” Zabrali nam bagaż, ogolili głowy i na kilka dni zamknęli w koszarach. Potem zapakowali nas na ciężarówki. Po kilkunastu godzinach jazdy stanęliśmy w leśnym obozie. Siedzieliśmy za drutami dwa tygodnie. Potem pociągiem zawieźli nas do Doniecka. Tam była szybka selekcja: ty do kopalni, ty do huty.

Wyrok

Pracowałem w hucie na zakładowej kolei – kontynuuje pan Jakub. – Mieszkałem w wielkiej parowozowni. Często byłem głodny, bo kartki żywnościowe wystarczały na dwa tygodnie. Uciekłem stamtąd po sześciu miesiącach.

Nie poszedł do pracy, za to pojechał pociągiem do Ziabek.

- Minęło następne pół roku – opowiada. – Wtedy milicjant powiedział mi na zabawie, że szukają mnie listem gończym. Radził, żebym uciekał do sąsiedniego rejonu. Wróciłem do domu, spakowałem się i wyjechałem.

Po wyjeździe zatrzymał się u gospodarza w Górkach.

- Zatrudnił mnie za nocleg i jedzenie – wspomina. - Potem się ożeniłem. Z żoną i teściową prowadziliśmy gospodarstwo. Ktoś jednak na mnie doniósł i dostałem wezwanie na milicję. Już mnie stamtąd nie wypuścili, ale przewieźli do aresztu w Połocku.

26 grudnia 1947 roku Trybunał Wojskowy skazał go na pięć lat łagru za samowolne oddalenie się z pracy.

- Po wyroku trafiłem do Orszy koło Mińska – kontynuuje. – Tam znajdował się punkt zbiorczy dla skazanych w różnych procesach. Wsadzili nas wszystkich do pociągu i ruszyliśmy w drogę.

„Nikomu nie mów, gdzie byłeś”

Trzy tygodnie później był już w Irkucku na Syberii.

- Stamtąd przewieźli nas ciężarówkami do obozu w Mongolii – wspomina. – Jedna brygada kopała ziemianki. Druga, a w niej ja, grodziła je drutem kolczastym. Potem pracowałem przy budowie nasypu kolejowego. To była ciężka i wyczerpująca robota. Nie było jak uciekać, bo nie wiedzieliśmy, gdzie dokładnie jesteśmy. Łagier nie miał nazwy. Postanowiłem te pięć lat przegarować a potem wrócić do domu i żony.

Łatwo jednak nie było.

- Nieraz przez dwa tygodnie nie dawali nam chleba – opowiada. – Żeby przeżyć, jedliśmy korzenie i dziki czosnek. Chorych nikt nie leczył. Gdy umierali, grzebaliśmy ich za obozem.

W maju 1948 roku władze ogłosiły częściową amnestię, która objęła pana Jakuba.

- W sierpniu wezwali mnie do obozowego NKWD – wspomina. – Dostałem zwolnienie z łagru. Napisali w nim, że wracam z powrotem do Doniecka, do huty. Na koniec powiedzieli: „Nikomu nie mów, gdzie byłeś i co robiłeś, bo wrócisz tu z powrotem”.

„Zaczęliśmy nowe życie”

- W Doniecku wytrzymałem kolejny rok – opowiada. - Kartki na żywność wymieniłem na bimber. Chirurg wypisał mi za niego długie zwolnienie z pracy. Mogłem bezpiecznie jechać do swoich.

Pod jego nieobecność żona wciąż prowadziła gospodarstwo.

- Nie wiedziała o moim losie – mówi. - Mimo to czekała. Nie żyliśmy jednak w Polsce a sowieci zaprowadzali swój porządek. Na siłę ciągnęli nas do kołchozu. Nie chciałem żyć w kolejnej niewoli. Postanowiliśmy wyjechać do Polski. Władze jednak nie chciały się zgodzić.

Swoją sprawę opisał polskiej ambasadzie w Moskwie.

- Pomogło – przyznaje. - W sierpniu 1958 roku dostaliśmy zgodę na wyjazd. Z żoną, córką i synem trafiłem do punktu repatriacyjnego w Chlebówku koło Stargardu Szczecińskiego. Stamtąd kuzyn żony ściągnął nas do Mieszkowic. Zaczęliśmy tu nowe, lepsze życie.

Dostał pracę na kolei. Jego żona opiekowała się Stasiem a Irenka poszła do szkoły.

- Potem została pielęgniarką – opowiada pan Jakub. - Staś wyjechał do Wrocławia. Maluje a swoje obrazy wystawia w Polsce i za granicą.

W 1993 roku został wdowcem. Nie czuje się samotny.

– Mam pięcioro wnuków i czworo prawnuków – mówi na koniec. - Czytam, jeżdżę rowerem, mam ogródek i pielęgnuję kwiaty. Zdrowie mi dopisuje, mam wielu znajomych. Czuję się szczęśliwy. Czego więcej trzeba?

Kurier Szczeciński, 14 maja 2007

Życie po Oświęcimiu

Po wybuchu Powstania Warszawskiego tylko w czterech transportach hitlerowcy deportowali do Auschwitz 13 tys. mieszkańców stolicy. Wśród nich była Marianna Bocian z czterema córkami. Gdy pięć miesięcy później żołnierze Armii Czerwonej weszli do obozu, zastali w nim ledwie trzystu „politycznych” z Warszawy. Pozostali nie przetrwali nieludzkich warunków albo zostali wywiezieni przez Niemców.

- Znalazłyśmy się z mamą w tej drugiej grupie – opowiada Janina Łopatko, najmłodsza córka Marianny i Józefa Bocianów. – To oznaczało dalszy ciąg naszej gehenny.

Pani Janina zaparzyła herbatę.

- Chciałabym zapomnieć o obozie – mówi. – Byłam wtedy jeszcze dzieckiem. Po tylu latach nie mogę przestać płakać. Proszę dać mi trochę czasu.

Umówiliśmy się na następne spotkanie.

- Zadzwonię do Marysi, mojej starszej siostry – zaproponowała na koniec. – Ona może więcej pamiętać. Poza tym razem będzie nam łatwiej.

Początek powstania

Kończył się lipiec 1944 roku w okupowanej Warszawie. Dwadzieścia cztery lata wcześniej Józef Bocian na przedmieściach stolicy bił się z bolszewikami. Potem leczył w szpitalu ciężką ranę zadaną mu przez rosyjskiego piechura. Cztery lata po sławnej wiktorii ożenił się z Marianną Szczęsną i przeprowadził do Warszawy. Tam poszedł do pracy w oczyszczaniu miasta. Pensja i renta wojennego inwalidy wystarczyły na utrzymanie żony i czterech córek. Mieszkali na parterze kamienicy przy Żytniej 18 na Woli. W styczniu 1944 roku najstarszą z dziewcząt, Józefę, wydał za mąż za Janka Anckiewicza. Codziennie przed siódmą wychodził do pracy. Robotę przeplatał z wyjazdami na wieś po żywność, której brakowało w Warszawie. Polnymi drogami i skrótami na przedmieściach przemycał rowerem jajka, warzywa, mąkę a czasem mięso.

- Kończyłam wtedy 17, Józia 20 a Antosia 18 lat – zaczyna Maria, gdy spotykamy się w jej domu w pierwszą sobotę stycznia. – Wszystkie pracowałyśmy. Dlatego pierwszego sierpnia po śniadaniu pobiegłam na przystanek tramwajowy na rogu Okopowej i Leszna. Stamtąd ósemką dojeżdżałam do niewielkiego zakładu niklowania i chromowania na Książęcej. Na miejscu okazało się, że nikt poza mną i koleżanką nie przyszedł do pracy. Po namyśle zaszłyśmy do kościoła na Placu Trzech Krzyży. A tam niecodzienny jak na tą porę widok. Do spowiedzi ustawiły się kolejki młodzieży. Wyczuwało się jakąś szczególną atmosferę. Dochodziło południe, gdy wróciłam do domu. Nikogo w nim nie było.

- Byłyśmy z mamą odwiedzić ojca w pracy – wspomina Janina, rocznik 1931. – Ledwie dotarłyśmy do domu, gdy padły strzały. Nie wiedziałyśmy jeszcze, co się dzieje.

Zaczęło się powstanie. O wpół do piątej strzelanina przeniosła się w bliskie sąsiedztwo kamienicy Bocianów. Po walkach z policją powstańcy opanowali Żytnią i kilka sąsiednich ulic. Przy Stawki zdobyli wielkie magazyny Waffen SS z żywnością i umundurowaniem, obsadzili cmentarz żydowski i powstrzymali atak Wehrmachtu od Żytniej na Nowolipki.

- Nadszedł wieczór, a ojca jeszcze nie było w domu – kontynuuje Janina. – Martwiłyśmy się o niego. Gdy wreszcie wrócił powiedział, że zaczęło się powstanie. Mama spakowała najbardziej potrzebne rzeczy i przenieśliśmy się do piwnicy. Odtąd tylko w dzień zakradaliśmy się do domu, żeby coś zjeść.

Zostajemy

W nocy wyrosły barykady na Żytniej i Okopowej. Pod osłoną ciemności powstańcy przegrupowali siły w rejony jeszcze obsadzone przez Niemców. Nazajutrz bili się ze spadochroniarzami z dywizji „Hermann Goering”, którzy próbowali przebić się do wschodniej części dzielnicy. Walki przeciągnęły się na kolejny dzień. Wieczorem niemiecką operację wspierały naloty.

- Ziemia drżała i wydawało się, że dom zaraz się rozpadnie i zginiemy pod gruzami – opowiada Janina. - Powietrze rozdzierał przerażający huk. Do piwnicy wdzierał się kurz i dym, chociaż jeszcze przed wojną zabezpieczono małe okienka workami z piaskiem. Modliliśmy się o życie.

W sąsiedztwie kamienicy Bocianów od bomb zapaliła się stolarnia i fabryka słomianek.

- Baliśmy się, że pożar przeniesie się na nasz budynek – wspomina Janina. – Ojciec z sąsiadami przez okna w strychu posypywał dach piachem. Futryny w oknach okładaliśmy mokrymi szmatami.

Nad ranem piątego sierpnia Niemcy przeszli do brutalnej ofensywy. Podpalali zdobyczne kamienice. Ludzi wyciąganych ze strychów i piwnic używali jako „żywych tarcz” do osłony nacierającej piechoty i czołgów. Rozstrzeliwali pojmanych i rannych powstańców, kobiety z dziećmi oraz personel i pacjentów zajętych szpitali. Na placach i podwórkach palili ciała zabitych w masowych egzekucjach.

- Ojciec zdecydował, że nie możemy dłużej siedzieć i czekać – opowiada Maria. – Planował, że wyprowadzi nas z Żytniej i ukryje gdzieś na cmentarzu. Czekaliśmy, aż zapadną ciemności. Wystarczyło jednak odejść kilka kroków od domu, żeby porzucić ten pomysł. Wokół szalały pożary a w każdej chwili można było zarobić kulkę. Wtedy mama zdecydowała, że zostajemy.

Was wiozą do Oświęcimia

Przez kilka następnych dni powstańcy rozpaczliwie bili się na Woli o utrzymanie swoich pozycji. 10 sierpnia dowódca zgrupowania zdecydował o jego ewakuacji z tego rejonu.

- Usłyszeliśmy nawoływania po niemiecku: wychodzić! Wychodzić! – wspomina Maria. – Nie czekaliśmy aż nas spalą albo wysadzą w powietrze. Nim kazano nam dołączyć do kolumny mama zdążyła jeszcze wbiec do domu. Zabrała z kuchni naleśniki, które zdążyła usmażyć przed nadejściem Niemców.

- To był straszny pochód – dodaje Maria. – Esesmani zabijali tych, którzy zostawali z tyłu. Przed mijanymi przez nas domami siedzieli roześmiani żołdacy. Muzyka ryczała z gramofonów a oni pozowali do zdjęć w apaszkach i ubraniach zrabowanych w zdobytych mieszkaniach.

Kolumna dotarła do obozu przejściowego przy kościele świętego Wojciecha. Na postoju esesmani oddzielili kobiety i dzieci od mężczyzn.

- Wtedy jeszcze nie wiedziałyśmy, że ostatni raz widzimy naszego tatę – opowiada Janina. –Ruszyliśmy dalej i dotarliśmy do obozu w Pruszkowie. Nazajutrz załadowano nas do pociągu towarowego i ruszyliśmy w drogę.

- Nie wiedzieliśmy, dokąd jedziemy – kontynuuje Maria. – Zatrzymaliśmy się w Łowiczu. Ludzie podchodzili do wagonów i pytali się, czy nam coś podać. Potem znowu ruszyliśmy w drogę. Wydawało się, że wracamy z powrotem do Warszawy. Następny przystanek wypadł w Skierniewicach. Do wagonu podszedł jakiś mężczyzna z butelką wody. Powiedział: Jak możecie to wysiadajcie, bo was wiozą do Oświęcimia.

- Byliśmy jednak zbyt dobrze pilnowani, żeby uciekać w piątkę – wspomina Janina. – Żadnej z nas nie przyszłoby do głowy, żeby oddzielić się od reszty. Poza tym jeszcze nie wiedziałyśmy co to Oświęcim.

Czyściec

12 sierpnia pociąg zatrzymał się na bocznicy obozu koncentracyjnego Auschwitz – Birkenau.

- Nie pamiętam jak długo jechaliśmy w ciemnym i zimnym wagonie – kontynuuje Janina. – Był już wieczór gdy otwarto drzwi wagonu i usłyszeliśmy: raus! Uderzyły nas w oczy ostre światła reflektorów. Gdy wzrok przywykł do światła zobaczyliśmy, że pociąg jest otoczony przez esesmanów z psami. Ich ujadanie zaraz zmieszało się z płaczem przerażonych małych dzieci.

- Krzyczano do nas: nie dotykać drutów – dodaje Maria. – W pośpiechu ustawiono nas w kolumnie. Każdej czynności towarzyszyły wrzaski i bicie. Rozejrzałam się wokoło. Ludzie stali złamani, zupełnie bezsilni. Pomyślałam, że jesteśmy w czyśćcu. Potem zaprowadzono nas do baraku pełnym pościeli zrabowanej z kolejnych transportów. Stłoczeni i przerażeni spędziliśmy w nim pierwszą noc.

- Nazajutrz formalnie staliśmy się więźniami Oświęcimia – opowiada Janina. Próbuje odtworzyć w pamięci kolejność wydarzeń. – Najpierw kazano nam oddać wszelkie posiadane przez nas rzeczy. To, co wieźliśmy w bagażu, pieniądze, trochę ubrań, przybory toaletowe, wszystko skrupulatnie odnotowano i zapakowano do papierowej torby z obietnicą zwrotu przy opuszczaniu obozu. Potem ogolono nam głowy i zabrano ubrania. Zostawili mi jednak mój beret i płaszcz.

- Miałam trochę mniej szczęścia – wspomina Maria. – Wydawanie nowych ubrań polegało na tym, że wyciągano nam je ze stosu na chybił trafił. Dostałam takie, które kompletnie na mnie nie pasowały. Nie było jednak czasu na zamianę. Zaraz trafiliśmy do łaźni a nasze ubrania do dezynfekcji.

- Kąpiel była wstydliwa i poniżająca – kontynuuje Janina. – Nigdy dotąd nie widziałyśmy nagości naszych matek, babć i sióstr. Teraz siedziałyśmy na betonowej posadzce i zasłaniałyśmy ciało przed wzrokiem esesmana, który ze szpicrutą przechadzał się po łaźni.

Polityczni i głodni

- Po kąpieli dostałyśmy odzież z dezynfekcji – relacjonuje Maria. – Była jeszcze sztywna i zdeformowana. Ubrałyśmy się jednak, bo czekała nas rejestracja. Na skrawkach materiału dostałyśmy numery oraz czerwony trójkąt. Kazano nam je przyszyć do ubrania. Przestałam być Marią. Stałam się numerem 85 227.

- Na plecach zrobiono nam farbą czerwony pas – dodaje Janina. - Ten kolor przysługiwał więźniom politycznym. W wieku trzynastu lat stałam się jednym z ich, oznaczonym numerem 85 225. Niektórzy nas później wyzywali od powstańczyków, od politycznych z Warszawy. Po rejestracji w obozowych papierach zaprowadzono nas pod eskortą do Brzezinki. Oddzielono mnie od mamy, Marysi, Józi i Antosi. Trafiłam do bloku numer szesnaście, do dzieci. Byłam przerażona i płakałam. Nie wiedziałam czy je kiedykolwiek jeszcze zobaczę.

- Byłyśmy załamane rozdzieleniem z Jasią i warunkami w bloku - opowiada starsza z sióstr. – Chłód, głód, wszy, pluskwy i świerzb oraz sen na zatłoczonych pryczach. Do tego bezwzględny nakaz stawiania butów na ziemi. Niektórzy dla wygody albo ze strachu przed kradzieżą kładli je pod głowę. Podczas wizytacji bloku pewna staruszka nie zdążyła postawić je przed pryczą. Wtedy esesman zbił ją szpicrutą.

- Najbardziej jednak dokuczał nam głód – wspomina Janina. - Rano dostawaliśmy mannę na wodzie, potem kawałek chleba z margaryną i łyżką marmolady oraz odrobinę cukru. Byliśmy ciągle niedożywieni.

- Różne potrawy stały się częstym tematem w bloku - dodaje Maria. – Rzeczywistość była jednak brutalna. Ludzie przyciśnięci głodem zabierali skąpe racje słabszym od siebie. Dlatego do jedynej toalety ustawiały się kolejki kobiet z pajdami chleba w rękach. Nikt nie zostawiał swojej porcji poza zasięgiem wzroku. Wtedy to się nie nazywało kradzieżą, lecz organizacją. Kiedyś Antosia przyniosła mi kawałek brukwi przemycony z roboty przy przebieraniu. Blokowa odkryła sprawę. Uderzyła mnie w twarz i zabrała posiłek.

Zostałyśmy same

- W moim bloku były też cygańskie i rosyjskie dzieci – wspomina Janina. – Te najmniejsze musiałyśmy wyprowadzać do prowizorycznej toalety. Co jakiś czas czyściłyśmy wiadra, do których się załatwiały. Wszelkie zabawy były zabronione.

- Najgorsze były jednak apele – twierdzi dziś Maria. - Czyli kilkugodzinne stanie na dworze, bez względu na deszcz, śnieg, mróz czy upał. Do tego co jakiś czas blokszpery, niezapowiedziane wizyty składane nam wtedy, gdy podejrzewano, że ktoś posiada na przykład antyniemieckie ulotki. Wszyscy musieliśmy stać przed blokiem, a w środku trwała rewizja. Nie wolno nam było za to wychodzić z bloku, gdy prowadzono ludzi na zagładę. Wiedziałyśmy jednak o zbrodniach i powtarzałyśmy sobie, że musimy się trzymać razem i przeżyć. Na początku października spadła na nas wiadomość, że pójdziemy na transport.

- Mama mieszkała wtedy w bloku siedemnastym, dla matek – opowiada Janina. – Gdy siostry wyjeżdżały z obozu, chciała się z nimi pożegnać. Blokowa nie chciała jej jednak wypuścić. Szczęśliwie wmieszała się w grupę wynoszącą z budynku zwłoki kobiety. Tak udało jej się dostać w pobliże ich bloku.

- Widziała jak nas zabierają na rampę – relacjonuje Maria. – Płakałyśmy. Rozstanie bardzo bolało. To trzeba przeżyć, żeby zrozumieć, co czułyśmy. Dla otuchy powtarzałyśmy sobie, że tam gdzie jedziemy będzie lepiej i kiedyś znów się spotkamy.

- Zostałyśmy same – kontynuuje Janina. – Czasami mamie udało się zbliżyć do mojego bloku i ukradkiem podać mi kawałek chleba. Raz blokowa to zauważyła. Podbiegła do mamy i uderzyła ją w twarz. Trafiały się różne blokowe. Wulgarne, skore do karania biciem i wyzywania za byle co. Trzymałyśmy się jednak życia. Koniecznie chciałyśmy przeżyć.

Odkładałyśmy chleb na wigilię

9 października pociąg zatrzymał się w na rampie obozu koncentracyjnego Flossenburg.

- Najpierw przeszłyśmy podobne obrzędy jak w Oświęcimiu – opowiada Maria. – Odwszawianie, kąpiel i rejestracja.

Odtąd Maria była numerem 55 267.

- Potem poszłyśmy do pracy w zakładzie, który produkował części do samolotów i łodzi podwodnych – kontynuuje. - Był tam jeden Niemiec, który często zostawiał nam zupę. Prosił, żeby nikomu o tym nie mówić. Znowu walczyłyśmy o przetrwanie. Szła zima. Dostałam starą jesionkę. Z podszewki rękawów siostry zrobiły mi pończochy. Musiałam jednak wyglądać bardzo biednie, bo na jednym z apeli starsza obozu wywołała mój numer. Pewna obaw wystąpiłam z szeregu. Bałam się, że może będą chcieli mnie rozstrzelać. Wtedy ona zabrała mnie ze sobą do magazynu odzieży. Tam dostałam sweter, w którym były wszy uduszone podczas dezynfekcji. Mimo to cieszyłam się. Do dzisiaj nie mogę wytłumaczyć tego odruchu naszej przełożonej.

Zbliżało się Boże Narodzenie.

- Od kilku dni odkładałyśmy chleb na wigilię – wspomina. - Któregoś dnia esesmani zrobili i zwinęli nam wszystkie zapasy. Potem zbliżała się wiosna i rygory nieco zelżały. Zaczęliśmy się buntować przeciwko jedzeniu obierek. Wtedy zamiast bicia tłumaczono nam, że są problemy z dostawą żywności. Słabsi umierali z głodu a żyjący jeszcze marzyli o jedzeniu. W marcu rozeszła się po obozie pogłoska, że czeka nas następny transport. Mówiło się także o wymordowaniu wszystkich więźniów w ramach likwidacji obozu. Niektórzy nie wytrzymywali psychicznie. Nasza znajoma Jasia twierdziła, że przychodzi do niej ojczym i każe jej się rzucić na druty. Wcześniej widziała jak rozstrzelano jej matkę. Gdy w dniu wyjazdu wypędzano nas z bloku stała nieruchomo i rozglądała się wokoło. Esesman zastrzelił ją bez oporów. Zapakowano nas do wagonów towarowych i ruszyłyśmy w drogę.

Wolność

Był styczeń 1945 roku. Do Oświęcimia zbliżał się front. Załoga obozu pośpiesznie niszczyła wszelkie dowody ludobójstwa. Płonęły dokumenty z rejestrami więźniów i baraki, w których przechowywano zrabowane mienie. Pod okiem esesmanów więźniowie rozbierali piece i budynek krematorium.

- Doczekałyśmy dziesiątego stycznia, dnia, w którym wywieziono nas z Oświęcimia do Rzeszy – opowiada Janina. – Przy opuszczaniu obozu z zarekwirowanych nam rzeczy oddano mamie tylko nasze zdjęcie z zabawy choinkowej, zrobione jeszcze przed wojną.

W marszach śmierci wyprowadzono z Auschwitz prawie sześćdziesiąt tysięcy więźniów. W szaleńczym tempie pędzono ich na dworce kolejowe w Gliwicach i Wodzisławiu Śląskim.

- To była gehenna – relacjonuje Janina. – Najsłabsi umierali po drodze albo dobijała ich eskorta. Esesmani wyładowywali na nich swoją agresję, za to, że muszą z nami iść. Biciem poganiali tych, którzy nie mogli nadążyć za resztą.

Dwa dni później, 12 stycznia 1945 roku, w jednym z berlińskich urzędów pracy, wydano Mariannie Bocian kartę zatrudnienia w Blankenberg, na północno – wschodnich przedmieściach stolicy.

- Stamtąd codziennie jeździłyśmy metrem na porządkowanie Berlina po nalotach – opowiada Janina. – Razem z innymi kobietami z naszego transportu sprzątałyśmy gruzowiska i czyściłyśmy cegły. Później zatrudniano nas do kopania okopów i rowów przeciwczołgowych. Podczas bombardowań nie wpuszczano nas do schronów. Pozostawała nam tylko modlitwa o życie.

W kwietniu front dotarł pod Berlin.

- Zapanował kompletny chaos – relacjonuje. - Nie dostawaliśmy jedzenia. Kilkaset metrów od obozy na bocznicy stały wagony kolejowe z kartoflami. Kto tylko mógł szedł po nie i gotowaliśmy je na prowizorycznych paleniskach z poukładanych cegieł. Wreszcie nadszedł dzień wolności. Dwudziestego drugiego kwietnia do dzielnicy, w której pracowałyśmy, weszli Rosjanie. Odprowadzili nas na tyły, do wielkiego gospodarstwa na głębokich przedmieściach. Tam pozwolono nam przenocować i zjeść. Mama ugotowała nam rosół z kury, którą dostała od jednego z żołnierzy. Jadłam powoli i cieszyłam się smakiem jedzenia. Następnego dnia dotarłyśmy do polskich żołnierzy. Mogłam wyrzucić stare drewniaki, bo jeden z oficerów dał mi nowe pantofle. Potem umieścił nas w samochodzie jadącym po zaopatrzenie do Morynia. Przejechaliśmy Odrę po moście pontonowym w Gozdowicach. Ostatecznie zawieziono nas do Mieszkowic.

Nie ma dokąd wracać

- Wysiadłyśmy na rynku i poszłyśmy do wojskowego komendanta miasteczka – kontynuuje Janina. - Powiedział nam: Do Warszawy nie macie po co wracać. Miasto jest kompletnie zniszczone. Tutaj dostaniecie mąkę, upieczecie chleb, znajdziecie jakiś kąt na mieszkanie, a jak odnajdziecie rodzinę, to będziecie mogli lepiej się zorganizować. Po noclegach w kilku różnych miejscach pierwszego maja na stałe przenieśliśmy się do domu, w którym mieszkam do dzisiaj. Nie wiedziałyśmy jednak nic o losie sióstr, ojca i szwagra.

- Tymczasem zawieziono nas do obozu w Ravensbruck – opowiada Maria. - Po paru dniach znów wsadzili nas do wagonów. Nie pamiętam jak długo trwała podróż. Na początku maja znalazłyśmy się w Pradze. Staliśmy na bocznicy. Mimo pogróżek eskorty ludzie podrzucali nam jedzenie. Potem wziął nas w opiekę Czerwony Krzyż. Rannych i chorych zabrano do szpitali i ambulatoriów. Ja również tam trafiłam, bo wcześniej skaleczyłam się w stopę i wdało się zakażenie. Na mój żałosny widok zakonnice się rozpłakały. Nie do końca rozumiałam ich język, ale pierwszy raz od dawna ktoś tak ciepło się do mnie zwracał. Po zabiegu obudziły mnie z narkozy syreny obwieszczające koniec wojny. Ludzie całowali się z radości, rzucali się w sobie w ramiona.

W szpitalu przybywało chorych.

- Dlatego jak trochę wydobrzałam, to pewna Czeszka zabrała mnie do siebie domu – kontynuuje Maria. - Dała mi trochę ubrań. Kilka dni później razem z byłymi robotnikami przymusowymi załapałam się na pociąg do Warszawy. Płakałam, gdy wjeżdżaliśmy do ukochanego miasta. Pierwszą noc spędziłam na dworcu. Rano poszłam do domu. Zamknęłam oczy gdy skręcałam w Żytnią. Gdy je otworzyłam, zobaczyłam nasz dom. Zostały z niego tylko mury i brama. W środku wszystko było spalone. Dzięki karteczce zawieszonej na bramie trafiłam do krewnych na Śliskiej. Potem po różnych perturbacjach, noclegach u znajomych, u cioci pod Warszawą i u wujka we Wschowie spotkałam się z Józią i Antoniną. Teraz pozostało nam odnaleźć resztę rodziny. Przez pocztę wojskową wujek dowiedział się o miejscu pobytu mamy z Jasią. W październiku wybrałam się w podróż do Mieszkowic. Pociągiem dotarłam do Kostrzyna a stamtąd dalej poszłam na pieszo. Gdy zbliżałam się w Mieszkowicach do domu wskazanego w adresie, mama wypatrzyła mnie przez okno. Wybiegła mi na spotkanie.

- Płakałyśmy ze szczęścia – relacjonuje Janina. – Potem dojechały do nas Józia i Antosia. Niczego jednak nie wiedziałyśmy o losach taty i szwagra. Mama koniecznie chciała wracać do Warszawy. Wierzyła, że tata i Janek wrócą. Nie było jednak dokąd wracać. W Warszawie nie miałyśmy już domu.

Życie po Oświęcimiu

- Szukałyśmy informacji o tacie i Janku – wspomina Janina. – Przez Czerwony Krzyż dowiedziałyśmy się, że 13 sierpnia 1944 roku ojciec trafił do obozu w Buchenwaldzie. 8 marca następnego roku trafił do Bergen – Belsen. Tam ślad po nim zaginął. Nigdy nie poznałyśmy losów Janka.

- Musiałyśmy nauczyć się życia bez nich – dodaje Maria. – Związałyśmy się z nowymi miejscami. Założyłyśmy rodziny, poszłyśmy do pracy. Wydawało się, że zapomnimy o koszmarze.

- Mama zmarła w 1980 r. – opowiada Janina. – Sześć lat temu odeszła Józia. Zostałyśmy w trójkę. Żyjemy z obozem w pamięci, bez możliwości usunięcia z niej wspomnień. Nie da się żyć „po” i wspominać tylko „przed”. Kiedyś było trochę łatwiej, gdy myśli zajmowały dzieci i praca. Teraz tamte obrazy wracają. Próbujemy z nimi żyć.

Gazeta Wyborcza, 27 stycznia 2006

Heimat an der Mietzel

In vielen kleinen und größeren polnischen Ortschaften des Grenzgebietes sind seit Jahren verschiedene lokale Initiativen aktiv. Ihr Ziel ist nicht nur, die vergessene Geschichte der Region wieder zu entdecken, sondern auch die Mitbewohner dazu zu inspirieren, dass sie die Verantwortung für ihre Lebensorte übernehmen. Es sind Versuche, zivilgesellschaftliche Räume zu bilden. Wir drucken einen Bericht ab, den wir von Marek Karolczak aus Myślibórz (ehemals Soldin an der Mietzel) erhalten haben, einem Städtchen mit 12.000 Einwohnern in der polnischen Wojewodschaft Westpommern, das 40 Kilometer von Gorzów Wielkopolski (Landsberg an der Warthe) entfernt liegt. (Die Redaktion)

Myślibórz hat eine interessante, über 700-jährige Geschichte: Früher war es Hauptstadt der Neumark, nach dem Zweiten Weltkrieg wurde hier die Bevölkerung vollständig ausgetauscht. Es war bis 1975 und dann wieder nach 1999 Kreisstadt. Nach der Systemtransformation gingen alle bedeutenden Betriebe der Stadt Pleite, der Eisenbahnknoten wurde abgeschafft, sogar das Kino abgetragen, das in den 1960er Jahren erbaut worden war und als sehr modern galt. Das traditionsreiche Gymnasium wurde geschlossen. Heute sieht die Hauptstraße schlimmer aus als 1945. Die Bevölkerungszahl sinkt. Das kaputte Wasserversorgungsnetz setzt den Einwohnern zu.

2003 gründete eine Gruppe von Enthusiasten, die sich um die Zeitschrift Z biegiem Myśli (Dem Lauf der Mietzel folgend) versammelten, einen Verein unter demselben Namen, der eng mit dem hiesigen Museum der Soldiner Seenplatte zusammenarbeitet. Eine der Aufgaben des Vereins, die in der Satzung formuliert wurden, sind Aktivitäten zur Förderung unserer Heimat und die Zusammenarbeit mit ähnlichen Vereinen in Polen und im Ausland. Zu unseren Zielen gehört auch die Aktivierung der lokalen Gemeinschaft. Seit drei Jahren leite ich im Museum regelmäßige Treffen „Gewinne deine Stadt lieb“, die von Januar bis Juni einmal im Monat organisiert werden und jeweils ein ausgewähltes Thema zur Geschichte der Stadt und des Kreises vorstellen. In diesem Jahr war das die Wirtschaftsgeschichte. Ich möchte die Zeiten der Blüte zeigen, aber auch bewusst machen, dass man etwas tun kann: für die Stadt und für sich selbst. Das ist sehr schwierig, aber ich denke, es lohnt. Es gibt schon die ersten positiven Zeichen, und zu unserem Verein kommen immer mehr Menschen.

2004 fand in Myślibórz das erste Treffen mit einer Gruppe von vierzig Personen statt, die vom Soldiner Kiez e.V. aus Berlin gekommen waren. Warum ausgerechnet der Soldiner Kiez? In Berlin-Wedding gibt es eine Straße, die Soldiner Straße heißt. Und Soldin ist der Vorkriegsname von Myślibórz. Die Idee, das Schicksal dieser Straße und der Menschen, die dort wohnen, kennen zu lernen, führte zur Kontaktaufnahme und zu weiteren gemeinsamen Aktivitäten. Das nächste Treffen wurde im Juni 2005 in der Soldiner Straße in Berlin organisiert. Während eines Straßenfestes präsentierte unser Verein seine Tätigkeit und die Stadt Myślibórz. Im Laden des Soldiner Kiezes kann man nun Informationen und Materialien über unsere Stadt und unseren Verein bekommen.

Nach diesen Treffen konnten wir am 3. September 2005 unter der Glaskuppel des Reichstags eine Vereinbarung über die Kooperation im Rahmen des Projektes „Ein vereinigtes Europa schaffen – Treffen in Myślibórz” unterzeichnen. Die Zusammenarbeit beider Vereine umfasst kulturelle und touristische Projekte, die Erforschung der Heimatgeschichte und den Umweltschutz. Zum sichtbaren Symbol unserer Kontakte wurden die Tafeln, die über den Straßenschildern zu sehen sind: Sie informieren, dass das alte neumärkische Soldin heute das polnische Myślibórz ist.

Eine andere deutsche Gruppe, mit der wir ebenfalls zusammenarbeiten, kommt vom Heimatverein Neuhardenberg, mit dem wir eine ähnliche Vereinbarung unterzeichnen konnten.

Der Verein „Z biegiem Myśli” hat auch andere wichtige Aktivitäten realisiert wie das Projekt „Route des Dialogs” gemeinsam mit der Stadt- und Gemeindeverwaltung von Myślibórz im Rahmen der Europäischen Gemeinschaftsinitiative INTERREG III A. Das Projekt wurde aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert und hatte sich zum Ziel gesetzt, eine städtische historisch-touristische Route in Myślibórz zu entwickeln und zu markieren. Im Rahmen des Projektes ist ein Stadtführer durch Myślibórz in drei Sprachversionen erschienen. Es wird ein touristisches Abzeichen verliehen, um das sich sowohl Polen als auch ausländische Reisende bewerben können. Bis jetzt bekamen rund 500 Personen das Abzeichen.

In Zusammenarbeit mit der Stettiner Akademie der Landwirtschaft, dem Bürgermeister der Stadt und Gemeinde sowie dem Landrat des Kreises Myślibórz führten wir bereits drei wissenschaftliche Symposien „Dialog an der Mietzel” durch, die sich dem Thema Natur und Ökologie widmeten. Das erste fand im Mai 2005 statt, befasste sich mit Strategien zum Umweltschutz im Gebiet der Mietzel und war insofern erfolgreich, als eine Vereinbarung zwischen der Stettiner Akademie und dem Bürgermeister von Myślibórz abgeschlossen werden konnte. Das zweite Symposium vom Juni 2006 widmete sich der ökologischen Pädagogik und das dritte, im Mai 2007, behandelte die Nutzung erneuerbarer Energie.

An allen drei Zusammenkünften nahmen Gäste aus Deutschland teil, die in ihren Vorträgen ökologische Probleme ihrer Orte behandelten: Vertreter des Soldiner Kiez e.V. Berlin, des Instituts für Landschaftswasserhaushalt, des Heimatvereins Neuhardenberg und der Fachhochschule Eberswalde. Dies alles war dank der Förderung durch die Selbstverwaltung der Stadt und Gemeinde sowie durch die Unterstützung des Wojewodschaftsfonds für Umweltschutz und Wasserhaushalt und der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit möglich. Die Symposiumsvorträge werden in Sonderausgaben von Z biegiem Myśli und auf der Website des Vereins (www.zbiegiemmysli.pl) dokumentiert.

Jüdische Gemeinde und jüdischer Friedhof in Schwerin a.d. Warthe

Zur Geschichte der Schweriner Jüdischen Gemeinde

Die Schweriner Jüdische Gemeinde (1) gehörte zu den vermögendsten und bedeutendsten im westlichen Großpolen. An Mitgliederstärke war sie den jüdischen Gemeinden in Meseritz (Międzyrzecz), Birnbaum (Międzychód), Tirschtiegel (Trzciel), Zirke (Sieraków) und Blesen (Bledzew) überlegen. (2) Man vermutet, dass sich die Juden in dieser königlichen Grenzstadt, die eine Zollkammer besaß, bereits im 14. Jahrhundert ansiedelten. Für sie, die in jener Zeit vor allem Handel trieben, muss die Lage dieser Stadt an den wichtigsten Handelsstraßen besonders attraktiv gewesen sein. Nach der Vertreibung der Juden aus Brandenburg im Jahre 1510 wuchs ihre Anzahl in der Stadt erneut, was zu zunehmenden Spannungen zwischen den christlichen Kaufleuten und Handwerkern und der jüdischen Bevölkerung führte. Man versuchte die Juden aus der Stadt zu vertreiben (1520), das endete aber letztendlich in einem Fiasko. (3) Das jüdische Viertel befand sich im südwestlichen Teil der Stadt. (4) Dort standen auch die für die Gemeinde wichtigen Gebäude einschließlich der Synagoge. Sie sind entweder nicht mehr erhalten oder ihrer ursprünglichen Bestimmung beraubt. Im Jahre 1793 lebten in Schwerin an der Warthe 720 Juden und stellten damit etwa 30% der Einwohner. (5) Die große und dynamische Gemeinde legte Wert auf die Beschäftigung anerkannter Rabbiner. Hier wirkten unter anderem Mordechai ben Meir-ha Kohen (um 1710), Ibi Hirsch aus Prag (1763), Joshua Spira aus Frankfurt an der Oder (1771) und Hirsch Aaron London (1777-90). Aus Schwerin a.d. Warthe stammten unter anderem Prof. Gassel Simon ben Israel, Rabbiner in Amsterdam (er starb dort 1712) und Autor zahlreicher Bibel- und Talmudkommentare und Eliakim ha-Kohen Schwerin Goetz (geb. 1760), der später als einer der hervorragendsten ungarischen Rabbiner des 19. Jahrhunderts bekannt wurde und somit der berühmteste Vertreter der Schweriner Jüdischen Gemeinde war.

In der Schweriner Gemeinde wurde großer Wert auf Bildung gelegt, und die von Moses Mendelssohn (1729-86), dem „Vater“ der Haskala, verbreiteten Ansichten fanden großen Anklang. (6) Die Nähe zu Berlin, dem Hauptzentrum der jüdischen Aufklärung, und die Verbindungen zu den dortigen Juden bewirkten, dass die Aufklärungsideen in der Jüdischen Gemeinde verstärkt aufgenommen und akzeptiert wurden. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts galt die Schweriner Gemeinde neben der Wollsteiner (Wolsztyn) als eine der reformfreudigsten jüdischen Gemeinden in Großpolen. (7)

Die aufklärerischen Tendenzen entwickelten sich im Einklang mit der Assimilationspolitik des preußischen Staates. Die Abschaffung der mittelalterlichen Beschränkungen und die Verleihung umfassender Bürgerrechte (endgültig 1869) führte in dem sich reformierenden Schweriner Judentum (und nicht nur dort) zu einer Identifizierung mit dem preußischen Staat, sogar zu einer Art von preußischem Patriotismus, der von den Polen sehr misstrauisch betrachtet wurde und als eine der Ursachen des polnisch-jüdischen Antagonismus in Großpolen betrachtet werden kann.

Im Vergleich zu anderen Gemeinden des westlichen Großpolen, z.B. Meseritz, wo noch 1824 eine typisch orthodoxe Synagoge gebaut (getrennte Teile für Männer und Frauen) und Mitte des 19. Jahrhunderts die Gottesdienste noch nicht in deutscher Sprache abgehalten wurden, scheint sich die Schweriner Gemeinde damals bereits vollständig der deutschen Kultur assimiliert zu haben und in der Strömung des reformierten Judentums aufgegangen zu sein. Diese Einflüsse kann man bis zum heutigen Tage an der Grabsymbolik des Friedhofs ablesen. Die Verleihung der Bürgerrechte an die Schweriner jüdische Bevölkerung führte einerseits zur Migration in die größeren Zentren, hauptsächlich nach Berlin und damit zur stetigen Verringerung der jüdischen Bevölkerung, andererseits zur verstärkten wirtschaftlichen Aktivität derer, die sich entschieden hatten dort zu bleiben. Die Familien Cohn, Stargardt und Boas waren die größten Steuerzahler der Stadt, ihnen gehörten die größten Firmen und der Großhandel. Der plötzliche wirtschaftliche Zusammenbruch nach dem Ersten Weltkrieg beschleunigte jedoch die Emigration der verbliebenen Schweriner Juden; die Machtergreifung Adolf Hitlers und der Zweite Weltkrieg führten schließlich zur völligen Liquidierung der über 600 Jahre alten Gemeinde. (8) Heute besteht die einzige deutliche Spur, die uns an die Anwesenheit der Juden in Schwerin a. d. Warthe erinnert, in dem glücklicherweise bis in unsere Zeit erhaltenen Friedhof. (9)

Zur Geschichte des Friedhofs

Foto 1Der jüdische Friedhof (hebr. Bet-ha–kevarot – Haus der Gräber, Bet-ha–Chaim – Haus des ewigen Lebens) liegt im südlichen Teil der Stadt, auf einem Hügel an der Straße nach Meseritz. Auf alten deutschen Landkarten wird dieser Hügel als „Judenberg“ bezeichnet. Dieser Name ist in der offiziellen polnischen Namensgebung und der heutigen Umgangssprache der Einwohner unbekannt. Im Norden grenzt der Friedhofshügel an den ehemaligen evangelischen (heute kommunalen) Friedhof und ist etwa 2 km vom Stadtzentrum entfernt. Das Gründungsjahr des Friedhofs ist nicht bekannt; seine Anlage könnte auf Anfang des 18. Jahrhunderts zurückgehen, denn der älteste erhaltene Grabstein stammt aus dem Jahre 1736. (10) [Foto Nr. 1] Die Fläche des Friedhofs beträgt 2,35 ha. Nach seiner im Juni 2002 erfolgten Rekonstruktion wurden 247 Grabsteine gezählt. Das Friedhofsgelände und die Anzahl der vollständig oder teilweise erhaltenen Grabsteine machen ihn zum größten Objekt dieser Art in der Woiwodschaft Lubuskie. Man weiß, dass der Friedhof auch Juden aus dem nahegelegenen Morrn (Murzynowo) zur Bestattung diente.

In der zweiten Hälfte der 1930er Jahre endeten die Bestattungen auf dem Friedhof. Er überdauerte die Zeit des Zweiten Weltkriegs in unbeschadetem Zustand, wobei die Friedhofstore, die Umzäunung, der Brunnen (der sich am Tor auf der Seite der Międzyrzecka-Straße befand), das Taharahaus, das auf dem Gipfel des Hügels lag, die Grabsteine, Familiengruften und andere Elemente der Friedhofsausstattung erhalten blieben. (11) Bis Mitte der 1960er Jahre verwilderte der Friedhof und unterlag fortschreitender Zerstörung als Folge der Einwirkung von Wetter und Naturkräften. Es kam jedoch zu keinen bedeutenden Zerstörungsaktionen durch die dort lebenden Menschen.

Die Situation änderte sich mit Beginn der 1970er Jahre, als der Friedhof in relativ kurzer Zeit so weitgehend zerstört wurde, dass er seine ursprüngliche Anlage und Ausstattung verlor. Vermutlich erfolgte die Verwüstung von zwei Seiten: einerseits durch die staatliche „Liquidierungsaktion von Friedhöfen“, die nach dem Motto „In Ordnung bringen von kommunalen, geschlossenen und verlassenen Friedhöfen“ verlief, und andererseits durch individuelle Verwüstungsakte seitens der Einwohner der Stadt. Ende der 1960er, Anfang der 1970er Jahre wurde die Straße nach Meseritz verstärkt ausgebaut. Nach Meinung von Zeugen (12) kam es eben in jener Zeit zur Zerstöung des Friedhofs. Man behandelte ihn als einen Ort, an dem es kostenloses Baumaterial zu holen gab. In den Fundamenten und Terrassen vieler damals gebauter Häuser könnte man Grabplatten vom Jüdischen Friedhof finden. Grabsteine aus edlerem Material, wie Marmor oder Granit, waren schon früher von den örtlichen Steinmetzen benutzt worden; solche umgeschliffenen Steine kann man heute auf den umliegenden Kommunalfriedhöfen finden. Ein Großteil der Marmor- und Granitplatten wurde u.a. nach Posen und Stettin gebracht. Der größte Raub fand Anfang der 1970er Jahre statt (1971?), als Emil Kotylak Amtsvorsteher von Stadt und Gemeinde war. Mehrere Tage lang demontierte eine Stettiner Firma unter Benutzung eines Baukrans wertvolle Grabsteine von Familiengruften aus schwarzem, schwedischen Marmor und kunstvoll geschmiedete Metallumzäunungen. (13) Metallene Verzierungsteile der Friedhofsausstattung kann man heute auch noch an den Umzäunungen örtlicher Häuser sehen, u.a. in der Teatralna-Straße.

Man sollte meinen, dass sich niemand für einen so verwüsteten und auf einem relativ hohen, schwer zugänglichen und vom Stadtzentrum entfernten Hügel gelegenen Friedhof, interessiert, der wie durch ein Wunder der vollständigen Liquidierung entging. So war es aber nicht. Sowohl ortsansässige als auch von außen kommende Friedhofshyänen gruben noch lange nach Kostbarkeiten aus dem Besitz der Toten. Noch heute kann man in der Topographie des Friedhofs Vertiefungen und Löcher sehen, die dies massenhaft bezeugen. Der Friedhofshügel wuchs langsam zu und das Grün bedeckte sowohl die Spuren der Verwüstung als auch noch erhaltene Grabsteine. Flieder und andere Sträucher bildeten ein unglaubliches Dickicht, in dem sogar am sonnigsten Tag Halbdunkel und unangenehme Schwüle herrschten. In den 1980er und 1990er Jahren war es ein Ort, der von der örtlichen Halbwelt und jungen Drogensüchtigen besucht wurde. Aber auch zu jener Zeit kam es vor, dass an der jüdischen Problematik interessierte Forscher über den Friedhof schrieben. (14)

Bessere Zeiten für den bereits beträchtlich zerstörten Friedhof begannen Anfang der 1990er Jahre. Im Jahre 1992 ließ der Wojewodschaftsdenkmalpfleger aus Landsberg a.d. Warthe (Gorzów Wielkopolski), Waldemar Chrostowski, den Friedhof als Architekturdenkmal registrieren und gab seine Inventarisierung in Auftrag. Diese wurde von Henryk Grecki aus der Werkstatt für Gartenbaudenkmäler in Stettin und Ryszard Patorski vom Museum in Meseritz, der 162 der von ihm lokalisierten Grabsteine fotografierte, durchgeführt. Auf der Grundlage der Fotos fertigte Paweł Woronczak eine Übersetzung der Grabinschriften aus dem Hebräischen und dem Deutschen ins Polnische an. Die Dokumentation der Inventarisierung befindet sich u. a. im Jüdischen Historischen Institut in Warschau sowie beim Wojewodschaftsdenkmalpflegeamt in Landsberg a.d. Warthe.

Ende der 1990er Jahre interessierten sich Teile der Schweriner Einwohnerschaft für den Friedhof: das Allgemeinbildende Lyzeum und der Verein für Wirtschaftliche Entwicklung (SSRG). Unter dem Einfluss der Erfolge der Schweriner Lyzeumsschüler in aufeinander folgenden Editionen des Schülerwettbewerbs „Geschichte und Kultur polnischer Juden“, organisiert von der Stiftung Shalom in Warschau, wuchs das Interesse an jüdischer Problematik und somit auch am Schweriner Jüdischen Friedhof. In Kooperation mit dem Vorsitzenden der SSRG, Czesław Szymczak, entstand der Plan einer teilweisen Rekonstruktion des Friedhofs. Projektkoordinator wurde der Autor, damals Geschichtslehrer am Schweriner Lyzeum. (15) Die Ford-Stiftung, die 2001 das Programm „Dialog für die Zukunft“ organisiert hatte, konnte für eine finanzielle Förderung des Projekts gewonnen werden. Das Schweriner Projekt „Die Erinnerung zurückholen“ war eines von 13 ausgewählten aus ganz Polen; die Ford-Stiftung förderte es mit einer Summe von 26.500 Zloty. Es ging darum, das Friedhofsgelände in Ordnung zu bringen und zu restaurieren und sah darüber hinaus didaktische und Bildungsaktivitäten vor, die den Schweriner Einwohnern die multikulturelle Geschichte ihrer Stadt in Erinnerung bringen und ihnen grundlegende Informationen zum Thema jüdischer Friedhöfe zur Verfügung stellen sollte.

Zunächst galt es also das Friedhofsgelände in Ordnung zu bringen, d.h. das Pflanzendickicht zu beseitigen, Blätter zu harken, Abfall aufzusammeln, Friedhofswege zu markieren und provisorische Treppen zu bauen. Dann ging es um die Restaurierung: liegende Grabplatten wurden wieder aufgerichtet, zerstreute Grabsteinteile aufgesammelt, an einem Ort gelagert und schließlich in einem Lapidarium dauerhaft untergebracht. Zur didaktischen Arbeit gehörte es, eine Broschüre mit dem Titel „Juden in Schwerin an der Warthe“ herauszugeben, didaktisch-informative Tafeln auf dem Friedhof aufzustellen, eine Serie von Artikeln zur jüdischen Problematik in der Lokalpresse zu veröffentlichen, die Fotoausstellung von Maciej Głogowski unter dem Titel „Der jüdische Friedhof – gestern und heute“, und vor allem die Arbeit von Jugendlichen bei der Restaurierung des Friedhofs zu organisieren. Man setzte voraus, dass sich die Jugendlichen auf diese Weise für die Vergangenheit der Stadt interessieren würden, und dass Verständnis und Toleranz gegenüber anderen Kulturen und Völkern wachsen würden. Die Arbeiten auf dem Friedhofsberg begannen im Frühjahr 2002 und endeten am Anfang Juni. Neben Schülern Schweriner Schulen, hauptsächlich vom Allgemeinbildenden Lyzeum, beteiligten sich in der ersten Juniwoche 20 junge Deutsche vom Mauritius-Gymnasium in Büren bei Paderborn. (16) Die deutschen Schüler betrachteten ihre Teilnahme an den Friedhofsarbeiten als symbolische Sühne für die jüdische Tragödie während des Zweiten Weltkriegs.

Am 7. und 8. Juni 2002 wurde die Öffnung des restaurierten jüdischen Friedhofs feierlich begangen. Darüber hinaus gab es ein wissenschaftliches Seminar unter dem Titel „Juden im westlichen Großpolen“, bei dem Schüler und Absolventen des Allgemeinbildenden Lyzeums Vorträge hielten. (17) Auf dem Friedhofsberg sprach u.a. Mikołaj Rozen, Vorsitzender der Stettiner Jüdischen Gemeinde. Er dankte allen Organisatoren für ihre Mühe und würdigte die durchgeführte Rekonstruktion. Alle Teilnehmer hatten das Gefühl, an einem bedeutenden und besonders wichtigen Ereignis teilzunehmen, das eine vor Jahrzehnten zur Nichtexistenz verurteilte Gemeinschaft wieder entdeckte. Der rekonstruierte Friedhof erfreute sich großer Aufmerksamkeit unter Schweriner Einwohnern und Gästen von außerhalb. Die auf dem Friedhof angebrachten Informationstafeln in Polnisch und Englisch erlaubten es, die Geschichte der Jüdischen Gemeinde und die Grabsymbolik kennen zu lernen. Ein unerwartetes und unübliches Element auf dem jüdischen Friedhof waren Blumen, die Besucher mitbrachten, und Grabkerzen, die sie vor dem Lapidarium aufstellten.

Foto 2Eine umso größere Überraschung waren erste erneute Verwüstungsversuche. Im September 2002 zündete jemand eine der auf dem Friedhof befindlichen Informationstafeln an und zerstörte sie teilweise, außerdem wurde die an der Straße am Fuße des Friedhofsberges angebrachte Tafel abgerissen; die darüber informierte, dass sich hier ein jüdischer Friedhof befindet. Im Oktober wurden zwei große Grabsteine umgeworfen, und im November die Informationstafel am Fuße des Hügels erneut abgerissen. Man vermutete primitive Kraftakte einer Gruppe von Mittelstufenschülern, die den Hügel nach der Rekonstruktion weiterhin als ihren Spielort behandelten. Als in den nächsten zwölf Monaten nichts Ernstzunehmendes auf dem Jüdischen Friedhof geschah, hoffte man, die Energie der mit dem Friedhof Unzufriedenen habe sich erschöpft. Um so größer war die Bestürzung, als in der Nacht vom 9. auf den 10. November 2003 bis heute unbekannte Täter etwa 20 Grabsteine beschädigten oder zerstörten: mehrere Steine warfen sie um und zerbrachen sie, auf andere malten sie Hakenkreuze, obszöne Zeichnungen und antisemitische Losungen [Foto Nr. 2].

In der Gazeta Wyborcza vom 13. November 2003 erschien ein erster Artikel zu diesem Thema: „Skwierzyna. (…) am Unabhängigkeitsfeiertag wurde der Jüdische Friedhof geschändet und verwüstet. Gleich am Friedhofseingang sieht man zerbrochene Grabsteine mit Inschriften in Jiddisch, Hebräisch oder Deutsch. Auf die Grabplatten aus Sandstein hat jemand Hakenkreuze und charakteristische ‚SS’-Zeichen gemalt. Ein Teil der Grabsteine wurde aus der Verankerung gebrochen, umgeworfen und einige sind geplatzt.“ (18)

Die Schändung vom November 2003 unterschied sich deutlich von den kleinen, wahrscheinlich spontanen Verwüstungsaktionen vom Herbst 2002. In diesem Falle musste man zu dem Schluss kommen, dass es sich nicht um ein zufälliges Vorgehen beispielsweise einer Gruppe betrunkener Teenager handelte. Jemand musste vorsätzlich gehandelt und daran gedacht haben, eine Brechstange zum Kaputtschlagen und Umwerfen der Grabsteine sowie Farbe und Pinsel mitzubringen. Es waren Menschen, die über ein bestimmtes Wissen über den Faschismus verfügten: sie wussten, auf welches Datum der Jahrestag der „Reichspogromnacht“ fällt. Die deutschsprachigen Aufschriften „Kristallnacht“ und „Jude raus“ waren fehlerfrei geschrieben. Deshalb ist nicht anzunehmen, dass es sich um eine spontane Aktion gehandelt haben könnte, die zur Verwüstung des Friedhofs führte. Es muss sich um die vorbereitete Aktion einer faschistisch orientierten Gruppe gehandelt haben. Es ist zu bedauern und zu betrauern, dass es in einem Land, das während des Zweiten Weltkriegs so viel erlitten hat, Menschen gibt, die immer noch an die Naziideologie anknüpfen.

Die Ermittlungen zur Friedhofsschändung blieben erfolglos. Stadtverwaltung und örtliche Polizei ziehen es vor die Täter in einer Gruppe nichtidentifizierter Ortsfremder zu vermuten, obwohl die Tatsache, dass es in der Stadt eine Gruppe von Skinheads gibt, die ihre faschistisch-nationalistischen Ansichten öffentlich manifestieren, ein offenes Geheimnis ist. Die Einstellung der Stadtverwaltung zeigt sich in der Aussage des Bürgermeisters in einem Interview für Radio Zachód. Er gab zu verstehen, dass es besser sei, die Sache nicht publik zu machen. Er sagte unter anderem: „Skwierzyna liegt nichts daran, zu einem zweiten Jedwabne zu werden“. (19) Die Friedhofsschändung wurde in der Stadt allgemein missbilligt. Aber die Ergebnisse der Umfrage einer Schülerin der Vereinigten Allgemeinbildenden Schulen, Małgorzata Wołos, sollte zu denken geben. Sie befragte die Schüler nach ihrer Meinung über die Ereignisse auf dem Friedhof. Laut Umfrage missbilligten 94% der Schüler der Vereinigten Allgemeinbildenden Schulen die Friedhofsschändung, 6% war sie gleichgültig. In den Vereinigten Technischen Schulen missbilligten 70% den Vorfall, 27% war er gleichgültig, und 3% befürworteten die Verwüstung. Die Schüler des örtlichen Gymnasiums (7.-10. Klasse) missbilligten ihn zu 83%, 15% war er gleichgültig, und 2% befürworteten die Verwüstung des Friedhofs. (20)

Verstärkte Anstrengungen der Schweriner Pädagogen und auch der örtlichen Priester sind notwendig, um die jungen Menschen zu beeinflussen. Auch die Haltung der Stadtväter ist nicht unwichtig, die den jüdischen Friedhof und dessen Rekonstruktion bisher wie ein ungewolltes und heikles Geschenk behandeln. Die Veröffentlichung der Friedhofsverwüstung nicht nur in lokalen, sondern auch in landesweiten Medien, führte zu dem Versuch, die Folgen des Vandalismus provisorisch zu maskieren. In manchen Fällen führten die Versuche der Rathausmitarbeiter, die Ölfarbe von den Grabsteinen zu entfernen, zu deren dauerhafter Zerstörung. Vielleicht kommt noch einmal eine Zeit, in der die Stadtverwaltung dieses Objekt anders einschätzt und es in der Öffentlichkeitsarbeit für die Stadt nutzt, die sonst keine Architekturdenkmäler von besonderer Bedeutung besitzt. Der größte jüdische Friedhof in der Wojewodschaft Lubuskie könnte durchaus auch für Touristen attraktiv sein, und nicht nur für Personen, die sich besonders für die jüdische Problematik interessieren.

Vorerst kommt es immer wieder zu kleinen Akten des Vandalismus. Weitere Grabsteine werden beschädigt oder umgeworfen. Es gibt keine Treppe mehr, die den Hügel hinaufführt, die Informations- und Bildungstafeln auf dem Friedhof erfüllen eigentlich ihren Zweck nicht mehr, und keiner wagt daran zu denken, erneut eine Informationstafel am Fuße des Friedhofsberges anzubringen. (21)

Der Autor will als einer der Hauptinitiatoren der Friedhofsrekonstruktion daran glauben, dass die Aktivitäten, an denen sich viele Menschen guten Willens beteiligt haben, einen tieferen Sinn erfüllen und in zeitlicher Perspektive den gewünschten gesellschaftlichen Effekt bringen werden. Man kann sich natürlich auch fragen, ob die Rekonstruktion des Friedhofs – also die Beseitigung des unheimlichen Gebüschdickichts und anderer die Grabsteine überwuchernden Pflanzen – im Lichte der berichteten Vorgänge tatsächlich sinnvoll war. Denn gerade die Natur hatte die noch erhaltenen Teile des Friedhofs vor der Zerstörung geschützt. Ob nun Menschen imstande sein werden, ihn zu schützen? (...)

Aus dem Polnischen Agnieszka Grzybkowska / Ruth Henning

  1. Der polnische Name der Stadt lautet Skwierzyna. Nach der zweiten Teilung Polens wurde die Stadt Preußen inkorporiert.
  2. S. Kemlein, Żydzi w Wielkim Księstwie Poznańskim 1815-1848. Przeobrażenia w łonie żydostwa polskiego pod panowaniem pruskim, Poznań 2001, S. 188-189 , deutsch: Die Posener Juden 1815-1848. Entwicklungsprozesse einer polnischen Judenheit unter preussischer Herrschaft, 1999.
  3. A.Kirmiel, Żydzi w Skwierzynie [Juden in Schwerin an der Warthe], Gorzów Wlkp. 2002, S. 7.
  4. Stadtplan aus dem Jahr 1780. Kopie in der Sammlung des Autors, auch: A. Kirmiel, Skwierzyna – miasto pogranicza. Historia miasta do 1945 roku [Schwerin an der Warthe – eine Stadt des Grenzgebiets. Geschichte der Stadt bis 1945] , Bydgoszcz 2004, S. 141.
  5. A. Heppner, J. Herzberg, Aus Vergangenheit und Gegenwart der Juden und der jüdischen Gemeinden in den Posener Landen, Bromberg 1909, S. 966.
  6. Haskala (hebr. Aufklärung) – kulturelle Strömung im Judentum, die ihren Anfang am Ende des 18. Jahrhunderts unter dem Einfluss der europäischen Aufklärung nahm. Hauptzentrum war Berlin. Das Programm setzte Emanzipation, modernen Unterricht sowie die Modernisierung jüdischer Kultur und Bräuche im Geiste der Anpassung an die europäische Tradition und Kultur voraus.
  7. Kemlein, ebda. S. 278.
  8. Mehr zum Thema der jüdischen Gemeinde in Schwerin a. d. Warthe in: A.Kirmiel, Żydzi w Skwierzynie [Juden in Schwerin a. d. Warthe], Gorzów Wlkp. 2002.
  9. In Birnbaum (Międzychód) wurde der jüdische Friedhof in den 1950er Jahren beseitigt, in Meseritz geschah dies dagegen in den 1960er Jahren - auf Antrag des Präsidiums des Bezirksnationalrates.
  10. Wenn das stimmt, muss noch ein älterer Gemeindefriedhof existiert haben, da es seit dem 14. Jh. in der Stadt eine jüdische Gemeinde gab. Leider ist es aufgrund fehlender Quellen schwierig, seinen Standort zu bestimmen. Vermutlich hat er sich an der heutigen Sobieski-Straße befunden, südlich vom alten evangelischen Friedhof, dessen Überreste als Stücke der Friedhofsmauer bis heute erhalten sind.
  11. Brief des ehemaligen Einwohners von Schwerin a. d. Warthe, Winfried Peiler, an Andrzej Kirmiel vom 26. November 1996 (in der Sammlung des Autors) sowie Berichte anderer Zeugen.
  12. Unter anderem Ryszard Chojnacki und Edmund Migoś.
  13. Der Raub wurde von der damaligen Stadtbehörde vollkommen gebilligt. Maria Chrobot, die am Friedhof wohnte, rief in dieser Angelegenheit die Stadtverwaltung an und bekam die „beruhigende“ Antwort, alles fände mit Wissen und Einverständnis des Stadtamtsvorstehers statt. Gespräch des Autors mit Maria Chrobot im Dezember 2004.
  14. P.Fijałkowski, Fołk Sztyme, Nr. 17(4828), 2. V. 1987, S. 10-12.
  15. Das Projekt der Friedhofsrestaurierung und die begleitenden Aktivitäten waren von der Stettiner Jüdischen Gemeinde akzeptiert worden.
  16. Seit 1993 führt das Allgemeinbildende Lyzeum in Skwierzyna einen Schüleraustausch mit dem Privaten Mauritius-Gymnasium in Büren bei Paderborn (NRW) durch.
  17. Vorträge hielten: Elżbieta Ciwińska: Żydzi z Międzyrzecza (Juden aus Meseritz), Michał Grobelny: Skwierzyna po Jedwabnem (Skwierzyna nach Jedwabne), Łukasz Kępski: Wybitni Żydzi z Międzychodu (Berühmte Juden aus Birnbaum) und Monika Sroczyńska: Symbolika nagrobna na skwierzyńskim kirkucie (Grabsymbolik auf dem jüdischen Friedhof in Schwerin an der Warthe).
  18. R. Ochwat, Zdewastowali żydowski kirkut (Sie haben den jüdischen Friedhof zerstört), [in:] Gazeta Wyborcza, Gorzów Wlkp., 13.11.2003
  19. C. Galek, Kirkut niezgody (Der jüdische Friedhof des Zwistes) [in:] Radio Zachód, 30. November 2003.
  20. . Wołos, Arbeit für den landesweiten Wettbewerb „Geschichte und Kultur der Juden in Polen“, organisiert von der Stiftung Shalom in Warschau, Mai 2004, S. 18-19. In der Sammlung des Autors.
  21. Solche Tafeln sind das häufigste Angriffsziel von Friedhofsschändern. Im Kreis Meseritz wurde eine ähnliche Tafel am jüdischen Friedhof in Tirschtiegel (Trzciel) zerstört. Dieser Friedhof war im Sommer 2001 von Studenten jüdischer Abstammung unter der Leitung von Jan Jagielski vom Jüdischen Historischen Institut in Warschau rekonstruiert worden.

Schülerprojekte zum Schutz des jüdischen Kulturerbes in Skwierzyna

Seit sechs Jahren arbeite ich als Geschichtslehrer an den Vereinigten Allgemeinbildenden Schulen in Skwierzyna (Schwerin a.d. Warthe). Seit zehn Jahren interessiere ich mich für jüdische Fragen. Ich habe an vielen Schulungen, Weiterbildungskursen und Konferenzen zum Thema in mehreren Ländern teilgenommen, wie z.B.:

  • „Wie über den Holocaust unterrichten?“ in Kreisau,

  • Schulungen im Weiterbildungszentrum für Lehrer in Sulejówek,

  • Fortbildungsstudium „Totalitarismus – Nationalsozialismus – Holocaust“ bei Yad Vashem,

  • Vorlesungen und Arbeitsgruppen beim Institut zum nationalen Gedenken (IPN) in Posen zum Thema polnisch-jüdische Beziehungen nach dem Zweiten Weltkrieg,

  • Schulungen im Rahmen des Programms „Die Erinnerung zurückholen“ bei der Stiftung zum Schutz des jüdischen Kulturerbes (FODŻ) in Warschau.

Seit zwei Jahren bin ich im Vorstand der Stiftung Judaica in der Wojewodschaft Lubuskie (http://judaika-lubuskie.webpark.pl), die viele Veranstaltungen organisiert, um auf das jüdische Kulturerbe in unserer Wojewodschaft aufmerksam zu machen. In der Schule betreue ich einen dreijährigen Zyklus, in dem ich sieben Unterrichtsstunden der jüdischen Problematik widme. Wir behandeln die Themen: Israel im Altertum, Juden im mittelalterlichen Europa, polnisch-jüdische Beziehungen in der ersten und zweiten polnischen Republik, Holocaust, Juden in der Volksrepublik Polen. Wir arbeiten mit vielen Organisationen und Stiftungen zusammen u.a. mit der Stiftung Shalom, der Stiftung Krauze, dem Verein „Kinder des Holocaust“ und der israelischen Botschaft. Von ihnen bekommt unsere Schule Unterrichtsmaterial (Bücher, Platten, Kassetten) für diejenigen, die in unseren Projekten mitarbeiten. Ich bemühe mich darum, die entsprechende Literatur in der Schulbibliothek zu sammeln und zugänglich zu machen. Dank des Wohlwollens der Schuldirektion und der Großzügigkeit der Sponsoren befinden sich in unserer Schulbibliothek über 200 Titel in der Abteilung Judaica und über 100 Stunden Filmmaterial.

Im Rahmen dieser Beschäftigungen und aufgrund ihres großen Engagements haben unsere Schüler schon zwei Mal den ersten Preis der Ausschreibung „Geschichte und Kultur der polnischen Juden“, organisiert von der Stiftung Shalom, gewonnen und waren darüber hinaus viele Male in der nominierten Spitzengruppe. Auch im Projekt „Die Erinnerung zurückholen“ der Stiftung FODŻ haben sich die Jugendlichen engagiert und an den Schulungen der Stiftung in Schwiebus (Świebodzin), Posen und Warschau teilgenommen.

Im Schuljahr 2006-2007 haben wir verschiedene Projekte geplant und realisiert. Z.B. haben wir den jüdischen Friedhof in Bledzew (Blesen, 10 km von Skwierzyna entfernt) aufgeräumt und rekonstruiert. Darüber hinaus organisierten wir viele kulturelle Veranstaltungen für Schüler und Lehrer anderer Schulen, für die örtliche Bevölkerung und die Medien wie z.B.:

  • ein wissenschaftliches Seminar zum Thema „Juden im westlichen Großpolen“,

  • die Ausstellungen „Juden in Polen. Unsere oder Fremde?“ und „Natur und Landschaft in Israel“ (zusammen hatten die beiden Ausstellungen über 3.000 Besucher),

  • Treffen mit „Kindern des Holocaust“ und „Gerechten unter den Völkern der Welt“,

  • Filmnächte mit israelischen Filmen und Filmen zum Thema Holocaust,

  • eine Debatte über Menschenrechte, organisiert von dem Verein „Spotkania“ in Warschau und der amerikanischen Botschaft,

  • Verhandlungen mit lokalen Behörden (der Bürgermeister von Blesen erklärte sich zum Beispiel damit einverstanden, eine Gedenktafel am jüdischen Friedhof zu stiften),

  • Organisierung von zweitägigen Studienfahrten in das Museum von Auschwitz-Birkenau, an dem im letzten Jahr 50 Schülerinnen und Schüler teilgenommen haben,

  • Gewinnen eines Sponsoren (Forstdirektion in Bledzew) zur Anpflanzung von Bäumen auf den jüdischen Friedhöfen in Bledzew und Skwierzyna

  • Erarbeitung eines multimedialen Führers über das ehemalige jüdische Schwerin a.d. Warthe,

  • Katalogisierung (beidseitige Fotos) von 250 Friedhofsgrabsteinen in Skwierzyna und 35 in Bledzew; Verschickung von Fotos an die Stiftung FODŻ für deren Internetseiten, wodurch wir die ersten Kontakte mit Menschen aus der ganzen Welt bekamen, die nach ihren Vorfahren fragten und uns viele wertvolle Informationen gaben.

Auch im Schuljahr 2007/2008 nehmen wir an dem Projekt der Stiftung teil. Wir haben vor u.a., kleine Gedenktafeln zur Geschichte und Kultur an besonderen Örtlichkeiten unserer Gemeinde anzubringen (z.B. eine informative Gedenktafel am Ort der ehemaligen jüdischen Schule und eine am Standort der Synagoge), darüber hinaus planen wir die Durchführung von Bildungs- und Kunstwettbewerbe für Jugendliche aus unserer Wojewodschaft.

 

Aus dem Polnischen Ruth Henning

Skwierzyna: Die Gemeinde kümmert sich um den jüdischen Friedhof

Gestern hat die Gemeindeverwaltung endlich beschlossen, wer den jüdischen Friedhof pflegen wird.

Über die Probleme bei der Pflege dieses Friedhofs haben wir bereits berichtet. Zur Erinnerung: Seit einigen Jahren kümmert sich die Gemeindeverwaltung immer erst dann um den jüdischen Friedhof, wenn die Gazeta Lubuska interveniert. Der neueste Skandal wurde vor etwa anderthalb Wochen bekannt, als Tomasz Watros, Geschichtslehrer am Lyzeum, Jugendliche aus Deutschland zum jüdischen Friedhof führte. Dort stellte sich nämlich heraus, dass zwischen den Grabsteinen immer noch die Müllsäcke lagen, die die Schüler im Herbst des vergangenen Jahres zusammengetragen hatten. Die Gemeindeverwaltung hätte sie abholen sollen, es aber nicht getan. Erst nach unserer Intervention wurde der Müll von der zuständigen kommunalen Dienststelle entfernt.

Deutsche wundern sich

Am vergangenen Sonntag besuchten weitere Gäste aus Deutschland unsere Stadt. Im Gespräch mit uns erzählten sie, wie begeistert sie seien über die Arbeiten an der Rekonstruktion des jüdischen Friedhofs, wunderten sich jedoch, warum der Ort nicht als jüdischer Friedhof gekennzeichnet sei. „Das ist merkwürdig, dass die Gemeindeverwaltung das bisher nicht veranlaßt hat. Ein solcher Friedhof wie auch andere historische Gebäude in der Stadt müssen doch unter Denkmalschutz stehen und sind ein richtiger Schatz, aber hier wird nirgendwo darauf hingewiesen”, sagte die Touristin Ruth Henning aus Berlin und fügte hinzu, sie habe die meisten Informationen über den jüdischen Friedhof und weitere Gebäude im Internet gefunden, auch in unserer Zeitung. „Seit Jahren lese ich in Eurer Zeitung Artikel über den jüdischen Friedhof. Ich wundere mich, dass sich die Gemeindeverwaltung den Appellen der Einwohner gegenüber taub zeigt.“

Endlich werden sie aufräumen

Gestern hat nun ein offizielles Gespräch zwischen dem Bürgermeister Arkadiusz Piotrowski, dem Geschichtslehrer Tomasz Watros, und der Schuldirektorin des Lyzeums, Ramona Obrzezgiewicz, stattgefunden. Der Bürgermeister hatte auch den zuständigen Dienststellenleiter hinzu geladen, um gemeinsam festzulegen, wer die Pflege des Friedhofs übernehmen solle. „Die Verantwortung für das Aufräumen des Friedhofs gehört zu den Pflichten der Gemeindeverwaltung“, betonte der Geschichtslehrer. Schließlich wurde beschlossen, dass Schüler des Lyzeums zwei Mal im Jahr den Friedhof aufräumen werden, dass aber Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung sich systematisch um den Friedhof kümmern müssen. Der Leiter des Zentrums für praktische Ausbildung, Andrzej Gabryelów, versprach, er werde darauf Acht geben, dass zumindest einmal im Monat aufgeräumt werde. Er bot auch an, bei der Aufstellung einer Informationstafel am Friedhof, ebenso wie bei der Erstellung und Anbringung weiterer kleiner Hinweistafeln an den übrigen historischen Orten und Gebäuden in der Stadt, zu helfen.

Watros freute sich, „die so gekennzeichneten Orte können einen Stadtführer ersetzen. Für die Promotion der Stadt ist das ein Riesenschritt, obwohl noch viel zu tun bleibt.“

Gazeta Lubuska, 17.6.2008, aus dem Polnischen Ruth Henning