Die polnische Parallelgesellschaft

Hunderttausende Menschen aus Preußisch-Polen kamen nach 1871 ins Ruhrgebiet. Hier bewahrten sie ihre Sprache und Kultur, scharf beobachtet durch die Obrigkeit.
Die »preußischen Polen« kamen vor allem aus jenen Gebieten, die seit den polnischen Teilungen und dem Untergang des polnischen Staates Ende des 18. Jahrhunderts zu Preußen gehörten, wie zum Beipiel die Provinz Posen. Sie besaßen durchweg die deutsche, das heißt preußische Staatsbürgerschaft. Damit befanden sie sich rechtlich in einer weit besseren Ausgangslage als Ausländer, sie waren jedoch in ähnlicher Weise ethnischer und sozialer Diskriminierung ausgesetzt: zum einen in ihrer alten Heimat, die in der Kaiserzeit einer rigiden »Germanisierungspolitik« ausgesetzt war, welche die polnische Sprache und Kultur à la longue zum Verschwinden bringen sollte. Zum anderen aber auch in der neuen Heimat im Westen.

Vollständiger Text/ cały tekst: http://www.zeit.de/2010/50/Polen-Ruhrgebiet?page=1
Veröffentlichung/ data publikacji: 10.12.2010