70 Jahre deutscher Überfall auf die Sowjetunion – Stiftung EVZ erinnert an zivile NS-Opfer

70 Jahre nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 steht für die Stiftung EVZ das Gedenken an die zivilen Opfer des Zweiten Weltkriegs im Fokus. „Der Vernichtungskrieg des NS-Regimes gegen die Sowjetunion richtete sich in grau-samster Weise gegen die Zivilbevölkerung. Massenerschießungen, Brandschatzung und Vergewal-tigungen waren allgegenwärtig. Deportationen in Konzentrations- und Vernichtungslager und die Ausbeutung von Gefangenen durch Zwangsarbeit sind elementare Bestandteile des systematisch geplanten und durchgeführten NS-Unrechts. Die Erinnerung an diese Verbrechen in der Gedenkkultur zu verankern, ist ein primäres Ziel der Stiftung EVZ“, so der Vorstand Günter Saathoff. Die überlebenden NS-Opfer in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion blieben lange unbedacht: „Die Würdigung der NS-Opfer in Russland, der Ukraine und Belarus ist der Ausgangspunkt aller Aktivitäten der Stiftung EVZ. Viele Überlebende leiden bis heute unter dem Kriegsterror des nationalsozialistischen Deutschlands. Zudem ist ihre wirtschaftliche Lage oft prekär. Die Stiftung EVZ unterstützt daher vielfältige humanitäre Projekte für NS-Opfer, setzt sich für Betreuung und Pflege der hochbetagten Opfer ein und ermöglicht zahlreiche Zeitzeugenprojekte. Jedes Jahr widmet die Stiftung EVZ ein Drittel ihrer Fördermittel dem Engagement für Opfer des Natio-nalsozialismus“, betont Dr. Martin Salm, Vorstandsvorsitzender der Stiftung EVZ.
Den Jahrestag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion begleitet die Stiftung EVZ mit vielfältigen Angeboten: In Moskau wird am Mittwoch, 22. Juni die Ausstellung „Zwangs-arbeit. Die Deutschen, die Zwangsarbeiter und der Krieg“ eröffnet. Die Stiftung würdigt mit der in russischer Sprache übersetzten Wanderausstellung die zumeist deportierten Opfer von Zwangsarbeit im nationalsozialistischen Deutschen Reich. Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Christian Wulff und wurde im Sep-tember 2010 im Jüdischen Museum Berlin erstmals gezeigt.
Bereits am Montag, 20. Juni findet in Berlin die Podiumsdiskussion “Der Krieg hat kein menschliches Gesicht - Die Auslöschung der Zivilbevölkerung“ statt, in der die Erinne-rungen und Traumata der Zivilbevölkerung thematisiert werden. Die Veranstaltung im Rahmen der Reihe „70 Jahre Überfall auf die Sowjetunion“, findet um 18 Uhr in der Hör-saalruine, Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité statt. Mehr dazu unter www.stiftung-evz.de/termine
Vom 20. bis zum 25. Juni findet das von der Stiftung EVZ geförderte Internationale Forum der GESCHICHTSWERKSTATT EUROPA zum Thema „1941: German War of Extermination in Ukraine and it‘s Actors“in Kiew statt. www.geschichtwerkstatt-europa.org.
Weiter Informationen zum Thema: www.stiftung-evz.de/themen/der-zweite-weltkrieg/

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Veröffentlichung/ data publikacji: 19.06.2011