Wie fühlen sich die Polen in Westpommern – sechzig Jahre nach dem Krieg?

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Nach dem Zweiten Weltkrieg bezeichnete man die an Polen angeschlossenen Gebiete als die „neuen“, die „slawischen“, „die piastischen“ (in diesem Zusammenhang die „ehemaligen“), „die wiedergewonnenen“ (oder die „erneut zurückgewonnenen“), „die West- und Nordgebiete“. Wie werden sie heute genannt? Werfen wir einen Blick in den Veranstaltungskalender, der vom Stettiner Komitee für die Feierlichkeiten anlässlich des 60-jährigen Bestehens der polnischen Staatlichkeit in Westpommern veröffentlicht wurde.

Der 60. Jahrestag

In der Kleinstadt Węgorzyno (Wangerin) gab es ganz einfach ein Treffen anlässlich des 60. Jahrestages „der Beendigung der Kriegshandlungen“. In den Städten Dębno (Neudamm), Banie (Bahn) und Cedynia (Zehden) klang das schon anders: dort feierte man den „60. Jahrestag der Befreiung“. Was Szczecin (Stettin) betrifft, die Wojewodschaftshauptstadt, deren staatliche Zugehörigkeit im Jahre 1945 einige Monate lang ungewiss war, verzeichnet der Kalender den 60. Jahrestag der „Einnahme von Stettin“ (26. April), den „Jahrestag der Herstellung der staatlichen Verwaltung“ (5. Juli), den „Namenstag der Stadt“, den „Geburtstag der Stadt“ und ein großes Konzert „Szczecin ist 60 Jahre alt“. Es ist leicht festzustellen, dass lediglich die Bezeichnung „Einnahme von Stettin“ implizit die Information enthält, dass die Stadt auch schon vor 1945 existierte. Die Bezeichnungen der übrigen Veranstaltungen suggerieren, sie sei 1945 entstanden. In den Gemeinden Warnice (Warnitz) und Brojce (Broitz) sowie in Gryfice (Greifenberg) gab es „Feierlichkeiten zum 60. Jahrestag der Rückkehr des Polentums nach Westpommern“, in den Gemeinden Boleszkowice (Karlshöhe) und Stare Czarnowo (Neumark) – das „60-jährige Bestehen der polnischen Staatlichkeit“, in Kamień Pomorski (Cammin) den „60. Jahrestag der Rückkehr des Landes von Kamień Pomorski zum Mutterland“, in der Grundschule des Dorfes Marcinkowice (Märzdorf) den Jahrestag der „Rückkehr zum Mutterland“. Die Behörden von Świnoujście (Swinemünde) organisierten die Feierlichkeiten „60 Jahre polnisches Świnoujście“, und die Behörden von Maszewo (Groß Massow) feierten „60 Jahre polnische Präsenz in Westpommern“. Diese Bezeichnungen enthalten offensichtlich einen Hinweis auf eine frühere, nicht-polnische Geschichte beider Städte. Was Nowogard (Naugard) betrifft, so verzeichnet der Kalender hier sowohl eine „Veranstaltung aus gegebenem Anlass“ mit Kranzniederlegung am Denkmal der Kombattanten der Republik Polen, als auch eine Ausstellung „anlässlich der Befreiung von Nowogard und des 60. Jahrestages der Rückkehr des Polentums nach Westpommern“. Auffällig ist hier die Hervorhebung des Unterschieds zwischen „Befreiung“ und „Rückkehr des Polentums“. Noch anders war es in Myślibórz (Soldin), wo gleichzeitig der „60. Jahrestag der Rückkehr des Polentums nach Westpommern“ und der 735. Jahrestag der „Verleihung des Stadtrechts an Soldin“ gefeiert wurden. Zu Zeiten Volkspolens wäre diese „Vermählung“ von Wasser und Feuer, also die Verbindung von polnischer und deutscher Tradition der Stadt unmöglich gewesen. Am Schluss dieses kurzen Überblicks sollte man als Kuriosum noch die Kleinstadt Resko (Regenwalde) erwähnen, in der eine Fotoausstellung über die Geschichte der Stadt bis 1945 unter dem Titel: „Resko vor der Rückkehr zum Mutterland“ organisiert wurde.

Ausstellungen im Stargarder städtischen Museum

Das Museum in Stargard Szczecinski (Stargard), eine städtische Einrichtung, bereitete eine Ausstellung über die polnische Besiedlung der Stadt unter dem Titel „Unser Weg nach Stargard … Schicksale von Siedlern 1945-1950“ vor (Ausstellungskuratorin: Jolanta Aniszewska). Die erste Hälfte des Titels entstammt den Erinnerungen von Bożena Żybułtowska-Gołaszewska, die nach dem Warschauer Aufstand in ein Stargarder Kriegsgefangenenlager kam und nach dem Krieg zwei Jahre in der Stadt lebte. Die Vorbereitung der Ausstellung nahm mehrere Monate in Anspruch. Der Appell an die Einwohner, persönliche Erinnerungsstücke zur Verfügung zu stellen, fand am Anfang nur wenig Widerhall. Erst als dieser Aufruf in den Kirchen bekannt gegeben wurde, änderte sich die Situation. Die Erinnerungsstücke trafen bis zum letzten Tag vor der Eröffnung und auch noch während der Ausstellung ein. Exponate wurden auch vom Staatsarchiv, der Post und aus Schulen und Kirchengemeinden ausgeliehen.

Stargard war nach dem Krieg eine stark zerstörte, entvölkerte und von Epidemien bedrohte Stadt. Bis heute ist nicht genau bekannt, in welchem Ausmaß die Stadt durch Kampfhandlungen oder aber infolge von Bränden zerstört wurde, die sowjetische Truppen nach ihrer Einnahme gelegt hatten. Im Mai 1945 gab es in Stargard nur einige hundert Polen. In der Ausstellung wurden die ersten Nachkriegsdokumente gezeigt (April-Juni 1945), die in der Regel in polnisch und russisch abgefasst waren, nicht selten auf der Rückseite früherer deutscher Dokumente. Es handelt sich um die verschiedensten Anordnungen, Bescheinigungen und Bekanntmachungen. Aus jenen Tagen gibt es nur sehr wenige Fotos und sehr wenige Gegenstände des täglichen Gebrauchs.

Anhand der von Stargarder Einwohnern zur Verfügung gestellten privaten Erinnerungsstücke, war es leicht festzustellen, von woher jemand nach Stargard gekommen war. Deutsche Arbeitsbücher und Identitätsdokumente kamen hauptsächlich von früheren Zwangsarbeitern, die während des Krieges nach Deutschland verschleppt worden waren. Erinnerungsstücke aus ihrer Heimat hatten sie nicht. Ähnlich ging es den Bewohnern der früheren polnischen Ostgebiete, die nach Sibirien und Kasachstan verschleppt worden waren und überlebt hatten. Persönliche Erinnerungsstücke brachten dagegen vor allem Siedler aus Zentralpolen, Nachkriegsumsiedler aus den polnischen Ostgebieten sowie Reemigranten, denn nur diese hatten irgendwelches privates Hab und Gut nach Stargard mitgebracht.

In der Ausstellung gab es nur wenige ethnografische Exponate zu sehen, Dinge, die nach Stargard mitgebracht oder in der Stadt gefunden worden waren. Nur eine Person hatte Volkstrachten aus der Nähe von Lwów (Lemberg) zur Verfügung gestellt, es gab keinerlei Haushaltsgegenstände. Über solche Exponate verfügt auch das Museum von Stargard nicht, dessen ethnografische Sammlungen sehr bescheiden sind. Jolanta Aniszewska führte das auf die nach dem Krieg einsetzenden Assimilationsprozesse und die soziale Integration zurück. Die Menschen aus den verschiedenen Regionen Polens, die nach dem Krieg in Stargard lebten, hätten sehr schnell zu einer Gemeinschaft verschmelzen müssen und ihre früheren regionalen Unterschiede nicht kultiviert. Die Politik des Staates, die auf eine rasche Polonisierung der neu gewonnenen Gebiete ausgerichtet war, führte zu einer rigorosen Integration. Ein spektakuläres Beispiel dafür war die insbesondere in den Schulen erfolgende Bekämpfung von Mundarten und Dialekten, die offiziell als „falsches Polnisch“ bezeichnet wurden. In den „neuen Gebieten“ sollte eine einheitliche polnische Kultur entstehen. Aus dem Alltagsleben, insbesondere dem öffentlichen Raum, wurden rasch alle Kennzeichen deutscher Kultur beseitigt. Das entsprach den Anordnungen der Behörden, aber auch der nach dem Krieg herrschenden feindlichen Gesinnung der Polen gegenüber allem, was deutsch war. Spuren des Deutschtums waren in den Augen der Polen wertlos. Die Behörden führten spezielle Aktionen durch, um wenigstens Kunstwerke zu retten.

Seit dem Sommer 1945 funktionierten in Stargard polnische Behörden. Sie stellten Identitätsdokumente aus, Dokumente für in Betrieb genommene Firmen, bescheinigten Entscheidungen über Einquartierungen und Anmeldungen und nach der Gründung der Staatlichen Liquidationskommission erstellten sie auch Belege über den Erwerb des von den Deutschen zurückgelassenen Hab und Guts. Solche Dokumente wurden ebenfalls in der Stargarder Ausstellung gezeigt. Es gab auch Gegenstände, die das in Stargard schon im Mai 1945 organisierte kulturelle Leben dokumentierten.

Sehr interessant war eine Karte des Polnischen Eisenbahnnetzes, die im Sommer 1945 von Posener Eisenbahnern angefertigt worden war. Auf dieser Karte war die Westgrenze Polens gar bis nach Eberswalde verschoben, und die westlich der Oder liegenden Orte hatten bereits polnische Namen erhalten, so u.a. Schwedt – Świec, Prenzlau – Przemysław, Pasewalk – Pozdawilk, Löcknitz – Łęknica, Angermünde – Węgrzynów. Das entsprach insbesondere der Auffassung der Posener Nationalen. Diese waren der Meinung, wenn Polen nach dem Krieg „in die alten slawischen Gebiete zurückkehren“ solle, so bedeute das auch eine Rückkehr in das alte slawische Siedlungsgebiet jenseits der Oder: nach Rügen, in das heutige Vorpommern, nach Ostbrandenburg und in die Lausitz (auf die übrigens auch die Tschechoslowakei Anspruch erhob). Die polnischen Eisenbahner, die der Front unmittelbar nachfolgten, besetzten also auch Stationen westlich der Oder und Stettins. Sie zogen sich dann schnell wieder zurück, aber ähnliche Karten erschienen in Polen noch bis 1947.

Nur sehr wenige Erinnerungsstücke (ein Medaillon, ein altes Telefon und eine Tasse) waren aus der Zeit zu sehen, als Stargard eine deutsche Stadt war, obgleich deutsche Spuren die ersten polnischen Einwohner in den Häusern und auf den Straßen auf Schritt und Tritt begleitet hatten. Es wurden auch keine Dokumente gezeigt, die die Aussiedlung der Deutschen zum Thema gehabt hätten. Auf Nachfragen bemängelte Jolanta Aniszewska einerseits das Fehlen deutscher Erinnerungsstücke: wie Fotos, Schriftstücke, Tagebücher usw. und fügte hinzu, auch in dem 2003 von den ehemaligen deutschen Stargardern eingerichteten kleinen Heimatmuseum in Elmshorn (Niedersachsen), gebe es nur wenige Objekte. Die Museen in Stargard und Elmshorn unterhielten aber gute Kontakte zueinander und beide Städte hätten einen Partnerschaftsvertrag abgeschlossen. Andererseits hob sie hervor, dass in der Ausstellung die ersten Jahre der polnischen Ansiedlung in Stargard gezeigt werden sollten. Außerdem finde die Ausstellung aus Anlass des 60. Jahrestags der Beendigung des Zweiten Weltkrieges statt, so dass Erinnerungsstücke aus der deutschen Zeit in diesem Zusammenhang von den jetzigen Einwohnern falsch hätten verstanden werden können. Es habe schon einmal eine Ausstellung gegeben, die den Neuansiedlern nach dem Krieg gewidmet gewesen sei, allerdings vor vierzig Jahren. Nach einer so langen Pause bei der Beschäftigung mit der neueren Geschichte der Stadt hätte nicht gleich alles gezeigt werden können. Das solle nicht bedeuten, dass es Tabuthemen gebe, aber die Menschen müssten allmählich und systematisch an solche Ausstellungen gewöhnt werden. Die Arbeit des Museums sei sehr stark von den geringen Geschichtskenntnissen der meisten Stargarder bestimmt.

Stargard ist eine alte Hansestadt mit einer reichen Geschichte. Vom Reichtum seiner früheren Bewohner zeugen noch die gewaltigen gotischen Kirchen, St. Johannes und die Marienkirche. Nach dem Dreißigjährigen Krieg und der Teilung des Fürstentums Pommern zwischen Schweden und Brandenburg war Stargard fast achtzig Jahre lang Hauptstadt des brandenburgischen Pommern. Es gab sogar die Absicht, dort eine Universität zu gründen. Im Vergleich zur Geschichte fällt die Geschichtsschreibung Stargards ärmlich aus. Noch immer gibt es keine Monografie der Stadt und das wird wohl auch noch für eine lange Zeit so bleiben. Die einzige Einrichtung, die sich – und das auch erst seit ein paar Jahren – systematisch mit Stargards Geschichte befasst, ist das kleine Museum, das einige junge Historiker und Archäologen beschäftigt. „Wir gewöhnen die Einwohner allmählich an Ausstellungen über die Geschichte Stargards, denn es ist wert, sie kennen zu lernen. Vor ein paar Jahren zeigten wir alte Ansichtskarten der Stadt. Für viele Menschen war das ein Schock. Zum ersten Mal sahen sie, wie anders die Stadt einst ausgesehen hatte, und was für eine tragische Geschichte sie also gehabt haben musste. Das Geschichtsbewusstsein der Bevölkerung in Stargard hat sich inzwischen sehr verändert, wozu nicht zuletzt lokale und regionale Medien beigetragen haben, aber man muss auch bedenken, dass wir alle vor noch nicht allzu langer Zeit bei Null, mit keinerlei Kenntnissen, angefangen haben“, sagte Jolanta Aniszewska.

Nach Besuchen von Schulklassen führten die Museumsmitarbeiter Unterrichtsstunden für Schülerinnen und Schüler durch, deren Wissen über die Vergangenheit der Stadt sich als minimal erwies. Es fehlt an Lehrbüchern zur Geschichte der Region, und Westpommern wird in den polnischen Schulbüchern nur am Rande erwähnt. Die Ausstellung war von einer Vielzahl von Kindern aufgezeichneter Stammbäume Stargarder Familien begleitet. Man hatte sie aufgefordert, auf zu schreiben, woher ihre Großeltern stammten. Die meisten Kinder wussten darüber nichts weiter, nur dass sie nicht von hier sind, sondern von irgendwoher gekommen waren. Sie wussten auch nicht, wie zerstört und entvölkert ihre Stadt nach dem Krieg gewesen war, wie wenig Polen es hier damals gegeben hat.

Jolanta Aniszewska arbeitet seit 1997 im Stargarder Museum. Sie hat mehrere der Stadt gewidmete große Ausstellungen vorbereitet und ausführliche Kataloge verfasst. Die erste Ausstellung im Jahre 1999 stand unter dem Titel „Heimat gestern und heute“. Darin wurden frühere und heutige Ansichten derselben Plätze in Stargard gezeigt. Ein Jahr später, anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Museums bereiteten Jolanta Aniszewska und Marcin Majewski die Ausstellung „Das alte Stargard. Die Stadt und ihre Bewohner“ vor, die mit der Urgeschichte begann und die Zeit bis 1960 umfasste. Sie war dank Leihgaben von Museen, Archiven und Bibliotheken aus Kiel (Stiftung Pommern), Stralsund, Greifswald, Elmshorn, Stettin, Warschau, Wejherowo, Słupsk (Stolp), Gorzów (Landsberg), Posen und Myślibórz (Soldin) möglich. Als Begleitveranstaltung gab es eine polnisch-deutsche wissenschaftliche Konferenz, auf der auch der Sohn des Direktors des früheren deutschen Stargarder Stadtmuseums ein Referat hielt. Während der Ausstellungsvorbereitungen wurden Suchaktionen in ganz Polen durchgeführt. Viele wertvolle alte Bücher und Zeugnisse der Vergangenheit aus Stargard wurden in anderen Städten gefunden, wohin sie nach dem Zweiten Weltkrieg gebracht worden waren – sei es infolge von Plünderungen oder im Rahmen von Rettungsaktionen. Die Ausstellung „Das alte Stargard. Die Stadt und seine Bewohner“ haben viele Menschen besucht, auch Deutsche aus dem „Heimatkreis Stargard“. Von polnischer Seite wurden Vorwürfe laut, die deutsche Vergangenheit der Stadt werde zu stark betont, von deutscher Seite hieß es, die Ausstellung verfälsche die Geschichte, weil die Aussiedlungen nach dem Zweiten Weltkrieg nicht thematisiert worden waren. Die dritte Ausstellung von Jolanta Aniszewska trug den Titel „Bilder von Stargards Straßen“. Fotografien, Ansichtskarten, Schilder und Reklametafeln aus den Jahren 1872-1926 wurden gezeigt. Die vierte Ausstellung erinnerte an den Kreis Stargard auf alten Ansichtskarten, und die fünfte an die Stargarder „Solidarność“. Welches wird die nächste sein? „Ich möchte gern eine Ausstellung über die Einwohner von Stargard im 20. Jahrhundert machen: über Deutsche, Polen, Ukrainer, Juden, Zigeuner, Litauer, Russen, Franzosen“, sagt Jolanta Aniszewska.

Das Stargarder Museum hat gute Kontakte zu anderen Museen u.a. in Greifswald, Elmshorn, Stralsund, Wolgast und gibt ein umfassendes wissenschaftliches Jahrbuch Stargardia heraus. Ein Mitarbeiter des Museums, Marcin Majewski, Archäologe und Autor einer grundlegenden Arbeit über Die Glockengießerei in Stargard und Pommern im 14.-17. Jahrhundert, beschäftigt sich systematisch mit der Geschichte der Stadt und hat viele historische Zeugnisse gefunden. Er arbeitet an einem Biografischen Wörterbuch der Stargarder Einwohner. Die Gesellschaft der Freunde von Stargard und die Stadtverwaltung planen ein Buch unter dem Titel Erinnerungen polnischer und deutscher Stargarder Bürger an die Umbruchzeiten des Jahres 1945.

Die aktuelle Ausstellung von Stargard und die Feierlichkeiten des Jahres 2005 zeigen, wie verworren das gesellschaftliche Nachdenken über Identität und Nachkriegsgeschichte und über die polnisch-deutschen Beziehungen in Westpommern noch ist. Es gibt viele gute Absichten, wunderbare Initiativen, aber gleichzeitig immer noch Ängste und Befürchtungen. Die unterschiedlichsten Ansichten sind anzutreffen, sie reichen vom Polonozentrismus der Endecja bis zu europäisch geprägter Offenheit.

Wie sicher fühlen sich die Polen im seit 60 Jahren polnischen Westpommern? Verstehen sie das Spezifische ihrer Region? Identifizieren sie sich mit ihr? Es scheint, als ob es heute immer noch schwer fällt, auf diese Frage eine Antwort zu geben.

Stettin, Februar 2006

Aus dem Polnischen Dagmar Kriebel