Neue Weichen für neurotische Partner

Deutschland wird die Heranführung Polens an die EU fördern – so lautet die wichtigste Verpflichtung im Nachbarschaftsvertrag vom 17. Juni 1991. Sie war von historischer Tragweite, hat aber im bilateralen Verhältnis auch unmissverständlich die Rollen verteilt: hier der große Onkel, in den 90. besonders überzeugend durch Helmut Kohl symbolisiert, da der Juniorpartner, dem es unter die Arme zu greifen gilt. Dieser Satz hat auch den Inhalt der viel beschworenen deutsch-polnischen Interessengemeinschaft geprägt – und eine politische Leere zwischen Berlin und Warschau hinterlassen als Polen 2004 der EU beitrat. Auf die Frage, wie es weiter geht, wusste nun keiner mehr eine gute Antwort.
Letztlich ging es um das Emotionale: Freude und Auf-die-Schulter-klopfen, als das europäische Ziel nach jahrelangem Ringen erreicht wurde. Und Enttäuschung, als der von Warschau erhoffte deutsch-polnische Motor in der erweiterten EU nicht anspringen konnte.

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Veröffentlichung/ data publikacji: 13.09.2011