Blick über die Oder

Warschau: Apotheker treten in Warnstreik
In Polen spitzt sich die Auseinandersetzung um eine äußerst bürokratische Neuregelung für die Kostenerstattung von Rezepten zu. Seit gestern geben viele Apotheker zwischen 13 und 14 Uhr keine Arzneimittel mehr heraus. Damit protestieren sie dagegen, dass ihnen Strafen drohen, wenn sie falsch ausgestellte Rezepte einlösen. Allerdings wissen auch viele Ärzte nicht, wie die Medizin jetzt richtig verschrieben werden soll.

Stettin/Kolberg: Sturm sorgt für hohe Wellen an Ostsee
Ein heftiger Sturm hat am Wochenende für meterhohe Wellen an Polens Ostseestränden gesorgt. In Kolberg und anderen Erholungsorten waren die Strände am Sonnabend überflutet. Bei Swinemünde musste der Fährverkehr auf die Insel Usedom unterbrochen werden. Auch die Oder in Stettin stieg an, weil ihr Wasser kaum abfloss.

Posen: Oberst muss zum Psychologen
Nach dem Selbstmordversuch eines Militärstaatsanwalts aus Posen vor einer Woche mehren sich die Zweifel, ob diese Aktion inszeniert war. Oberst Mikolaj Przybyl hatte sich in der Pause einer Pressekonferenz eine Pistole in den Mund gesteckt und abgedrückt. Der Schuss verletzte allerdings nur seine Wange. Przybyl, der die geplante Abschaffung der Militärstaatsanwaltschaften kritisiert hatte, erklärte, er sei vor Nervosität abgerutscht. Jetzt sollen ihn Psychologen untersuchen.

Warschau: Debatte über Abriss des Kulturpalastes
Polens Außenminister Radoslaw Sikorski hat vorgeschlagen, den 230 Meter hohen Kulturpalast im Herzen Warschaus abzureißen. Das 1955 errichtete Gebäude im stalinistischen Zuckerbäckerstil war ein Geschenk der Sowjetunion und wurde in Polen lange als Symbol der Unterdrückung durch Russland angesehen. Gleichzeitig gibt es viele Anhänger des Komplexes, in dem sich ein Kongresssaal, mehrere Theater und ein Schwimmbad befinden.

Warschau: Rentner bekommen 71 Zloty mehr
Die staatliche Rente wird im Nachbarland in diesem Jahr erstmals nicht prozentual erhöht, sondern alle Versicherte erhalten ab März 71 Zloty (rund 18,50 Euro) mehr. Die bisherige Durchschnittsrente liegt östlich der Oder bei circa 1500 Zloty (rund 375 Euro) brutto.

Zwei Rettungswagen in ganz Küstrin
Für rund 42 000 Menschen, die in der Grenzstadt Küstrin und umgebenden Orten leben, stehen derzeit nur zwei Rettungswagen für medizinische Notfälle zur Verfügung. Laut der Zeitung „Gazeta Lubuska" gibt es trotzdem kaum Hoffnung auf Besserung, weil im Landesdurchschnitt nur ein Rettungswagen auf 33 000 Menschen käme.

Ex-Ministerin erhält neuen Posten
Wegen Erfolglosigkeit war die frühere Arbeitsministerin Jolanta Fedak nach der Parlamentswahl vom Oktober nicht wieder in die Regierung berufen wurden. Jetzt erhielt die Politikerin einen Aufsichtsratsposten in der Sonderwirtschaftszone Küstrin/Slubice, der mit 2500 Zloty (rund 510 Euro) monatlich dotiert ist.

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Veröffentlichung/ data publikacji: 17.01.2012