Der Verein Zeit Raum Identität

Der Verein „Czas Przestrzeń Tożsamość" Zeit Raum Identität entstand 2004 aufgrund einer Initiative von Künstlern, Journalisten, Historikern und Regionalforschern. Die eigentliche Idee geht auf den Vorsitzenden des Vereins zurück, den Fotokünstler Andrzej Łazowski, der sich auch stark in der Öffentlichkeit engagiert.

Ziel des Vereins ist es, die lokale Gesellschaft durch künstlerische Projekte wie die Organisation von Ausstellungen, Freilichtausstellungen, Treffen und Seminaren zu fördern und darüber hinaus die Grenzregion im weiteren Sinne zu stärken (gemeinsame Projekte und Tätigkeit im interkulturellen Bereich).

Der Verein ist Herausgeber einer zweisprachigen Schriftenreihe die unter dem Titel czas przestrzeń tożsamość erscheint. Der Verein setzt sich aktiv für die Stärkung der Zivilgesellschaft und von NGOs ein. Die Schriftenreihe bietet deutschen und polnischen Bewohnern des Grenzgebietes eine sehr gute Möglichkeit, die gemeinsame Geschichte kennen zu lernen. Die Autoren der einzelnen Bände versuchen aufzuzeigen, wie die im Grenzgebiet lebenden Menschen ihre Heimat und deren Geschichte akzeptieren, wie sie versuchen, das kulturelle Erbe dieser Region zu verstehen und sich zu eigen zu machen, um sie als solide Grundlage für den Aufbau einer eigenen Identität zu nutzen. Themen wie Geschichte, Denkmäler und Architektur werden in dieser Serie aufgegriffen, dabei wird die slawische und deutsche Vergangenheit dieser Region berücksichtigt. Darüber hinaus stellen die Publikationen den Versuch dar, Zeiten, Orte und Identitäten verschiedener Orte, an denen wir heute leben, wirken und arbeiten, für uns selbst und die Nachwelt festzuhalten und zu erhalten.

Von Anfang an verfolgte der Verein mit seinen Aktivitäten die Zielsetzung, die Öffentlichkeit vor Ort zu mobilisieren, ein Beispiel dafür ist Chojna.

Es wurden u.a. Workshops und Fotoausstellungen organisiert wie z.B. Kirchen in der Landschaft (2004), Zatoń Dolna (2005), die Einzelausstellung von A. Łazowski Bewohner von Zatoń (2005), und ein Workshop für Fotografie mit Lochkameras Im Grenzgebiet (2005), der Workshop mit Ausstellung Alte Musik (2005), und die fotojournalistische Ausstellung Märkte im Grenzgebiet (2005).

Den in der Serie czas przestrzeń tożsamość erschienenen Band Swobnica/Wildenbruch haben wir an verschiedenen Orten im Rahmen von Veranstaltungen der Öffentlichkeit vorgestellt (Szczecin, Banie, Swobnica, Chojna, Chwarszczany und Siemczyno). Für die Arbeit an diesem Band konnten wir den Journalisten Roman Czejarek gewinnen. Durch diese Publikation sowie verschiedene öffentliche Aufrufe soll das Wildenbrucher Schloss vor seinem fortschreitenden Verfall gerettet werden. In der Grundschule in Swobnica organisierte der Verein im Dezember 2007 eine Veranstaltung für Schüler mit einem Kunst- und Literaturwettbewerb.

Bisher erschienen in der Serie jeweils in deutscher und polnischer Sprache folgende Titel: Jasienica (Kazimiera Kalita-Skwirzyńska), Stolec Rzędziny Łęgi (Kazimiera Kalita-Skwirzyńska, Mirosław Opęchowski), Szczecin-Skolwin (Prof. Dr. hab. Radosław Gaziński, Dr. Arch. Piotr Fiuk), Szczecin-Grabowo (Dr. Bogdana Kozińska, Bogdan Twardochleb), Nowe Warpno (Dr. Wojciech Łopuch), Swobnica (Roman Czejarek). In Vorbereitung: Denkmäler Stettins (Maciej Słomiński), Hakenterrasse (Maria Łopuch), Röhrchen (Przemysław Kołosowski).

Die Mitglieder des Vereins haben an Konferenzen teilgenommen die für unsere Region von großer Bedeutung sind, dies sind unter anderem: Medien ohne Grenzen – internationale Zusammenarbeit in der Grenzregion (Szczecin-Frankfurt 2004); Heimat in den Westgebieten; kulturelles Erbe und lokale Identität (Poznan 2004), Heimat in den Westgebieten; kulturelles Erbe und lokale Identität (Genshagen 2006).

Der Verein arbeitet aktiv mit der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Brandenburg und dem Deutsch-Polnischen Journalistenklub „Unter Stereo-Typen/Pod Stereo-Typami" zusammen bei dem Projekt Spurensuche sowie als Mitveranstalter der 1. Dokumentarfilmreihe „Unsere Heimat, unsere Erinnerung“ (in Nowe Warpno/Neuwarp), der deutsch-polnischen Ausstellung „Und dann mussten wir raus ...“, Wanderungen durch das Gedächtnis. Von Vertreibungen der Polen und Deutschen 1939-1949 von E. Czerwiakowska, W. Ronge und M. Pietsch, (Nowe Warpno/Neuwarp), des Erinnerungstreffens deutscher und polnischer Journalisten mit den Bürgern der Stadt zum Thema ihrer Schicksale im Krieg und nach dem Krieg „Neuwarp in unseren Erinnerungen“. Pfingsttreffen der ehemaligen und heutigen Einwohner von Nowe Warpno / Neuwarp (2005, 2006, 2007). Bei den gemeinsamen Treffen ging es nicht nur um die schmerzlichen Erfahrungen des Verlusts der Heimat angesprochen, sondern auch darum, wie die Betroffenen Heimat definieren und welche Bedeutung Heimat heute für sie hat. Anlässlich dieser Veranstaltungen wurde auch das Buch über Nowe Warpno/Neuwarp von Dr. Wojciech Łopuch herausgegeben. Diese Publikation wurde finanziell von der Stiftung für Deutsch-Polnische Zusammenarbeit und der Deutsch Polnischen Gesellschaft Brandenburg gefördert.

Außerdem wurde eine Ausstellung mit Fotografien von Andrzej Łazowski aus dem Zyklus Menschen im Grenzgebiet gezeigt: „Neuwarper" (in der Kirche von Neuwarp 2007). Der Verein Zeit Raum Identität hat darüber hinaus an einer großen Geschichtsausstellung über Neuwarp mitgewirkt, im Rahmen derer in den Jahren 2006 und 2007 Archivbilder aus deutschen und polnischen Fotoalben gezeigt wurden.

Seit 2004 arbeitete der Verein mit polenmARkT e.V. in Greifswald zusammen bei der Organisation einer internationalen dokumentarischen Ausstellung „Märkte in der Grenzregion Pomerania". Die Ausstellung wurde im Literaturzentrum Vorpommern in Greifswald (2004), im Rathaus von Chojna (2005) sowie im Haus der Kultur Schwerin (2006) gezeigt. An dem Projekt haben teilgenommen: Matthias Diekhoff (Texte), Andrzej Kotula (Texte), Andrzej Łazowski (Fotografie), Geert Maciejewski (Fotografie). Andrzej Łazowski hat die Herausgabe eines 2005 erschienenen Katalogs in die Wege geleitet.

Der Verein setzt sich auch aktiv dafür ein, Autoritäten für die Stadt Stettin zu gewinnen. Aufgrund einer Initiative unseres Vereins haben Prof. Władysław Bartoszewski, Prof. Aleksander Wolszczan und Prof. Gerard Labuda den Titel eines Stettiner Ehrenbürgers erhalten.

Seit 2007 widmet sich der Verein mit dem Projekt „Erinnerungsbäume" dem Gedenken großer Stettiner, die nicht auf dem Stettiner Hauptfriedhof beigesetzt wurden.

Der Verein betreut außerdem das Projekt Offene Kunst, das Künstler aus Pommern fördert. (Veranstaltung I 2006, Veranstaltung II 2007).