Die schwere Last der Vergangenheit

Als immer mehr Politiker in Westeuropa mit dem Boykott der Fußballeuropameisterschaft in der Ukraine drohten, brach der Regierung in Polens Hauptstadt Warschau der Angstschweiß aus. Immerhin organisierten sie mit den Ukrainern die EM. Fünf Jahre hatte man alle Kraft und viel Geld in das Prestigeprojekt gesteckt. Nun sollte es kurz vor der Premiere vom politischen Spielplan gestrichen werden?
Hinter den Kulissen startete Polens liberal-konservativer Premier Donald Tusk eine diplomatische Offensive. Dabei musste er seine Partner im Westen davon überzeugen, dass er die Politik des ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch ebenso wenig billigte wie diese. Dass er aber als Kogastgeber der EM Kiew nicht vor den Kopf stoßen konnte. Andererseits musste Tusk in Kiew vorsichtig gegensteuern. Es liegt im Interesse Polens, den Nachbar in die Strukturen von Nato und EU einzubinden. Mit einem Staat, dessen Politiker die Menschenrechte verletzen, ist das nicht möglich.

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Veröffentlichung/ data publikacji: 09.06.2012