Von Leistung, Leid und Leidenschaft. Bergbau-Geschichten nicht nur aus Schlesien

Kohleschnitzerei aus Oberschlesien, Bestand: OSLM
Schalenblende (Mineralgemenge) Grube Scharley bei Beuthen, Oberschlesien Bestand: OSLM
Schichtwechsel / Fotografie von Bors Renner
Wetterlampe 19. Jahrhundert, Bestand: OSLM
Zeche Knurow (Knurów) in Oberschlesien Foto: OSLM
Zeche Gen. Zawadzki in Dąbrowa Górnicza (Dombrawa): Kohleabbau 1965  Foto: Bergbaumuseum (Muzeum Górnictwa Węglowego), Zabrze

Schlesiens Geschichte ist seit jeher eng mit dem Bergbau verbunden. Die Kohle, das „schwarze Gold“, spielte hierbei nicht immer die Hauptrolle. Die Gewinnung von Erzen und Edelmetallen begünstigten die Entstehung zahlreicher Bergarbeitersiedlungen. Basalt, Granit, Sandstein und Marmor, Kies, Kalkstein, Chrysopras und Nephrit zeugen vom geologischen Reichtum der Region. Der Abbau von Ton und Kaolin ermöglichten die Keramik- und Porzellanherstellung, dem „weißen Gold“.

Die Geschichte des Bergbaus in Schlesien ist eine Geschichte von Innovationen, Macht und Reichtum sowie von Entbehrung und körperlicher Gebrechen. Die steigende Nachfrage nach Energie und Rohstoffen rückte den Montansektor immer mehr in den Fokus von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Technik und Gesellschaft.

Trotz schwieriger geographischer und politischer Gegebenheiten entwickelte sich das oberschlesische Industriegebiet zu einem der größten europäischen Montanreviere. Unternehmer wie Karl Godulla und Franz Graf von Ballestrem sowie königliche Bergbeamte wie Friedrich Wilhelm Graf von Reden und Rudolf von Carnall trugen durch kluge Entscheidungen dazu bei. So wurden eine geeignete Bergordnung, die bergmännische Ausbildung und technische Innovationen wie der frühe Einsatz von Dampfmaschinen gefördert. Die Kehrseite rücksichtsloser industrieller Dynamik waren schwere Arbeitsbedingungen, Grubenunglücke und die schadstoffbelastete Umwelt.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die Beziehungen der Menschen zu den Bodenschätzen und damit zum Bergbau. Bergbau ist mehr als nur ein Wirtschaftszweig, der den Menschen ihr Einkommen sichert. Er prägt das Selbstverständnis einer ganzen Region. Ein Großteil der Bevölkerung war aus ganz unterschiedlichen Gründen im Bergbau tätig: aus Eigennutz oder Engagement, andere unter Zwang.

Ausgehend von den Rohstoffen und ihrer Entstehung wird der Besucher mithilfe eines Zeitstrahls durch die verschiedenen Epochen geleitet. Die Ausstellung spannt einen Bogen von der Frühgeschichte des Bergbaus über die preußische Zeit ins moderne Industriezeitalter. Der noch längst nicht abgeschlossene Strukturwandel äußert sich auch in der Bewahrung industrie-kulturellen Erbes mit touristischem und identitätsstiftenden Potenzial.

Eine Abteilung stellt den Arbeitsalltag eines Bergmannes vor. Charakteristische Werkzeuge, typische Kleidungsstücke und Fotografien veranschaulichen die historische Entwicklung der Arbeitsbedingungen unter Tage. Daneben stehen Grubensicherheit, Krankheiten, Brauchtum und Religion, Entlohnung und Streik im Fokus der Betrachtung. Und wo ging ein Bergmann unter Tage zur Toilette? Auch auf diese Frage gibt die Ausstellung eine Antwort.

Lassen Sie sich überraschen und anregen von einer vielgestaltigen Präsentation. Sammlungsgegenstände zum Anfassen und multimediale Elemente vermitteln eine Vorstellung von der Schwere der täglichen körperlichen Arbeit im Bergbau. Um sich wie ein Bergmann zu fühlen, stellen wir Arbeitskleidung aus dem Bergbau zur Anprobe bereit.

Schirmherren der Ausstellung sind der Minister für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen Garrelt Duin und der Marschall der Woiwodschaft Schlesien Adam Matusiewicz. Das Projekt ist Bestandteil des Arbeitsprogrammes 2012 im Rahmen der Gemeinsamen Erklärung zur Partnerschaft von Nordrhein-Westfalen und Schlesien und leitet über in das 30. Jubiläumsjahr des seit 1983 erfolgreich für Schlesien tätigen Oberschlesischen Landesmuseums.

Zur Ausstellung bieten wir ein Begleitprogramm für alle Altersgruppen. Weitere Hinweise hierzu finden Sie auf unserer Homepage unter www.oslm.de sowie auf Facebook.

Information und Kontakt:
Oberschlesisches Landesmuseum
Bahnhofstr. 62, 40883 Ratingen

Tel: 0 21 02 / 96 50, Fax: 965 400
e-Mail: info@oslm.de / Internet: www.oslm.de

Öffnungszeiten: di – so, 11 – 17 Uhr, mo geschlossen

Event: 14.10.2012 - 11:00 - 07.04.2013 - 17:00
Vollständiger Text/ cały tekst: http://www.oslm.de
Veröffentlichung/ data publikacji: 11.10.2012