Blick über die Oder

Küstrin. Toten Rotarmisten fehlten die Schädel
Bei der Umbettung von toten Sowjetsoldaten, die kürzlich aus einem bisher ungesicherten Massengrab in Küstrin stattfand, gab es eine makabere Entdeckung. Einem Großteil der über 100 geborgenen Leichen fehlten die Schädel.
Ein Leser der Zeitung "Gazeta Lubuska" meldete sich mit folgender Erklärung: Demzufolge seien bei einer Umbettungsaktion, die 1953 stattfand, Prämien von zehn Zloty je Leiche gezahlt worden. Um das Geld zu erhalten, reichte das Vorzeigen der Köpfe. Jetzt sollen die Leichenteile wenigstens auf dem gleichen Friedhof wie die Schädel landen.

Chojna (Königsberg/Neumark). Bahnlinie "Odrzanka" wird erneuert
Die Eisenbahnlinie von Stettin nach Zielona Góra, die wegen ihrer parallel zur Oder führenden Strecke auch "Odrzanka" genannt wird, soll schrittweise modernisiert werden. Das Berliner Unternehmen "Schweerbau" ist derzeit bei Chojna tätig. Die Sanierung, für die umgerechnet 150 Millionen Euro vorgesehen sind, war aber auch dringend nötig, da die Züge derzeit nur noch maximal 50 km/h fahren können.

Witnica (Vietz). Größter Solarpark Polens geplant
Der bisher größte Solarpark Polens wird voraussichtlich im kommenden Jahr bei Witnica, 30 Kilometer östlich von Küstrin, von einem deutschen Unternehmen gebaut. Die im rheinland-pfälzischen Kehrig ansässige Sybac Solar AG bestätigte den Kauf eines 86 Hektar großes Geländes, auf dem ein Photovoltaik-Kraftwerk mit einer Leistung zwischen 40 und 65 Megawatt entstehen soll. Voraussetzung für den Bau sei aber ein verlässliches Vergütungsmodell für den Strom.

Posen. Touristikmesse mit 800 Ausstellern
Die größte Touristikmesse Polens, der "Tour Salon", findet vom 24. bis 27. Oktober in Posen statt. Partnerland ist in diesem Jahr Palästina. Spezielle Bereiche auf der Messe befassen sich mit neuesten Angeboten aus den Bereichen SPA und Wellness, Extrem- und Aktivtourismus sowie Business-Tourismus. Erwartet werden rund 800 Aussteller aus 40 Ländern. Im vergangenen Jahr zählte die Messe rund 30000 Besucher.

Warschau/Prag. 1939 verschollenes Service aufgetaucht
Das Porzellan-Service des letzten polnischen Botschafters im nationalsozialistisch regierten Deutschland, Jozef Lipski, ist überraschend wieder aufgetaucht. Es fand sich im Lager einer tschechischen Filmproduktionsfirma. Laut der Zeitung "Rzeczpospolita" wurden die Tassen, Teller und Suppenterrinen mit dem weißen Adler in mehreren Filmproduktionen als Requisite verwendet. Lipski war von 1933 bis 1939 polnischer Botschafter in Berlin. Während des 2. Weltkriegs arbeitete er für die polnische Exilregierung in London und starb 1958 in den USA.

Breslau. Dickster Kürbis wog 416 Kilogramm
Im Botanischen Garten von Breslau fand am Wochenende ein Wettbewerb um den größten polnischen Kürbis statt. Den Sieg errang mit 416 Kilogramm Gewicht das liebevoll "Trude" genannte Exemplar eines Züchters aus dem Ort Kedzierzyn Kozel (Cosel) an der Oder.

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Veröffentlichung/ data publikacji: 16.10.2012