Opferangehörige über die NSU-Morde „Es waren eben nur Türken“

Fadime Simsek, Nichte des ersten Opfers, über das Leben nach dem Mord und ihr verlorenes Vertrauen in die Behörden. In den Medien wurde die Serie von Morden an einem griechischstämmigen und acht türkischstämmigen Männern „Döner-Morde“ genannt ...
... das fand ich krass. Da wurden Menschen zu einem Klumpen Fleisch reduziert. Aber was hätte man machen sollen? Im Nachhinein denke ich, wir Türken waren zu passiv, wir hätten auf den Tisch hauen müssen. Wir haben still abgewartet, bis die Täter entdeckt werden.
Wären es Menschen aus anderen Ländern gewesen, den USA, Frankreich oder England, dann wäre im Land doch die Hölle losgewesen. Aber es waren eben nur Türken, deswegen haben die Sicherheitsbehörden nicht richtig gearbeitet und geschlampt.
Ein Türke ist hierzulande weniger Wert als andere Menschen?
So sieht es aus.
Würden Sie Deutschland als Ihre Heimat bezeichnen oder die Türkei?
Das war einmal. Ich bin in der Türkei geboren, aber in Deutschland aufgewachsen. Seit 2002 habe ich die deutsche Staatsangehörigkeit. Es gibt eine Redewendung: Die Fremde ist nicht Heimat geworden, aber die Heimat Fremde. Das trifft es ziemlich gut.

Vollständiger Text/ cały tekst: http://www.taz.de/Opferangehoerige-ueber-die-NSU-Morde/!1046...
Veröffentlichung/ data publikacji: 02.11.2012