Blick über die Oder

Warschau/Posen. Embryonen angeblich an Deutsche verkauft
Polnische Embryonen sollen angeblich zu Forschungszwecken nach Deutschland verkauft worden sein. Mit dieser Äußerung, die er im Fernsehen machte, sorgte Warschaus Justizminister Jaroslaw Gowin für Aufsehen. Die Embryonen stammten angeblich aus einer inzwischen geschlossenen Klinik in Posen, die auf künstliche Befruchtungen spezialisiert war. Experten ziehen die Aussagen des Ministers in Zweifel, weil Deutschland eins der schärfsten Gesetze zum Embryonenschutz habe. Auch ein Regierungssprecher distanzierte sich davon.

Nowa Sól (Neusalz). Polnische Oderpegel wieder gesunken
Während die Oder im deutschen Grenzabschnitt derzeit noch leicht ansteigt, ist ihr Wasserstand in Polen in den vergangenen Tagen wieder gesunken. In Glogow (Glogau) und Nowa Sól, wo vom vergangenen Mittwoch bis zum Sonnabend jeweils die erste Hochwasser-Alarmstufe überschritten worden war, sanken die Pegel bis Montag um 44 Zentimeter. Auch für die kommenden Tage ist die Tendenz weiter fallend.

Cybinka (Ziebingen). 431 russische Soldaten umgebettet
In der sowjetischen Kriegsgräberstätte von Cybinka, einer Kleinstadt östlich von Eisenhüttenstadt, sind am Sonntag die Skelette von 431 im Zweiten Weltkrieg gefallenen russischen Soldaten bestattet worden. Die Toten waren zuvor in Kostrzyn (Küstrin) exhumiert worden. Dort war 1953 ein sowjetisches Massengrab mit insgesamt 1100 Soldaten nicht vollständig umgebettet worden.

Zielona Góra (Grünberg). Kliniken klagen über hohe Abfallkosten
Den polnischen Krankenhäusern wachsen die Gebühren für die Beseitigung ihrer medizinischen Abfälle über den Kopf. Im vergangenen Jahr habe man für 297 Tonnen umgerechnet 22 000 Euro zahlen müssen, klagt die größte Klinik von Zielona Góra. Um das Geld aufzubringen, habe man auf den Kauf einzelner neuer Geräte verzichten müssen.

Posen lockt mit halben Preisen
Am Sonnabend und Sonntag dieser Woche reduzieren zahlreiche Hotels, Restaurants, Kultur- und Freizeiteinrichtungen in Posen für ein Wochenende ihre Preise um 50 Prozent. Einzelne Führungen durch die Stadt werden völlig kostenlos angeboten. Auch sind sonst geschlossene Orte zu besichtigen, wie zum Beispiel ein in den 1950er Jahren gebauter Atombunker auf dem Gelände der Posener Messe, der einst führenden Stadtpolitikern Schutz bieten sollte.
Mehr Infos: www.poznan.pl/zumhalbenpreis

Swinoujscie (Swinemünde). Toter Obdachloser in Bunker gefunden
Die Leiche eines 60-jährigen Mannes ist in einem der zahlreichen Weltkriegsbunker gefunden worden, die es in dem auf der Insel Usedom gelegenen Kurort Swinoujscie gibt. Wie die Zeitung „Kurier Szczecinski“ berichtet, war der Mann als Obdachloser bekannt. Mehrere Möbel und Lebensmittel, die bei dem Toten gefunden wurden, ließen den Schluss zu, dass der Mann seit längerer Zeit in dem Bunker gelebt hatte.

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Veröffentlichung/ data publikacji: 24.04.2013