Deutsch-polnischer Bildungsausschuss berät über Sprachlernmobil Polski Express

Auf seiner Sitzung am 17. Juni in Wrocław/Breslau diskutiert der deutsch-polnische Ausschuss für Bildungszusammenarbeit über das Infomobil „Polski Express“. Er soll in den an Polen angrenzenden Bundesländern für das Erlernen der polnischen Sprache werben. Die Deutsch-polnische Gesellschaft Brandenburg (DPG Brandenburg) hat ihn gemeinsam mit Pädagogen aus beiden Ländern entwickelt. Ein ähnliches Projekt ist seit Jahren in der deutsch-französischen Grenzregion erfolgreich.

Seit drei Jahren werben zudem in Polen fünf Fahrzeuge unter dem Titel „Deutsch-Wagen-Tour“ an den Schulen des Landes für die deutsche Sprache und Kultur (http://www.goethe.de/ins/pl/lp/prj/dwt/). Die Aktion des deutschen Goethe-Institutes ist ein nachhaltiger Erfolg. So lernen heute rund 2,2 Millionen Schülerinnen und Schüler an polnischen Schulen die deutsche Sprache, Tendenz steigend.

Arbeitsmarkt braucht Polnisch-Kenner
Für die DPG Brandenburg ist die Zeit nun überreif, auch an deutschen Schulen stärker für die polnische Sprache und Kultur zu werben. „Durch den EU-Beitritt Polens und die Öffnung der Grenzen gibt es mehr und mehr alltäglichen Austausch zwischen beiden Ländern. Der Bedarf an polnischen Sprachkenntnissen steigt in der Wirtschaft ebenso wie in Behörden und Verbänden.“, so Martin Kujawa, Vorsitzender der DPG Brandenburg. Jüngste Untersuchungen des japanischen Gastwissenschaftlers Prof. Dr. Goro Christoph Kimura an der Europauniversität Viadrina ergaben, dass derzeit nur 5.000 Schülerinnen und Schüler in Deutschland Polnisch in der Schule lernen. Die polnische Sprache leidet nach wie vor bei vielen Eltern und Schülern unter einem schlechten Image. Dabei verweisen Arbeitsmarktexperten schon heute eindringlich auf einen wachsenden Fachkräftebedarf. Für kleine und mittelständische Betriebe in der Grenzregion sind Kenntnisse der polnischen Sprache und Kultur bereits heute eine wichtige Zusatzqualifikation, da sie der Schlüssel für den Zugang zum polnischen Markt sind. „Die Sprache des Nachbarlandes zu lernen, ist somit nicht nur ein Akt des gegenseitigen Respekts, sondern eröffnet den Schülern neue Perspektiven für ihr berufliches und privates Leben“, so die Leiterin der Schule für polnische Sprache und Kultur in Berlin, Anna Zinserling.

Polski Express soll noch dieses Jahr fahren
Die DPG Brandenburg hat deswegen den „Polski Express“ entwickelt, um bei deutschen Schülerinnen und Schülern das Interesse für die Sprache und Kultur des Nachbarlandes zu wecken. Dabei soll, ähnlich wie in der französisch-deutschen Grenzregion (France-Mobil / Deutsch-Mobil) oder bei der polnischen Deutsch-Wagen-Tour, ein Infomobil von Schule zu Schule fahren und die Sprache und Kultur des Nachbarlandes auf ansprechende Weise präsentieren. Der Ausschuss für Bildungszusammenarbeit der deutsch-polnischen Regierungskommission wird nun auf seiner Sitzung am 17. Juni in Breslau Wrocław/Breslau über das Projekt beraten. „Wir können den Polski Express noch in diesem Jahr auf die Straße bringen.“, verspricht Martin Kujawa. „Dafür erhoffen wir in Breslau ein deutliches politisches Ja zur polnischen Sprache und konkrete Finanzierungsvorschläge von polnischer und deutscher Seite.“ Da die deutsche Seite mit dem „Deutsch-Wagen“ in Polen schon vorgelegt habe, stehe zunächst die polnische Regierung in der Pflicht. „Jüngste Aussagen des polnischen Außenministeriums zur Bedeutung der polnischen Sprache im Ausland lassen hoffen“, so Kujawa.

Mehr Informationen über das Projekt finden Sie auf unserer Internetseite:
http://www.dpg-brandenburg.de/de/polski-express
Ansprechpartner: Martin Kujawa: +49 174 265 228, Anna Zinserling: + 49 1739118575

Vollständiger Text/ cały tekst:
Veröffentlichung/ data publikacji: 16.06.2013

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