Blick über die Oder

Rzeszow/Kabul. 40. polnisches Opfer am Hindukusch
Ein 35-jähriger polnischer Soldat ist am Wochenende beim Entschärfen von Minen in Afghanistan getötet worden. Es handelt sich um das bereits 40. polnische Todesopfer bei dem Einsatz seit dem Jahr 2001. Der aus Rzeszow in Südostpolen stammende Mann hinterlässt seine Frau und zwei Kinder.

Cybinka (Ziebingen). Protestaktion von Ökobauern
Die Betreiber von Öko-Landhöfen in Polen dürfen bisher nur Obst, Gemüse und Getreide, aber keine selbst weiter verarbeiteten Produkte wie etwa Brot oder Käse direkt verkaufen. Gegen diese Regelung protestieren seit dem Wochenende einige Ökobauern aus Cybinka in der Wojewodschaft Lebuser Land mit einem „Markt der verbotenen Produkte“. Die Aktion fand gleich zum Auftakt mehr als 200 Unterstützer.

Warschau. Fans unzufrieden mit Robert Lewandowski
Nach dem erneut enttäuschenden 1:1 der polnischen Fußballnationalmannschaft im WM-Qualifikationsspiel gegen Moldawien richtet sich die Kritik der Medien und Fußballfans des Nachbarlandes vor allem gegen Robert Lewandowski. Dem Stürmerstar wird vorgeworfen, dass er sich in der Nationalelf nicht so stark engagiere, wie für seinen deutschen Verein Borussia Dortmund. Polen hat derzeit kaum noch Chancen für das Erreichen der WM in Brasilien.

Stettin. Demonstration vor Wojewodschaftsamt
Rund 200 Mitglieder der Gewerkschaft Solidarnosc sowie Vertreter von Oppositionsparteien haben am Montag eine Protestaktion vor dem Wojewodschaftsamt in Stettin begonnen. Dort wurden drei Zelte sowie eine Suppenküche errichtet, die bis zum Sonnabend stehen sollen. Die Protestierenden werfen der Regierung in Warschau vor, dass sie die Region Stettin mit ihrer Politik vernachlässige. In der Wojewodschaft Westpommern liegt die Arbeitslosigkeit deutlich über dem Landesdurchschnitt von derzeit 14 Prozent. Auch Landwirte wollen protestieren.

Olsztynek (Hohenstein). Masurisches Museum wird 100 Jahre alt
Das masurische Freilichtmuseum im nordostpolnischen Olsztynek feiert sein 100-jähriges Bestehen. Ursprünglich war es 1913 in Königsberg/Ostpreußen, dem heute russischen Kaliningrad, gegründet worden. 1937 beschlossen die Nationalsozialisten die Verlagerung nach Hohenstein, in die Nähe der legendären Schlacht von Tannenberg. Das Museum wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von Polen fortgeführt und beherbergt heute eine Sammlung von 73 Objekten aus Ermland und Masuren, dem Weichselland sowie Klein-Litauen.

Warschau. Schwul-lesbische Parade in Warschau
Am kommenden Sonnabend werden wieder Tausende Lesben, Schwule und Transsexuelle durch das Zentrum von Warschau ziehen. Zum 13. Mal findet an diesem Tag die Parada Równosci (Gleichheitsparade) statt. Es ist die größte Veranstaltung dieser Art in Polen. In der Vergangenheit kam es dabei oft zu aggressiven Gegenprotesten von nationalistischen und konservativ-katholischen Kreisen.

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Veröffentlichung/ data publikacji: 11.06.2013