Auf den Spuren der NS-Zwangsarbeit in Berlin

Startscreen der App

74 Jahre nach Beginn des Zweiten Weltkriegs erinnert eine Zeitzeugen-App an eines der größten Verbrechen des Kriegs, die Zwangsarbeit. Die Smartphone-Anwendung der Berliner Geschichtswerkstatt folgt den Erinnerungen ehemaliger Zwangsarbeiter an bekannte und unbekannte Orte im nationalsozialistischen Berlin. Zeitzeugen berichten über Fabriken und Lager; Fotos und Dokumente zeigen Opfer und Täter.
Die Reichshauptstadt Berlin war der Ausgangspunkt des nationalsozialistischen Ausbeutungs- und Vernichtungskriegs. Die Rüstungsmetropole Berlin wurde zum Zentrum der Zwangsarbeit: Zwischen 1939 und 1945 musste eine halbe Million Zwangsarbeiter – Männer, Frauen und Kinder – in Berliner Fabriken, Dienststellen und Haushalten arbeiten, so viele wie in keiner anderen Stadt Europas. Aus der „Volksgemeinschaft“ ausgegrenzt, lebten sie in über 3000 Lagern, direkt vor der Haustür der Berliner. In Interviews und Briefen erzählen sie von Arbeit, Hunger, Gewalt und Bomben, aber auch von Liebe und Freundschaften.
Nun werden die Erinnerungen jener unfreiwilligen Berliner wieder lebendig – vor Ort, mit dem Smartphone in der Hand. Die Zeitzeugen-App ermöglicht eine multimediale Spurensuche. Mit Interviewausschnitten, Fotos und Karten folgt der Nutzer zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit der S-Bahn den Alltagswegen der Zwangsarbeiter durch die Stadt. Touristen, Schüler und alle interessierten Berliner entdecken Orte, die in Reiseführern nicht
verzeichnet sind. An bekannten Orten finden sie Spuren einer vergessenen Geschichte.
Fünf Touren führen durch Berlin:
· Ein Pole in Berlin (Fuß-Tour, Start: S-Bhf. Bornholmer Str.)
· Opfer und Täter (Fuß-Tour, Start: Brandenburger Tor)
· In der Fabrik (Fuß-Tour, Start: S-Bhf. Gesundbrunnen)
· Zwangsarbeit war überall (Rad-Tour, Start: Potsdamer Platz)
· Durch die Stadt der Lager (S-Bahn-Tour, Start: Bahnhof Zoologischer Garten)
Die App steht auf Deutsch und Englisch für iPhone bereit; weitere Sprachen und eine Android-Version sollen folgen. Programmierung und Gestaltung übernahm die mobile melting GmbH.
Dieses Pilotprojekt des mobilen Lernens ist ein Beitrag der Berliner Geschichtswerkstatt zum Themenjahr „Zerstörte Vielfalt“ (2013). Es wurde unterstützt von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ und dem Hauptstadtkulturfonds.
Webseite: http://www.berliner-geschichtswerkstatt.de/app.html
Kostenloser Download:
https://itunes.apple.com/de/app/zwangsarbeit.-die-zeitzeugen/id645930289...

Vollständiger Text/ cały tekst:
Veröffentlichung/ data publikacji: 02.10.2013