Die Mühle von Słońsk

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Am 27. März 2015 veranstaltete die Stiftung Brandenburg einen eintägigen Geschichtsworkshop, der gemeinsam von Schülern des Schulzentrums Bernhardinum in Fürstenwalde und Schülern des Zespol Szkol, Publiczne Gimnazjum aus Słońsk besucht wurde. Ziel des Workshops war die Auseinandersetzung mit dem polnischen Ort Słońsk, dem ehemaligen deutschen Sonnenburg.

Im Mittelpunkt dieser Veranstaltung stand exemplarisch ein sehr außergewöhnliches und sehr symbolträchtiges Objekt des gemeinsamen deutsch-polnischen Kulturerbes: die historische Wassermühle von Słońsk.

Die letzte vorhandene Wassermühle in Słońsk blickt auf eine über 100 jährige Geschichte zurück. Bis 1945 befand sie sich auf deutschem Gebiet, später wurde sie von den nach dem Krieg angesiedelten polnischen Bewohnern übernommen, gepflegt und sorgsam erhalten. Die Mühle befindet sich gegenwärtig nicht nur in einem bemerkenswerten originalen Zustand, sie ist auch noch funktionstüchtig und wird heute als produzierendes Museum betrieben. Die Mühle gehört damit zu den wenigen unverfälscht erhaltenen historisch-technischen Anlagen ihrer Art und ist zugleich ein starkes Symbol des gemeinsamen und Nationen übergreifenden europäischen Kulturerbes.

Am 27.3.2015 hatten insgesamt 20 Schüler der Zespol Szkol, Publiczne Gimnazjum der Gemeinde Słońsk sowie aus dem Katholischen Schulzentrum Bernhardinum in Fürstenwalde die Möglichkeit, einander kennenzulernen und gemeinsam dieses Erbe zu erschließen. Hierzu wurde ein facettenreiches eintägiges Programm mit grundlegenden Informationen zu Ort und Region, mit gemeinsamen Spielen, kreativen Aktivitäten und einem Stadtrundgang absolviert. Im Zentrum der Aktivitäten stand eine gemeinsame Exkursion, bei der die Mühle besichtigt wurde und Referenten sowie ein Experte des Mühlenwesens zu Wort kamen.

Bei der historischen Mühle handelt sich um einen imposanten Backsteinbau und die letzte vorhandene von einst drei Wasser- und zwei Windmühlen in Słońsk.
Bei einer ausgedehnten Führung durch den Eigentümer der Mühle konnten sich die Teilnehmer des Workshops von den grundlegenden Funktionsmechanismen einer Wassermühle ein Bild machen und sich auch davon überzeugen, dass die mehr als hundert Jahre alte Technik des Bauwerks noch immer im funktionsfähigen Zustand ist. Besonders die massive und langlebige technische Ausstattung fand viel Aufmerksamkeit und wurde ausführlich erläutert. Auch über Zweck und Funktion einer ebenfalls in der Mühle vorhandenen Dampfturbine wurden die interessierten Teilnehmer informiert.

Zum Programm gehörte auch ein Stadtrundgang, der mit einem Besuch der Johanniterkirche abgeschlossen wurde.

Der Besichtigung der Kirche folgte ein kurzer Ausflug mit dem Bus in das Umland, wo die ersten Zeichen des aufkeimenden Frühlings in der Kulisse der Kulturlandschaft Warthebruch wahrgenommen werden konnten.

Der Nachmittag wurde abgerundet durch praktische „Arbeiten mit Wassermühlen“. Die Schüler und Schülerinnen arbeiteten gemeinsam in gemischt deutsch-polnischen Teams von „Ingenieuren“ an der Konstruktion und am Bau eines eigenen Wasserrads aus alltäglichen Gegenständen.
Am Ende testeten die einzelnen Teams ihre Wasserräder im praktischen Versuch, sie werteten ihre Ergebnisse aus und trugen der Gruppe ihre Überlegungen vor.

Am Ende waren sich alle Teilnehmer einig, anhand des Beispiels der Mühle von Słońsk viel Neues über die gemeinsame polnische und deutsche Geschichte gelernt zu haben.

Das Projekt wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung im Rahmen des Operationellen Programms der grenzübergreifenden Zusammenarbeit Polen (Wojewodschaft Lubuskie)–Brandenburg 2007-2013, Small Project Fund und Netzwerkprojektefonds der Euroregion Pro Europa Viadrina, kofinanziert.

Grenzen überwinden durch gemeinsame Investition in die Zukunft.

Vollständiger Text/ cały tekst:
Veröffentlichung/ data publikacji: 19.04.2015