Rund ums Ei. Ostereier und Osterbräuche in Schlesien und der Ukraine

Ukrainische Ostereier

Weltweit verbreitet ist der Brauch, zu Ostern Eier kunstvoll zu verzieren und zu verschenken. Dieser alte Osterbrauch heidnischen Ursprungs wurde später mit dem Osterfest verbunden. Das Ei ist Symbol des Lebens, der Fruchtbarkeit und der Erneuerung. In früheren Zeiten wurden die Ostereier der Frühlingsgöttin Ostara zum Opfer gebracht. Heute gelten sie als Zeichen der Freundschaft, als Geschenk und sind besonders bei Kindern beliebt. In Oberschlesien gibt es diesen Brauch seit dem 10. Jahrhundert.

Geschickte Hände verwandeln gewöhnliche Hühner-, Gänse- oder auch Straußeneier in feinste Kunstwerke. Ihrer Faszination kann sich niemand entziehen. Die Verziertechniken und Dekorationsformen der Ostereier unterscheiden sich je nach Land und Region. In Oberschlesien besonders beliebt ist die Kratztechnik. Eine andere Verziertechnik ist das Wachsbatikverfahren, das vor allem in den östlichen Gebieten Polens, aber auch in anderen Ländern, insbesondere in der Ukraine, angewendet wird.

Die siebte Osterei-Schau des Oberschlesischen Landesmuseums entsteht in Zusammenarbeit mit dem Verein Ukrainisches Haus in Düsseldorf. Somit geht der Blick diesmal über die Grenzen Schlesiens und Polens hinaus in die benachbarte Ukraine. Gezeigt werden rund 200 prachtvoll gestaltete ukrainische Ostereier. Es sind Kopien von Originalen, die sich im Osterei-Museum in Kolomyia befinden. Mit mehr als 10.000 Exponaten zählt es zu den Hauptsehenswürdigkeiten der westlichen Ukraine.

In der Gegenüberstellung mit schlesischen Ostereiern aus eigener Sammlung lassen sich gemeinsames Brauchtum und länderspezifische Unterschiede bestens vergleichen. In der Ukraine werden die Muster mit Wachs auf die Eier gezeichnet und diese nach und nach in verschiedenen Farbtönen überfärbt. So entstehen wahre Kunstwerke, die in der Landessprache „Pysanky“ (die Beschriebenen) heißen. Der Gestaltung liegen Muster aus geometrischen Elementen, Tieren oder Pflanzen zu Grunde. In der Ukraine gibt es 24 Regionen und jede hat ihre eigenen Muster.

Farben und Formen haben symbolische Bedeutungen und alten Legenden nach auch magische Kräfte. So sollten die geschenkten Ostereier Glück bringen. Diese Bedeutung hat sich bis heute erhalten. In der Osternacht werden die Ostereier vom Priester geweiht.

Die Ausstellung ermöglicht Einblicke in die ukrainische Volkskultur, deren Ursprung in die vorchristliche Zeit zurückgeht und die ihre Aktualität bis heute bewahrt hat.

Während der Laufzeit der Ausstellung werden handbemalte Ostereier zum Verkauf angeboten.

Begleitprogramm

Samstag, 20. Februar 2016, 14 - 16.30 Uhr
Ukrainische Pysanka
Kreativkurs zur Einführung in die traditionelle ukrainische Wachsbatiktechnik mit der ukrainischen Künstlerin Wira Manko

Sonntag, 21. Februar 2016, 15 Uhr
Ausstellungseröffnung
Ratingens Bürgermeister Klaus Konrad Pesch und Marie-Luise Fasse, MdL, Vorstandsvorsitzende der Stiftung Haus Oberschlesien, begrüßen die Gäste.
Einblicke in ukrainische Ostertraditionen und in die Ausstellung geben Dr. Irina Jastreb, Vorsitzende des Vereins Ukrainisches Haus e.V., Düsseldorf und
Jaroslava Tkachuk, Generaldirektorin des Museums der Huzulischen Volkskunst und Pokutiens, Westukraine.
Umrahmt wird die Eröffnung mit Musik aus der Ukraine.
Nach der Eröffnung bietet das Museum Kaffee und schlesischen Kuchen zum Verkauf an.

Sonntag, 13. März 2016, 15 - 16 Uhr
Öffentliche Führung durch die Osterei-Ausstellung
Teilnahmegebühr: 6 EUR inkl. Eintritt

Samstag, 19. März 2016, 14.30 - 16.30 Uhr
Schlesische "Kroszonki"
Kreativkurs zur Einführung in die traditionelle schlesische Kratztechnik
Teilnahmegebühr: jeweils 15 € pro Person, weitere Familienangehörige je 10 €.
Anmeldung erforderlich

Kontakt
Oberschlesisches Landesmuseum
Bahnhofstr. 62, 40883 Ratingen
Tel: 0 21 02 / 96 50, Fax: 965 400, e-Mail: info@oslm.de
Web: www.oslm.de; https://www.facebook.com/Oberschlesisches.Landesmuseum

Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag, 11 - 17 Uhr, geschlossen: 25.-26.3.2016, geöffnet: 27.-28.3.2016

Event: 21.02.2016 - 11:00 - 03.04.2016 - 17:00
Vollständiger Text/ cały tekst: http://www.oslm.de
Veröffentlichung/ data publikacji: 14.02.2016