Feierlicher Protest in Stettin

Der Demonstrationszug in Stettin am 4. Juni 2017

Am Sonntag, dem 4. Juni marschierten, trotz strömenden Regens hunderte Stettiner unterschiedlichen Alters vom Platz der Solidarität zum Denkmal der drei Adler. Dort sangen sie gemeinsam die "Ode an die Freude" nicht ohne Appell an die Regierenden ihre Politik des Rechtsbruchs aufzugeben.

Sie waren dem Aufruf der westpommerschen Gruppe des KOD (Komitee zur Verteidigung der Demokratie) gefolgt. Diese organisierte bereits zum 2. Mal zum Jahrestag der ersten freien Wahlen im damals noch kommunistischen Polen (4. Juni 1989) einen Marsch für die Freiheit.

Der 4. Juni war in vielen Orten und Städten Polens ein weiterer Tag des Protestes, der Erinnerung und eigentlich auch der Freude. Am 4. Juni 1989 fanden die ersten zumindest teilweise freien Wahlen in der Volksrepublik Polen statt. Sie endeten mit einem Riesenerfolg der als Solidarnosc einheitlich auftretenden Opposition. Und trotz der am "Runden Tisch" ausgehandelten Parlamentsmehrheit der alten Kräfte formierte sich eine Regierung unter Tadeusz Mazowieckie, dem ersten nichtkommunistischen Premier im damals noch existierenden Ostblock.

Der 4. Juni also ein Tag der Freude, ein Tag, den es zu feiern lohnt, wie erst kürzlich Wladyslaw Frasiniuk, eine der "Legenden" der Solidarnosc in der Gazeta Wyborcza sagte. Und er fährt fort: "Nach dem 4. Juni 1989 gab es keine Phase einer Abhängigkeit mehr. Woher also diese Angst sich zum 4. Juni 1989 als Anfang der wirklichen Freiheit Polens zu bekennen?"

Filmbericht über den 4. Juni in Stettin
https://www.youtube.com/watch?v=MOaZ2nZYffw&t=8s

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