„So voll Fröhlichkeit!" - Jubiläumskonzert anlässlich des 3. Geburtstages des Musikvereins BEL CANTO und zum Auftakt des 5. Internationalen Giulio-Perotti-Gesangswettbewerbs in Ueckermünde

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„So voll Fröhlichkeit“
Jubiläumskonzert anlässlich des 3. Geburtstages des Musikvereins BEL CANTO und zum Auftakt des 5. Internationalen Giulio-Perotti-Gesangswettbewerbs in Ueckermünde
BC. Es geht wieder los: Am 20. Oktober startet der 5. Internationale Giulio-Perotti-Gesangswettbewerb in Seebad Ueckermünde. Aus 18 Nationen sind rund 100 junge Sänger ausgewählt, an diesem wichtigen Gesangswettbewerb teilzunehmen. Um die Teilnahme beworben haben sich aber weit mehr. Am Samstag, den 16. September fand zum Auftakt dazu und anlässlich des 3. Geburtstages des Musikvereins BEL CANTO eine späktakuläre Operngala im Bürgersaal innerhalb des Schlosses der Pommerschen Herzöge Ueckermünde statt. Der Musikverein BEL CANTO Ueckermünde e.V. hatte keine Mühen gescheut, Künstler aus Stettins Oper am Schloss, der Berliner Staatsoper und der Hochschule der Künste Stettin für dieses Konzert, in die schöne Stadt am Haff zu holen. Darüber hinaus jährte sich der Todestag der Jahrhundertsängerin Maria Callas genau an diesem 16. September zum 30. Mal. All dies gab den international renommierten Sängern Anlass, ein stimmlich virtuoses, vielfarbiges und wahrlich an der „Belcanto-Tradition“ angelehntes Programm dem Publikum am Haff zu präsentieren. Es erklangen Opern, in denen einst Giulio Perotti brillierte, in Verehrung von Maria Callas - Arien aus dem italienischem Repertoire dieser großen Sängerin und weltberühmte Musical- und Operettenmelodien. Auch visuell wurde dem Publikum viel geboten: Dank der großzügigen Förderung der Sparkassenstiftung Uecker-Randow, konnte der Bürgersaal des Rathauses Seebad Ueckermünde, durch die neue Lichtanlage in festlichem Glanz erstrahlen. Ein sehr passender Beginn war Händels Arie „Or la tromba“-„Lasst die Trompeten erschallen“ aus der Oper „Rinaldo“. Die aus Berlin angereiste Sopranistin Friederike Meinel konnte hier ihre Koloraturkunst unter Beweis stellen und faszinierte mit rasantem Tempo und schön geführter Stimme. In Anschluss daran präsentierten die Sopranistin Julita Wudarczyk und die Mezzosopranistin Aleksandra Wojtachnia aus Stettin Arien und ein Duett von Mozart sowie eine Arie von Carl Maria von Weber und eine weitere von Ludomir Rozycki. Julita Wudarczyk verzauberte mit lyrischer Stimme als Susanna nicht nur die Gräfin an ihrer Seite, sondern auch das Publikum. Als Ännchen in Webers „Freischütz“ konnte sie ihr kokettes Temperament voll zum Ausdruck bringen. Aleksandra Wojtachnia zeigte in den beiden Dorabella-Arien aus Mozarts „Cosi fan tutte“ ihre stimmliche Bandbreite, in dem sie in der ersten Arie mit schönen lyrischen Tönen verführte und in der zweiten Arie die dramatische Verzweiflung Dorabellas überzeugend gestaltete. In ihrer dramatischen Darstellungskraft wurde sie im Laufe des Konzertes noch mehrmals gefordert: Als Azucena in Verdis „Troubadour“ und als Cieca in Ponchiellis Oper „Gioconda“. In Puccinis Oper „La Rondine“ ließ Julita Wudarczyk ihre schöne Höhe als Magda erstrahlen. Am Schluss des ersten Teiles stand ein Duett aus der Operette „Der Zigeunerbaron“ von Johann Strauß auf dem Programm, in dem die beiden jungen Sängerinnen die Stimmung des Publikums an diesem Abend auf den Punkt brachten: „So voll Fröhlichkeit“! Die Sopranistin Sylwia Burnicka-Kalischewski berührte im ersten Teil als blinde Jolanta aus Tschaikowskis gleichnamiger Oper mit meisterhaft geführter und wunderschöner Stimme die Herzen des Publikums. Im zweiten Teil konnte man ihre mitreißende humorige Seite als Eliza in Frederick Loewes „My Fair Lady“ und Maria in Bernsteins „West Side Story“ erleben. Mit klangvollem Tenor sang Pawel Wolski aus Stettin Arien, in denen auch Perotti einst glänzte: Als Alfredo in Verdis „La Traviata“ begeisterte er die Zuhörer genauso, wie als Lenski in Tschaikowskis „Eugen Onegin“. Der Schmelz seines schönen Tenors fügte sich wunderbar in die brillianten Sopranstimmen seiner Mitstreiterinnen ein. Eine Partie, die Maria Callas im Laufe ihrer Karriere immer wieder sang, übernahm an diesem Abend Friederike Meinel. In der großen Szene der Desdemona aus Verdis „Otello“ zeigte die Sopranistin eine meisterhaft in der Belcanto-Tradition geführte Stimme und ließ wunderschöne Katilenen erklingen. Als vorletztes Stück präsentierte Sylwia Burnicka – Kalischewski den Konzertbesuchern bekannte Arie „Die Juliska aus Budapest“ aus der Raymonds Operette „Die Maske in Blau“ und erntete dafür stürmischen Applaus. Zum großen Finale vereinigten sich alle Sänger in Verdis Trinklied „Libiamo“ aus der Oper „La Traviata“. Am Flügel begleitete virtuos und einfühlsam den Abend Michal Landowski aus Stettin, der den Sängerinnen und dem Tenor ein ebenbürtiger Partner war. Nachdem der letzte Ton verklungen war, stand das begeisterte Publikum aus Verehrung für die faszinierenden Leistungen der Künstler von seinen Plätzen auf und forderte durch nicht enden wollenden Applaus und Bravorufe Zugaben ein. In voller Stimmung und mit Bravour haben die Sänger wiederholt für die Gäste „Libiamo“ dargeboten, was erneut stehende Ovationen hervorgerufen hat. Dieser große und fazinierende Abend wird dem Publikum noch lange in Erinnerung bleiben und stellt ein mehr als würdigen Auftakt zum 5. Internationalen Giulio-Perotti-Wettbewerb dar.

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Veröffentlichung/ data publikacji: 18.09.2017

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