Strahlende Stimmen stürmisch bejubelt

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Am Samstag Abend hob sich der Vorhang für ein außergewöhnliches Konzert im großen Saal des Maritim Seehotel Timmendorfer Strand. Junge Sänger, Preisträger des 5. Internationalen Giulio-Perotti-Gesangswettbewerbes, begeisterten das Publikum mit ihren herausragenden Stimmen und italienischen Arien und Duetten. Eine Woche lang hatten sie bei dem renommierten Gesangswettbewerb um Preise gekämpft und sich gegen hunderte Konkurrenten aus der ganzen Welt durchgesetzt. Eine international besetzte Jury hatte am vergangenen Donnerstag die Preise in Ueckermünde, dem Geburtsort Giulio Perottis, vergeben. Ein Mitglied der Jury, die darüber hinaus auch Botschafterin für Kiwanis Deutschland ist, war die renommierte Opernsängerin Friederike Meinel. Sie hatte einige ausgewählte Preisträger mit an den Timmendorfer Strand gebracht, um sie in einer italienischen Operngala dem Publikum zu präsentieren. Vorstandsmitglied der Kiwanis Stiftung Deutschland und ehemaliger Governor Kiwanis Deutschland, Bundesverdienstkreuzträger Dieter Hagelstein veranstaltete die Italienische Operngala an diesem wunderschönen Ort für die Kiwanis Stiftung Deutschland. Dieter Hagelstein und die Sopranistin Friederike Meinel, die eine langjährige Freundschaft verbindet, eröffneten gemeinsam das Konzert. Der international gefragte Dirigent und Pianist Maestro Diego Crovetti aus Mailand hatte die musikalische Leitung des Abends übernommen und begleitete die jungen Sänger meisterhaft und einfühlsam. Der junge Bassist aus Polen Michal Kijewski, der sich einen 3. Preis ersungen hatte, sang mit fließendem Legato und sonoren tiefen Tönen Arien von Bellini und Verdi, aber auch die Arie „O Isis und Osiris“ des Sarastro aus „Die Zauberflöte“ von Mozart. Da er eine außergewöhnliche und seltene Bassstimme besitzt, wie Friederike Meinel in ihrer charmanten Moderation betonte, stellte er auch das Lied „Der Einsame“ von Richard Strauss vor. Dieses Lied hat Strauss für eine sehr tiefe Bassstimme geschrieben und kaum ein Sänger kann es weltweit singen. Michal Kijewski konnte es wunderbar und erntete lang anhaltenden Beifall dafür. Die junge Mezzosopranistin aus Estland Ireene-Britt Ollino, die ebenfalls einen 3. Preis in ihrer Kategorie erhalten hatte, sang sich mit virtuosen Koloraturen und einer warm und golden klingenden Stimme in die Herzen des Publikums. Na Yun Kim aus Südkorea (2.Preis) ließ nicht nur mit ihrem wunderschön geführten lyrischen Sopran so Manchen bei Musettas Arie „Quando me’n vo’“ aus Puccinis „La Boheme“ dahinschmelzen, sie zeigte auch ihre temperamentvolle Rachelust in der Arie der Königin der Nacht „Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen“ aus der Oper „Die Zauberflöte“ von W. A. Mozart mit blitzsauberen Koloraturen und dramatischem Stimmklang. Als „Bonbon“ hatte Friederike Meinel die Gewinnerin der jüngsten Kategorie des Wettbewerbes mitgebracht: Solomia Lukyanets aus der Ukraine. Die 16jährige sang eine so faszinierende und virtuose Olympia-Arie aus der Oper „Hoffmanns Erzählungen“ von Jacques Offenbach, dass das Publikum vor Begeisterung quasi von den Sitzen gerissen wurde.
Der Grand-Prix Gewinner des Perotti-Wettbewerbes, der südkoreanische Tenor Seongsoo Ryu, zeigte an diesem spektakulären Opernabend, dass er den Preis nicht umsonst bekommen hat: Seine Stimme strahlte in tenoralem Glanz durch den Raum und in die Herzen des begeisterten Publikums. Nachdem er in der Arie des Herzog aus der Oper „Rigoletto“ von Verdi dem Tenor-Image als Weiberheld alle Ehre gemacht hatte und in Federicos Lamento von Francesco Cilea seine traurig-sinnliche Seite gezeigt hatte, schenkte er dem Publikum mit wunderschöner Stimme sein „ganzes Herz“ in der Operette „ Das Land des Lächelns“ von Franz Lehár. Mit dem berühmten Trinklied „Libiamo“ aus Verdis „La Traviata“ ging ein Konzert von außergewöhnlicher Qualität zu Ende. Das Publikum honorierte das mit nicht enden wollenden Bravorufen und 10 minütigen Standig Ovations. Ein glanzvoller Abend!

Auf dem Bild von links: Dieter Hagelstein, Friederike Meinel, Seongsoo Ryu, Na Yun Kim, Michał Kijewski, Diego Crovetti, Ireene-Britt Ollino, unten Solomia Lukyanets

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Veröffentlichung/ data publikacji: 03.11.2017