Allerheiligen in Polen: Spaziergang zum Kommunalfriedhof in Slubice

Zachód słońca na cmentarzu komunalnym w Słubicach 01.11.2015 (fot. Roland Semik).JPG

Aus Anlass des katholischen Allerheiligentages findet in Slubice wieder ein bemerkenswertes Ereignis statt: der 6. deutsch-polnische Spaziergang zum Kommunalfriedhof in Slubice mit historischem Kommentar in beiden Sprachen.

Einer der wichtigsten Feiertage in Polen ist Allerheiligen, das am 1. November gefeiert wird. Dann gedenken die Polen auf den Friedhöfen ihrer Verstorbenen.

An Allerheiligen ist ganz Polen auf den Beinen, das ganze Land scheint sich auf den Weg gemacht zu haben, um auf den Friedhöfen der verstorbenen Angehörigen zu gedenken. Die Gräber werden mit immensem Aufwand schon Tage vorher geschmückt.
Millionen Blumensträuße, Gestecke und Kränze verschönern bald die Gräber, die in allen Farben vorhandenen Grablichter werden gerichtet.

Mit nicht weniger Aufwand wird in den Familien gekocht und gebacken, denn an diesem Tag kehren auch weit entfernt lebende Verwandte heim um den Tag im Kreise der Familie zu begehen.

Allerheiligen ist also nicht bloßes Totengedenken, sondern auch ein Familientreffen, wie die Polen es lieben, mit Tischen, die sich biegen unter der Last der Speisen. Wir spazieren zum Slubicer Friedhof und lernen die polnischen Gepflogenheiten des Totengedenkens kennen.

Wir besichtigen Frankfurter und Slubicer Gedenkstätten am Kommunalfriedhof in Slubice. Wir zünden die Grablichter an und erfahren etwas mehr zur Geschichte alter Grabplatten und Tradition des katholischen Allerheiligentages in Polen.

Wir treffen uns am Mittwoch, dem 1. November 2018 um 17:00 vor dem ehemaligen Schützenhaus, heute Kirche der Heiligen Jungfrau Maria in der ul. 1 Maja 31 in Slubice (10 Minuten zu Fuß von der Oderbrücke in Südrichtung, d.h. in Richtung Basar, bzw. direkt bei der Haltestelle „Aleja Niepodległości” des grenzüberschreitenden Buses 983).

Im diesjährigen Focus steht eine Vorstellung von 40 deutschen Grabsteinen, die im Jahre 2016 zum Lapidarium geholt wurden. Der Rundgang wird von Adam Podolski aus der Volkshochschule in Frankfurt (Oder), als auch vom Regionalforscher Roland Semik vom Historischen Verein zu Frankfurt (Oder) geführt und soll insgesamt ca. 1,5 Stunde dauern.

Kurz nach dem Spaziergang gegen 18:30 Uhr kann man auch einen A-capella-Gesang vom Kammerchor „Adoramus” unter der Leitung von Barbara Weiser-Lada, Leiterin der Slubicer Musikschulemithören. Der bestechende Gesang findet an ausgewählten Gräbern des Kommunalfriedhofs statt.

Der Kommunalfriedhof in Slubice, damals Dammvorstadt-Friedhof wurde am 22. Mai 1814 gegründet und ist damit schon über 200 Jahre alt. Das deutsche Lapidarium am Kommunalfriedhof in Slubice ist im Jahre 2012 als Inititive von Regionalforschern vom Historischen Verein zu Frankfurt (Oder) Eckard Reiß und Roland Semik entstanden und ist momentan eine Sammlung von ca. 130 Resten der Grabplatten- und steinen vom ehemaligen Frankfurter Dammvorstadt-Friedhof. Seit 5 Jahren wird das Gelände u.a. von Slubicer Schülern und Pfadfindern gereinigt.

Wir laden herzlich ein, Eintritt frei!

Adam Poholski - Volkshochschule in Frankfurt (Oder),
und
Roland Semik, ehrenamtlicher Beuagtragter für Denkmalpflege im Landkreis Slubice und Mitglied des Historischen Vereins zu Frankfurt (Oder)

Vollständiger Text/ cały tekst:
Veröffentlichung/ data publikacji: 29.10.2018