Matthias Platzeck: Masterplan für die Oderregion

Die Egoismen sind zwar nicht verschwunden, aber mittlerweile hat sich die Vorstellung durchgesetzt, dass wir gemeinsam mehr schaffen.

Basil Kerski: Herr Ministerpräsident, wir treffen uns genau 20 Jahre nach dem Beginn der Verhandlungen am Runden Tisch in Warschau, als in Polen das Ende der kommunistischen Diktatur eingeläutet wurde. Haben Sie Anfang 1989 die Ereignisse in Polen verfolgt? Welchen Eindruck machten die Entwicklungen in Polen auf sie als DDR-Bürger?

Matthias Platzeck: Durch meinen Besuch 1985 in Danzig war ich für die politischen Entwicklungen in Polen sensibilisiert. Tief beeindruckt hat mich bei meiner damaligen Danzig-Reise die geistige Freiheit, die ich in den polnischen Kirchen erlebte. Dort wurden zum Beispiel Schallplatten mit Reden von Lech Walesa und Solidarność-Plakate verkauft. In der DDR war ein solcher Freiraum unvorstellbar. Das, was wir in Danzig sahen, hat uns Mut gemacht. Die Gespräche zwischen der Solidarność-Führung und den kommunistischen Machthabern seit Ende 1988 haben unsere Hoffnungen auf Veränderungen in der DDR bestätigt. Die Reformen in Polen und Ungarn haben kritische Stimmen bei uns zu Hause ermuntert, waren Katalysatoren für die Entwicklung in der DDR. Ohne Solidarność hätte es unsere friedliche Revolutionsbewegung 1989 nicht gegeben.

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Veröffentlichung/ data publikacji: 19.04.2009