Hommage auf Tadeusz Kantor „Die tote Klasse.“

2 Stunden seltsames Theater – mit 20 min Pause

Traumreise. Das Stück „Die Tote Klasse“ (Umarla Klasa) des berühmten polnischen Künstlers, Malers, Bildhauers und Theatermanns, Tadeusz Kantor, bedeutet für die Reisenden, Schauspieler, Musiker, Bildende Künstler von RambaZamba, eine Expedition in die Vergangenheit. Sie beginnen zu träumen und erinnern sich, erinnern sich an das, was sie nicht erlebt haben. Vierzeiler und Götter purzeln in einer Dada zu einer schwarzen Comedia del art durcheinander. Wo führt die Reise hin? Sie steigen um, um in die Lieder und Chansons der 20er und 30er Jahre. Sie singen nach und singen neu.

Bekannte Chansons von Friedrich Holländer z.B „Guck doch nicht so nach dem Tangogeiger hin“ oder „Wenn ick mal tot bin“ oder Max Hansens zauberhafte Interpretation des „Waren Sie schon mal in mich verliebt?“ (Max Hansen kein Jude aber einer der ersten über den die Nazis ein Berufsverbot verhängten ) und Kurt Gerron, Paul Graetz, alles wunderbare Interpreten, deutsche Künstler, Schauspieler, Texter, Musiker und jüdischer Herkunft, alles weitere gehört gehört zu dem dunklen Kapitel unserer Geschichte Emigration oder KZ und Vernichtung. Unsere Schauspieler lassen sie in ihren Chansons und Couplets wieder auferstehen - und Witze werden erzählt. „Sie machen es berauschend schön“, so Meinungen aus dem Publikum.

Anders gegenüber den bisherigen erarbeiteten Inszenierungen ist an dieser: Die Schauspieler haben in 1 ½ Monaten die die Aufführung zur Premiere gebracht. Die Aufführung gehört nun seit Januar vergangenen Jahres zum Repertoire.

Regie: Klaus Erforth /Bühne / Kostüme: Kerstin Janewa / Musik: Anka Hirsch und Julia Antonia / Musikalische Leitung: Kay Langstgengel

Theater RambaZamba in der KulturBrauerei, Eingang Knaackstr. 97,
U2 und M1, M10 Eberswalder Straße
Eintrittskarten 11 €, ermäßigt 8 €.
Kartenbestellungen: Tel: 030-4373 5744

Die Zeit ist seit Januar 2007 eine andere geworden. Unsere Schauspieler und Künstler von Sonnenuhr haben sich verändert. 18 von ihnen arbeiten nicht mehr in ihrer Freizeit als Schauspieler/innen und Künstler. Sie besitzen nun seit einem Jahr künstlerische Arbeitsplätzen in unserer Kunstwerkstatt. 9 Arbeitsplätze gehören den Kalibanis. Sie wollen unter den neuen Bedingungen produktiv sein und sind voller Lust, zu lernen. Vor allem eines ist ihnen klar. Als Schauspieler haben sie eine Verantwortung und sie wollen sie wahrnehmen.

Seit Monaten kann man den Tageszeitungen und Massenmedien entnehmen, wie Menschen aus ihrer Not heraus ihre Länder verlassen und zum Beispiel in Boote steigen, um illegal nach Europa zu kommen. Sie bringen 1000 € auf, sie zahlen diese unbezahlbare hohe Summe in der Hoffnung, in Deutschland, in Europa Arbeit zu finden, damit sie und ihre Familien überleben können.
Eine Flut von Nachrichten und Bilder überschwemmen uns, machen auf diese Schicksale aufmerksam. Die Not der Menschen und die Ohnmacht der Bildbetrachter und Konsumenten ist so groß, die Gewalt der skrupellosen Schlepper unbegrenzt, dass die täglichen Bilder unserer zusammengeschrumpften Welt die Gefahr der Abstumpfung birgt.

Die Boote sind von „kriminellen Reiseunternehmern“ nicht für eine erfolgreiche Überfahrt ausgerüstet. Die Menschen steigen ahnungslos oder voller Verzweiflung als Todeskandidaten in die Boote. Uns erreichen Nachrichten und Bilder von angeschwemmten Körpern an den Stränden oder von Todesschiffen, in denen die Verzweifelten verdurstet sind, weil sie ohne ausreichende Nahrung und Wasser für 1000€ auf die Reise geschickt wurden, wo der Tod kalkuliert war. Wie sich dagegen wehren? Wie kann den Menschen geholfen werden?

Die Kalibanis haben für das Jahr 2008 beschlossen, auf diese Not aufmerksam zu machen und wach gegenüber dem Elend zu bleiben. Als Schauspieler besitzen sie die Fähigkeit, sich in andere Menschen hineinzuversetzen.

Sie können empfinden, wie verzweifelt ein Mensch sein muss, dass er an der Küste Afrikas oder Anderswo solchen verbrecherischen Schleppern ausgeliefert ist. Sie nutzen die Chance und machen von ihrer Fähigkeit gebrauch. Sie lesen die Nachricht eines solchen Alltags und sie sprechen einen Text, ein Gedicht, das hilft wach zu bleiben. Sie versuchen, die Menschen, die als Publikum zu ihnen in die Vorstellung gekommen sind, mitzunehmen, in dem sie sie an ihren Gefühlen teilnehmen lassen und sie bewegen, ihnen zu zuhören.

Damit beginnen die Kalibanis auf ihrem Gastspiel in Rheine vor der Vorstellung ihres
„MultiKultiTango“. Sie setzen den Widerstand gegen die Gefahr der Abstumpfung durch die Flut solcher Nachrichten und Bilder in den nächsten Vorstellungen in ihrem Theater in der KulturBrauerei fort.

Event: 25.01.2008 - 00:00 - 26.01.2008 - 00:00
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