Studienausflug: Reichsautobahn und vergessene Lager der NS-Zwangsarbeit zwischen FfO und Poznań

Postkarte aus dem jüdischen RAB-Lager Leimnitz

Busfahrt und Wanderung
Entlang der Reichsautobahntrasse
und zu vergessenen Lagern der NS-Zwangsarbeit
im ehemaligen Ostbrandenburg und heutigen Westpolen
von Frankfurt/O Richtung Poznań/Posen

Ein Studienausflug am 29. November 2009

Seit einigen Jahren ist die Autobahn Frankfurt/Oder– Posen wieder in Planung – auf einer alten Trasse aus den 40er Jahren. Sie soll spätestens zur Fußball-EM 2012 fertiggestellt sein. Voraussichtlich werden die historischen Hinterlassenschaften in Form von Bauruinen und Landschaftsveränderungen einer seit 1937 geplanten und 1941 begonnenen Reichsautobahn im nächsten Frühjahr für immer verschwunden sein.

Reichsautobahnen waren keine harmlosen Infrastrukturprojekte. Sie dienten auch einer Eindeutschung oder Germanisierung von Regionen und Landschaften. Bei Projekten im deutsch-polnischen Grenzland, die weiter in das besetzte Polen führten, war das besonders brisant.

Durchgeführt wurden die Arbeiten von Zwangsarbeitern, zu einem großen Teil Juden aus dem Ghetto Łódź/Lodsch. Entlang der Trasse von Frankfurt über Łagów/Lagow und Świebodzin/Schwiebus Richtung Posen, entstanden im ehemaligen Ostbrandenburg in regelmäßigen Abständen von einigen Kilometern Gefangenenlager für ca. zehntausend zum Bau eingesetzte Zwangsarbeiter.

Im Laufe eines Jahres und zweier Winter wurden enorme Erdarbeiten ausgeführt und Brückenbauwerke errichtet. 1942 wurde der Bau unvollendet abgebrochen. Belegt sind die rücksichtslose Ausbeutung der gefangenen Arbeiter und die hohe Sterblichkeit in diesen Reichsautobahnlagern. Nach Abbruch der Arbeiten wurden die Lager zum Teil weiterbetrieben, unter anderem für die ersten sowjetischen Kriegsgefangenen auf dem Gebiet des „Altreichs“ oder als "Arbeitserziehungslager".

Wir besichtigen Bauruinen von Autobahnbrücken, die vor 68 Jahren planierte Trasse, Landschaftsveränderungen und Orte von vergessenen Zwangsarbeiterlagern. Dazu werden die Hintergründe dieses weitgehend unbekannten Baus erläutert.

Unser Ausflug startet um 9.30 Uhr am Bahnhof Frankfurt/Oder und führt über verschiedene Stationen zwischen Frankfurt, Rzepin/Reppen, Torzym/Sternberg und Łagów/Lagow. Insgesamt sind 12 Kilometer Spaziergänge und Wanderungen, zum Teil über Stock und Stein geplant. Jeder einzelne Wanderabschnitt kann aber auch per Reisebus zur nächsten Station übersprungen werden.

Der Studienausflug endet ca. 19.00 in Słubice an der Grenzbrücke nach Frankfurt. Zum Bahnhof verkehrt eine Straßenbahn.

Der Teilnahmebeitrag beträgt inklusive Mittagessen (ohne Getränke) 25 Euro.

Voranmeldung bis zum 26.11.2009 erbeten. Weitere Informationen erhalten Sie bei uns:

HeimatReise
Ziegelstr. 28
15230 Frankfurt an der Oder
Telefon: 0335-280 23 58
Fax: 0335 86 96 440
Mail: info@heimatreise.eu

Vollständiger Text/ cały tekst: http://www.heimatreise.eu/ausflug.html
Veröffentlichung/ data publikacji: 24.11.2009