Oberschlesien im Objektiv

Historische und aktuelle Fotografien aus dem Muzeum w Gliwicach (Gleiwitz), dem Schlesischen Museum zu Görlitz und der Berliner Initiative europareportage

Präsentiert vom Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte und dem Deutschen Kulturforum östliches Europa

Oberschlesien um 1900 und nach dem Jahr 2000 – mit zwei sehr unterschiedlichen und doch miteinander korrespondierenden Fotoausstellungen präsentiert das HBPG ganz verschiedene Blicke auf die dramatischen gesellschaftlichen Wandlungen in dieser Region.
Es ist vor allem das Nebeneinander höchst widersprüchlicher Eindrücke von Verfall, Beständigkeit und Erneuerung, die die Fotografen immer fasziniert und deshalb im Bild festgehalten haben: mächtige Industrieanlagen, die beeindrucken und zugleich erschrecken lassen, Menschen voller Vitalität, aber gezeichnet von den Spuren harter Arbeit, ländliche Idyllen neben ausgezehrten Industrielandschaften.

Die Ausstellung „Oberschlesien im Objektiv“, die in Zusammenarbeit des Museums in Gliwice/ Gleiwitz mit dem Schlesischen Museum zu Görlitz entstand, zeigt rund 110 Fotografien aus den 1860er bis 1930er Jahren. Sie stammen überwiegend aus dem reichen Gleiwitzer Bestand historischer Aufnahmen, ergänzt um einige Fotografien aus der Sammlung des Schlesischen Museums. In einer Wanderausstellung wurden sie erstmals im Sommer 2007 sehr erfolgreich einem breiten Publikum in Polen und Deutschland vorgestellt.
Mit neun leuchtenden Bildserien ist eine ungewöhnliche, sehr wirkungsvolle Präsentationsform gefunden worden, die den alten Aufnahmen eine neue Ausstrahlung verleiht.
Die Fotografien zeigen ein Land und seine Menschen inmitten wirtschaftlicher, politischer und kultureller Veränderungen und lassen zugleich die rasanten technischen und künstlerischen Innovationen in der Fotografie zu Beginn des 20. Jahrhunderts erkennen. Zu sehen sind faszinierende Atelieraufnahmen Wilhelm von Blandowskis aus den 1860er Jahren, eine einzigartige fotografische Dokumentation oberschlesischer Industrieanlagen vom Anfang des 20. Jahrhunderts und frühe Zeugnisse des Bildjournalismus u. a. von Max Steckel.
Neben dem Alltag der Industriegesellschaft hielten Fotografen aber auch die untergehende Welt der alten Festbräuche, Trachten und dörflichen Lebensformen im Bild fest. Diese Motive finden sich häufig bei Karl Franz Klose, einem der bekanntesten schlesischen Fotografen der 1930er Jahre, dessen Nachlass das Schlesische Museum zu Görlitz bewahrt.
Kuratoren der Ausstellung: Dr. Martina Pietsch (Schlesisches Museum zu Görlitz) und Damian Recław (Muzeum w Gliwicach)
Gestaltung: id3d-Berlin

Die zweite Ausstellung „Begegnungen im Oberschlesischen Industriegebiet“ ist ein Zeitsprung in das Jahr 2005. Die Berliner Initiative europareportage, zu der die Fotografen Anke Illing und Thomas Voßbeck gehören, spürte den Veränderungen im oberschlesischen Industrierevier seit dem Ende der Volksrepublik und Polens Beitritt in die EU nach.
Ihre Fotoreportage stellt biografische Momentausnahmen neben Fotografien der Industrie-, Wohn- und Landschaftsarchitektur, die vom tiefgreifenden Umstrukturierungsprozess zeugen.
Die Ausstellung dieser aktuellen Fotografien entstand in Kooperation mit dem Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit in Gliwice/ Gleiwitz und dem Oberschlesischen Landesmuseum Ratingen. Als Übersetzer leistete Dawid Smolorz einen großen Beitrag zu diesem Projekt. Die Wanderausstellung wurde bereits in der Galerie „Szyb Wilson“ („Wilson-Schacht“) in Katowice/ Kattowitz und im Oberschlesischen Landesmuseum in Ratingen gezeigt..

Die Kataloge zu den Ausstellungen „Oberschlesien im Objektiv“ und „Begegnungen im Oberschlesischen Industriegebiet“ sind im Museumsshop des Kutschstalls zum Preis von 12 bzw. 5 Euro erhältlich.

Begleitprogramm in Zusammenarbeit mit dem Kulturreferenten für Schlesien, dem Deutschen Kulturforum östliches Europa und dem Filmmuseum Potsdam

Eintritt:
Einzelticket 3 Euro/ erm. 2 Euro
Sonderpreise für Gruppen, Familien und Schulklassen
Kinder bis 6 Jahre frei

Event: 08.02.2008 - 00:00 - 06.04.2008 - 23:59
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