z. B. Bosch: Zwangsarbeit für eine Rüstungsfabrik in Kleinmachnow

Pressekonferenz und Vorabbesichtigung der Ausstellung

am 30. Januar 2008, um 11.00 Uhr

im Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit, Britzer Str. 5, 12439 Berlin-Schöneweide in Anwesenheit von ehemaligen KZ-Häftlingen des KZ-Außenlagers in Kleinmachnow.
Das 2006 eröffnete Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit steht als einzigartig erhaltenes Gesamtensemble stellvertretend für die rund 3000 Berliner Zwangsarbeiterlager. In einer umgebauten
ehemaligen Unterkunftsbaracke informiert das Zentrum mit wechselnden Ausstellungen über die Geschichte der NS-Zwangsarbeit und deren europaweite Dimension.
Die Dreilinden-Maschinenbau GmbH, eine Tochtergesellschaft des Bosch-Konzerns in Kleinmachnow, stellt "ein ganz gewöhnliches Beispiel" (Prof. Wolfgang Benz, TU Berlin) für den Einsatz von
Zwangsarbeitern und Zwangsarbeiterinnen in der deutschen Rüstungsindustrie während des Zweiten Weltkrieges dar. Es ist mittlerweile unumstritten, dass alle mittleren und größeren deutschen
Unternehmen vom Zwangsarbeitseinsatz profitiert haben. Das gilt auch für die Firma Bosch. Von den ca. 5000 in Kleinmachnow beschäftigten Menschen waren mehr als die Hälfte zivile Zwangsarbeiter
und Zwangsarbei-terinnen, Kriegsgefangene sowie KZ-Häftlinge unterschiedlicher Nationalität.

Die von Angela Martin erarbeitete und von Hanna Sjöberg gestaltete Ausstellung dokumentiert den Zwangsarbeitseinsatz für das Dreilindenwerk. Mit zahlreichen Fotografien, Dokumenten, Plänen und
originalen Exponaten zeigt die Schau daneben die Entstehungs-geschichte dieses Unternehmens, das „von höchster Bedeutung für die Luftfahrt” war. Zitate aus Interviews bilden einen eigenen
Erzählstrang aus der Perspektive der Überlebenden. Auf Lesepulten findet sich vertiefendes Material.
In einer Hörstation kommt eine Zeitzeugin aus Kleinmachnow zu Wort, die als Kind inmitten des Lagers gelebt hat. Auszüge aus Interviews mit Überlebenden sind an weiteren Stationen zu hören.
An der Pressekonferenz nehmen drei überlebende ehemalige Häftlinge des KZ-Außenlagers Kleinmachnow teil: Wanda Zatryb, Marianna Janowska und Krystyna Cieliszak, die als junge
Mädchen während des Warschauer Aufstandes im Sommer 1944 in das KZ Ravensbrück und von dort zur Zwangsarbeit nach Kleinmachnow verschleppt worden sind.
Für Ihre Fragen stehen darüberhinaus zur Verfügung:
Prof. Dr. Andreas Nachama, Geschäftsführender Direktor der Stiftung Topographie des Terrors
Dr. Christine Glauning, Leiterin des Dokumentationszentrums NS-Zwangsarbeit
Angela Martin, Autorin der Ausstellung
Hanna Sjöberg, Gestalterin der Ausstellung

Event: 30.01.2008 - 00:00 - 30.01.2008 - 23:59
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