Kowalski trifft Schmidt

Kowalski trifft Schmidt
Deutsch-polnisches Journal
Sendung am 24.02.2008 um 19:00 Uhr
Wiederholung am 27.02.2008 um 10:15 Uhr u. im Nachtprogramm

Robbenstation auf der Halbinsel Hel

Anfang der achtziger Jahre gab es in der Ostsee nur noch etwa 5000 Robben. Übermäßige Jagd auf den Nahrungskonkurrenten des Menschen und Meeresverschmutzung hatten den Tieren fast den Garaus gemacht. Heute leben wieder ungefähr18 000 Robben in der Ostsee, das Resultat einer groß angelegten Aktion der Anrainerstaaten. Auf der polnischen Halbinsel Hel gibt es seit 1992 ein Robben-Forschungszentrum der Danziger Universität. Außerdem werden dort Robben gezüchtet, um sie später in der Ostsee auszusetzen.

Tschetschenische Flüchtlinge in Polen

In den letzten drei Monaten vor dem Schengen-Beitritt Polens im Dezember 2007 kamen über 3000 tschetschenische Flüchtlinge nach Polen. Sie fürchteten, dass der Weg nach Europa für sie nach dem Stichtag für immer versperrt sein würde. Im Januar 2008 reisten sie weiter Richtung Westen, von wo sie nun wieder zurück nach Polen geschoben werden. Die polnischen Heime sind auf diesen Ansturm überhaupt nicht vorbereitet. Viele der Flüchtlinge sind krank, traumatisiert und völlig orientierungslos. Und die polnischen Heime bieten ihnen weder medizinische noch psychologische Hilfe. Die Flucht ins sichere Europa wird für viele deshalb immer mehr zum Albtraum.

Tschetschenische Flüchtlinge in Deutschland

Seit 1949 garantiert das deutsche Grundgesetz jedem politisch Verfolgten das Recht auf Asyl in der Bundesrepublik. Doch die Realität sieht anders aus. Seit Deutschland keine EU-Außengrenze mehr hat, ist es zum Beispiel für Asylbewerber aus Tschetschenien so gut wie unmöglich geworden, in Deutschland Asyl zu bekommen. Denn jeder Asylbewerber muss sich in dem Land um Asyl bewerben, wo er zum ersten Mal seinen Fuß auf EU-Boden gesetzt hat. Und das ist für die Tschetschenen fast immer Polen. Einer Familie aus Grosny droht jetzt die Überführung nach Polen, obwohl sie dort von Spitzeln bedroht wird und sich deshalb nicht einmal traut, das Haus zu verlassen.

Polnische Stasi-Akten

Seit einem halben Jahr läuft bei der Birthler-Behörde in Berlin ein Forschungsprojekt über die Tätigkeit der Stasi in Polen. Nach der Wahl von Karol Wojtyla zum Papst im Jahr 1978 hatte die Stasi ihr Agentennetz in Polen massiv ausgebaut. Sie begann die „Solidarnosc-Bewegung“ auf eigene Faust auszuspionieren, da sie kein Vertrauen zu ihren polnischen Genossen hatte. Polen wurde als „Operationsgebiet“ eingestuft, bis dahin bezeichnete man mit diesem Begriff nur kapitalistische Länder. Nirgendwo im Ausland sammelte die Stasi so viele Akten wie in Polen. Auch polnische Regierungsmitglieder wurden abgehört. Allmählich werden nun die Namen der Agenten und der Opfer bekannt.
Wir besuchen Bogdan Borusewicz, einen der Solidarnosc-Führer in Danzig. Er wurde 10 Jahre vom Stasi-Agenten "Heinrich" beschattet und denunziert.

Fastensatire vom Club der polnischen Versager

Moderation: Ola Rosiak und Max Ruppert in Brandenburg

www.rbb-online.de/kowalskitrifftschmidt

Event: 24.02.2008 - 19:00 - 24.02.2008 - 22:00
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Veröffentlichung/ data publikacji: