Kowalski trifft Schmidt

Kowalski trifft Schmidt
Deutsch-polnisches Journal
Sendung am 09.03.2008 um 19:00 Uhr
Wiederholung am 12.03.2008 um 10:15 Uhr u. im Nachtprogramm

Graffiti – Schmiererei oder Kunst?

Für die Breslauer Künstlergruppe „Kolektyf“ stellt sich diese Frage überhaupt nicht. Wenn sie ihre Bilder an die Wand sprayen, dann machen sie damit Kunst. Und ihre Wandmalereien gelten nicht als Sachbeschädigung, denn es gibt genug Flächen in der Stadt, die legal mit Graffitis verschönert werden können. In einem deutsch-polnischen Workshop „Mein Kiez“ haben sie versucht, jungen Sprayern eine Art Verantwortung für das Stadt-Bild zu vermitteln.

Gemeinsam gegen Rassismus

Hakenkreuze, Hassparolen, Henkersgalgen mit Davidstern – viele Häuserwände in polnischen Wohnsiedlungen sind mit rassistischen und antisemitischen Parolen beschmiert. Um etwas gegen die Hassparolen und Graffitis zu unternehmen, gründeten zwei Breslauer Studenten eine Initiative. Auf ihrer Internetseite kann jeder zum Beispiel mit Fotos auf rassistische Sprüche in seiner Wohngegend aufmerksam machen. Durch die Zusammenarbeit mit den lokalen Ordnungshütern erhoffen sich die Macher eine raschere Beseitigung der Schandflecke aus ihrer Stadt.

Interbrigadisten aus Berlin-Weißensee

Jutetaschen aus Bangladesh, Sandino-Kaffe aus Nicaragua, freiwillige Arbeit in einem „Dritte-Welt-Land“ – für die deutsche Linke aus der 68iger Generation war der Kampf um eine gerechtere Welt wichtig. Mittlerweile beschränken sich die weltverbessernden Aktivitäten vieler ergrauter Revoluzzer auf die morgendliche TAZ-Lektüre in einem schicken Coffee-Shop. Die tatkräftige Unterstützung der „demokratischen Revolution“, die zurzeit in einigen lateinamerikanischen Staaten stattfindet, haben die Jungen übernommen. Seit drei Jahren engagieren sich Schüler eines Berliner Gymnasiums als Volontäre in Venezuela und Bolivien. In den Sommerferien fahren die Interbrigadisten, wie sie sich selbst nennen, in arme Dörfer und Großstadtslums, um dort Nachhilfeunterricht zu geben oder für Kinder und Jugendliche Theater- und Graffitikurse zu organisieren.

Obdachlose – Geschichte eines Überfalls

Vor anderthalb Jahren haben Skinheads mehrere Obdachlose in einer Breslauer Schrebergartenkolonie schwer misshandelt, einer von ihnen überlebte den Überfall nicht. In einem Dokumentarfilm will nun der Leiter des Obdachlosenheimes, in dem eines der Opfer lebte, diesen Fall aufarbeiten.

Die „Dojczland“-Reise von Andrzej Stasiuk

Reisen heißt leben, schreibt der bekannte polnische Autor Andrzej Stasiuk in seinem soeben auf Deutsch erschienenen Buch „Fado“, und nach diesem Motto lebt und schreibt er auch. Meistens bereist er die Länder Ost- und Südosteuropas, aber auch Deutschland liegt manchmal auf seiner Route. Das in Polen herausgegebene Buch „Dojczland“ ist eine humorvolle Beschreibung seiner Begegnungen mit den merkwürdigen Nachbarn westlich der Oder-Neiße-Grenze. Kurz vor der Leipziger Buchmesse macht Andrzej Stasiuk eine Lesereise durch das fremde Nachbarland und wir begleiten ihn ein Stück auf seinem Weg.

Moderation: Ola Rosiak und Max Ruppert in Breslau

Event: 09.03.2008 - 19:00 - 09.03.2008 - 22:00
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Veröffentlichung/ data publikacji: