Lebus

Zum Umgang mit jüdischen Spuren im Oderbruch (Barnim-Lebus)

Das Oderbruch beginnt etwa bei der Stadt Lebus, erstreckt sich von Südosten nach Nordwesten ca. 56 km lang und endet etwas unterhalb des alten Fischer- und Schifferstädtchens Oderberg. In den Städten am Rande des Bruchs gab es wie anderswo auch seit dem 17. Jahrhundert jüdische Mitbürger, deren Präsenz, deren kulturelle wie religiöse Eigenheiten und deren Geschäftstätigkeit bis in die 1930er Jahre als untrennbare Bestandteile zum kleinstädtisch geprägten Leben gehörten.

Auf den Spuren der Religionen im Grenzland

Am Horizont zeichnet sich die Silhouette einer Kirche ab, an der Weggabelung steht ein Kreuz, in der Ferne nimmt man einen alten Friedhof wahr. Wenn man durch Ziemia Lubuska (Lebuser Land) wandert, trifft man überall auf Spuren des religiösen Lebens dieser Region, also ihrer deutschen und polnischen Geschichte. Gottfried Benn, der aus dieser Gegend stammt, schrieb: „Die Geschichte! Der Westen vergöttert sie und leitet von ihr die meisten seiner Ideologien ab.“ Aber die wiederentdeckte Geschichte kann auch der Anfang eines Dialogs sein.