Paul Flückiger

Warschau ignoriert Erika Steinbach

Schweigen ist Gold. Dies haben sich die Polen anlässlich des jüngsten Besuches der umstrittenen Vorsitzenden des Bundes deutscher Vertriebener (BdV) Erika Steinbach vorgenommen. „Wenn sich Steinbach nicht unstatthaft gegenüber den Polen benimmt, nehmen wir keine Stellung und demonstrieren nicht“, versprach der Abgeordnete der rechtsnationalen Kaczynski-Partei „Recht und Gerechtigkeit“ (PiS), Andrzej Jaworski.

Veröffenlichung/ data publikacji: 23.05.2011

Nicht alle Wege führen nach Rom

Es ist bereits um die Mittagszeit, doch die Sonderbeilage der führenden polnischen Tageszeitung „Gazeta Wyborcza“ lässt sich einfach nicht verkaufen. Nur zehnmal höher wäre der Preis für eine Zeitung mit eingeschweißter Johannes-Paul-II.- Münze. „Mit einem 24-Karat-Goldfilm überzogen“, preist die Werbung. „Verkauft habe ich davon heute erst zwei“, sagt die Warschauer Kioskfrau. Enttäuschung und Überraschung zugleich ist in ihrem Gesicht zu lesen. Seit Wochen schon liegen Dutzende von Sonderdrucken anlässlich der Seligsprechung des 2005 verstorbenen Papstes Johannes Paul II.

Veröffenlichung/ data publikacji: 30.04.2011

Fluchtgefahr

Ab dem 1. Mai gilt für Polen und andere Bürger der 2004 aufgenommenen EU-Neumitglieder in Deutschland, Österreich und der Schweiz die volle Personenfreizügigkeit. Polen können ab heute überall arbeiten, Sondergenehmigungen brauchen sie keine mehr. Vor allem an der deutsch-polnischen Grenze stößt diese Neuregelung seit Anfang des Jahres auf reges Interesse. Die Arbeitslosigkeit ist dort mit 14 bis19 Prozent besonders hoch und die deutschen Löhne sind meist ein Vielfaches höher.

Veröffenlichung/ data publikacji: 30.04.2011

Zwietracht und Versöhnung

Zwischen Polen und Russland herrscht wieder Streit – um eine Gedenktafel. Tatsächlich gelang in Smolensk ein Kompromiss: Komorowski und Medwedew verständigten sich auf eine neue – diesmal gemeinsam ausgearbeitete – zweisprachige Gedenktafel. Dann legten sie auf dem Flugplatz je einen Kranz unter jene Birke, die Kaczynskis Präsidentenmaschine vor Jahresfrist Sekundenbruchteile vor dem Absturz als erste gestreift haben soll.
Veröffenlichung/ data publikacji: 12.04.2011

Glaubenskrieg um einen Flugzeugabsturz

Ein Jahr nach dem Unglück der polnischen Präsidentenmaschine herrscht Zwietracht zwischen Regierung und Opposition. Unüberschaubar ist das Angebot der Gedenkschriften, Bildbände und Sonderbeilagen zum Absturz der polnischen Präsidentenmaschine bei Smolensk. An diesem Sonntag ist der erste Jahrestag der Flugzeugkatastrophe in Westrussland, unweit der Wälder von Katyn.

Veröffenlichung/ data publikacji: 09.04.2011

Willkommene Hilfe, falsches Ziel

Verwendung der EU-Millionen für die Bürgergesellschaft in Weißrussland ist in der Opposition umstritten

Veröffenlichung/ data publikacji: 19.02.2011

Erinnerung ohne Versöhnung

Der von der schwarz-gelben Koalition geplante Gedenktag für Vertriebene gefährdet den von Außenminister Guido Westerwelle (FDP) vorangetriebenen Aussöhnungskurs gegenüber Polen. Das polnische Außenministerium und polnische Kommentatoren reagierten kritisch auf die Absicht der Bundestagsmehrheit von Union und FDP, den 5. August zum Gedenktag für Vertriebene zu machen. Der gegen den Widerstand aller drei Oppositionsfraktionen am vergangenen Donnerstag beschlossene Antrag bezieht sich ausdrücklich auf die Charta der deutschen Heimatvertriebenen vom 5.

Veröffenlichung/ data publikacji: 16.02.2011

Polnische Goldgräber

Das Buch über Grabschänder und Holocaust-Profiteure von Jan T. Gross ist noch nicht veröffentlicht – Boykottaufrufe gibt es schon.

Veröffenlichung/ data publikacji: 13.02.2011

Neuer Start für das Weimarer Dreieck

Polens Präsident Bronislaw Komorowski will am heutigen Montag die Weimarer Dreiecks-Treffen zwischen Deutschland, Frankreich und Polen wiederbeleben. Warschau hofft auf mehr Gewicht für seine im Sommer beginnende EU-Ratspräsidentschaft. Doch eine zündende Idee dafür hat noch keiner.

Veröffenlichung/ data publikacji: 07.02.2011

Hilfe für die Nachbarn

Nur zwei Tage nach den EU-Sanktionen gegen das weißrussische Regime haben Regierungsvertreter von über 30 Staaten und internationale Organisationen in Warschau ein umfangreiches Hilfsprogramm für die weißrussische Zivilgesellschaft beschlossen. In den kommenden Jahren sollen mindestens 87 Millionen Euro an verschiedene weißrussische NGOs, unabhängige Medien und Bildungsinitiativen fließen. Die Bundesregierung sagte zu, die weißrussische Zivilgesellschaft in diesem Jahr mit 6,6 Millionen Euro zu unterstützen, 900 000 Euro mehr als im Jahr 2010.

Veröffenlichung/ data publikacji: 03.02.2011