Konrad Schuller

Unter Gentlemen ist ihr Name Schall und Rauch

In Warschau und Berlin kursiert das Wort vom „Gentlemen’s Agreement“. Es beschreibt eine angebliche Warschauer Absprache vom Februar 2008 zwischen polnischen Regierungsvertretern und einer Delegation der Bundesregierung, die damals noch von Union und SPD gestellt wurde. Ihr genauer Inhalt ist nie öffentlich geworden.

Veröffenlichung/ data publikacji: 06.01.2010

„Eine Sache der Ehre“

Polen atmet auf: Drei Tage nach dem spektakulären Raub der Inschrift am Eingang des Konzentrationslagers Auschwitz hat die Polizei die mutmaßlichen Täter samt ihrer Beute gefasst. Der weltbekannte, aus eisernen Lettern gefügte NS-Propagandaspruch „Arbeit macht frei“, das weltberühmte Symbol des Lagers, in welchem unter deutscher Führung während des Zweiten Weltkriegs mehr als eine Million Juden und Opfer anderer Nationalität ermordet wurden, kann wieder an seinen angestammten Platz über dem Haupteingang zurückkehren.

Veröffenlichung/ data publikacji: 21.12.2009

Polens Konglomerat aus Kohle und Politik

Wenn es um das Klima geht, gilt Polen als „das China Europas“. Der Sonderbotschafter der Regierung für Klimawandel, Janusz Reiter, wird mit solchen Vergleichen ab und zu konfrontiert, und er verwendet diese Formulierung auch selbst, weil sie so gut beschreibt, welches schlechte Image Polen unter Klimaschützern hat. Schwarze Qualmwolken und ein allenfalls rudimentärer Willen zur Reform – das ist das Bild, welches das Land seit Jahren von sich entstehen lässt.

Veröffenlichung/ data publikacji: 07.12.2009

Eine Information für Erich Mielke

Am 20. Dezember 1978 lag auf dem Schreibtisch des DDR-Ministers für Staatssicherheit, Erich Mielke, eine „Information“ der Stasi-Abteilung XXII mit dem Aufdruck „Streng geheim“. Die Abteilung unter Oberst Harry Dahl war wenige Jahre zuvor zur „Abwehr, Kontrolle und Bearbeitung terroristischer Gefahren“ aufgebaut worden. Im Herbst 1978 hieß das in der Praxis: Dahls Leute hielten Kontakt zur linksextremistischen Szene der Bundesrepublik, zu den Terroristen der „Rote Armee Fraktion“ (RAF) sowie der „Bewegung 2. Juni“.

Veröffenlichung/ data publikacji: 04.12.2009

Retten, was zu retten ist

Nach seinem Telefonat mit Präsident Obama versuchte der polnische Ministerpräsident Tusk, die Neuigkeiten als positive Nachricht zu verkaufen: Polen habe die Chance, „eine ziemlich exklusive Position zu erhalten“, es gebe Chancen, die Zusammenarbeit in Verteidigungsfragen bald zu intensivieren; außerdem habe Obama ihm versichert, dass die Verhandlungen über die Stationierung von Abfangraketen in Polen „die polnisch-amerikanische Freundschaft gestärkt haben“.

Veröffenlichung/ data publikacji: 18.09.2009

Im europäischen Hauptstrom

Als Polen unlängst den Jahrestag des deutsch-sowjetischen Überfalls von 1939 beging, schimmerte durch die historischen Feierlichkeiten unverkennbar die Gegenwart. Ministerpräsident Tusk stand am Denkmal auf der Westerplatte, wo vor siebzig Jahren die ersten Granaten des Zweiten Weltkriegs eingeschlagen waren.

Veröffenlichung/ data publikacji: 09.09.2009

Putin verurteilt den Hitler-Stalin-Pakt

Der russische Ministerpräsident Putin hat den Hitler-Stalin-Pakt vom 23. August 1939 verurteilt, durch den Hitler freie Hand für den Angriff auf Polen erhielt. In einem Artikel für die polnische Zeitung „Gazeta Wyborcza“ schreibt Putin, der Pakt sei ohne jeden Zweifel moralisch verwerflich gewesen. An diesem Dienstag wird Putin - neben Kanzlerin Merkel und zahlreichen anderen Regierungschefs - in Danzig an den Gedenkfeiern zum 70. Jahrestag des deutschen Überfalls auf Polen teilnehmen.

Veröffenlichung/ data publikacji: 01.09.2009

Wem gehört der Sieg über den Kommunismus?

Angela Merkel hat eine einfache Rolle gehabt an diesem Donnerstag in der alten Königsstadt Krakau. Polen feierte. Der 4. Juni 2009 ist der zwanzigste Jahrestag jener ersten zumindest teilweise freien Parlamentswahl, mit der das Land im Jahr 1989 vor allen anderen im Osten Europas den Durchbruch von der Diktatur zur Demokratie schaffte.

Veröffenlichung/ data publikacji: 04.06.2009

Polen protestiert gegen „Spiegel“

22. Mai 2009 Die polnische Regierung greift die deutsche Presse wegen ihrer Darstellung Polens und der deutsch-polnischen Geschichte an. Der Sprecher des Außenministeriums sagte am Donnerstag, sein Haus bereite einen „Protestbrief“ an die Redaktion der Zeitschrift „Der Spiegel“ vor, nachdem diese in ihrer jüngsten Ausgabe unter dem Titel „Die Komplizen“ über die Teilnahme nichtdeutscher Regierungen und Einzeltäter am Holocaust berichtet hatte.

Veröffenlichung/ data publikacji: 23.05.2009

„Ein Ghostwriter Steinbachs“

Die polnische Regierung hat am Wochenende einen deutschen Zeitungskorrespondenten heftig angegriffen. Staatssekretär Wladyslaw Bartoszewski, der als „Beauftragter des Ministerpräsidenten für den internationalen Dialog“ unter anderem das Verhältnis der polnischen Regierung zu Deutschland definiert, wurde von der Zeitung „Rzeczpospolita“ mit den Worten zitiert, der Korrespondent der „Süddeutschen Zeitung“ in Warschau, Thomas Urban, benehme sich „wie ein Schwein“.

Veröffenlichung/ data publikacji: 16.03.2009