Konrad Schuller

Nebenwirkungen einer Erpressung

Nach dem Verzicht von Erika Steinbach auf einen Platz im Beirat des geplanten Berliner Vertriebenen-Zentrums stand Wladyslaw Bartoszewski, der Deutschland-Berater des polnischen Ministerpräsidenten Tusk, einige Tage als Triumphator auf der Warschauer Bühne. Er hatte mit der Drohung gesiegt, die Berufung der von ihm zur „blonden Bestie“ stilisierten Vertriebenenpräsidentin in den Beirat werde zu einem gewaltigen Wettersturz zwischen Polen und Deutschland führen.

Veröffenlichung/ data publikacji: 06.03.2009

„Verteidiger Steinbachs sind Narren“

Wladyslaw Bartoszewski, der Deutschland-Beauftragte des polnischen Ministerpräsidenten, ist der Ansicht, die deutschen Verteidiger Erika Steinbachs (CDU) spielten „den Narren“, wenn sie behaupteten, es gebe keinen Grund, die Präsidentin des Bundes der Vertriebenen abzulehnen. „Wenn jemand sich blöd stellt, hilft auch nichts mehr“, sagte er in einem Interview mit der Zeitung „Dziennik“ auf das in Deutschland vorgetragene Argument, Frau Steinbach sei nichts vorzuwerfen.

Veröffenlichung/ data publikacji: 03.03.2009

Ein Kämpfer mit neuem Feindbild

Wladyslaw Bartoszewski hat sich immer die größten Gegner gesucht. Hitlers Drittes Reich schickte ihn nach Auschwitz, was ihn nicht daran hinderte, im Untergrund Juden zu retten. Stalins Vollstrecker steckten ihn ins Gefängnis, und zum dritten Mal holten sie ihn ab, als General Jaruzelski die „Solidarnosc“ zerschlug.

Veröffenlichung/ data publikacji: 01.03.2009

Polen schwimmt gegen den Strom

„Wir haben die 17 Milliarden.“ Es war Slawomir Nowak, der Bürochef des polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk, der am frühen Dienstagnachmittag Entwarnung gab. Der Druck entwich. Noch am Vormittag hatte niemand ausgeschlossen, dass es im Kabinett des liberalkonservativen Regierungschefs noch an diesem Tage zu einer schweren Entladung kommen würde.

Veröffenlichung/ data publikacji: 03.02.2009

Europe's Obama

Die Europäer haben es kaum erwarten können, dass Obama siegt, vom Atlantik bis zu den Karpaten. In Polen, traditionell der letzten Hochburg für die Verehrung republikanischer Heroen, hatte Obama schon im Sommer in Umfragen dreimal so viel Unterstützung wie George W. Bush. Und als der Demokrat, damals noch Kandidat fürs Präsidentenamt, im Juli Paris besuchte, vergaß Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy alle Vorsicht.

Veröffenlichung/ data publikacji: 10.11.2008

Europe's Obama

Die Europäer haben es kaum erwarten können, dass Obama siegt, vom Atlantik bis zu den Karpaten. In Polen, traditionell der letzten Hochburg für die Verehrung republikanischer Heroen, hatte Obama schon im Sommer in Umfragen dreimal so viel Unterstützung wie George W. Bush. Und als der Demokrat, damals noch Kandidat fürs Präsidentenamt, im Juli Paris besuchte, vergaß Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy alle Vorsicht.

Veröffenlichung/ data publikacji: 10.11.2008

Kaczynski: Walesa wurde erpresst

In Polen verschärft sich der Streit über die angebliche Spitzeltätigkeit Lech Walesas. Staatspräsident Lech Kaczynski wiederholte und erläuterte am Mittwoch den Vorwurf, Walesa, der Führer der oppositionellen Gewerkschaft Solidarnosc in Zeiten der Diktatur und sein Amtsvorgänger zwischen 1990 und 1995, sei in den siebziger Jahren unter dem Decknamen „Bolek“ Mitarbeiter des kommunistischen Geheimdienstes SB gewesen.

Veröffenlichung/ data publikacji: 11.06.2008

„Geschmackloses, martialisches Kampfgeschrei“

Nach den Entgleisungen in der Berichterstattung eines polnischen Boulevardblatts hat der Botschafter des Nachbarlandes, Marek Prawda, scharfe Kritik geübt. „Das ist eine idiotische Geschmacklosigkeit. Ich wünsche dieser Zeitung alles Schlechte, möchte aber darauf hinweisen, dass die seriösen polnischen Medien diese Entgleisung in ihrer Berichterstattung ebenfalls geißeln“, sagte Prawda der Tageszeitung „Die Welt“.

Veröffenlichung/ data publikacji: 05.06.2008

Walesa und seine Feinde

Zwei Präsidenten giften sich an: Lech Walesa, der legendäre Führer der antikommunistischen Gewerkschaft „Solidarno“ zur Zeit der Diktatur und ab 1990 das erste frei gewählte Staatsoberhaupt des demokratischen Polen, habe sich nach dem Systemwechsel an die Spitze von „postkommunistischen“ Eliten gestellt - sagt der nationalkonservative Präsident Lech Kaczynski. „Kaczynski ist in seiner Feigheit nicht imstande, überhaupt an der Spitze irgendwelcher Eliten zu stehen“, antwortet Walesa.

Veröffenlichung/ data publikacji: 29.05.2008

Polens Historiker und Politiker streiten wieder über die Vertreibung

Polen hat wieder eine Historikerdebatte, und wieder geht es um Deutschland, Vertreibung und eigene Schuld. Die Flaggschiffe der Presse haben das Feuer eröffnet, Professoren unterschreiben Resolutionen, und von den Bänken des Parlaments tönt es: "Schande!

Veröffenlichung/ data publikacji: 17.05.2008