Konrad Schuller

„Mein Gewissen schmerzt mich noch immer“

Als die deutsche Besatzungsmacht im April 1943 das Warschauer Getto niederbrannte und die überlebenden Juden ins Gas schickte, sind etwa 2.500 Kinder dem Tod entkommen: die Schützlinge der polnischen Krankenschwester Irena Sendler und der polnischen Untergrundorganisation Zegota. Von den deutschen Behörden mit der Seuchenbekämpfung in Warschaus „jüdischen Wohnbezirk“ betraut, riskierten Sendler und ihre Mitstreiter ihr eigenes Leben, um Kinder aus dem Getto zu schmuggeln.

Veröffenlichung/ data publikacji: 12.05.2008

Schließt Polen Deutsche von Entschädigung aus?

Die polnische Regierung plant offenbar, bei der Entschädigung von Opfern der kommunistischen und nationalsozialistischen Diktatur polnische Staatsbürger deutscher Volkszugehörigkeit leer ausgehen zu lassen. Der stellvertretende Schatzminister Hubert Laszkiewicz sagte der Zeitung „Dziennik“, das geplante Restitutionsgesetz der liberalkonservativen Regierung Tusk solle für Polen deutscher Abstammung nicht gelten. „Dziennik“ zitierte ihn am Montag mit den Worten: „Die Deutschen bekommen nichts.“

Veröffenlichung/ data publikacji: 15.04.2008

Lech Kaczynskis Talent, sich gekränkt zu fühlen

Eigentlich wollte der polnische Ministerpräsident Donald Tusk das Kosovo schon vergangene Woche gleich nach der Unabhängigkeitserklärung anerkennen. Polen wäre damit im „Hauptstrom“ des Westens gewesen, wo es seit der Abwahl der Regierung des nationalkonservativen Ministerpräsidenten Jaroslaw Kaczynski im vergangenen Herbst sein möchte. Dass Warschau den neuen Staat trotzdem erst am Dienstag offiziell zur Kenntnis nahm, hat damit zu tun, das die Ära Kaczynski trotz Tusks enormer Beliebtheit - seine Partei erreicht in Umfragen mehr als 50 Prozent Zustimmung - noch nicht vorbei ist.

Veröffenlichung/ data publikacji: 28.02.2008

Widerstand gegen „Pater Direktor"

„Die kommen zu Ihnen und sagen: ,Gib den Anorak her. Hose runter! Gib her! Gib die Schuhe her!'“ - Der das gesagt hat, ist Polens bekanntester Journalist, der Redemptoristenmönch und Medienunternehmer Tadeusz Rydzyk, „Pater Direktor“ des rechtskatholischen Senders „Radio Maryja“ und der Fernsehstation „Trwam“.

Veröffenlichung/ data publikacji: 21.02.2008

Merkel: Erinnerung an Vertreibungen bleibt in Berlin

Bundeskanzlerin Merkel hat am Dienstag dem polnischen Ministerpräsidenten Tusk in Berlin versichert, sie betrachte sein Projekt eines in internationaler Kooperation zu errichtenden Museums des Zweiten Weltkriegs in Danzig als eine „interessante Idee“. Tusk war mit diesem Vorschlag am Montag an die Öffentlichkeit getreten. Seiner Meinung nach soll die Initiative unter anderem einen Ausweg aus dem deutsch-polnischen Streit über die Erinnerung an die Vertreibungen nach Kriegsende weisen, indem sie diesem Aspekt der Geschichte einen Platz im Gesamtgeschehen des Krieges zuweist.

Veröffenlichung/ data publikacji: 12.12.2007

Tusks Vorschlag für Erinnerung an Vertriebene

Der neue polnische Ministerpräsident Donald Tusk hat auf die Bestrebungen, in Berlin ein „sichtbares Zeichen“ der Erinnerung an die Vertreibung der Deutschen aus Ostmitteleuropa zu schaffen, mit dem Vorschlag geantwortet, in Danzig ein „Museum des Zweiten Weltkriegs“ zu bauen. In diesem Museum solle im historischen Kontext des Krieges auch an die Vertreibung der Deutschen erinnert werden, hatte er in einem Gespräch mit dieser Zeitung vor seinem Besuch in Berlin an diesem Dienstag gesagt (

Veröffenlichung/ data publikacji: 11.12.2007

Tusk verspricht ein Wirtschaftswunder

Polens Ministerpräsident Tusk hat am Freitag in seiner ersten Regierungserklärung versprochen, durch eine Mischung aus „liberaler Wirtschaftspolitik“ und „solidarischer Gesellschaftspolitik“ seinem Land die Chance auf „sein eigenes Wirtschaftswunder“ zu geben. Im außenpolitischen Teil seiner Rede sagte er, Polen werde einer der wichtigsten Verbündeten Amerikas in Europa bleiben. Zugleich müssten aber auch die Verbindungen zwischen Warschau, Paris und Berlin intensiver werden.

Veröffenlichung/ data publikacji: 25.11.2007

Zurück zum Geist der Ära Kohl

Übergangstage in Warschau. Der abgewählte Ministerpräsident Kaczynski ist noch beim Kofferpacken, Donald Tusk, der liberale Wahlsieger, bereitet seine ersten Gehversuche in den neuen Schuhen des Regierungschefs vor. In der Außenpolitik ist vieles noch unklar. Tusk hat aus Angst, von den Nationalkonservativen als „Laufbursche“ Deutschlands diffamiert zu werden, seine offene Haltung zu Berlin und Brüssel im Wahlkampf zu verbergen versucht und das Feld der Außenpolitik vermieden.

Veröffenlichung/ data publikacji: 07.11.2007