Sibylle Korte

Sie rettete "nur" 2 500 Kinder

Irena Sendler rettete 2 500 jüdische Kinder aus dem Warschauer Ghetto vor dem Holocaust. Doch als Heldin hat sich die alte Dame, die am Montag im Alter von 98 Jahren in Warschau gestorben ist, nie gesehen. "Im Gegenteil", erklärte sie einmal, ihr Gewissen quäle sie, "weil ich nicht mehr tun konnte".
Sendler arbeitete als Krankenschwester, als Deutschland Polen 1939 überfiel. Sie behielt Zugang zum Ghetto, in dem die deutschen Besatzer ab Herbst 1940 alle 400 000 Juden der polnischen Hauptstadt einsperrten. Sendler und ihre Kolleginnen brachten den Menschen Essen und Medikamente.

Veröffenlichung/ data publikacji: 13.05.2008

Auch Polen hatte sein '68

Am 8. März 1968 ging der Universitäts-Assistent Andrzej Paczkowski, 29, mit einem Stapel Bücher zur Warschauer Universität. "Ich hatte Angst", erinnert sich Paczkowski, heute Professor für Geschichte. "Die Bücher abzugeben war meine Ausrede für den Fall, dass ich angehalten würde." Als er ankam, hatte die für mittags angesetzte Protestversammlung von Studenten schon begonnen. Alles schien friedlich zu verlaufen. Doch dann begannen Mitglieder einer Sondermiliz und Arbeiterbrigaden, herangekarrt in Bussen, die Studenten mit Schlagstöcken auseinanderzutreiben.

Veröffenlichung/ data publikacji: 08.03.2008

Warschau akzeptiert Gedenkort für Vertriebene

Im jahrelangen Streit zwischen Warschau und Berlin über den deutschen Wunsch nach einem Zentrum gegen Vertreibungen zeichnet sich eine Lösung ab. Beide Seiten kamen sich gestern in vertraulichen Gesprächen in Warschau näher. Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) erläuterte Staatssekretär Wladyslaw Bartoszewski, dem Deutschland-Beauftragten von Premierminister Donald Tusk, das Konzept der Bundesregierung für das "Sichtbare Zeichen gegen Flucht und Vertreibung", das in Berlin entstehen soll.

Veröffenlichung/ data publikacji: 06.02.2008

Hoffnung Ost

Es herrscht Freude. "Für Polen ist die Integration in den Schengen-Raum ein Grund zum Feiern", sagt Piotr Kazmierkiewicz. "Denn sehr viele Polen arbeiten im Ausland" , erläutert der Schengen-Experte vom Institut für Öffentliche Angelegenheiten (IPA), einem unabhängigen Thinktank in Warschau. Alle Saisonarbeiter etwa, die nach Deutschland kommen, werden leichter reisen können, so entfallen an der Grenze die Wartezeiten für Passkontrollen. In Nachtzügen zwischen Warschau und Berlin wird niemand mehr mitten in der Nacht aus dem Schlaf gerissen, um den Pass zu zeigen.

Veröffenlichung/ data publikacji: 22.11.2007
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