Frank Herold

Weiter Streit um Gedenken an Vertreibung

Der Streit um die Stiftung "Flucht, Vertreibung, Versöhnung" geht auch nach dem Rückzug von Erika Steinbach, der Präsidentin des Bundes der Vertriebenen (BdV), mit unverminderter Schärfe weiter. Die Situation der Institution, die nach dem Willen von Bundestag und Bundesregierung ein Zeichen des Gedenkens an die Vertreibungsverbrechen sein soll, hält Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse für alarmierend. "Wir brauchen einen Neuanfang in der Arbeit der Stiftung, der sichert, dass es um die historische Wahrheit und um Versöhnung geht", sagte Thierse der Berliner Zeitung.

Veröffenlichung/ data publikacji: 11.03.2010

Mit Hitler gegen Abtreibung

Weithin sichtbar prangt derzeit das Porträt Adolf Hitlers in der Innenstadt von Poznan. Daneben zeigt das gewaltige Plakat einen abgetriebenen Fötus in seinem Blut. "Abtreibung für Polinnen. Eingeführt von Hitler am 9. März 1943", lautet die Aufschrift. Das Transparent ist der Auftakt zu einer Kampagne, mit der die fundamentalkonservative Initiative "Pro" ein vollständiges Verbot von Abtreibungen in Polen erzwingen will. Auch in zahlreichen anderen Städten soll die abstoßende Darstellung zu sehen sein.

Veröffenlichung/ data publikacji: 05.03.2010

Offene Rechnungen und dunkle Drohungen

Polens nächster Präsident wird zwar erst im Herbst gewählt, doch der Kampf um den Posten ist in vollem Gange. Glaubt man den Umfragen, hat Lech Kaczynski, der derzeitige Amtsinhaber, kaum Chancen, für weitere fünf Jahre in den weißen Barock-Palast im Herzen Warschaus einzuziehen. 62 Prozent der Polen seien mit der Amtsführung des Präsidenten unzufrieden, schrieb die Zeitung Gazeta Wyborcza zuletzt. In dieser Lage greift Bruder Jaroslaw, der früher Regierungschef war und heute Oppositionsführer ist, zu einem alten Mobilisierungsmittel der Zwillinge.

Veröffenlichung/ data publikacji: 20.02.2010

Sechs für Steinbach

Koalition legt Dauerstreit mit Vertriebenen bei: Mehr Mitglieder im Stiftungsrat, Regierung gibt Vetorecht auf

Veröffenlichung/ data publikacji: 12.02.2010

Ungebetener Gast

Kaczynski will zum Gedenken an das Katyn-Massaker nach Russland reisen - und hat keine Einladung

Veröffenlichung/ data publikacji: 09.02.2010

Rückschlag ohne Absturz

Polens Wirtschaft ist im letzten Jahr trotz der Krise gewachsen - im Gegensatz zu den baltischen Tiger-Staaten

Veröffenlichung/ data publikacji: 05.02.2010

"Kein Disneyland des Schreckens"

.Die Steinbaracken des Lagers Birkenau zeigen tiefe Risse im Mauerwerk. Überall sind die Spuren der Verwitterung zu sehen. Nicht allein der Frost dieses harten Winters hat das Mauerwerk reißen lassen. Hunderte Pfähle, die den Stacheldrahtzaun halten, drohen umzustürzen. Nachdem nur noch wenige Zeitzeugen von den Verbrechen in dem deutschen Vernichtungslager Auschwitz/Birkenau berichten können, schreitet nun der Verfall der materiellen Zeugnisse des Schreckens schnell voran.

Veröffenlichung/ data publikacji: 27.01.2010

Steinbach zum Verzicht bereit

Vertriebenenpräsidentin besteht nicht mehr auf Sitz im Stiftungsrat Flucht, Vertreibung, Versöhnung. Bedingung: Mehr Posten für ihren Verband und weniger Einfluss der Regierung

Veröffenlichung/ data publikacji: 05.01.2010

Opposition steht zu Westerwelle

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) erhält im Koalitionskonflikt um die Vertriebenenpräsidentin Erika Steinbach Unterstützung von den Oppositionsparteien im Bundestag. Sie forderten gestern in einer von der SPD beantragten aktuellen Stunde Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf, den Streit rasch zu beenden und Steinbach zum Verzicht auf einen Sitz im Beirat der Stiftung "Flucht, Vertreibung, Versöhnung" aufzufordern. Die Redner der Unionsfraktionen hielten jedoch - als einzige - zu Steinbach, so dass eine Lösung weiter nicht in Sicht ist.

Veröffenlichung/ data publikacji: 26.11.2009

Provisorische Versöhnung

Es ist bedauerlich, dass es der Bund der Vertriebenen (BdV) nicht gewagt hat, die Sache auf die Spitze zu treiben. Das Präsidium des BdV verzichtete darauf, Erika Steinbach für den Beirat der "Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung" zu bestimmen. Ihr Sitz bleibt weiter frei. Die Nominierung Steinbachs jedoch hätte die Bundesregierung endlich vor die Wahl gestellt: Entweder sie entscheidet sich für die Vertriebenenchefin oder für ein ungetrübtes Verhältnis zum polnischen Nachbarn.

Veröffenlichung/ data publikacji: 18.11.2009