Gudrun Schneck

Frechheit darf nicht siegen

Für die Rangsdorfer Enkelinnen des polnischen Patrioten Jan Baczewski wäre der Abriss eine Demütigung und ein Sieg der Frechheit. Schließlich hatte der Eigentümer im Sommer 2010 ein verleumderisches Schild vors Haus gestellt. Er wies die Schuld am verwahrlosten Zustand der Parzelle den Enkelinnen zu, obwohl die Familie sie seit 1940 nicht mehr besitzt.

Veröffenlichung/ data publikacji: 06.04.2011

Ein nötiges Gespräch, genau 71 Jahre nach der Verhaftung Jan Baczewskis

Mehr als 20 Leute saßen am Tisch – vom Bürgermeister bis zum Polizei-Wachenleiter, vom Zentralrat polnisch-sprachiger Bürger bis zur Rangsdorfer Geschichtswerkstatt, vom Mobilen Beratungsteam Brandenburg bis zum Kreistagsvorsitzenden. Der Anlass: In der Rangsdorfer Kurparkallee stand im Juni tagelang unbehelligt ein Schild, dessen Inhalt antipolnische und antijüdische Ressentiments schürt. Im Juli wurde das Haus in Brand gesteckt. Der Erbauer Jan Baczewski (1890-1958) vertrat einst die nationalen Minderheiten im preußischen Landtag, wurde am 1.

Veröffenlichung/ data publikacji: 02.09.2010

Nach einer Brandstiftung wird Rangsdorf auf seinen ehemaligen Einwohner Jan Baczewski aufmerksam

Das hölzerne Haus in der Kurparkallee hieß im Volksmund das blaue Haus. Vielleicht waren es die blaue Fassade und die außergewöhnliche Form, welche die inzwischen verstorbene Rangsdorfer Malerin Ursula Wendorff-Weidt reizten, das Haus in einem Aquarell festzuhalten. Was wohl kaum ein Rangsdorfer weiß: So baute man früher im ostpreußischen Ermland. Von dort stammt der einstige Bauherr Jan Baczewski.

Veröffenlichung/ data publikacji: 26.08.2010
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