EURO 2012

EM-Gastgeber als freundliche Verlierer

Polen nimmt das EM-Aus gelassen. Auch die Medien sind versöhnlich und nennen ihre Mannschaft " vielversprechend". Kein gutes Haar lassen die Zeitungen dagegen am Präsidenten des Fußball-Verbandes PZPN, Grzegorz Lato.
Das große Scherbengericht blieb aus. Polens Medien reagierten bei aller Enttäuschung erstaunlich gelassen auf das Ausscheiden der Nationalelf bei der Fußball-EM im eigenen Land. „Wir haben trotz allem eine vielversprechende Mannschaft“, kommentiert die konservative Rzeczpospolita den letzten Platz der „weißen Adler“ in ihrer Gruppe.

Veröffenlichung/ data publikacji: 19.06.2012

Die Langstreckenläuferin

Als Ende 1981 Panzer auf den Straßen der polnischen Städte Demonstrationen auflösten, Oppositionelle in großer Zahl interniert wurden und Menschen starben, musste Masza Potocka ihre Krakauer Foto- und Videogalerie für die Dauer des Kriegsrechts schließen. Ihren damals erwachten „Hunger auf ein Museum“ konnte sie erst 30 Jahre später stillen: Heute ist sie Direktorin des einzigen Museumsneubaus in Polen, des Museums für zeitgenössische Kunst in Krakau auf dem Gelände der ehemaligen Fabrik Oskar Schindlers, kurz MOCAK genannt.

Veröffenlichung/ data publikacji: 18.06.2012

Der Traum zerfällt in viele Teile

Nach dem Ausscheiden gibt es in Polen Vorwürfe gegen die Mannschaft, Vorwürfe der Spieler gegen den Verband und den Rücktritt von Nationaltrainer Franciszek Smuda.

Veröffenlichung/ data publikacji: 18.06.2012

Versager verstehen

Der „Club der polnischen Versager“ war am Samstagabend der beste Ort in Berlin, um das Ausscheiden der Polen aus der EM im eigenen Land zu betrauern.

Veröffenlichung/ data publikacji: 18.06.2012

Fliegende Stühle, wüste Flüche

Die großen EM-Stadien sind weit weg, die Niederlage der Polen geht vielen trotzdem nah. Public Viewing in der Kleinstadt Slubice an der Grenze zu Deutschland.
An diesem Abend ist halb Slubice auf den Beinen. Die Jugend der polnischen 16.000-Einwohner-Stadt an der Grenze zu Deutschland versammelt sich im Kulturzentrum zum Fußballgucken. Das alte Haus ist heruntergekommen, die Fans stört das wenig. Heute treten die Polen gegen die Tschechen an. Sie müssen siegen, sonst ist es aus.

Veröffenlichung/ data publikacji: 18.06.2012

Haftstrafen für die „Dummköpfe“

Nach den Krawallen in Warschau kämpft Polen gegen Hooligans und um sein Image als Gastgeber. Die ersten Urteile wurden bereits gefällt. Doch der Kampf geht auch nach der EM weiter.

Veröffenlichung/ data publikacji: 16.06.2012

Ein willkommenes Schlachtfeld

Rund um die Partie zwischen Russland und Polen kommt es zwischen den Fans zu Schlägereien. Einige suchen die bewusste Provokation, andere sind nur stockbesoffen
Scheinbar friedliche polnische und russische Fans ziehen am Dienstag über die Poniatowski-Brücke in Richtung Nationalstadion. Plötzlich eine kleine Provokation, "Ruska Kurwa"-, "Russische Hure"-Rufe in die Richtung der russischen Fans, ein Schupser, ein Feuerwerkskörper knallt. Schon fallen Männer übereinander her, treten und schlagen aufeinander ein, und einige bleiben schwer verletzt liegen, blutend, bewusstlos.

Veröffenlichung/ data publikacji: 14.06.2012

Ein Freibrief für Jungs, die einfach nur ihren Spaß haben wollen

Fußball-Hooligans wurden in Polen lange nicht weiter ernst genommen. Sie galten als „margines“, als gesellschaftliche Randgruppe, die Hassparolen grölte wie „Juden ins Gas“ oder Affengesänge gegen dunkelhäutige Spieler anstimmte. Polens von Korruptionsaffären geplagter Fußball galt bislang kaum als „Nationalsport“. Vielmehr stand er im Ruch, von Funktionären beherrscht zu sein, die in die eigenen Taschen wirtschaften, statt Talente zu fördern oder gute Fußballer im Verein zu halten. Die Hooligans sind nur ein Teil des „Problems Fußball“ in Polen.

Veröffenlichung/ data publikacji: 14.06.2012

Warschauer Prügelorgie

Vor der russischen Botschaft patrouillieren Polizisten in Kampfmontur. Ansonsten aber geht das Leben in Warschau am Mittwoch seinen alltäglichen Gang. Die Ruhe, die über der Hauptstadt liegt, hat etwas Gespenstisches. Sie ist ein untrügliches Zeichen dafür, dass sich Glück und Schrecken die Waage halten. Durch das 1:1 am Vorabend gegen Russland hat EM-Gastgeber Polen alle Chancen gewahrt, ins Viertelfinale einzuziehen. Ein Traumtor des Dortmunders Jakub Blaszczykowski machte es möglich. Der Alptraum nahm außerhalb des Stadions seinen Lauf.

Veröffenlichung/ data publikacji: 13.06.2012

Die fatale politische Dimension des Fußballs

Hooligans sind mit Sicherheit nicht Volkes Stimme. Doch der politische Kontext kann sie zusätzlich anfeuern. So ist es kein Wunder, dass gerade ein Match zwischen Russen und Polen für Emotionen sorgt.

Veröffenlichung/ data publikacji: 13.06.2012