Jüdische Allgemeine

Chronist des Grauens - Zum Tod des polnisch-jüdischen Historikers Feliks Tych

Feliks Tych ist tot. Der Schoa-Überlebende, Historiker und langjährige Direktor des Jüdischen Historischen Instituts starb am Dienstag nach langer Krankheit in Warschau. Vor fünf Jahren, am 27. Januar 2010, hatte Tych die Rede zum Holocaust-Gedenktag im Deutschen Bundestag gehalten. Am Beispiel seiner eigenen Familie zeigte er, wie die »Walze des Holocaust« die Eltern, etliche der insgesamt acht Geschwister, deren Ehepartner und Kinder im Vernichtungslager Treblinka tötete.

Veröffenlichung/ data publikacji: 17.02.2015

Legendenwald in Warschau. Das Museum der Geschichte der polnischen Juden

Hinter den sandfarbenen und wie lange Wellen zurückweichenden Wänden verbergen sich ein großer Theater- und Kinosaal, Vortragsräume und Mitarbeiterbüros. Die ständige Ausstellung hingegen ist im Untergeschoss untergebracht. Eine breite, aber steile Treppe führt hinab. Dann leuchtet der »Legendenwald« durch Milchglaswände in einem künstlichen Grün.

Veröffenlichung/ data publikacji: 23.10.2014

Keine Antisemiten?

Die Aufregung über den ZDF-Dreiteiler Unsere Mütter, unsere Väter ist in Polen bis heute nicht abgeklungen. Der Film, so der Vorwurf, verfälsche die Geschichte des Zweiten Weltkriegs, indem er polnische Partisanen und Bauern als Antisemiten brandmarke.
Die Meldungen über Auszeichnungen und Erfolge des Spielfilms im Ausland veranlassten nun ehemalige Widerstandskämpfer der polnischen Heimatarmee AK, Zivilklage gegen den Produzenten und das ZDF zu erheben. Gerichtsstand ist das südpolnische Krakau.

Veröffenlichung/ data publikacji: 12.12.2013

Zukunft des Gedenkens

Thomas Blatt und Filip Bialowicz erzählen vom Aufstand im deutschen Vernichtungslager Sobibor 1943, als wäre er gestern gewesen. »Wir lockten die deutschen Wachmänner zum Magazin. Da warteten bereits sowjetische Juden auf sie. Das waren die einzigen unter uns, die einmal als Soldaten gedient hatten und mit Waffen umgehen konnten.« Die Gefangenen töteten die Wachleute, um an Waffen zu kommen. Knapp 400 Juden entkamen. Ringsum gab es nur sumpfigen Wald, ein Minenfeld und hinter der Bahnrampe das Dorf Sobibor. Doch dort suchte kaum jemand Zuflucht.

Veröffenlichung/ data publikacji: 17.10.2013

Niederlande/Belgien - Schtetl in der Stadt

Das Jüdische Museum Amsterdam zeigt Fotos aus dem chassidischen Antwerpen. Das Joods Historisch Museum in Amsterdam widmet Zollmanns Fotografien ab Mitte September eine Ausstellung mit dem Titel »Shtetl in the City – Antwerp through the lens of Dan Zollmann«. Begleitet wird sie von Gegenständen und Kleidern, die von einem Leben im chassidischen Milieu erzählen. »Es ist auch für uns eine besondere Ausstellung«, so Kuratorin Mirjam Knotter. »Hinter den Fotos steht eine ganze Welt, darum haben wir sie um einen edukativen Teil ergänzt.«

Veröffenlichung/ data publikacji: 12.09.2013

Zoff in Warschau

Als hätten Polens Juden mit dem aktuellen Schächtverbot nicht schon genug Ärger am Hals, müssen sie sich jetzt auch noch mit Korruptionsvorwürfen herumschlagen. »Uns hat verblüfft, dass diese Angriffe gegen uns von Forbes publiziert werden. Bislang war das für uns eine renommierte Wirtschaftszeitschrift«, sagt Piotr Kadlcik, der Vorsitzende des Jüdischen Gemeindebundes in Polen. »Besonders traurig ist«, klagt Polens Oberrabbiner Michael Schudrich, »dass sich die Zeitschrift hinter einem Juden versteckt, um die gesamte Einheitsgemeinde Polens zu verunglimpfen.«

Veröffenlichung/ data publikacji: 12.09.2013

Volles Haus mit leeren Vitrinen

Diese Woche öffnet das neue Jüdische Museum in Warschau – doch vorerst ohne Ausstellung.
Graugrün ist das neue Museum – ein Klotz vor dem Denkmal für die Helden des Warschauer Ghettoaufstands. Über Jahrzehnte war der Platz leer. Das Denkmal des Schoa-Überlebenden Nathan Rappoport ragte zwischen sozialistischen Plattenbauten heraus und erinnerte schmerzlich an das jüdische Leben, das hier einst pulsierte, an das Ghetto in der Okkupationszeit und die leblose Stille nach 1945.

Veröffenlichung/ data publikacji: 18.04.2013

Warschauer Misstöne

In Polen gibt es zum Jahrestag des Ghettoaufstandes einen Skandal – ausgelöst durch einen Bericht im Blatt eines deutschen Verlags.
Die Frage sollte rhetorisch klingen: »Sind die Juden selbst schuld?« Doch die Antwort, die der polnische Professor Krzysztof Jasiewicz der Zeitschrift »Focus Historia Extra« gab, ließ keinen Zweifel zu: »Ganze Generationen von Juden haben über Jahrhunderte auf den Holocaust hingearbeitet.« Vier Seiten ungefilterter Antisemitismus in einem Heft, das dem 70. Jahrestag des Warschauer Ghettoaufstandes gewidmet ist.

Veröffenlichung/ data publikacji: 11.04.2013

Plötzlich Täter

Der Spielfilm »Poklosie« erinnert an die Pogrome von 1941 – und löst eine Debatte aus.

Veröffenlichung/ data publikacji: 17.01.2013

Vorläufig nur milchig

Verfassungsgericht verbietet das Schächten – aus formalen Gründen. Neues Gesetz ist in Arbeit. »Religiöse Grausamkeit«, »Exportware Horror« und »Rituelles Schlachten ist verfassungswidrig« – so lauteten die Schlagzeilen in fast allen polnischen Zeitungen. Kurz vor der Entscheidung des Verfassungsgerichts, ob das Tierschutzgesetz das direkte Töten eines Tieres im Schlachthof erlaubt, oder ob es zuvor zu betäuben sei, kochte in Polen die Debatte über das Schächten hoch. Human sei allein das katholische Schlachten, war die Ausgangsthese.

Veröffenlichung/ data publikacji: 06.12.2012

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