Katyn

Der Beginn einer russisch-polnischen Annäherung

Eine Wand aus gusseisernen Tafeln umspannt den polnischen Teil der Gedenkstätte von Katyn. Jedem der 4421 hier vom sowjetischen NKWD ermordeten polnischen Offiziere ist eine Tafel gewidmet - mit Name, Beruf im zivilen Leben, Dienstgrad, Geburts- und Todestag. Auch eine Frau, die Pilotin Antonina Lewandowska, musste hier ihr Leben lassen. Wie ihre männlichen Kollegen wurde sie mit einem Genickschuss getötet. Die Gebeine der Toten ruhen unter großen Kreuzen in Massengräbern.

Veröffenlichung/ data publikacji: 07.04.2010

Wenn das Väterchen Stalin wüsste

Selten hat die polnische Öffentlichkeit mit so viel Hoffnung nach Russland geblickt wie in diesen Tagen. Heute kommt Polens Premier Donald Tusk mit seinem Amtskollegen Wladimir Putin im Westen Russlands in einem idyllisch gelegenen Kiefernwald zusammen. Eine geschichtspolitische Sensation: Sie besuchen gemeinsam den Ort Katyn, der für eines der großen Verbrechen und zugleich für eine der größten Geschichtslügen des 20. Jahrhunderts steht.

Veröffenlichung/ data publikacji: 07.04.2010

Der Fluch der Katyn-Lüge

Der Fluch des Verschweigens von Verbrechen oder der Fälschung historischer Tatsachen lastet stets schwer auf folgenden Generationen. Aus »Schwarzen Löchern«, von denen kein Volk verschont blieb, starren unterdrückte Wahrheiten hervor und geistern in der Gegenwart herum. Für Polen waren das jahrzehntelang die Tabus in den polnisch-sowjetischen Beziehungen, ganz besonders die Katyn-Lüge.

Veröffenlichung/ data publikacji: 07.04.2010

Der Wahrheit ein Stück näher

Wer am vergangenen Freitagabend auf dem Kulturkanal des russischen Fernsehens landete, war schockiert. Dort lief ein Film, der zuvor in Russland nur bei zwei geschlossenen Veranstaltungen gezeigt worden war: »Das Massaker von Katyn«, gedreht 2007 von Polens Starregisseur Andrzej Wajda.

Veröffenlichung/ data publikacji: 07.04.2010

Massengräber, überall

Wenn man sich die Gräber wegdenkt, ist der Wald von Katyn ein schöner Ort. Schlanke hohe Kiefern, deren Wipfel bis in den Wind reichen, und ab und zu leuchtet zwischen den roten Stämmen eine weiße Birke. Nach Süden, am Schild mit der Aufschrift "Tal des Todes" vorbei, kann man bis zum Dnjepr laufen. Der ist hier noch schmal und mäandert durch die Wiesen, oben vom Waldrand schauen alte Holzhäuser und die Datschen der Neureichen auf ihn hinunter. Hunde kläffen, sonst ist es still.

Veröffenlichung/ data publikacji: 07.04.2010

Putins Geste der Versöhnung

"Versöhnung mit den Russen" - das erhoffen sich die meisten Polen von der heutigen Gedenkfeier in den Wäldern von Katyn. Vor 70 Jahren fand hier ein Massaker statt. Einheiten des sowjetischen Geheimdienstes erschossen auf Befehl Josef Stalins über 4.000 polnische Offiziere. Moskau schwieg über Jahrzehnte, versuchte das Verbrechen den Nazis anzulasten. Erst 1988 gab Michail Gorbatschow zu, dass die polnischen Kriegsgefangenen tatsächlich auf Befehl Stalins ermordet wurden. 1993 bat Russlands Präsident Boris Jelzin die Polen sogar um Vergebung für Katyn.

Veröffenlichung/ data publikacji: 07.04.2010

Gräber und Gräben in Russland

Am heutigen 70. Jahrestag der Massaker von Katyn gedenken die Regierungschefs Russlands und Polens gemeinsam der Opfer.

Veröffenlichung/ data publikacji: 07.04.2010

Nach 70 Jahren ein gemeinsames Gedenken

Boleslaw Skapski war Staatsanwalt im polnischen Justizministerium. Als die deutsche Wehrmacht im September 1939 vor Warschau stand, wich er mit seiner Regierungsstelle nach Osten aus. Die Rote Armee, die gemäß dem Hitler-Stalin-Pakt im damaligen Ostpolen einrückte, verhaftete ihn und seine Kollegen ein paar Tage später. Sie wurden in Lager des Geheimdienstes gesperrt und im Frühjahr 1940 in den westrussischen Wäldern bei Katyn erschossen: mehr als 22 000 Offiziere und höhere Beamte insgesamt, die Elite Polens.

Veröffenlichung/ data publikacji: 06.04.2010

Pornografia zbrodni

Nie budujmy kultu Katynia. To powinny być ostatnie huczne obchody rocznicy tej zbrodni – mówi historyk Adam Zamoyski w rozmowie z Markiem Rybarczykiem.

NEWSWEEK: Każda rocznica zbrodni katyńskiej to świętość w tragicznej polskiej martyrologii XX wieku. Także dlatego, że Polacy czują się oszukani przez Zachód już od września 1939 roku. Czy bierność sojuszników w obliczu najazdu na Polskę była zdradą?

Veröffenlichung/ data publikacji: 04.04.2010

Rosjanie negują mord w Katyniu

„Rz” dotarła do odpowiedzi rosyjskiego rządu na skargę, jaką w Europejskim Trybunale Praw Człowieka złożyli Witomiła Wołk-Jezierska i 12 innych krewnych polskich oficerów zamordowanych w Katyniu.

Moskwa odpowiedziała dwa tygodnie temu. W 17-stronicowym piśmie do Trybunału Rosjanie ani razu nie użyli słowa „zbrodnia” czy „mord”. Piszą o „sprawie” lub „zdarzeniu katyńskim”.

Veröffenlichung/ data publikacji: 03.04.2010