Bernhard Pötter

Europa frackt erstmals in Polen

Eine Woche nach der Klimakonferenz in Warschau hat Polen erklärt, es wolle künftig stärker auf unkonventionelles Gas setzen. Ab 2014 werde das Land mit dem umstrittenen Fracking und der Ausbeutung von Schiefergas beginnen, sagte Vize-Umweltminister Piotr Wozniak laut der polnischen Nachrichtenagentur PAP. Neue Probebohrungen hätten "die Erwartungen weit übertroffen", hatte der Londoner Konzern San Leon Energy nach Tests erklärt. Polen gilt in Europa als das Land mit den größten Reserven an Schiefergas und wäre mit dieser Entscheidung ein EU-Vorreiter bei dessen ernsthafter Ausbeutung.

Veröffenlichung/ data publikacji: 29.11.2013

Zeit kaufen für den Umstieg

Da sage noch einer, Klimakonferenzen brächten keine Resultate! Keine Woche nach dem angeblich gescheiterten UN-Gipfel in Warschau verkündet die polnische Regierung, man werde jetzt ins "Fracking" von Schiefergas einsteigen. Kohlegipfel, Konfrontation mit der EU, Sponsoring durch Kohle- und Ölkonzerne: Das Image des Klimasünders war den Polen ziemlich peinlich. Ob das mit dem polnischen Gasboom etwas wird, bleibt abzuwarten. Die Frage aber ist, ob Fracking der Klimapolitik hilft.

Veröffenlichung/ data publikacji: 29.11.2013

Grüne Chance

Polen hat in der internationalen Ökoszene einen schlechten Ruf - trotz seiner erstaunlich guten Umweltbilanz. Seit Jahren zeigte sich Warschau als hartnäckigster Bremser der EU-Klimapolitik, während die polnischen Fabriken und Kraftwerke doch immer weniger schädliche Abgase in die Luft blasen. Seit dem Zusammenbruch der sozialistischen Wirtschaft verringerte sich die CO2-Emission laut UN-Klimabehörde gar um satte 30 Prozent.

Veröffenlichung/ data publikacji: 11.11.2013

Polen blockiert EU-Klimaschutz

Der europäische Klimaschutz hat einen weiteren Dämpfer erhalten: Bei der Sitzung der EU-Umweltminister am Dienstagabend in Luxemburg hat Polen verhindert, dass die Europäische Union eine Selbstverpflichtung zu mehr Klimaschutz auch nur in Betracht zieht. Damit blockiert das Land eine Erhöhung des Reduktionsziels bis 2020 von 20 auf 25 Prozent, die von Kommission, Parlament und von den anderen 26 Staaten im Umweltrat gefordert wird.

Veröffenlichung/ data publikacji: 23.06.2011
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