die tageszeitung

Flüchtlinge protestieren - Lieber in der Kälte hungern

Hier, vor dem weltbekannten Berliner Wahrzeichen, protestieren seit Anfang Oktober rund zwanzig Asylbewerber gegen die Residenzpflicht, der sie gesetzlich unterliegen. Acht Tage und Nächte haben sie nun schon auf den blanken Steinen verharrt, 16 von ihnen haben am Mittwoch aufgehört zu essen.

Veröffenlichung/ data publikacji: 01.11.2012

Lebensschützer und der „Fall Agata“

Vor vier Jahren suchte die 14-jährige Agata aus dem südostpolnischen Lublin verzweifelt einen Arzt, der ihr helfen konnte. Sie war nach einer Vergewaltigung schwanger geworden – und fühlte sich doch selbst noch als Kind. Agata wollte abtreiben. Doch obwohl der Teenager das Recht auf ihrer Seite hatte, begann für sie und ihre Mutter ein Spießrutenlauf durch halb Polen.

Veröffenlichung/ data publikacji: 01.11.2012

Mit Gott gegen die Selbstbestimmung

Nicht nur Polen beschränkt das Abtreibungsrecht. Auch andere EU-Staaten behandeln Schwangerschaftsabbrüche noch immer restriktiv. Obwohl Polens Abtreibungsrecht zu den strengsten in der Europäischen Union gehört – ein Schwangerschaftsabbruch ist nur bei Gefahr für Leib und Leben der Mutter, bei schwerer Schädigung des Fötus oder nach einer Vergewaltigung zulässig – forderte die katholisch-nationale Partei Solidarisches Polen vor Kurzem das totale Verbot jeder Abtreibung.

Veröffenlichung/ data publikacji: 01.11.2012

Wehrmachtsmassaker in Griechenland - Die Schreie des Lambros Nissiotis

Am 16. August 1943 erschoss die Wehrmacht wahllos Dorfbewohner im griechischen Kommeno. Eine Begegnung mit zwei Überlebenden.
Mindestens 100.000 Griechen verhungerten damals. 400.000 waren obdachlos. Epidemien grassierten, jeder Dritte litt 1945 an Malaria, Typhus, Tuberkulose. Die deutsche Besatzungspolitik in Griechenland war so brutal wie in keinem anderen nichtslawischen Land.

Veröffenlichung/ data publikacji: 31.10.2012

Endlich wird das „Racial Profiling“ der Polizei verboten - Keine Selbstverständlichkeit

Niemand darf in Deutschland von der Polizei nur deshalb angehalten und kontrolliert werden, weil er dunkle Hautfarbe hat. Das hat jetzt das Oberverwaltungsgericht Koblenz festgestellt. Dunkle Hautfarbe begründe noch keinen Verdacht, dass jemand illegal in Deutschland lebt.
Eigentlich ist das eine Selbstverständlichkeit. Aber jeder der regelmäßig Bahn fährt, kennt solche Kontrollen, bei denen die Polizei nur die Ausweise von Menschen mit nicht-weißer Hautfarbe kontrolliert.

Veröffenlichung/ data publikacji: 30.10.2012

Der Ort des Nichts

Im Berliner Tiergarten wurde gestern Dani Karavans Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas eingeweiht.

Veröffenlichung/ data publikacji: 25.10.2012

Der Fotograf von Auschwitz

Im Alter von 95 starb Wilhelm Brasse. Wilhelm Brasse war Berufsfotograf, als die Nazis ihn 1940 auf der Flucht nach Ungarn verhafteten. Da sich der Sohn eines Österreichers und einer Polin weder zu seiner "volksdeutschen Abstammung" bekennen noch in die Wehrmacht eintreten wollte, kam er ins Gefängnis, später ins KZ Auschwitz. Sein Beruf rettete ihm dort das Leben. Denn der Leiter der Politischen Abteilung im KZ, der österreichische SS-Untersturmführer Maximilian Grabner, zwang Brasse dazu, die neu ankommenden Häftlinge für die Lagerkartei zu fotografieren.

Veröffenlichung/ data publikacji: 25.10.2012

Die vergessenen Opfer

Siebzig Jahre nach dem Massenmord an den Juden ist der Antisemitismus in Deutschland geächtet. Einige Neonazis mögen weiter von einer Judengefahr faseln. Eine leider nicht unerhebliche Minderheit der Bundesbürger mag immer noch gewissen antisemitischen Stereotypen nachhängen. Doch der Staat, seine Politiker und alle gesellschaftlich relevanten Kräfte sind sich darin einig, dass der Judenhass keinen Platz in Deutschland haben darf. Der Holocaust gilt auch als Verpflichtung, antisemitische Tendenzen nicht zuzulassen.

Veröffenlichung/ data publikacji: 24.10.2012

Ein Genozid, so systematisch wie der Judenmord

Die Diskriminierung und Verfolgung der Sinti und Roma hat eine lange Traditionen. Das NS-Regime machte sich die überlieferten rassistischen und sozialen Ressentiments zu eigen und stigmatisierte die Minderheit von Anfang an. Die Ausgrenzung mündete im Völkermord. Auch dieser Genozid wurde so systematisch wie der Judenmord geplant und ausgeführt. Aber er drang erst spät ins Gedächtnis der Nation, weil sich die Mehrheit der Deutschen lange Zeit einig war, dass das Schicksal der "Zigeuner" von anderen Intentionen bestimmt gewesen sei.

Veröffenlichung/ data publikacji: 24.10.2012

Regierung Tusk vor dem Abort

Nachdem Abgeordnete seiner Regierungspartei einen Antrag auf Verschärfung des Abtreibungsrechts unterstützten, ruft der bedrängte Premier zu Vertrauensabstimmung.
Polens Regierung ist durch eine Abstimmung über die Verschärfung des ohnehin schon sehr streng geregelten Abtreibungsrechts in Polen in eine Krise geraten. Viele Abgeordnete der regierenden Bürgerplattform (PO) stimmten am Mittwoch für den Vorschlag der rechtsnationalen Opposition, demnächst Abtreibungen auch nach Vergewaltigungen und bei sicher diagnostizierter schwerer Schädigung des Fötus zu verbieten.

Veröffenlichung/ data publikacji: 13.10.2012
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