Frankfurter Allgemeine Zeitung

Kompromiss über Vertriebenen-Gedenkstätte angenommen

Mit den Stimmen der Koalition hat der Bundestag den Kompromiss über den Stiftungsrat der Vertriebenen-Gedenkstätte in Berlin beschlossen. Die SPD sprach von einem „erfolgreichen Erpressungsversuch“ des Bundes der Vertriebenen.

Veröffenlichung/ data publikacji: 21.05.2010

Eine Vision und hunderttausend Erben

Nekrophilie oder Todeskult? Die gewaltige Anteilnahme der Polen an Lech Kaczynskis Tod desavouiert die Arroganz der Eliten. Die Mobilisierung des Volkes bietet die Chance einer Erneuerung der politischen Kultur.

Veröffenlichung/ data publikacji: 27.04.2010

Jaroslaw Kaczynski kandidiert

Jaroslaw Kaczynski will seinem tödlich verunglückten Bruder Lech ins Amt des polnischen Präsidenten folgen. Wenige Minuten vor Ablauf der dafür gesetzten gesetzlichen Frist verkündete er, dass er bei der kommenden Präsidentenwahl in Polen im Juni kandidiert.

Veröffenlichung/ data publikacji: 26.04.2010

In Russland kommt Polen in Mode

Durch familiäre Beziehungen mit Polen verbunden und der polnischen Sprache mächtig habe ich jedes Mal, wenn ich in das von mir geliebte Polen reise, eine Vision vor Augen. Mir scheint, als stünde an der östlichen Hälfte des polnischen Himmels in großen Buchstaben das Wort KATYN geschrieben, und diese Buchstaben trieften von Blut.

Veröffenlichung/ data publikacji: 21.04.2010

Für die Trauer tun wir alles

Der Tod regiert mein Land. Bisweilen wird er still, lauert unter der Oberfläche des Lebens, um dann plötzlich mit doppelter Kraft auszubrechen. Das Mittelalter ist vorbei, der Barock ist vorbei, heute wirbelt der Tanz des Todes im Rhythmus der modernen Medien, im Rhythmus der Popkultur. Eine Wirklichkeit wie ein Traum für Polen, das wie kein anderes Land (außer vielleicht Rumänien, außer Mexiko) Gefallen findet am Tod, an der Beerdigung, an der Trauer. Seit den Zeiten der Romantik hält mein Land sich für den Christus der Nationen.

Veröffenlichung/ data publikacji: 21.04.2010

Verschwörungstheorien nach der Versöhnung

Als die beiden Leichenwagen auf den Großbildschirmen erstmals in Nahaufnahmen zu sehen sind, brandet Beifall auf. Er schwillt schnell an - und versiegt dann schnell wieder, so als werde den Menschen plötzlich bewusst, dass Applaus keine Begrüßung für einen Toten, sondern für einen Lebenden ist.

Veröffenlichung/ data publikacji: 18.04.2010

Versöhnung und Berechnung

Russen trauern gemeinsam mit Polen. Präsident Medwedjew lässt Ergriffenheit über den Tod des polnischen Präsidenten Lech Kaczynski und hoher polnischer Amtsträger auf der Internetseite des Kremls in polnischer Sprache veröffentlichen. Polnische Medien danken den Russen auf Russisch: "Spasibo!" Solche menschliche Nähe war unvorstellbar, als auf Moskauer Befehl Lügen die Beziehungen zwischen den "sozialistischen Brudervölkern" regierten.

Veröffenlichung/ data publikacji: 17.04.2010

Ein Platz unter Königen

Die Nachricht kam am Dienstag, als die Schlange der Menschen, die vor dem Präsidentenpalast in Warschau dem verunglückten Staatsoberhaupt Lech Kaczynski und seiner Frau die letzte Ehre erweisen wollten, einen Kilometer maß und die Wartezeit acht Stunden betrug: Der Metropolit von Krakau, Kardinal Dziwisz, hat Jaroslaw Kaczynski, dem Bruder des toten Präsidenten, versprochen, dass die Toten in der Gruft der Wawel-Kathedrale in Krakau begraben werden.

Veröffenlichung/ data publikacji: 15.04.2010

Entscheidungen in Zeiten der Trauer

Bronislaw Komorowski ist ganz anders in die Funktionen des polnischen Staatsoberhauptes eingetreten, als er sich das gewünscht hat. Eigentlich wollte er bei der Präsidentenwahl im Herbst gegen den nationalkonservativen Amtsinhaber Lech Kaczynski antreten, aber dessen Tod bei dem Flugzeugabsturz von Smolensk hat ihn jetzt kampflos in die Funktion gebracht, die er eigentlich im direkten Zweikampf erstreiten wollte. Als Übergangspräsident sind ihm nach dem Tode Kaczynskis dessen Pflichten als Präsident zugefallen.

Veröffenlichung/ data publikacji: 14.04.2010

Entscheidungen in Zeiten der Trauer

Bronislaw Komorowski ist ganz anders in die Funktionen des polnischen Staatsoberhauptes eingetreten, als er sich das gewünscht hat. Eigentlich wollte er bei der Präsidentenwahl im Herbst gegen den nationalkonservativen Amtsinhaber Lech Kaczynski antreten, aber dessen Tod bei dem Flugzeugabsturz von Smolensk hat ihn jetzt kampflos in die Funktion gebracht, die er eigentlich im direkten Zweikampf erstreiten wollte. Als "Sejm-Marschall", als Präsident des polnischen Unterhauses, sind ihm nach dem Tode Kaczynskis dessen Pflichten als Präsident zugefallen.

Veröffenlichung/ data publikacji: 14.04.2010