Frankfurter Allgemeine Zeitung

Eine späte Anerkennung

Henry Sussman kam mit dem Leben davon, aber er verlor, was ihm niemand wiedergeben kann. „Ich hatte keine Kindheit. Ich kannte weder die Namen von Blumen und Bäumen. Ich habe nur gelernt zu überleben.“ Dreizehn Jahre alt war Henry Sussman, der heute in Rehovot bei Tel Aviv lebt, als er Ende 1943 nach Theresienstadt kam. Dort arbeitete der Junge aus Wien in der Tischlerwerkstatt, bis das Getto 1945 befreit wurde. Sechzehn Jahre war er alt, als er wieder in die Schule durfte – im Alter von sechs Jahren hatten ihn die Nazis in Österreich aus der ersten Klasse geworfen, weil er Jude war.

Veröffenlichung/ data publikacji: 02.06.2009

Polen protestiert gegen „Spiegel“

22. Mai 2009 Die polnische Regierung greift die deutsche Presse wegen ihrer Darstellung Polens und der deutsch-polnischen Geschichte an. Der Sprecher des Außenministeriums sagte am Donnerstag, sein Haus bereite einen „Protestbrief“ an die Redaktion der Zeitschrift „Der Spiegel“ vor, nachdem diese in ihrer jüngsten Ausgabe unter dem Titel „Die Komplizen“ über die Teilnahme nichtdeutscher Regierungen und Einzeltäter am Holocaust berichtet hatte.

Veröffenlichung/ data publikacji: 23.05.2009

Vorteil Tusk vor dem Verfassungsgericht

Das polnische Verfassungsgericht hat den europapolitischen Kompetenzstreit zwischen Regierungschef und Staatspräsident zugunsten des bürgerlich-liberalen Ministerpräsidenten Donald Tusk entschieden. Tusk und der nationalkonservative Präsident Lech Kaczynski, zwei bittere Konkurrenten, hatten zuletzt immer wieder darüber gestritten, wer von beiden das Land bei europäischen Gipfeltreffen vertreten darf.

Veröffenlichung/ data publikacji: 21.05.2009

Die Polen kommen wieder zurück

Der Spargel sprießt in Hessen schneller, als er gestochen werden kann. Das Wachstum der weißen und grünen Stangen explodiere förmlich, sagt der Vorsitzende des Arbeitskreises Spargel Südhessen, Rolf Meinhardt. „Wir kommen mit dem Stechen gar nicht nach.“ Das sei aber nur ein Organisationsproblem. „Die Bauern hatten nach dem strengen Winter schlicht nicht so schnell mit so viel Spargel gerechnet.“ Doch im Gegensatz zu den vergangenen Jahren herrsche diesmal auf den hessischen Feldern kein Mangel an ausländischen Erntehelfern.

Veröffenlichung/ data publikacji: 16.04.2009

Die Kanzlerin zum Dessert

Die Bundeskanzlerin muss die Vertriebenen warten lassen. Fast eine halbe Stunde stehen Funktionäre, Kirchenleute und andere Gäste in dünner werdender Luft unter den Kristallleuchtern der Operncafés an der Straße Unter den Linden. Frau Merkel steckt in der Fraktionssitzung fest. Bei CDU und CSU geht es hoch her, der Kanzlerin droht die Führung über Teile ihrer Partei zu entgleiten, und deshalb kann sie da nicht weg.

Veröffenlichung/ data publikacji: 18.03.2009

„Ein Ghostwriter Steinbachs“

Die polnische Regierung hat am Wochenende einen deutschen Zeitungskorrespondenten heftig angegriffen. Staatssekretär Wladyslaw Bartoszewski, der als „Beauftragter des Ministerpräsidenten für den internationalen Dialog“ unter anderem das Verhältnis der polnischen Regierung zu Deutschland definiert, wurde von der Zeitung „Rzeczpospolita“ mit den Worten zitiert, der Korrespondent der „Süddeutschen Zeitung“ in Warschau, Thomas Urban, benehme sich „wie ein Schwein“.

Veröffenlichung/ data publikacji: 16.03.2009

Frau Steinbachs Vergehen

Schon die Frage, was der Vertriebenenpräsidentin Steinbach konkret vorzuwerfen sei, lässt Wladyslaw Bartoszewski aus der Haut fahren. „Die Deutschen sollten sich nicht blöd stellen“, gab der Deutschland-Berater des polnischen Ministerpräsidenten Tusk darauf kürzlich in der polnischen Zeitung „Dziennik“ zurück. Frau Steinbach habe im Bundestag gegen den Grenzvertrag gestimmt und sich gegen den Nato- und EU-Beitritt Polens ausgesprochen.

Veröffenlichung/ data publikacji: 10.03.2009

Nebenwirkungen einer Erpressung

Nach dem Verzicht von Erika Steinbach auf einen Platz im Beirat des geplanten Berliner Vertriebenen-Zentrums stand Wladyslaw Bartoszewski, der Deutschland-Berater des polnischen Ministerpräsidenten Tusk, einige Tage als Triumphator auf der Warschauer Bühne. Er hatte mit der Drohung gesiegt, die Berufung der von ihm zur „blonden Bestie“ stilisierten Vertriebenenpräsidentin in den Beirat werde zu einem gewaltigen Wettersturz zwischen Polen und Deutschland führen.

Veröffenlichung/ data publikacji: 06.03.2009

Ein Pyrrhus-Sieg

Die Senatorin Arciszewska-Mielewczyk, die für die nationalkonservative Partei Recht und Gerechtigkeit im polnischen Oberhaus sitzt, nennt Erika Steinbachs Verzicht auf einen Sitz im Beirat der Berliner Vertriebenenstiftung einen Pyrrhus-Sieg.

Veröffenlichung/ data publikacji: 04.03.2009

„Verteidiger Steinbachs sind Narren“

Wladyslaw Bartoszewski, der Deutschland-Beauftragte des polnischen Ministerpräsidenten, ist der Ansicht, die deutschen Verteidiger Erika Steinbachs (CDU) spielten „den Narren“, wenn sie behaupteten, es gebe keinen Grund, die Präsidentin des Bundes der Vertriebenen abzulehnen. „Wenn jemand sich blöd stellt, hilft auch nichts mehr“, sagte er in einem Interview mit der Zeitung „Dziennik“ auf das in Deutschland vorgetragene Argument, Frau Steinbach sei nichts vorzuwerfen.

Veröffenlichung/ data publikacji: 03.03.2009