Frankfurter Allgemeine Zeitung

Maschinenpistolen und verlorene Landstriche

Es war der Lebenstraum von Birgit und Horst Lohmeyer gewesen, aus Sankt Pauli in Hamburg in das mecklenburgische Jamel zu ziehen. Dafür hatten sie einen alten Forsthof erworben. Die Lohmeyers suchten einen stillen Ort mit Platz für ihre Kreativität. Er musiziert, sie schreibt Kriminalromane. Doch das Leben in Jamel wurde für das Ehepaar zum Albtraum. Schon vor den Lohmeyers hatten Anhänger der NPD den Ort für sich entdeckt. Von den knapp vierzig Bewohnern wird etwa die Hälfte der rechtsextremen Szene zugerechnet.

Veröffenlichung/ data publikacji: 27.12.2011

Konjunktur in Europa: Polen als Insel im Osten

Polens Wirtschaft zeigt sich robust. In der Krise 2009 galt es als grüne Insel im Meer roter Zahlen. Doch das Land steht vor einer Reihe hoher Hürden. Während der Mittelmeerraum auf erdrückende Staatsschulden mit rigorosen Sparpaketen reagieren und damit die Wirtschaftsleistung abwürgen muss, meldeten die Statistiker aus Warschau ein Wachstum im dritten Quartal von stolzen 4,2 Prozent. Trotz der erwarteten Abkühlung im Schlussquartal dürfte für das Gesamtjahr ein Plus von etwa 4 Prozent stehen.

Veröffenlichung/ data publikacji: 09.12.2011

Jeder Euro ein Segen

Polen hat enorm von den Mitteln der Europäischen Union profitiert, die Investitionen in ärmeren Regionen dienen. Jetzt wirbt es für eine Fortsetzung: Erhalten die Geberländer nicht auch viel zurück?

Veröffenlichung/ data publikacji: 25.11.2011

„Wir sind zutiefst beschämt“

Nach dem Bundestag hat sich auch der Bundesrat „zutiefst beschämt“ und erschüttert über die beispiellose Neonazi-Mordserie in Deutschland gezeigt. Die Politiker sicherten zu, die Verbrechen mit mindestens zehn Todesopfern schnell aufzuklären und Konsequenzen aus Fehlern der Sicherheitsbehörden zu ziehen.
Die Politik streitet derweil weiterhin darüber, wie die Vorgänge parlamentarisch aufgearbeitet werden sollen und ob ein Verbot der NPD doch möglich ist. Für ein Verbot sprechen sich laut ZDF-Politbarometer 77 Prozent der Bürger aus.

Veröffenlichung/ data publikacji: 25.11.2011

NPD-Hochburg Löcknitz - Brücke ohne Enden

Löcknitz liegt etwa auf der Hälfte der Strecke zwischen Pasewalk und dem Stadtrand von Stettin. Die NPD erreichte bei der jüngsten Landtags- und Kreistagswahl im September hier zwanzig Prozent der Stimmen. Gibt es da einen Zusammenhang?
Wie überall in Vorpommern verlor die Gemeinde seit der deutschen Einheit zwar Hunderte von Einwohnern, vor allem die Jugend. Inzwischen aber haben Polen aus Stettin die Lücken gefüllt. Jeder zehnte Löcknitzer ist inzwischen ein Pole.

Veröffenlichung/ data publikacji: 18.11.2011

Spitzname „kleiner Adolf“

Der Verfassungsschützer, der sich am Tatort eines Mordes der Neonazi-Terrorgruppe befand, hegte wohl rechtes Gedankengut. Er war unter dem Spitznamen „kleiner Adolf“ bekannt. In seiner Wohnung wurden Waffen und Auszüge aus Hitlers „Mein Kampf“ gefunden.

Veröffenlichung/ data publikacji: 16.11.2011

Getrieben vom Hass

Mehr als zehn Jahre lang raubt und mordet eine Gruppe von Neonazis in Deutschland. Die Ermittler gehen von mindestens vier Terroristen aus.
Nach mehr als einem Jahrzehnt im Untergrund hatten Beate Z., Uwe B. und Uwe M. den großen Schritt an die Öffentlichkeit vorbereitet. In ihrer Obergeschosswohnung in der Frühlingsstraße in Zwickau-Weißenborn lagen mehrere DVDs bereit, zum Versand verpackt, adressiert an verschiedene Medien und islamische Vereine.

Veröffenlichung/ data publikacji: 14.11.2011

Polen - Der Abschied von Sheriff und Bullterrier

Nach einem Schlagabtausch im politischen Komitee von Kaczynskis Partei wurden drei Mitglieder ausgeschlossen. „Nordkorea“: Es ist ein scharfes Wort, das Jacek Kurski, früher einer der engsten Mitarbeiter des nationalkonservativen polnischen Oppositionsführers und ehemaligen Ministerpräsidenten Jaroslaw Kaczynski, seinem Chef jetzt entgegengeschleudert hat. Gefallen ist es am letzten Mittwoch im „politischen Komitee“ von Kaczynskis Partei „Recht und Gerechtigkeit“ (PiS).

Veröffenlichung/ data publikacji: 07.11.2011

Euro-Krise: Rettet die Würde der Demokratie

Papandreou hat das Vorhaben eines Referendums aufgegeben, als sich sein Finanzminister vor dem Morgengrauen in einen Brutus verwandelte. Am Nachmittag desselben Tages konnte Reuters vermelden, dass der Euro „angesichts des bevorstehenden Kollapses der Regierung“ deutlich zugelegt hatte und die Aktien-Indices an den europäischen Börsen gestiegen waren. Erst die Peripetie, Papandreous Kehrtwende, enthüllt den zynischen Sinn dieses griechischen Dramas – weniger Demokratie ist besser für die Märkte.

Veröffenlichung/ data publikacji: 05.11.2011

Der griechische Weg - Demokratie ist Ramsch

Wer das Volk fragt, wird zur Bedrohung Europas. Das ist die Botschaft der Märkte und seit vierundzwanzig Stunden auch der Politik. Wir erleben den Kurssturz des Republikanischen. Entsetzen in Deutschland, Finnland, Frankreich, sogar in England, Entsetzen bei den Finanzmärkten und Banken, Entsetzen, weil der griechische Premierminister Georgios Papandreou eine Volksabstimmung zu einer Schicksalsfrage seines Landes plant.

Veröffenlichung/ data publikacji: 01.11.2011
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