Erfurt

Misstrauen gegen eigenen Geheimdienst

Thüringen hat dem NSU-Ausschuss in Berlin all seine Akten geschickt. Der Innenminister fürchtete, eigene Leute könnten sonst „Interessantes“ verschwinden lassen. Laut einem Gesprächvermerk Edathys hat Geibert sich Sorgen gemacht, dass „interessante Bestandteile“ dieser Akten hätten „verschwinden“ können, wenn Mitarbeiter seines eigenen Landesamts für Verfassungsschutz eine Vorauswahl getroffen hätten. Das Kopieren der umfangreichen Akten, so Geibert demnach, habe er nicht Verfassungsschutz-Mitarbeitern überlassen – sondern er beauftragte 80 Bereitschaftspolizisten damit.

Veröffenlichung/ data publikacji: 12.10.2012

Von der Vernissage in die Notaufnahme

Bei der Eröffnung einer Ausstellung im Erfurter Kunsthaus haben Neonazis mehrere Gäste verprügelt. Auch eine herbeigerufene Polizistin liegt noch im Krankenhaus.
Bei einem rechtsradikalen Überfall sind in Erfurt in der Nacht zum Samstag mehrere Gäste und Betreiber des Kunsthauses erheblich verletzt worden. Acht Jugendliche, einige von ihnen mit Horst-Wessel-T-Shirts bekleidet, attackierte die Gruppe, als sie gerade nach einer Vernissage zur Ausstellung „miss painting“ das Gebäude in der Erfurter Altstadt verlassen hatte.

Veröffenlichung/ data publikacji: 16.07.2012

Jede zweite Thüringer Firma sucht Mitarbeiter

Die große Zuwanderungswelle aus Osteuropa nach Thüringen ist zwar ausgeblieben, seitdem vom 1. Mai an die Arbeitnehmerfreizügigkeit EU-weit gilt. Aber einige Thüringer Firmen haben in den letzten Wochen selbst die Initiative ergriffen und neue Mitarbeiter aus Osteuropa eingestellt. 13 neue polnische Arbeitnehmer sind beispielsweise bei der Stahl- und Förderanlagenbau in Geschwenda beschäftigt.

Veröffenlichung/ data publikacji: 23.06.2011

Die Ofenbauer von Auschwitz

In ihren Krematorien wurden die Leichen von Millionen verbrannt: Auf dem ehemaligen Firmengelände von Topf & Söhne wird nun endlich eine Gedenkstätte eingeweiht. Sie waren die Techniker des Todes und trugen zur Effizienz des Massenmordes in deutschen Konzentrationslagern bei. Der Krematorienspezialist Topf & Söhne aus Erfurt baute auch die Verbrennungsöfen von Dachau, Auschwitz oder Buchenwald. Am 27. Januar, dem Tag der Befreiung von Auschwitz und Holocaustgedenktag, eröffnet Kulturstaatsminister Bernd Neumann auf dem ehemaligen Firmengelände in Erfurt eine Dauerausstellung.

Veröffenlichung/ data publikacji: 27.01.2011

"Das ist wie zu DDR-Zeiten"

Der Protest gegen die Absetzung des Chefredakteurs der Thüringer Allgemeinen (TA), Sergej Lochthofen, und dessen Ehefrau und Stellvertreterin, Antje-Maria Lochthofen, hält an. Auf der Medienseite der Zeitung fordern die Mitarbeiter: "Chefredakteur soll bleiben". Gestern bildete sich auch ein Redaktionsrat, der die interne Kommunikation übernehmen soll.

Veröffenlichung/ data publikacji: 01.12.2009

Wie die NPD einen Politiker aus dem Land jagen will

Zeca Schall unterstützt die Thüringer CDU - Neonazis nutzen dessen Engagement für ihren Wahlkampf im Osten. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Veröffenlichung/ data publikacji: 13.08.2009

Thüringen: Nach NPD-Hetze Polizeischutz für CDU-Mann

Nach den Drohungen der NPD gegen einen dunkelhäutigen CDU-Wahlkämpfer in Thüringen ist der gebürtige Angolaner vorerst unter Polizeischutz gestellt worden. „Wir nehmen die Drohung sehr ernst“, sagte der Leiter der Polizeidirektion Suhl, Jürgen Loyen, am Mittwoch. Der CDU-Landesverband stellte Strafanzeige gegen die NPD wegen Volksverhetzung.

Veröffenlichung/ data publikacji: 13.08.2009

Politiker unter Polizeischutz

Die NPD bedroht in Thüringen den schwarzen CDU-Politiker Zeca Schall, der auf einem Wahlplakat mit Dieter Althaus abgebildet ist. Die CDU hat die Rechten wegen Volksverhetzung angezeigt.

Veröffenlichung/ data publikacji: 12.08.2009

Ministrabel oder miserabel?

Es ist schon eine merkwürdige Mannschaft, die nach der Vereidigung am 8. Mai als Thüringer Landesregierung zusammenkommt. Da trifft der neue Kultusminister Peter Krause etwa auf die neue Justizministerin Marion Walsmann. Der einstige Wismut-Kumpel und spätere Literaturwissenschaftler Krause war 1988 als redaktioneller Mitarbeiter der Weimarer CDU-Zeitung „Thüringer Tageblatt“ aus politischen Gründen geschasst und als Fernstudent der Journalistik exmatrikuliert worden. Aus der Ost-CDU trat er aus.

Veröffenlichung/ data publikacji: 27.04.2008
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