Warschauer Prügelorgie

Vor der russischen Botschaft patrouillieren Polizisten in Kampfmontur. Ansonsten aber geht das Leben in Warschau am Mittwoch seinen alltäglichen Gang. Die Ruhe, die über der Hauptstadt liegt, hat etwas Gespenstisches. Sie ist ein untrügliches Zeichen dafür, dass sich Glück und Schrecken die Waage halten. Durch das 1:1 am Vorabend gegen Russland hat EM-Gastgeber Polen alle Chancen gewahrt, ins Viertelfinale einzuziehen. Ein Traumtor des Dortmunders Jakub Blaszczykowski machte es möglich. Der Alptraum nahm außerhalb des Stadions seinen Lauf.
Polnische und russische Hooligans prügelten dort aufeinander ein und machten selbst vor Attacken auf Kinder nicht halt. Steine, Flaschen und Feuerwerkskörper flogen. Kurzzeitig drohte sogar eine Massenpanik, als die Rowdys in die mit 100.000 Zuschauern besetzte Warschauer Fanmeile einzudringen versuchten. 184 Festnahmen, 20 Verletzte, darunter zehn Polizisten, lautete die Bilanz der Polizei am Mittwoch. Die Sicherheitskräfte hatten das Wüten der Hooligans nur mit Wasserwerfern stoppen können. Die befürchtete „Schlacht um Warschau“ war Realität geworden.

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Veröffentlichung/ data publikacji: 13.06.2012