Museum des Lebens am Ort des Sterbens

Polen würdigt die Kämpfer des Ghetto-Aufstands von 1943 mit einem neuen Bauwerk – dort, wo einst Willy Brandt niederkniete.
Der Aufstand war das letzte Kapitel in der Tragödie der Juden", sagte der alte Mann, "und der Anfang des bewaffneten Widerstands." Symcha Rotem war damals dabei gewesen, vor 70 Jahren, und er war auch am Freitag dabei, an demselben Ort, in jener Warschauer Plattenbausiedlung, wo einst das Ghetto war.
Der 89 Jahre alte Rotem sprach vor dem berühmten Ghetto-Denkmal. Er erinnerte sich, wie er damals, gegen Ende des jüdischen Aufstands, versuchte, seine Kameraden durch die unterirdischen Kanäle zu retten (nicht alle wurden gerettet). Er berichtete von den Polen, die unter Lebensgefahr Juden geholfen haben, und von jenen, die für ein paar Silberlinge Juden verrieten. Er sprach von seinen Zweifeln, ob man den Aufstand habe beginnen dürfen. Aber – der Ghetto-Aufstand war in erster Linie ein Kampf um einen würdigen Tod. Für ihn ging das Leben weiter: Rotem gründete nach dem Krieg eine Familie – auch davon sprach er – und ist fünffacher Großvater.

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Veröffentlichung/ data publikacji: 20.04.2013