Die Einweihung des Giulio-Perotti-Denkmals in Ueckermünde

Bürgermeister Gerd Walther und Bildhauer Christian Paschold enthüllen das Giulio-Perotti-Denkmal in Ueckermünde, Foto Jürgen Kliewe.jpg
Christian Paschold und Giulio-Perotti-Denkmal am 9. Mai 2015 in Ueckermünde, Foto Jürgen Kliewe.jpg
Heidi Michaelis, Gerd Walther, Dr. Dr. Sylwia Burnicka - Kalischewski bei dem frisch enthüllten Giulio-Perotti-Denkmal am 9. Mai 2015, Foto Jürgen Kliewe.jpg
Romuald Kalischewski, Christian Paschold und Sylwia Burnicka - Kalischewski mit dem Mini-Perotti-Denkmal.jpg

Am 9. Mai 2015 wurde im Rahmen des deutschlandweit veranstalteten Tages der Städtebauförderung das Denkmal für den in Ueckermünde geborenen Startenor Giulio Perotti vor der Volksbühne eingeweiht. Um die 60 Menschen waren gekommen, um zu sehen, wie das Denkmal für den berühmten Sohn der Stadt denn nun aussieht, unter ihnen Bürgermeister Gerd Walther und die Initiatoren des Perotti-Wettbewerbs, Bürgermeisterin a.D. Heidi Michaelis und Dr. Dr. Sylwia Burnicka-Kalischewski.
Nach einem Gesangsstück (Schuberts "Frühlingslied"), dargeboten durch Sylwia Burnicka-Kalischewski (Sopran) und Romuald Kalischewski am Klavier, erinnerte der Bürgermeister zunächst daran, dass die Altstadt von Ueckermünde ohne die Zuschüsse aus der Städtebauförderung nicht so erfolgreich hätte saniert werden können.
Er sagte: "In den zurückliegenden 24 Jahren seit Aufnahme der Stadt in das Städtebau-förderprogramm wurden aus diesem Fördertopf allein in der Altstadt fast 30 Millionen EUR verbaut. Unterstellt man, dass der Förderanteil bei den einzelnen Baumaßnahmen etwa ein bis zwei Drittel beträgt, so kann ich heute von mindestens 75 Millionen EUR sprechen, die in diesem Zeitraum an öffentlichen und privaten Mitteln in die Altstadt flossen.
Ich möchte an dieser Stelle ausdrücklich erwähnen, dass die Stadt selbst an allen geförderten Maßnahmen mit eigenen Haushaltsmitteln stark beteiligt war, denn die Ausreichung der Förderung ist an eine Beteiligung der Kommune mit durchschnittlich einem Drittel der Kosten gebunden. Die anderen beiden Drittel steuern der Bund und das Land Mecklenburg-Vorpommern bei. Aus dem städtischen Haushalt sind also gut 10 Millionen EUR in die Altstadt geflossen!
Es ist jedoch gut angelegtes Geld, wie es der Zustand unserer Altstadt beweist."
Auch die Sanierung und Erweiterung der Volksbühne selbst wurde mit einem hohen Betrag aus der Städtebauförderung bezuschusst. Der Bürgermeister dazu: "Manchmal muss eine Stadt auch Visionen entwickeln, um das künftige Zusammenleben und die sozialen und kulturellen Möglichkeiten zu erhalten und auszubauen. Insofern ist die Volksbühne auch hier wieder bestes Beispiel. Nach der Aufgabe des ehemaligen Privateigentümers und dem angedachten Verkauf des Gebäudes drohte auch der Kino- und Bühnenbetrieb in unserer Kleinstadt für immer besiegelt zu sein. Kinosterben steht heute in vielen Kleinstädten auf der Tagesordnung. Insofern ist der Erwerb des Gebäudes durch die Stadt eine gute Entscheidung gewesen, denn damit konnten die Grundlagen für das heute erfolgreiche Kinohaus geschaffen werden. Doch die Stadt allein hätte an dieser Stelle noch gar nichts bewirken können, wären da nicht sehr engagierte Menschen gewesen, denen der Kinobetrieb mehr als am Herzen lag. Insofern bedanke ich mich an dieser Stelle auch insbesondere bei Alexander Erinski als damaligen Pächter und bei Andreas Kuhn und Christian Guhl als die neuen verantwortlichen Herren in diesem Hause. Mit Beharrlichkeit haben sie andere davon zu überzeugen versucht, dass Kinobetrieb auch in der heutigen, vom Profit geprägten Zeit eine Zukunft haben kann.
Neben der Investition der Stadt in die Sanierung und Erweiterung der Volksbühne haben die beiden Herren auch kräftig in ihre Geldbörsen gegriffen und Kredite aufgenommen, um das Kino in einem zukunftsfähigen Zustand zu versetzen. Neue Bestuhlung, neues Mobiliar allgemein, der 3-D-Betrieb in nunmehr schon zwei Sälen und die Umstellung auf digitale Technik waren Grundvoraussetzungen für die Zukunftssicherung der Volksbühne."
Hauptpunkt für die Veranstaltung am 9. Mai war jedoch die Einweihung des Perotti-Denkmals.
Perotti, 1841 in Ueckermünde geboren, war im 19. Jahrhundert ein Superstar an den Opernbühnen der Welt. Er trat auf den bekanntesten Opernbühnen dieser Welt, wie Budapest, Konstantinopel, Mailand, Wien, Prag, Genua, Turin, Triest, Rom, Florenz, Neapel, Madrid, Moskau, Buenos-Aires, Montevideo, London, Boston, Chicago, Philadelphia und New York, auf. Erst vor wenigen Jahren wurde der berühmte Sohn der Stadt am Haff wiederentdeckt und soll nun nach der Benennung des erfolgreichen Internationalen Giulio-Perotti-Gesangswettbewerbs und einer Straße nach ihm das Denkmal an der Volksbühne daran erinnern, dass unsere Stadt einen solch berühmten Operntenor hervorbrachte.
Das Denkmal war nach einem Wettbewerb unter vier beteiligten Künstlern durch die Stadt an Christian Paschold vergeben worden, der in Ueckermünde bereits durch seine Fidel-Schultz-Figur am Hafen bekannt ist. Seine Idee war ein überlebensgroßer Kopf von Perotti nach vorhandenen Fotos gefertigt, der auf einer Theatersäule aus Sandstein aufgebaut wird. Daneben steht ein Reisekoffer mit Anhängern, auf denen die wichtigsten Städte stehen, die Perotti bei seinen Auftritten bereiste.
Nachdem am Vortag das Denkmal aufgebaut wurde, konnten es nun Bürgermeister Gerd Walther und Christian Paschold feierlich enthüllen. Kräftiger Applaus zeigte, dass die Anwesenden mit dem Geschaffenen zufrieden waren. Vor der Rede des Künstlers Christian Paschold trug Familie Kalischewski noch das Stück "O sole mio" von Eduardo di Capua vor. Völlig überrascht war übrigens Sylwia Burnicka-Kalischewski, als ihr der Künstler ein Modell des Denkmals in klein überreicht. Sie war letztlich die maßgebliche Person, die in den zurückliegenden Jahren mit viel persönlichem Engegement Stationen zum Leben von Giulio Perotti erfoschte und damit erst wieder seinen Lebenslauf zusammenpuzzlete.

Fotos Jürgen Kliewe

Vollständiger Text/ cały tekst: http://www.ueckermuende.de
Veröffentlichung/ data publikacji: 12.05.2015