Gespräch

"Die Gesprächsblockade ist vorbei"

Deutschland und Polen haben ihren geschichtspolitischen Streit beigelegt. Eine Chance, die eingeübten Abwehrreflexe endgültig zu durchbrechen, so der polnische Publizist Adam Krzeminski

taz: Herr Krzeminski, mögen wir uns jetzt wieder? Wir Deutsche und Polen?

Adam Krzeminski: Was heißt "wieder"? Wir mögen uns doch immer mehr. (lacht) Jedenfalls wenn man den Meinungsumfragen trauen darf. Dass sich Politiker und Publizisten in den letzten Jahren regelrechte Schlachten geliefert haben, ist eine andere Sache.

Veröffenlichung/ data publikacji: 07.02.2008

„Ich selbst würde es nicht machen"

Fünf Fragen an: Wlodzimierz Borodziej, Historiker an der Universität Warschau

Der polnische Historiker Wlodzimierz Borodziej (51) hat schon in den 1990er Jahren mit deutschen Kollegen zur Vertreibung geforscht.

Märkische Oderzeitung: Herr Borodziej, warum ist das Thema „Vertreibung" heute sensibler als vor zehn Jahren?

Veröffenlichung/ data publikacji: 05.02.2008

"Wir haben nicht mehr Diebstähle"

Vier Wochen Grenzen ohne Kontrollen. Herr Feuring, geben Sie uns eine erste Bilanz aus Ihrem Polizeipräsidiumsbereich Frankfurt (Oder).

Wir sind zufrieden, auch wenn es noch zu früh für eine tiefgehende Analyse ist. Wie schon nach dem EU-Beitritt von Polen hatten viele Menschen befürchtet, es würde mehr Diebstähle und Einbrüche geben - aber so ist es nicht. Im Gegenteil: In den vergangenen Jahren listen wir immer weniger Straftaten in unserem Zuständigkeitsbereich. Momentan gibt es keine Anzeichen für das Gegenteil.

Veröffenlichung/ data publikacji: 22.01.2008

Die Morde danach

Die katholische Kirche ist empört, der Staatsanwalt in Krakau prüft eine Klage wegen "Verleumdung der polnischen Nation": Jan Tomasz Gross' Buch "Angst" hat in Polen sofort heftige Reaktionen ausgelöst. "Antisemitismus in Polen unmittelbar nach dem Krieg - Geschichte eines moralischen Zusammenbruchs" lautet der Untertitel. Im Mittelpunkt steht das Pogrom von Kielce am 4. Juli 1946, dem 42 Juden zum Opfer fielen. Zehntausende Holocaust-Überlebende verließen Polen aus Angst um ihr Leben. Schon mit dem Buch "Nachbarn" (2000) hatte Gross eine Debatte ausgelöst.

Veröffenlichung/ data publikacji: 18.01.2008

"Man kann gar keinen einzelnen Bösewicht identifizieren"

Dass die Humboldt-Universität ihre Beteiligung am Generalplan Ost und der Vertreibungspolitik der Nazis nicht richtig aufgearbeitet hat, ist der "üblichen Mischung aus Unkenntnis, Schlamperei" geschuldet, sagt Präsident Christoph Markschies. Er sucht nun verstärkt Kontakt zu Überlebenden

taz: Herr Markschies, 65 Jahre nachdem Forscher der Humboldt-Universität in ihrem "Generalplan Ost" die Ermordung und Vertreibung von 25 Millionen Menschen empfohlen haben, hat sich die Universität eine Ausstellung dazu ins Haus geholt. Warum erst jetzt?

Veröffenlichung/ data publikacji: 18.01.2008

„Wir wollen mit Polen diskutieren“ US-Staatssekretär Fried über den Raketenschirm

Die USA planen ein Raketenabwehrsystem in Mitteleuropa mit Abfangraketen in Polen und einem Radarsystem in Tschechien. Der polnische Regierungschef Donald Tusk und sein tschechischer Amtskollege Mirek Topolanek haben bei einem Treffen am Donnerstag in Prag nun deutlich gemacht, dass sie weitere Entscheidungen zu den Raketenabwehrplänen nicht überstürzen wollen. Wie bewerten Sie diese neue Tonlage?

Veröffenlichung/ data publikacji: 12.01.2008

"Platzeck heißt Pfannkuchen"

Nach dem Wegfall der Grenzkontrollen tritt Brandenburgs Ministerpräsident und SPD-Chef Matthias Platzeck dafür ein, polnischen Arbeitnehmern 2009 auch die volle Freizügigkeit in der EU zu gewähren. Im Gespräch mit der Berliner Zeitung äußert er sich auch zu den Schwierigkeiten beim Koalitionspartner CDU und zu seiner Sicht auf die Stasi-Vergangenheit von Links-Politikern. Und er warnt vor überzogenen Forderungen beim Bau des Potsdamer Landtagsschlosses.

Veröffenlichung/ data publikacji: 22.12.2007

"Die Polen lassen die Sektkorken knallen"

Viele Menschen in Brandenburg fürchten den Wegfall der Grenzkontrollen an Oder und Neiße. Haben Sie eine Erklärung für diese Angst?

Veröffenlichung/ data publikacji: 21.12.2007

"Niemand muss Angst haben"

Am Freitag fallen die Schlagbäume an Deutschlands Ostgrenze. Gemeinsam mit sieben anderen Staaten treten Polen und Tschechien dem Schengen-Raum bei. Der Direktor der europäischen Polizeibehörde Europol, Max-Peter Ratzel, widerspricht Befürchtungen von Anwohnern und Bundespolizei, die geöffneten Grenzen würden zu mehr Kriminalität führen.

Veröffenlichung/ data publikacji: 19.12.2007

"Ich habe westliche Intellektuelle gehasst"

Bis nach Polen weitet sich mittlerweile die Kunstproduktion zum Thema RAF aus. Das Ustausta/2xu Theater in Poznan hatte einen Preis für ein Stück über die RAF-Gründerin ausgeschrieben. Ihn gewann die Autorin Malgorzata Sikorska-Miszczuk (Jg. 1964) mit ihrer Parabel über das unglückliche Liebesverhältnis des vorsorgenden Eichhörnchenmenschen mit der gewalttätigen Weltverbesserin. "Der Tod des Eichhörnchenmenschen" gastiert heute und morgen am Berliner Hebbeltheater.

Veröffenlichung/ data publikacji: 14.12.2007