Oppositionsführer Jaroslaw Kaczynski schmäht die nach mehr Unabhängigkeit strebenden polnischen Schlesier und stärkt so deren Identität

Die schlesische Nationalität sei eine „getarnte deutsche Option“ und „eine Art, sich vom Polentum zu distanzieren“. Seine Partei Recht und Gerechtigkeit (Pis) wirft der konservativ-liberalen Regierung in Warschau zudem vor, in Schlesien mit Separatisten zu paktieren. Tatsächlich regiert in der südpolnischen Wojewodschaft Slaskie, die große Teile des Industriegebietes Oberschlesien umfasst, seit 2010 eine Koalition aus Bürgerplattform (PO) und der Bewegung für die Autonomie Schlesiens (Ras).
Wobei vom „Regieren“ nur bedingt die Rede sein kann – die polnischen Wojewodschaften sind nur Verwaltungsbe- zirke, haben keine Gesetzgebungskompetenz und werden von einem Entsandten aus Warschau kontrolliert. Dagegen geht die Ras vor, sie will größere Selbstständigkeit. Allerdings fordert sie dies für alle polnischen Wojewodschaften – wissend, dass solche Pläne nur auf Schlesien bezogen scheitern würden.
Viele überzeugte Schlesier sind zwar verärgert, freuen sich aber auch. „Kaczynski hat eine gesellschaftliche Debatte losgetreten, die der Entwicklung der schlesischen Identität dienlich sein wird“, sagt der Regisseur Kazimierz Kutz. Experten gehen davon aus, dass die Zahl derer, die sich in der Volkszählung als Schlesiern bezeichnen, steigen wird – aus Protest gegen Jaroslaw Kaczynski.

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Veröffentlichung/ data publikacji: 07.04.2011